Ehemalige russische Schießanlage(?) in der Nähe von Wittenberg

Bauliche Infrastruktur der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze und des Eisernen Vorhangs
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siq
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Ehemalige russische Schießanlage(?) in der Nähe von Wittenberg

Beitrag von siq » 09.07.2015 19:53

Ich wurde vor kurzem zu einem sehr besonderen Ort mitten in den Wald zwischen 3 Orten Wittenbergs (möchte die genaue Lage nicht sagen, da der Ort bis auf ein paar wenige Graffitis nahezu unberührt ist) geführt worden. Dort erstreckt sich mitten im Wald eine relativ große Mauer, die auf der Außenseite zahlreiche Namen, Orte und Daten in kyrillischer Schrift graviert hat. Auf der anderen Seite sind Zahlreiche Einschusskerben erkennbar, die sich in den Beton gefressen haben. Ebenso befinden sich rechtwinklich zur Mauer mehrere große Wälle und parallel zur Mauer ein Schacht, der halb zusammengefallen ist und noch mehr Gravuren enthält.
Falls jemand eine Vermutung hat oder mehr darüber weiß, dann würde ich mich über eine Antwort freuen.
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Shadow
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Beitrag von Shadow » 09.07.2015 20:21

Hallo und herzlich Willkommen hier im Forum.

Mit einer Ortsangabe wäre das vermutlich viel einfacher, weil es sich vielleicht an Hand historischer Karten nachweisen liesse. So spekuliere ich mal drauf los :mrgreen:

Ich sehe parallel verlaufende Erdwälle. Ich sehe den Zugang von etwas, das ich für ein Munitionslagerhaus halte und die grosse Mauer mit dem Gang darunter und der Öffnung nach oben halte ich auf den ersten Blick für einen Zielbereich mit Anzeigedeckung. Insgesamt sehe ich damit also erstmal eine Schiessanlage.

Ob sie nun russisch, DDR-deutsch oder noch anders-deutsch ist könnte Dir dann sicher jemand anhand des genauen Standortes sagen.

MfG,
Thorsten.

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karl143
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Schießanlage der GSSD

Beitrag von karl143 » 09.07.2015 20:34

Ein Schießstand der GSSD in Wittenberg würde Sinn machen. Die 6. Garde-Panzerdivision war dort stationiert. Sie war der 18. Garde Armee (Jüterborg) unterstellt.
http://grenzstreife.de - Der Bundesgrenzschutz in Braunschweig

siq
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Re: Schießanlage der GSSD

Beitrag von siq » 09.07.2015 20:46

karl143 hat geschrieben:Ein Schießstand der GSSD in Wittenberg würde Sinn machen. Die 6. Garde-Panzerdivision war dort stationiert. Sie war der 18. Garde Armee (Jüterborg) unterstellt.
Tut mir sehr Leid ich hatte den Beitrag vorhin in Eile erstellt und vergessen, dass ich über das Internet bereits herausgefunden hatte, dass das Gebiet als Truppenübungsplatz der Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland bis 1991 war. Um den Raum weiter einzuschränken: Es handelt sich um die Teucheler Heide.

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nordfriese
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Beitrag von nordfriese » 09.07.2015 23:07

Moin!
Shadow hat geschrieben:...vielleicht an Hand historischer Karten...
Bei der "BYU - Harold Lee Library" findet man ein altes Vorkriegs-Messtischblatt,
das von den Amerikanern 1952 "teilweise erweitert" wurde. Dort ist der Schiess-
stand schon vorhanden (sofern er es denn ist). Ich vermute, dass der Schiess-
stand aus der Zeit vor 1945 ist. http://contentdm.lib.byu.edu/cdm/single ... 1153/rec/1

Auf dem Messtischblatt von "Geo-Greif" aus dem Jahre 1912 wird dieser komplette
Bereich lediglich mit "Exerzierplatz" bezeichnet. Schiessbahnwälle sind noch
nicht vorhanden. http://greif.uni-greifswald.de/geogreif ... 2Kopie.jpg

Gruss aus NF!
Rolf
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Beitrag von deproe » 10.07.2015 14:00

Hallo,
das ist nur eine Nachnutzung einer deutschen Schießanlage, wie fast auf allen nach dem Krieg besetzten Plätzen.
Es existiert noch eine am Sportplatz von Piesteritz.
Außerdem nicht zu vergessen die Anlagen von Reinsdorf.

Es existierten mehrere deutsche Einheiten am Standort Wittenberg, die natürlich auch Schießen mussten.

"Kalter Krieg" kann man das nicht zuordnen... :-)
bis dann gruß deproe

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Beitrag von Henning » 12.07.2015 01:06

Was ist denn das für ein Ensemble auf der Lichtung, rund 150 Meter südwestlich vom südlichen Ende der Schießbahnen?

Eine Doppelreihe runde Löcher bzw. Krater und davor drei Gebilde, die man vielleicht für Fahrzeug-Deckungen halten könnte?!

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Beitrag von redsea » 12.07.2015 09:11

Hallo Henning,

mir sieht das auch nach Fahrzeugdeckungen aus. Im weiteren Verlauf nach Westen sind in dem Gelände Fahrzeugspuren erkennbar. Vielleicht ein Übungsgelände zum Umfahren einer ausgelösten Minensperre?

Viele Grüße

Kai
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Beitrag von wobo » 19.12.2018 18:39

deproe hat geschrieben: das ist nur eine Nachnutzung einer deutschen Schießanlage, ....

"Kalter Krieg" kann man das nicht zuordnen... :-)
.... Einspruch ...

Moin Leute
Anfang 2018 habe ich Info über eine Schießanlage bei Salzwedel bekommen,
die zum Fliegerhorst gehören sollte, wo genau wollte oder konnte man nicht sagen.
Es hat bis Juno gedauert, ihn zu finden und der 3. Advent schien mir ein guter Tag
für einen Waldspaziergang

Dort fand ich dann eingerahmt von alten Ziegelbauten exakt die gleiche Anlage,
wie hier am Anfang gezeigt. Es ist mit großer Wahrscheinlichkeit KEINE "Nachnutzung"
sondern ein DDR-Neubau. Die Anzeige Deckung wurde verfüllt und ist nicht mehr begehbar,
bzw. nicht mehr sichtbar, nur ein Zugang auf der Außenseite des Walles ist erhalten.
Da dort auf bis zu 300 m geschossen werden konnte und es keinerlei Zwischenblenden gab,
kann man die Treffer in der Betonwand als Fehlschüsse/Querschläger werten.
Die 7,62 x 39 Standart Mun der AK hat einen Eisenkern und diesen gibt die Wand
nicht so ohne weiteres wieder her, nur Teile ließ sie sich abringen ... :mrgreen:

PS: Die Anlage ist Teilweise eingezäunt, weil Munitionsbelastet und Einsturzgefährdet,
es gibt dort auch bislang keinerlei farbliche "Kunstwerke", daher kein Geo Tag.

Gruß Wolf
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