DDR-Grenzer

Bauliche Infrastruktur der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze und des Eisernen Vorhangs
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Shadow
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Beitrag von Shadow » 14.09.2011 10:25

Bezogen auf das Posting vor diesem würde ich gern mit einem kleinen Zwischenruf darum bitten, zu einer sachlichen Bewertung von anderen Webseiten und deren Betreibern zurückzukehren.
Die Jungs haben da drüben ihre Präsenz und das ist gut so. Hätten sie die nicht/nicht mehr kommen sie vielleicht vor Langerweile auf die Idee mit der grossen Suchmaschine nachzuschauen, wo sonst so über sie geschrieben wird. Wenn die Herrschaften dann hierher kommen und solche Äusserungen als Einstieg finden komme ich glaube ich mit einem Zwischenruf nicht mehr aus. :mrgreen:

Danke und weitermachen :holy:

Shadow.

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Sicherheitsmann
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Beitrag von Sicherheitsmann » 14.08.2018 22:47

Thunderhorse hat geschrieben:
kuhlmac hat geschrieben:
Shadow hat geschrieben:Kuhlmacs Link1 gefixt: klick

Shadow.
Danke! In dem Buch ist das angegeben, und da es eine Uni-Arbeit ist, wohl auch (hoffentlich belastbar) belegt ist.

Eine andere Quelle, nämlich "Armeen und ihre Deserteure: vernachlässigte Kapital einer Militärgeschichte ... von Ulrich Bröckling,Michael Sikora" (was man bei Google Books auch tw. einsehen kann) sagt dazu wörtlich:
"Noch relativ genau nachweisbar ist, dass in den Jahren 1950 bis einschließlich 1961 knapp sechstausend aktiv dienende Mannschaften, Unterführer und Offiziere aus den Reihen der HVA,der KVP und der NVA desertierten."
(6000 in elf Jahren!) Da die Grenztruppen da zwar offiziell in diese Truppen bis 1961 nicht hineingerechnet wurden, wirft das aber ein bezeichnendes Licht auf die Desertionsquote, meine ich. Zumal die Fahnenflucht über die Demarkationslinie da schon ab und zu leichter gewesen sein dürfte - gerade im Anfang (z.B. Schumanns Stacheldrahtsprung).
Die Studienarbeit ist aus verschiedenen Quellen zusammengebaut. Die Zahlen selbst sind nicht belastbar.
Die Quellen kann man unter "Klick aufs Buch" nachlesen.

http://www.amazon.de/Fahnenflucht-von-G ... 3640815815

Zahlenmaterial wie im Buch dargestellt stammt aus unterschiedlichen Quellen und weicht voneinander ab.
Die Quellen geben einmal den Zeitraum 1962 bis 1970 und einmal den Zeitraum 1967 bis 1989 an.
Wobei wiederum unterschiedlich Zählweisen erkennbar sind.

Die Gesamtzahl für den Zeitraum 1952 - 1965 beruht auf einer Schätzung eines anderen Autors.


Insgesamt wird das Thema "Fahnenflucht von der Grenze", aus meiner Sicht nur oberflächlich behandelt.

TH
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Sicherheitsmann
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Ich war Grenzer mein Fluchtversuch 1974 ist gescheitert

Beitrag von Sicherheitsmann » 14.08.2018 22:54

Ich war UFFZ der Grenztruppen im GR 24 Salzwedel, mein Fluchtversuch in Zivil im Harz wurde vereitelt, da ich vom Neffen veraten wurde , gelesen habe ich es erst im Jahr 1999 in meiner Stasiakte.
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"Fahnenflucht von der Grenze"

Beitrag von Sicherheitsmann » 14.08.2018 23:13

"Fahnenflucht von der Grenze", ja gab es viele , diese Soldaten bekamen 2 Jahre im Militärgefängnis in Schwedt-Oder an der Polnischen Grenze.
"Republikflucht von der Grenze" in die BRD , ja gab es sehr Wenige, die meisten wurden schon im Vorfeld vereitelt oderwurden auf der Flucht erschossen.Der in Berlin im TV über Stacheldraht sprang, da waren alle überfordert, keiner hatte den Mut in Richtung Westen zu schießen.
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karl143
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Republikflucht von GT Angehörigen

Beitrag von karl143 » 14.08.2018 23:46

Diese wurde von den DDR Behörden mit allen Mitteln verfolgt. Ziel war die Abschreckung von Nachahmern. Ich kenne allein 3 von diesen sog. Deserteuren, die nur die Gelegenheit nutzten, durch den Vorteil direkt an der Grenze zu sein, das Land zu verlassen. In der Anlage ein Auszug aus der Verfügung und strafrechtlichen Verfolgung eines solchen Falls. Später wurden durch den Kommandeur der 7. Grenzbrigade der Hauptmann und der Zugführer öffentlich gerügt. Der Zugführer, ein Olt. erhielt eine Verwarnung. Der Kommandeur ein Major einen Tadel. Und der Stellvertreter für Grenzsicherung 9./GR-25, ein Hauptmann wegen Begünstigung einer Fahnenflucht aufgrund grober Verstöße gegen den Befehl 34/67 eine Verwarnung. Daran kann man erkennen, auch höhere Dienstgrade waren da vor der Strafe ihres Vorgesetzen, eines Oberst, nicht sicher. Dieser hieß Bär, und war für seine konsequente Durchsetzung berüchtigt.
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http://grenzstreife.de - Der Bundesgrenzschutz in Braunschweig

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Frontstadtkind
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Beitrag von Frontstadtkind » 31.08.2018 22:44

Falls es der gleiche "Bär" ist, wurde der sogar später Generalmajor der Grenztruppen mit seiner harten Tour. Dieser GM Bär hatte sogar eine persönliche Jagdhütte auf dem Brockengipfel und jagte, quasi vor der Mauer, "feindwärts" bis zur Demarkationslinie. Dort ist es allerdings eine mehrere Kilometer tiefes Gebiet, in das sonst Niemand durfte.

Das Ding, was hier "Bungalow General GT" heißt:
http://www.manfred-bischoff.de/images/Brocken_1986b.jpg

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Re: Republikflucht von GT Angehörigen

Beitrag von bitti » 13.09.2018 18:19

karl143 hat geschrieben:Diese wurde von den DDR Behörden mit allen Mitteln verfolgt. Ziel war die Abschreckung von Nachahmern. Ich kenne allein 3 von diesen sog. Deserteuren, die nur die Gelegenheit nutzten, durch den Vorteil direkt an der Grenze zu sein, das Land zu verlassen. In der Anlage ein Auszug aus der Verfügung und strafrechtlichen Verfolgung eines solchen Falls. Später wurden durch den Kommandeur der 7. Grenzbrigade der Hauptmann und der Zugführer öffentlich gerügt. Der Zugführer, ein Olt. erhielt eine Verwarnung. Der Kommandeur ein Major einen Tadel. Und der Stellvertreter für Grenzsicherung 9./GR-25, ein Hauptmann wegen Begünstigung einer Fahnenflucht aufgrund grober Verstöße gegen den Befehl 34/67 eine Verwarnung. Daran kann man erkennen, auch höhere Dienstgrade waren da vor der Strafe ihres Vorgesetzen, eines Oberst, nicht sicher. Dieser hieß Bär, und war für seine konsequente Durchsetzung berüchtigt.
Ich finde es interessant, was den Flüchtigen dann im Nachgang alles so in die "Schuhe geschoben" wurde. Wenn sie all das wirklich getan hätten , dann hat des vielgerühmte MfS ganz schön gepennt. Aber es passte ja nicht in die Vorstellungswelt, dass die Jungs einfach die Schnauze vollgehabt haben könnten vom gelobten Land...

Interessant für mich auch weiterhin, dass man die BRD so oft als Westdeutschland betitelte während man selber darüber meckerkte, dass man nicht DDR genannt wurde.

balanceistischen
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Re: DDR-Grenzer

Beitrag von balanceistischen » 06.04.2020 05:38

Die Grenzer wollen sich nicht bekennen und aus der Geschichte lernen. Sie lehnen die neue Geschichtsschreibung ab.

https://www.youtube.com/watch?v=MN9tq4OfQMo

https://www.youtube.com/watch?v=Ve5CMvu6M-U

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Re: DDR-Grenzer

Beitrag von MikeG » 06.04.2020 10:25

Moin!

Sorry, aber schon der Begriff "neue Geschichtsschreibung" suggeriert, dass es vorher eine andere, "richtigere" Geschichtsschreibung gegeben hätte. Der Begriff an sich ist eigentlich bereits Propaganda und wird und wurde eigentlich schon immer vor allem von Vertretern totalitärer Regimeformen gern verwendet, um sich selbst in einer Art Opferrolle darstellen zu können und die eigenen Handlungen aus der Vergangenheit zu rechtfertigen - rechts wie links.

Auf der anderen Seite ist die Pauschalisierung "Die Grenzer" vielleicht auch etwas ungerecht - auch unter denen dürfte es Leute geben, die einen etwas differenzierteren Blick auf die Vergangenheit haben.

Letztlich ist all das zu einem nicht unerheblichen Teil das Ergebnis langjähriger Indoktrination - im Osten wie im Westen.

Mike

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Re: DDR-Grenzer

Beitrag von Pinguin der 2. » 07.04.2020 11:33

Letztlich ist all das zu einem nicht unerheblichen Teil das Ergebnis langjähriger Indoktrination - im Osten wie im Westen.
Damit machst du es dir aber zu einfach. Indoktrination im Westen gab es sicher nicht, dagegen stand die Verfügbarkeit von Information und die eher pluralistische Erziehung der Jugend.
sapere aude

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