Abschaltung der privaten Telefonanschlüsse im V-Fall?

Militärische und militärisch (mit)genutzte Fernmeldeanlagen und -einrichtungen, Netze und Infrastruktur (ohne ELOKA)
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Frontstadtkind
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Beitrag von Frontstadtkind » 03.06.2013 19:27

In der DDR hatte die SED ja noch ein eigenes Richtfunknetz, nur für ihren Bedarf. Weil es am 17. Juni mit dem normalen Telefonnetz Probleme gab. Die Streikenden nutzten wohl auch besonders das separate BASA-Netz der Deutschen Reichsbahn, das DDR-weit reichte.

Die wirklich führenden SED-Top-Genossen waren auch noch mit besonderen Geräten an das von außen angeblich abhörsichere, sowjetische "WTsch"-Netz (war wohl irgendwie Hochfrequenz vom KGB) angeschlossen. Also Erich H, z.B. im persönlichen Jagdhaus Wildfang, hätte jederzeit direkt mit dem sowjetischen Botschafter sprechen können.

In Berlin-West kriegte der damals neu gewählte Regierende Bürgermeister Momper nach dem Wahlsieg erstmal ein riesiges Polizeifunkgerät in seiner Privatwohnung installiert. (Typ "Rucksack"). Das wäre wohl in Spannungszeiten statt Telefon damals das Kommunikationsmittel für Notfälle gewesen. Am Anfang gehörte wohl noch ein Polizeifunker dazu.

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Cremer
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Beitrag von Cremer » 03.06.2013 19:48

N'abend

also es gab früher die TK 6 -Schaltung für Bevorrechtigte. D.h. im K-fall waren für ein bestimtmes Gebiet die abgehenden Verbindungen (Wählverbindungen) nicht möglich. Empfang von Telefonagten war immer möglich. TK 6-Berechtigte waren auch Mitglieder z.b. bestimmte Personenkreise beim THW. Ich hatte damals als Fernmeldezugführer eine solche Berechtigung, später im Innenministerium sowieso. Die Berechtigung kostete 100 DM, später 50 €.
Abgeschafft wurde dies durch die weite Verbreitung des ISDN-Netzes und des NGN-Netzes (VOIP). Damit waren deseSchaltungen hinfällig.
MfG Euer Fernmelder
Erich Fellgiebel 1935:Nachrichtentruppen sind kostbare, schwer zu ersetzende Mittel der Führung.

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Funkgerät

Beitrag von karl143 » 03.06.2013 20:44

Frontstadtkind hat geschrieben:
In Berlin-West kriegte der damals neu gewählte Regierende Bürgermeister Momper nach dem Wahlsieg erstmal ein riesiges Polizeifunkgerät in seiner Privatwohnung installiert. (Typ "Rucksack").
Der wurde 1989 Regierender Bürgermeister. Was verstehst du denn unter riesiges .... Ich nehme mal an, es war FuG 7b. Größe ungefähr wie ein Aktenkoffer. Das läßt sich doch gut in einer Wohnung unterkriegen.
http://grenzstreife.de - Der Bundesgrenzschutz in Braunschweig

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Frontstadtkind
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Beitrag von Frontstadtkind » 03.06.2013 22:09

Pardon, kenne mich mit den Typen nicht so aus. Ein klobiges Ding, was man sich auf den Rücken schnallen kann.
So was in der Art hatten ganz früher auch die Berliner Käfer "Funkwagen" auf der halben Rückbank.

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jobakampe
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Beitrag von jobakampe » 04.06.2013 09:12

@Frontstadtkind

Richtig, Ausfälle durch streikende Fernmeldemitarbeiter führten während des 17.Juni 1953 zum Kommunikationsverlust zwischen "Oben“ und „Unten“. Davon betroffen war auch das BASA- Netz der DR. Eine der Schlussfolgerungen, die Errichtung des Richtfunknetzes der Partei in zwei Netzebenen. Parallel dazu wurden auf den Türmen der Bezirksrichtfunkzentralen UKW-Sendeanlagen des MfS installiert (im Umfang je Turm auf ca. 2m²). Der Platz wurde mietfrei zur Verfügung gestellt. Über die UKW- Funktechnik wurde das DDR- weite mobile Funknetz des Politbüros betrieben. Alles im offenen Regime, kein Einsatz von Verschlüsselungstechnik.

Mit dem WTsch- Netz, auch als Regierungs- WTsch- Verbindungen bekannt, muss man vorsichtig sein. Da auch hier die Stromwege größtenteils bei der Deutschen Post angemietet waren, bestanden natürlich Risiken für Ausfälle in Fernmeldeanlagen und Unterbrechung der Verbindungen. Mehr dazu, siehe z.B. http://jobakampe.magix.net/public/wtsch.htm

@ karl143
Funktechnik hin und her. Auch in der DDR gab es bereits in den 1950er Jahren so genannte Funk- Rundspruchanlagen. Die Sender zentral installiert und in den Territorien bei Bürgermeistern, den Kreissekretären der Partei, Polizei usw. gab es die entsprechenden Tischempfangsgeräte. Hier war nur einseitiger Funkbetrieb möglich, ähnlich den militärisch organisierten Funknetzen der Warnung.

mfG

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Beitrag von Lasse » 17.06.2013 07:07

kahagee hat geschrieben:Die bevorrechtigten Anschlüsse hatten eine spezielle Schaltvariante. Im Telefoantrag war vermerrkt ob Vorrang oder nicht. Wer dies festgelegt hat enzieht sich meiner Kenntnis.
An welcher Stelle steht es in dem Antragsformular? Steht es auch auf dem Blatt das der Anschlussinhaber bekommt?
"Siehst Du einen Atompilz: Schau gut hin, Du bekommst so etwas nie wieder zu sehen."

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Beitrag von Cremer » 17.06.2013 07:25

Es war ein eigener Antrag auf Formblatt der Deutschen Bundespost zu stellen von der Behörde. In meinem Fall seinerzeit (1984) als Fernmeldezugführer wurde dieser Antrag vom Geschäftsführer des THW gestellt.

Als ich beruflich 1994 zum Innnenministerium Rheinlandpfalz als Fernmeldesachbearbeiter wechselte, wurde dies durch meinen Abteilungsleiter bei der zuständigen Stelle der Telekom gestellt, später mußte der Antrag jährlich wiederholt werden bis durch das neue ISDN -Netz( gibt es heute auch nicht mehr) überholt und abgeschafft wurde. In dem ISDN Netz waren alle Verbindungen mehr oder weniger zeitgleich und vor allem unbegrenzt möglich.

Erstmalig wurde die Schaltung aktiviert als in Herborn die große Katastrophe mit dem Tanklaster war, der ungebremst den Berg runterrasste und in mehrere Häuser. Es gab ein großen Brand. Es war aber damals schon klar, dass es zuviel TK6 -Berechtigte gab, so z.B. auch die Presse und die Schaltung praktisch nicht funktionierte.
MfG Euer Fernmelder
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Re: Katastrophenschutzschalter

Beitrag von Fernmeldeamt » 06.04.2014 21:59

Teefix hat geschrieben:Gibt es von dem Katastrophenschutzschalter eigentlich irgendwo ein Foto oder hat jemand ein??? Würde mich mal interessieren wie der aussieht.

Danke im voraus :!: :!: :!:
Hallo,

Anbei ein Foto mi dem Katastrofenschalter.
Jeweils für 100 Teilnehmer war ein Schalter vorhanden. In dem abgebildeten TS/AS/LW Rahmen für 100 Anschlüsse also einmal (rechts neben dem Drehschalter). In den 300er TS/AS Rahmen für Privatanschlüsse waren Drei dieser Schalter nebeneinander angeordnet.
Bei betätigtem Schalter sind nichtberechtigte Anschlüsse bei abnehmen des Höhrers tot,
sobald ein Ruf eingeht kann dieser auch angenommen werden. Nach dem Auflegen ist der Anschluß wieder tot.
Die Berechtigung eines Anschlusses hatte keinen Einfluss auf eine eventuell über dessen Leitung angeschlossene Sirenenstelle, da die Einrichtungen des Warndienstes der Vermittlungstechnik nachgeordnet waren.

gruß MB
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Beitrag von 19maku54 » 09.04.2014 17:56

War immer interessant wenn man einen Anschluß auf TK schalten musste, ist öfter mal die Hauptsicherung des Gestellrahmens rausgeflogen (Minus war in direkter Nähe) ;)

Manfred

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Beitrag von Teefix » 19.04.2014 15:40

Hallo Fernmeldeamt,

danke für das Bild, danach hatte ich schon länger gesucht. Hast du noch mehr Unterlagen und Bilder solcher WD Einrichtungen??

LG Teefix

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