Wendland

Bauliche Infrastruktur der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze und des Eisernen Vorhangs
Björn
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Wendland

Beitrag von Björn » 20.10.2004 18:32

Immer noch hallo allerseits!

Im Wendland herrscht zwar manchmal immer noch Krieg (Stichwort Gorleben), aber mich interessiert jetzt insbesondere der Kalte Krieg.
Der Zipfel reichte ja doch recht weit in die ehem. DDR hinein. An Standorten sind mir allerdings nur die beiden Aufklärungsanlagen bei Dannenberg bekannt (Thurau und Gusborn). Gab es im Wendland evtl. noch andere derartige Stationen oder BorderCamps oder irgendwas in der Richtung??

Interessant finde ich auch die Geschichte der Gemeinde Amt Neuhaus, die erst 1993 wieder zurück nach Niedersachsen kam, da man sich 1945 schließlich auf die Elbe als Zonengrenze einigte.

Vielleicht hat ja jemand weitere Infos zum Wendland im Krieg bzw. im Kalten Krieg?!
Danke schon mal.

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Godeke
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Beitrag von Godeke » 20.10.2004 19:19

Hallo :) ,

Das Amt Neuhaus kam 1993 allerdings zum LK Lüneburg zurück, zu dem es vor 1945 auch schon gehörte. Hat also nichts direkt mit Wendland zu tun, allerdings ist der östlichste Bereich, die Göhrde, der landschaftliche Übergang ins Wendland.
Was ich noch weiß, ist, daß dieser Bereich als Einsatzstreifen für holländische Truppen vorgesehen war. Bis Ende der 80er Jahre fanden in der Herbstzeit immer wieder Verlegeübungen in den Bereich statt. Hier auf der HP gabs mal was über Korpsdepots, evtl. da mal nachschauen, ob im LK Lüchow-Dannenberg was war.
Grenzpolizeilich wurde dieser Bereich von den BGS-Abteilungen Lüneburg und Uelzen bestreift sowie von Zollbooten mit Stationen in Bleckede und Hitzacker. Von Gifhorn aus wurde der Grenzbereich des öfetern auch mal mit der "Alouette II" abgeflogen. In der Anfangszeit des BGS hat es noch eine Sonderwagenabteilung in Neu-Tramm gegeben (Abteilungsstab in der Stadt Dannenberg). Mit Aufstellung der Bundeswehr wurde diese Anlage dann allerdings vom BGS geräumt.
...und jetzt noch mal schnell zu www.thw-lueneburg.de , der aktuellen Seite mit News aus der wunderbaren Welt des Helfens!

cebulon66
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Beitrag von cebulon66 » 07.12.2011 11:28

zufällig mal hier reingeschaut
Der Zipfel reichte ja doch recht weit in die ehem. DDR hinein. An Standorten sind mir allerdings nur die beiden Aufklärungsanlagen bei Dannenberg bekannt (Thurau und Gusborn). Gab es im Wendland evtl. noch andere derartige Stationen oder BorderCamps oder irgendwas in der Richtung??
Bordercamps gab es. Die Amerikaner waren u.a. auf dem Höhbeck (Gartow) aktiv, dann in Groß Gusborn. Sie haben ja 1972 den Torii Tower errichtet, den die Briten dann 1974 übernommen haben.
Aktiv waren sie auch bei Woltersdorf, wo später die Luftwaffe "seßhaft" wurde.

siehe z.B. auch hier http://www.fastlinesinternational.com/ASA_History.html oder
http://thoughtafterthought.com/Project% ... wsite.html

oder weiter unter google u.a. mit Schlagwörtern wie "ASA" etc. suchen.

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Djensi
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Beitrag von Djensi » 08.12.2011 12:30

Moin,

in den vielen "ehemaligen BW-Angebörigen-Foren" für Funker usw. findet man über die mobilen Einsätze noch die einen oder anderen Hinweise. Leider interessiere ich mich nicht so für die Thematik, weiß aber aus meiner aktiven Kinder-Ferienzeit in der Gegend, dass im Bereich der Höhe 108 Nähe Schutschur/Glienitz, eins ums andere Mal Wege/Teile vom Wald gesperrt waren, weil man dort mit mobilen Kräften in den Osten "horchte". (O-Ton der ortsansässigen Onkels und Tanten :-)
...und das war immer auch ganz geheim...

Ich meine über den Suchbegriff "Höhe 108" über diverse Links mal ins Stöbern gekommen zu sein.

Grüße
Djensi

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Beitrag von MikeG » 08.12.2011 13:06

Moin!

Nur kurz zwischen Tür und Angel:

Nun ist Schutschur nicht im Wendland, aber tatsächlich war dort immer mal mobile ELOKA der Bundeswehr aktiv.

TMLD-Aktivitäten gab es auch, so z.B. bei Hitzacker. Der Höhbeck wurde schon erwähnt. In Sachen RiFu wäre noch Clenze zu nennen.

Mike

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Schutschur

Beitrag von cebulon66 » 08.12.2011 14:25

Nun ist Schutschur nicht im Wendland...
Sorry Mike, aber Schutschur liegt schon noch im (osthannoverschen) Wendland und ist heute ein Ortsteil von Neudarchau. War ja selbst lange genug im Wendland (DSt: Thurauer Berg) :8): .
Die Höhe 108 wurde nicht nur durch die FmEloAufkl des Heeres, sondern augenscheinlich schon in 1962 kurzzeitig von der USASA genutzt.

siehe hier http://www.usarmygermany.com/units/asa% ... er%201.pdf

In Clenze war 1963 und 1964-67 die Luftwaffe mobil aktiv bevor es letztendlich nach Thurau ging. http://www.manfred-bischoff.de/FmSktB.htm

@Djensi
hier http://www.fmkp3.de/html/1978-92.html noch zwei Fotos von mobilen Antennen in Schutschur

Gruß Manfred

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Beitrag von MikeG » 08.12.2011 15:02

Danke für die Korrektur, Manfred.

Vor etwa fünf Jahren war oben in Schutschur noch ganz gut erkennbar, dass offenbar wohl sogar mal Stellplätze für Fahrzeuge (Mast, Koffer etc. wahrscheinlich) planiert und mit Rampen versehen wurden. Und, um Falschinterpretationen vorzubeugen: Die festen Baulichkeiten gehören zum Wasserwerk,

Ich komme aber mal auf Björns ursprüngliche Frage zurück, da ich annehme, dass sein Interesse (wie meines...) ganz besonders den kleinen und kleinsten Standorten und Stellungen gilt. Da passt Schutschur schon prima rein, ebenso die TMLD-DESt Hitzacker. Aber was gab's noch?

Mike

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Wendland

Beitrag von cebulon66 » 08.12.2011 16:02

Mike,
mir sind im Wendland als langfristig stationäre Stellungen nur bekannt:
- Groß Gusborn (USA/ab 1974 GBR)
- Thurau (DEU)
- Hitzacker/Sarenseck (DEU) - TMLD

und mobil bzw semimobil:
- Schutschur/Höhe 108 (USA/DEU)
- Woltersdorf/Thurau (USA/DEU)
- Gartow/Höhbeck (USA)
- Gülden/Hoher Mechtin (DEU)
- Clenze/Höhe 123 (DEU)
- Dickfeitzen/Spitzberg (DEU)
- Schmarsau (USA)

Anekdote am Rande:
in "Hechts' Gasthaus" in Gartow (schon lange nicht mehr existent) gab es noch in den 1980er Jahren, lange nach dem Abzug der Amerikaner, die großen amerikanischen Sandwiches aus extra großen Kastenweißbrotscheiben, Kochschinken, Tomaten, Salat, Mayonnaise, noch mehr ?? - vergessen.
Mich hat neulich ein Amerikaner angemailt, der in Gartow "hängengeblieben" ist, da er dort eingeheiratet hat. Haben auch telefoniert und über alte Zeiten gesprochen. Netter Mann über 60 und echt lustig :-)
Ein weiterer Amerikaner, Doyle Underwood, der auch eine Deutsche geheiratet hatte, betrieb in den 1970er Jahre erst eine Kneipe (den "Keller") und hat Mitte der 70er dann die erste 'richtige' Disco in Dannenberg - das bekannte "Tamburin" - aufgemacht.

Manfred

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-zAc- (†)
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Beitrag von -zAc- (†) » 08.12.2011 16:52

Hallo zusammen,

ergänzend kann ich folgende Orte zur mobilen Nutzung hinzufügen:

Höhbeck (auch DEU)
Bleckede (DEU)
Grippel (DEU)

Zur Illustration einer nicht nur "geheimen" Höhe 108 in Schutschur hier ein Link zu einer verträumten Ansicht, sondern von einer "saukalten" Momentaufnahme (scrollen zum Stichwort Winterübung).

http://fmkp6.de/65,0,80-er-jahre,index,0.php

Ich möchte nicht versäumen zu erwähnen, dass mir seit den 70gern dort im Winter des öfteren nächtliche Temparaturen begegnet sind, die mit mehr als -15 Grad Celsius für ein erfrischend schattiges Dasein sorgen konnten.

sowie eine beispielhafte mobile Belegung anhand eines Dioramas der gleichen Stellung:

http://fmkp3.de/d3-diorama-schutschur.jpg

Beste Grüße
-zAc-
Mit leerem Kopf nickt es sich leichter. (Žarko Petan)

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Wendland

Beitrag von cebulon66 » 08.12.2011 21:30

Höhbeck (auch DEU)
Bleckede (DEU)
Grippel (DEU)
zAc, wer soll denn da wann gewesen sein ?? Die Kameraden des Heeres ?
Mir sagt bzgl. mobile Aufkl H nur Höhe 10 = Schutschur etwas....

Für Höhbeck steht auch Gartow oder Pevestorf = USASA

übrigens: Frank Herpich (und auch andere) kenne ich von Thurau bzw. Rheinbach und habe mit ihm zusammen im Nov 10 das "Rentner-" oder "Helm ab, Hut auf-Seminar" in Spandau besucht :-)

Manfred

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