Standortmunitionsniederlage Weichering / Tanklager Neuburg

Depots, Tanklager, Munitionsniederlagen, Versorgungs- und Nachschub-Infrastruktur des Militärs
manniman
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Re: Standortmunitionsniederlage Weichering / Tanklager Neuburg

Beitrag von manniman » 14.05.2020 21:23

Cool, LIDAR kannte ich noch nicht.

Die blauen Bunker gehören zum noch aktiven Depot. (Sto Mun Ndlg Weichering). Diese Auskragung mit Zaun kann man erahnen.

Wie in meinem ersten Beitrag geschrieben ;) , wurde das Lager gesprengt....

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Wilhelm94
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Re: Standortmunitionsniederlage Weichering / Tanklager Neuburg

Beitrag von Wilhelm94 » 15.05.2020 09:23

Also hier sieht man noch deutlich jede Menge Bunker. Bei den kleinen Kästchen ist auch der Eingang zu erkennen. War im WK II mal die Luftwaffen-Munitionsanstalt 4/VII Weichering

Björn
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Re: Standortmunitionsniederlage Weichering / Tanklager Neuburg

Beitrag von Björn » 15.05.2020 12:06

Hallo Leute,

es wurde ja schon alles richtig beantwortet und (fast) richtig in LIDAR gekennzeichnet.

Bleibt nur noch diese eine Frage zu klären: von wann bis wann diente der "Zentralbereich" offiziell als Übungsgelände?
(also der inzwischen urwaldähnliche Bereich, der mit Bombenkratern, Ruinen und leider auch gefährlichen Altlasten nur so übersät ist).

Ach ja, und ich versuche noch herauszufinden, wo die Lw-FiFu-Station geplant war - dann hätten wir alle Einzelbereiche in diesem sechsgeteilten "Brucker Forst" endgültig zusammen :thumbup:

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Leif
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Re: Standortmunitionsniederlage Weichering / Tanklager Neuburg

Beitrag von Leif » 15.05.2020 13:14

Hallo,

nun die neue Version: https://v.bayern.de/CzZ8B
Die Gebietsabgrenzung erfolgte nach den Zäunen auf den aktuelleren Kartenwerken.
Kennt jemand von Euch das/die "Altlastengutachten", HGU oder ähnlich? Diese Art von Dokument sollte sehr hilfreich sein. Die untere Bodenschutzbehörde sollte diese haben... Und UIG/IFG sind großartig. ;)


Viele Grüße
Leif

(PS: Wenn ich mal die Möglichkeiten des Bayernviewers darstellen soll, bitte eine PM an mich. Wir haben die selbe Software bei der Arbeit und mit etwas reinkommen, kann man damit passabel arbeiten.)
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Rex Danny
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Re: Standortmunitionsniederlage Weichering / Tanklager Neuburg

Beitrag von Rex Danny » 07.06.2020 12:14

Die Antworten zum Waldgebiet "Brucker Forst" dürften nur zum Teil stimmen. Zumindest im Jahre 1989 gab es hier "nur" vier (4) aktive militärische Liegenschaften.

Fährt man von der B 16 kommend die Straße in südliche Richtung, befindet sich zunächst auf der rechten Seite das auch heute noch aktive FBG-Tanklager Neuburg. Wenige Meter weiter in südliche Richtung kommt nun, ebenfalls auf der rechten Seite, die ehemalige und heute als Solarpark genutzte Standortmunitionsniederlage 652/2. Linksseitig befindet sich das wegen Altlasten gesperrte Waldstück. Noch weiter in südliche Richtung kommt man zum auf der rechten Seite liegenden Eingang der auch heute noch aktiven Munitionsniederlage Neuburg, die den Munitionsvorrat für den Fliegerhorst Neuburg beinhaltet. Genau gegenüber der Zufahrt zur Munitionsniederlage Neuburg befindet sich der Zugang zum ehemaligen Luftwaffenmunitionsdepot 11, das hier bislang immer als Mobilmachungsstützpunkt Bruck bezeichnet wird.

Das Luftwaffenmunitionsdepot 11 befand sich im Jahre 1989 noch im Aufbau und gehörte zum Luftwaffenversorgungsregiment 1. Der Aufbau des LwMunDp 11 erfolgte in der Liegenschaft des Mobilmachungsstützpunkts Bruck, der aber zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr als Mobilmachungsstützpunkt genutzt wurde. Innerhalb der Liegenschaft des LwMunDp 11 war auch der Bau der Richtfunkschaltstelle Weichering des Fernmeldesektors 124 geplant. Der Bau der RSS Weichering fand aber nicht statt.

Den Mobilmachungsstützpunkt Bruck hat es 1989 nicht mehr gegeben. Die durch Turul genannten Einheiten der Heimatschutzbrigade 66 befanden sich zu diesem Zeitpunkt in Pöcking, General-Fellgiebel-Kaserne (FArtBtl 665), München, Bayern-Kaserne (JgBtl 661), Heidenheim, Hahnenkamm-Kaserne (JgBtl 662, PzBtl 663) und Garching, Lager Hochbrück (St/ StKp HSchBrig 66, PiKp 660, VersKp 660). Nachlesen kann man dies in den Bundeswehr-OOB-Ausarbeitungen inkl. dem dazugehörigen Standortverzeichnis von O. W. Dragoner, der hier ebenfalls als User Luftdragoner bekannt ist bzw. in der Standortdatenbank des MGFA, wobei hier definitiv auch wieder Fehler enthalten sind (Stationierungsort für PiKp 660). Die Stationierungsangaben von Turul zu den Stationierungszeiträumen und Orten hingegen sind falsch. Hier würde mich doch sehr die Quelle für die Angaben interessieren.

Ich hoffe, mit diesem Beitrag ein wenig Licht in die Angelegenheit gebracht zu haben.

Grüße und einen schönen Sonntag


Rex Danny

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Re: Standortmunitionsniederlage Weichering / Tanklager Neuburg

Beitrag von turul » 08.06.2020 18:07

Die Stationierungsangaben von Turul zu den Stationierungszeiträumen und Orten hingegen sind falsch. Hier würde mich doch sehr die Quelle für die Angaben interessieren.
Die Angaben stammen aus den einschlägigen Akten des BA-MA in Freiburg:

BH 33/365, 366 HSchBrig 66 - Außerdienststellungsappell in Bruck (1992)
BH 33/390 Mobilmachungsvorbereitungsgruppe HschBrig 66 (1987 – 1992)

BH 33/393 Pionierkompanie 660 Organisationsbefehle (1980 – 1993)
BH 33/394 Versorgungskompanie 660 Organisationsbefehle (1981 – 1993)
BH 33/382 Jägerbataillon 662 Organisationsbefehle (1981 – 1992)
BH 33/388 Panzerbataillon 663 Organisationsbefehle (1981 – 1993)
BH 33/370 Feldartilleriebataillon 665 Organisationsbefehle (1981 – 1992)
BH 33/362, 363 Chronik HSchBrig 66 (1983 – 1993)

BH 28-6/617 Heimatschutzbrigade 66, Organisationsbefehle des WBK VI

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Re: Standortmunitionsniederlage Weichering / Tanklager Neuburg

Beitrag von Rex Danny » 11.06.2020 19:55

Hallo Turul,

ich stelle hier mal die auf Seite 4 der Bundeswehr OOB Teil 2.2 (Territorialheer) (Ausgabe 2) von O. W. Dragoner abgebildete

"Notiz des Herausgebers:

Die Neufassung von Teil 2.2 nur wenige Monate nach der Erstveröffentlichung beinhaltet einige wenige, kleine Korrekturen und Ergänzungen. Drei substanzielle Änderungen bedürfen einer Erklärung:

1. Die Erläuterungen zum NATO Pipelinesystem CEPS mussten überarbeitet werden, da sich die Angaben in der 1. Ausgabe auf die
Zeit nach 1989 bezogen.

2. Die Ortsangaben zur Heimatschutzbrigade 66 (GerEinh) mussten richtiggestellt werden. Stab und Stabskompanie sowie Pionierkompanie und Versorgungskompanie dieser Brigade hatten ihren Mobilmachungsstützpunkt in Garching-Hochbrück und nicht, wie in der 1. Ausgabe angegeben, in Bruck (Neuburg an der Donau). Der Fehler ist auf eine irrige Angabe des Bundesarchivs
zurückzuführen („Bruck in der Oberpfalz“), die zwar als falsch erkannt, aber fehlinterpretiert wurde (als Bruck bei Neuburg an der Donau). Weder in dem einen noch dem anderen Bruck gab es jemals einen Mobilmachungsstützpunkt.

3. Das Fernmeldebataillon 950 trug die in der 1. Ausgabe genannte Zusatzbezeichnung OpInfo (Operative Information) erst ab 1994.

O. W. Dragoner"


ein. Hierauf basieren meine Angaben bzgl. der Standorte aus meinem vorherigen Beitrag.

Weiterhin habe ich Ende der 1980er Jahre die Bundeswehrgarnisonen im süddeutschen Raum besucht und hierbei das Feldartilleriebataillon 665 (GerEinh) mit eigenen Augen in der General-Fellgiebel-Kaserne in Pöcking im hinteren Teil (T-Bereich) festgestellt. Hintergrund damals für diese Tour ins Süddeutsche war der Militarisierungsatlas, der mich mit seinen merkwürdigen Doppelt- und Dreifachangaben irritierte und ich die Angaben durch Vor-Ort-Recherchen verfizieren bzw. widerlegen wollte.

U. a. aus diesen Vor-Ort-Recherchen resultierte eine von mir Ende der 80er/ Anfang der 90er Jahre erstellte eigene Bundeswehr OOB, die als Einstiegsgrundlage für die Bundeswehr OOB von O. W. Dragoner diente.

Grüße


Rex Danny

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Re: Standortmunitionsniederlage Weichering / Tanklager Neuburg

Beitrag von turul » 12.06.2020 17:25

Es lohnt nicht, darüber einen Streit anzufangen. Ich habe meine Primärquellen genannt, mag sich jeder selbst seine Meinung bilden.
Nur zwei Aspekte noch:
1. Der Auflösungsappell der HSchBrig 66 fand in dem angeblich nicht als Mobstützpunkt genutzten Bruck statt (BH 33/365, 366 HSchBrig 66 - Außerdienststellungsappell in Bruck (1992). Warum wohl?
2. Hauptauftrag der HSchBrig 66 war der Einsatz gegen feindliche Luftlandungen an der Donau im Raum Neuburg – Ingolstadt, Zweck dieser operativen Luftlandungen war das Nehmen der Gewässerübergänge. In Bruck lag die Brigade sicher näher an ihrem potentiellen Einsatzraum als im Raum München oder gar südlich München.

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