Seltsame Dienststelle in Achern

Militärische und militärisch (mit)genutzte Fernmeldeanlagen und -einrichtungen, Netze und Infrastruktur (ohne ELOKA)
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darkmind76
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Beitrag von darkmind76 » 05.02.2010 19:26

Wenn hier nach Achern sucht, gibt es zu AbtFmFü noch den Zusatz:

"mindestens von 1985 bis 1986".


http://www.mgfa-potsdam.de/html/standorte_index_brd.php

Luftdragoner
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Beitrag von Luftdragoner » 05.02.2010 22:14

HW hat geschrieben:Also, ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass Achern auch irgendwie mit Renchen in Verbindung steht.
Ich auch nicht
Und wenn etwas in Standortbroschüren nicht aufgeführt ist, hat man diese Dienststelle vielleicht vergessen, oder sie war "geheim" und wurde deswegen nicht aufgeführt, aber immer vorausgesetzt, dass es sie gegeben hat, denn manchmal hat es eine Dienststelle auch wirklich nicht gegeben, nur auf dem Papier eines gegnerischen Nachrichtendienstes :lol:
Die Standortbroschüre Achern von 1989 kennt die Dienststelle auch nicht. Das Papier, auf dem die Dienststelle existiert hat, war allerdings bundeswehreigenes...

Im übrigen findet die Dienststelle auch in der Chronik der Fernmeldetruppe keine Erwähnung.

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dth
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Beitrag von dth » 06.02.2010 19:27

Luftdragoner hat geschrieben:
zulufox hat geschrieben:in Achern gab es so eine ganz seltsame Dienststelle der Bundeswehr, deren Pendant im Norden befand sich in der Eifel.
Die besondere Art der Dienststellen ist mir bekannt und ein Zusammenhang ist nicht auszuschließen, zumindest hatte ich den Verdacht auch schon.
Auch mir schwirrt im Kopf irgendwie das Fernmeldeunwesen bzw. die Bonn-Pullach-Connection (AMK) rum die meines Wissens in Achern aktiv waren; den genauen Zusammenhang muss ich aber erst wieder rauskramen - ich gehe mal auf die Suche nach "Secrets of Signals Intelligence During the Cold War and Beyond" und werde etwas schmökern...

Edit: schneller gefunden als vermutet, im o.g. Buch ist eine "Horchstelle" in Achern verzeichnet (BFmS soll "Bundesstelle für Fernmeldestatistik" bedeuten..). Sonst konnte ich im Text leider keine Referenz zu Achern finden, lediglich der Hinweis auf die französischen Stellen die in der Nähe im Schwarzwald aktiv waren.
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zulufox
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Beitrag von zulufox » 06.02.2010 20:23

Hallo,

wie schon etwas vorher geschrieben, war in Achern das südliche Gegenstück zu dem hier:

viewtopic.php?t=8488&start=0

und ob das Ding schon lost ist?

MfG
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Beitrag von Luftdragoner » 06.02.2010 20:50

Nun, als Standort wird die Markgraf-Dingsbums-(*pardon*)-Kaserne in Achern ausgewiesen. Achern ist m.W. seit 1993 kein Bundeswehrstandort mehr und seit Ende der 90iger Jahre sind auch die Franzosen abgezogen.

Gerade der Standort macht die Dienststelle doppelt interessant, selbst wenn sie als Tarneinrichtung fungierte. War es tatsächlich nur eine Tarndienststelle des BND oder eine Art Verbindungsstelle der Bundeswehr zu "zivilen" Aufklärungseinrichtungen?

HW
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Beitrag von HW » 06.02.2010 21:51

In diesem Link wird von der "Bundespost, den Franzosen, dem Südwestfunk und anderen deutschen Lauschern" gesprochen (damit könnte aber auch evtl. die Richtfunkstelle des FmRgt 12 - siehe Richtfunktrupp in der Aufstellung der Einheiten von Achern - gemeint sein).

http://www.hornisgrinde.de/der_berg_2.html

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Französische Aktivitäten bis 1999

Beitrag von -zAc- (†) » 06.02.2010 21:56

Hallo zusammen,

als Ortsangabe zur genannten Dienststelle wurde der nächst größere Ort genannt. Es handelt sich um den Berg Homisgrinde.


Hier zwei Quellen, die auf die französichen Aktivitäten und andere Verwendungen hinweisen.

http://www.hornisgrinde.de/homepage.html (Hinweise auf Seite 2 und Seite 5 der Seite)

und über die electronic Squadron 40/450 der 54th Air Intelligence Wing in Hornisgrinde

http://www.fas.org/irp/world/france/defense/air/54.htm

Beste Grüße
-zAc-
Mit leerem Kopf nickt es sich leichter. (Žarko Petan)

HW
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Beitrag von HW » 06.02.2010 22:39

Ich habe jetzt auch noch ein bisschen "gesucht" unter "Hornisgrinde Sperrgebiet".
In den verschieden Links werden unterschiedliche Angaben gemacht. So z. B. zur Auflösung des Sperrgebietes: 1994 bis 1999. In einem Link war zu lesen, dass 1999 noch gelauscht wurde.

Übrigens hat auch die Bundesnetzagentur auf der Hornisgrinde Funkkontrollmesstellen, auf einem Foto in einem Link war ein Peiler zu sehen.

Angeblich soll in diesem Buch auch etwas über die verschiedenen "Lauscher" geschrieben stehen, aber wo ist meine kleine Französin, die mir das übersetzt.

http://www.dubuiss5.perso.cegetel.net/L ... rinde.html

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Leif
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Beitrag von Leif » 07.02.2010 01:10

Hallo HW,

ich bin zwar keine kleine Französin, jedoch kann auch ich Dir sagen, dass die verlinkte Seite keine konkreten Informationen enthält und das Buch ein Roman basierend auf historischen Fakten ist.


Viele Grüße,
Leif

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Beitrag von zulufox » 07.02.2010 09:13

HW hat geschrieben:In diesem Link wird von der "Bundespost, den Franzosen, dem Südwestfunk und anderen deutschen Lauschern" gesprochen (damit könnte aber auch evtl. die Richtfunkstelle des FmRgt 12 - siehe Richtfunktrupp in der Aufstellung der Einheiten von Achern - gemeint sein).

http://www.hornisgrinde.de/der_berg_2.html
Leute,

hier wird wieder soviel hineingeheimnisst:
die Richtfunkstelle Hornisgrinde der 3./FmRgt 12 war zunächst einmal eine reine Relaisstelle 120 Kanal im Einsatzstammnetz der Luftwaffe: viewtopic.php?t=5583&sid=ce320d6d074e34 ... b66b910b51
und zwar zwischen der Station Plettenberg im Süden und dem Weinbiet im Norden.
Später wurde daraus eine Weitverkehrsschaltstelle, denn die Stationen Bremgarten und Karlsruhe-Neureut wurden angeschlossen.
Der Trupp dort oben hatte nichts anderes zu tun, als darauf zu achten, dass seine Geräte ordentlich funktionierten. Zum Dienst auf der Station eingeteilt zu werden, das war sehr beliebt, denn die Stationsangehörigen wurden durch die Franzosen mitverpflegt.

MfG
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