GSVBw 45/VrSt Jesberg

Militärische und militärisch (mit)genutzte Fernmeldeanlagen und -einrichtungen, Netze und Infrastruktur (ohne ELOKA)
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Fieldmouse
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Beitrag von Fieldmouse » 21.11.2011 20:43

Bin Fernmeldehandwerker bei der Telekom und war heute in diesem Bunker schaffen. Die Anlage wurde wohl 1941 in Betrieb genommen. Alte Geräte sind z.T. noch vorhanden welche 1941 gebaut wurden. Habe Werkzeug und geschriebene Zettel mit Datum vom September 1941 gefunden. Die Anlage ist ziemlich groß 3-4 Stöcke unter der Erde, mit vielen Bunkern und Schalträumen. Dusch- und Wohnräume, auch einen Aufzug gibt es. 2 Mehrfamilienhäuser, die nicht weiter auffallen, bis auf das etwas schrägere Dach, sind auf der Anlage errichtet und unterirdisch alle miteinander verbunden. Dazu gehört noch ein kleineres Häusschen mit Notausgang und eine Garage mit Stellplatz für 3 Wagen. Das Gelände wurde im Weltkrieg nicht angegriffen. Heute sind die meisten Räume ungenutzt. Wenn gewünscht kann ich Fotos nachreichen.

https://www.geschichtsspuren.de.....p;start=20
Hat das denn keiner gelesen ?

Hier ist Jesberg auch erwähnt bei hebbel (30.12.2010 20:52) mit Datum von 1939:
viewtopic.php?t=15299&postdays=0&postor ... &&start=10

Das Gebäude war eindeutig Vorkriegsarchitektur, man beachte den Hauseingang aus bearbeiteten Sandstein,
die Dachform, die Garagentore. Haben mich an Wache Rechlin erinnert.

Von weiteren Unterkünften ist mir nichts bekannt, muß da noch mal mit offenen Augen durch den Ort, oder User ToPa, wohnhaft in J., kann etwas herausfinden.
fM.

Tip: Forumsuche mit "Jesberg" benutzen ! ;)

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TimoL
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Beitrag von TimoL » 21.11.2011 21:50

Gelesen schon, nur frage ich mich dabei, was die Bundeswehr in den Jahren 1960 bis 1962 da an Unterkunftsgebäuden neu gebaut hat...? :?
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Beitrag von redsea » 21.11.2011 23:19

Hallo,

ohne weitere Fakten werden wir darüber wohl nur spekulieren können. So stellt sich zunächst die Frage, wann die Bw überhaupt dort einzog um die Anlage als GSVBw mit zu nutzen. Zeitlich klingt 1960 - 1962 ja schon recht passend und für neue bzw. weitere Nutzer ist zusätzlicher Platzbedarf ebenfalls sehr plausibel. Die Frage ist jedoch auch, ob man unter den Angaben im Bundesarchiv tatsächlich die Errichtung eines Unterkunftsneubaus, der sich im übrigen ja nicht zwingend auch auf dem Gelände an der Kellerwaldstraße befunden haben muß, zu verstehen hat oder ob sich diese Angaben nicht vielleicht auch auf Umbauarbeiten im Bunker beziehen.

Die Akte im Bundesarchiv enthält übrigens auch die Lagepläne des besagten "Neubaus". Wenn also mal jemand rein zufällig in Koblenz ist ... ;-)

Viele Grüße

Kai

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Cremer
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Beitrag von Cremer » 22.11.2011 07:59

In der Tat war Jesberg Anfang 1940 ein "Treffpunkt" von mehreren Fernkabeln.
- FK 9 Rotenburg- Frankfurt, Abschnitt Hannover -Frankfurt, ca. 1926
- FK 504 Breitbandkabel von Berlin nach Frankfurt, Kabelform 27a, Schaltfertig 1.3.40
- FK 203 Münster-Feuchtwangen, vermutlich über Jesberg

Insofern sollte das Gebäude auch nicht klein sein, trifft ja m.E. hier zu.

Auf Bild 8 sieht man auch schön 2 Schachtdeckel für Kabelschächte, welche doch auf einen größeren Zugrohschacht mit mehreren Zugrohrtrassen schließen kann, üblich ist sonst nur ein Deckel.
Zuletzt geändert von Cremer am 22.11.2011 08:52, insgesamt 3-mal geändert.
MfG Euer Fernmelder
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Beitrag von kuhlmac » 22.11.2011 08:31

TimoL hat geschrieben:Gelesen schon, nur frage ich mich dabei, was die Bundeswehr in den Jahren 1960 bis 1962 da an Unterkunftsgebäuden neu gebaut hat...? :?
Nun ja, ggf. hat man die bestehende Struktur, sprich Haus, genommen und komplett innen umgebaut/entkernt. Ob das jetzt ein Neubau oder nur ein Komplettumbau ist... Oder gab es noch an anderer Stelle einen Bau?
@bettika: Beate, würden denn ggf. ein Innen-Komplettumbau als Neubau bezeichnet?

Ansonsten ist das sehr deutlich die Architektur der späten 30er Jahre (was ich auch vorher schon meinte :) ), man beachte nur die Holzlamellentore der Garage. Fast schon ein Denkmal.

Tante Edit sagt: man sollte mal zuerst GE befragen. Auf dem Bild 11 ist ja das zweite Haus auf dem Grundstück neben der Einfahrt zu sehen. Und das würde ich schon in die Nachkriegszeit setzen. Das sieht auch zeitgerecht aus.
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Beitrag von Cremer » 22.11.2011 08:58

Die Schaltstelle lag auch damals im WK II direkt an einer Bahnstrecke um ggf. auch die Bahntrasse als Kabeltrasse zu nutzen.
MfG Euer Fernmelder
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Beitrag von Fieldmouse » 22.11.2011 21:02

@kuhlmac: Haus auf Bild 11 ist auch gleicher Jahrgang, achte auf Fensterläden und besagte Dachform, Balkonvorsprung,
ok, gut, ich konnte die Liegenschaft selbst in Augenschein nehmen...
fM.

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Beitrag von bettika » 22.11.2011 21:48

kuhlmac hat geschrieben:
Nun ja, ggf. hat man die bestehende Struktur, sprich Haus, genommen und komplett innen umgebaut/entkernt. Ob das jetzt ein Neubau oder nur ein Komplettumbau ist... Oder gab es noch an anderer Stelle einen Bau?
@bettika: Beate, würden denn ggf. ein Innen-Komplettumbau als Neubau bezeichnet?
Hallo Christian,
nein, dann heißt es "Grundinstandsetzung" oder "Grundsanierung"
Grüsse
Beate
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Beitrag von ToPa » 23.11.2011 00:41

Die Anlage befindet sich nach meinen Informationen noch im Betrieb durch die Bundespost oder Telekom als so einen Art Regionale Fernmeldestelle. Die Aussage begründe ich auf einigen Gesprächen mit Freunden etc. die mit der FFW Jesberg in den letzten Jahren mehrmals PA Träger Übungen in den Gebäuden gemacht haben.

Die Überirdischen Gebäude sind allerdings nicht bewohnt.

Die Gebäude sind nach meinen Informationen unterirdisch miteinander Verbunden. Der Bunker soll wohl mehrgeschossig sein aber nur noch in den ersten beiden Etagen zugänglich sein.

Was ich aus mehreren Gesprächen hier in der Gegend weiß ist auf jeden Fall, das genau dieses Grundstück mit beiden Gebäuden bereits vor dem 2WK so aufgebaut wurde. Das ist mir von mehreren Zeitzeugen bestätigt wurden.

Was es mit einem Neubau in den 60er Jahren auf sich hat kann ich z.Zt. noch nix nähres sagen. Werde aber mal versuchen etwas in Erfahrung zu bringen.

MFG

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Beitrag von kuhlmac » 23.11.2011 08:36

Cremer hat geschrieben:Die Schaltstelle lag auch damals im WK II direkt an einer Bahnstrecke um ggf. auch die Bahntrasse als Kabeltrasse zu nutzen.
So ist es. Das war die Kellerwaldbahn,
die nun wirklich wortwörtlich direkt vor der Haustür langfuhr.
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