DDR-Grenzer

Bauliche Infrastruktur der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze und des Eisernen Vorhangs
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kuhlmac
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Beitrag von kuhlmac » 31.08.2011 20:35

zulufox hat geschrieben:Hallo,

zu den Grenztruppen der DDR gab es ja auch ein sehr informatives Buch:

http://www.amazon.de/Frontdienst-Friede ... 044&sr=1-1

MfG
Zf :holy:
Hallo, Jürgen,
ich kenne das Buch leider nicht, aber gebe mal zu bedenken "2. Auflage. Koblenz 1987"
Da dürfte manches noch sehr "unvollständig" sein, oder?
Fragende Grüße
Christian
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zulufox
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Beitrag von zulufox » 02.09.2011 12:41

Hallo Christian,

ooch, eigentlich nicht, ansonsten hatte ich hier http://opac.mgfa.de/suchen 30 Treffer auf die Freitextanfrage "Grenztruppen der DDR"

und dann käme ja noch die Seite hier infrage: http://www.grh-ev.org/, da findet man noch heute tiefe Einblick in das Selbstverständnis der damals dort führenden Köpfe.

MfG
Zf :holy:
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Beitrag von Thunderhorse » 05.09.2011 14:42

kuhlmac hat geschrieben:
Shadow hat geschrieben:Kuhlmacs Link1 gefixt: klick

Shadow.
Danke! In dem Buch ist das angegeben, und da es eine Uni-Arbeit ist, wohl auch (hoffentlich belastbar) belegt ist.

Eine andere Quelle, nämlich "Armeen und ihre Deserteure: vernachlässigte Kapital einer Militärgeschichte ... von Ulrich Bröckling,Michael Sikora" (was man bei Google Books auch tw. einsehen kann) sagt dazu wörtlich:
"Noch relativ genau nachweisbar ist, dass in den Jahren 1950 bis einschließlich 1961 knapp sechstausend aktiv dienende Mannschaften, Unterführer und Offiziere aus den Reihen der HVA,der KVP und der NVA desertierten."
(6000 in elf Jahren!) Da die Grenztruppen da zwar offiziell in diese Truppen bis 1961 nicht hineingerechnet wurden, wirft das aber ein bezeichnendes Licht auf die Desertionsquote, meine ich. Zumal die Fahnenflucht über die Demarkationslinie da schon ab und zu leichter gewesen sein dürfte - gerade im Anfang (z.B. Schumanns Stacheldrahtsprung).
Die Studienarbeit ist aus verschiedenen Quellen zusammengebaut. Die Zahlen selbst sind nicht belastbar.
Die Quellen kann man unter "Klick aufs Buch" nachlesen.

http://www.amazon.de/Fahnenflucht-von-G ... 3640815815

Zahlenmaterial wie im Buch dargestellt stammt aus unterschiedlichen Quellen und weicht voneinander ab.
Die Quellen geben einmal den Zeitraum 1962 bis 1970 und einmal den Zeitraum 1967 bis 1989 an.
Wobei wiederum unterschiedlich Zählweisen erkennbar sind.

Die Gesamtzahl für den Zeitraum 1952 - 1965 beruht auf einer Schätzung eines anderen Autors.


Insgesamt wird das Thema "Fahnenflucht von der Grenze", aus meiner Sicht nur oberflächlich behandelt.

TH
Zuletzt geändert von Thunderhorse am 05.09.2011 14:49, insgesamt 1-mal geändert.
MfG. TH

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Beitrag von Thunderhorse » 05.09.2011 14:46

zulufox hat geschrieben:Hallo,

zu den Grenztruppen der DDR gab es ja auch ein sehr informatives Buch:

http://www.amazon.de/Frontdienst-Friede ... 044&sr=1-1

MfG
Zf :holy:
Das Buch von Lapp basierte u.a. auf Material/Aussagen von einem geflohenen OSL.
Diese Informationen waren nicht Fehlerfrei.

TH
MfG. TH

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Beitrag von darkstar » 06.09.2011 12:00

wenn man sich über das Selbstverständnis der Grenztruppen informieren möchte:

http://www.passkontrolle-ddr.de/

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Beitrag von Thunderhorse » 06.09.2011 18:19

darkstar hat geschrieben:wenn man sich über das Selbstverständnis der Grenztruppen informieren möchte:

http://www.passkontrolle-ddr.de/
Die Passkontrolleinheiten waren Teil war des MfS.
HA VI.

Trugen nur die Uniform der GT.
MfG. TH

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Beitrag von Seb » 12.09.2011 01:16

Wie sich auf der genannten Seite ein Ex-Oberstleutnant des MfS die Geschichte zurechtbiegt ist schon pervers :x ... Nur zwei Zitate:
- Zum Mauerbau: "Seitens der DDR waren somit Maßnahmen gegen Schmuggler, Schieber, Saboteure und Spione erforderlich."
- Zur Grenzöffnung: "Galt es auch das Image der Grenzöffnung zu verteidigen, welche ohne die Passkontrolleure so nicht möglich gewesen wäre."

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Beitrag von kuhlmac » 12.09.2011 09:57

Seb hat geschrieben:Wie sich auf der genannten Seite ein Ex-Oberstleutnant des MfS die Geschichte zurechtbiegt ist schon pervers :x ... Nur zwei Zitate:
- Zum Mauerbau: "Seitens der DDR waren somit Maßnahmen gegen Schmuggler, Schieber, Saboteure und Spione erforderlich."
- Zur Grenzöffnung: "Galt es auch das Image der Grenzöffnung zu verteidigen, welche ohne die Passkontrolleure so nicht möglich gewesen wäre."
...ja, zumal er das auch in diversen TV-Dokus von sich geben darf, dass das alles so schön war und so. Ich kenne mindestens zwei dieser Dokus, und das ist schon hart an der Schmerzgrenze manchmal gewesen. Manches mag zwar aus der Perspektive und auch sonst ganz legal gewesen sein, aber... naja.
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Beitrag von petzolde » 13.09.2011 22:50

Zu "Image, Grenzöffnung, Passkontrolleure":
Ende 1989 und Anfang 1990 waren die Jungs plötzlich freundlich und auskunftsbereit. Trapos begleiteten Züge ohne Grenzberührung und öffneten den Reisenden Zugtüren, oder stellten das Gepäck weniger kräftiger Reisender in die Wagen.
Als die Ubahn Ende Nov.(?) 1989 wieder im Bahnhof Jannowitzbrücke hielt, um den Grenzverkehr (nur für DDR-Bürger) zu bedienen, habe ich mich dort sofort ausgiebig umgeschaut. Ein Grenzer bedauerte, mich als Westdeutschen nicht durch den Ausgang lassen zu dürfen. Und weil gerade kaum Betrieb war, hat er mir statt dessen den Bahnhof (aus Grenzer-Sicht) erklärt.
Wie sich die Dinge schlagartig ändern konnten...
Spannend war es.
gruß EP

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Beitrag von darkstar » 14.09.2011 09:22

Thunderhorse hat geschrieben: Die Passkontrolleinheiten waren Teil war des MfS.
HA VI.

Trugen nur die Uniform der GT.
ist mir bekannt, trotzdem werfen die "Ergüsse" die dort zum "Besten" gegeben werden ein beredtes Licht auf die Geisteshaltung der Menschen die an der Grenze in verantwortlicher Position ihren Dienst schoben.

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