Krückau-Verteidigungslinie: Stecksperre und Trichtersperren

Vorbereitete Sperren, Sperranlagen und zugehörige Infrastruktur
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OWW
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Beitrag von OWW » 26.06.2014 20:13

Hallo,
das mit der Störbrücke am Delfttor kann ich bestätigen. Die südliche Rampe war geradezu übersät mit den "Gullideckeln".

Gruß
Oliver

Deichgraf63
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3 Schächte in Langeln Vossmoorstraße jetzt verfüllt

Beitrag von Deichgraf63 » 06.09.2014 11:23

Hallo,
die 3 Sieldeckel in Langeln, Vossmoorstraße sind weg, die Schächte verfüllt worden. Bilder vom Altzustand weiter vorne im Beitrag.
Es wurde hier ja bestritten, dass es sich um ehemalige Sprengschächte handeln würde, weil jetzt normale Schachtdeckel auflagen. Allerdings sprachen die Lage östlich der Krückau, die Abstände zueinander und die Dreicksanodnung eher für Sprengschächte: Eine Abwasserleitung läuft kaum im Zickzack.
Falls die 3 Schächte trotzdem zu einer Abwasserleitung gehört hätten, wären sie jetzt sicher nicht ersatzlos verfüllt worden.
Es wäre auch unlogisch gewesen, wenn an dieser Krückauquerung mit einer befestigten Straße keine Schächte vorhanden gewesen wären, überall anderswo aber doch.
Mögliche Erklärung für "normale" Deckel auf den Schächten: Die immer noch notwendigen Inspektionen gehen schneller, weil das Verschrauben entfällt. Eine Nutzung war ja schon lange nicht mehr vorgesehen, da ist der Deckel egal. Ein Sicherheitsrisiko gibt es auf einer kaum befahrenen Nebenstraße sicher auch kaum.
Zumindest auf kaum befahrenen Straßen scheint es umgesetzt worden zu sein, siehe auch meine Bilder von der Brücke Langeln "Hohenufer" mit zwei verschiedenen Deckeln.

Fotos reiche ich nach.
MfG Deichgraf63
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Deichgraf63
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Beitrag von Deichgraf63 » 02.10.2014 16:50

Hallo,
anbei die Fotos von den verfüllten Schächten vor der Krückau in Langeln. Man scheint auch Beton abgebrochen zu haben, dafür sprechen die weißen Flecken auf dem Fahrbahnbelag.
Abwasserschächte bestehen dagegen aus Fertigbetonelementen, die wasserdicht verklebt werden. Ein Rückbau ist hier sehr viel einfacher und hätte nicht diese Spuren hinterlassen.
MfG Deichgraf63
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Beitrag von Christel » 02.10.2014 21:03

Hallo Deichgraf63,

also egal wie lang ich mir die Situation dort vor Ort auf GE anschaue... ;) Einen taktischen Grund für Sprengschächte kann ich nicht sehen. Warum sollten militärische Fahrzeuge ausgerechtnet die schmale, von Dir gezeigte Straße nutzen. Auf der breiteren B4 wären Sprengschächte mit Sicherheit sinnvoller.
Die "Brücke" Vossmoorweg Krückau ist keine Betonkonstruktion, sondern eine Art halbe Röhre.
Diese Aussage stammt aus Deinem Posting vom 15.08.2014. Vielleicht solltest Du hier erstmal klären welche Belastung (Angabe in Tonnen) diese Straße, oberhalb der von Dir genannten halben Röhre überhaupt standhält.

LG,

Christel

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Beitrag von redsea » 02.10.2014 22:24

Hallo Deichgraf63,
Deichgraf63 hat geschrieben:[...] Man scheint auch Beton abgebrochen zu haben, dafür sprechen die weißen Flecken auf dem Fahrbahnbelag. Abwasserschächte bestehen [...] aus Fertigbetonelementen, [...]
ebendrum ;)

Viele Grüße

Kai

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Beitrag von Deichgraf63 » 03.10.2014 22:31

Hallo,
alle mir bekannten Brücken an der Krückau hatten diese Schächte, auch unbedeutende Nebenwege, wie der direkt westlich der B4, wo sie noch da sind.
Die B4 hatte natürlich auch Schächte, die inzwischen beseitigt worden sind.
Auch östlich davon gab es Schächte, diese Sperrlinie zog sich weit durch.
Dabei ist der Voßmoorweg kein Spurweg, sondern durchgehend befestigt.
Sicher auch für Fahrzeuge aller Art gut befahrbar: Die Maistransporter mit bis zu 40 Tonnen Gewicht kommen da prima durch.
Die Stahlröhre dürfte etwa vor 10 Jahren eine massive Betonbrücke ersetzt haben, Gewichtseinschränkungen gab und gibt es hier nicht.
Nebenbei: der Deckel direkt neben der Brücke war seit einiger Zeit gerissen. Beim Telefonat mit dem Amt Rantzau wurde mir bestätigt, dass es sich um so eine Anlage handelt und man werde sich "drum kümmern".
Das ist jetzt geschehen in Form der Beseitigung.
Alles klar?
MfG Deichgraf63

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Beitrag von Martin100 » 05.01.2015 02:46

Hallo,

OWW hat geschrieben:Hallo,
das mit der Störbrücke am Delfttor kann ich bestätigen. Die südliche Rampe war geradezu übersät mit den "Gullideckeln".

Gruß
Oliver
In die "Gullideckel" kammen Stahlsperren, die unter der Brücke gelagert worden.

Gruß Martin

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Beitrag von Rex Danny » 09.07.2015 02:44

Dann bringen wir doch jetzt einmal Licht ins Dunkel, damit endlich Schluß ist mit den wilden Spekulationen, ob nun an den Krückau-Brücken Sprengschächte waren oder nicht.

Sämtliche Krückau-Brücken von der K23 in Elmshorn bis zur B4 hin waren durch Sprengschächte gesichert (Ausnahme Barmstedt mit der Trägerstecksperre). Ich gehe auch davon aus, daß im Nachbarlandkreis die Krückau-Brücken ebenfalls gesichert waren, soweit bin ich aber mit den Auswertungen noch nicht.

Ich hatte ja auch schon einmal geschrieben, daß in Schleswig-Holstein Sprengschachtdeckel gegen normale Deckel ausgetauscht wurden. Dem ist tatsächlich so, denn die von Deichgraf erwähnten Deckel in der Voßmoorstraße in Langeln sind originale Sprengschächte, die nach den mir vorliegenden Informationen sogar noch als original gelten, nach Deichgrafs Beitrag aber wohl im September 2014 rückgebaut wurden. Warum in Schleswig-Holstein der Austausch der Deckel gemacht wurde, entzieht sich meiner Kenntnis. Ich kenne es auch nur von dort.

Im Anhang habe ich ein KMZ-File beigefügt, welches alle Sperranlagen im Kreis Pinneberg beinhaltet inkl. der jeweiligen Objektnummer. Aufgrund der Objektnummer ist die Existenz der jeweiligen Sperranlage bestätigt. Weiterhin befinden sich im KMZ-File die Daten des Rückbaus bzw. der Streichung aus dem Sperrplan.

Alle Sperranlagen sind auch bei Cold-War.de in der Sperranlagendatenbank erfasst, aber noch nicht alle bebildert. Ich würde mich daher freuen, wenn der eine oder andere von euch vielleicht Bilder, die bei Sonntagsspaziergängen geschossen werden, für die Datenbank beisteuern könnte.

Grüße


Rex Danny
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Beitrag von Wilhelm94 » 09.07.2015 10:11

Hallo, da bin ich ja froh darüber das meine Unterlagen auch im Norden einiges aufklären

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Beitrag von Deichgraf63 » 09.07.2015 12:24

Hallo,
damit ist wohl auch klar, dass die fixierten Schachtdeckel kaum die Aufgabe haben konnten, die Sprengwirkung zu beeinflussen.
So eine Ladung TNT hätte die Deckel wohl mit oder ohne Fixierung wie Papier weggeblasen, vermute ich.
Eher ist davon auszugehen, dass die Verriegelung der Deckel es ermöglichen sollte, auch bei bereits mit TNT bestückte Schächten das Überfahren weiterhin bis zu einer tatsächlichen Sprengung zu ermöglichen, Stichwort Rückzug.
Die Verriegelung könnte auch zusätzlich ein Schutz gegen Sabotage oder Diebstahl gewesen sein.
Bei den Schächten ohne Verriegelung, die vorzugsweise auf Nebenwegen anzufinden sind kann ich mir vorstellen, dass dort die Beschickung mit Sprengstoff und das Auslösen in einem "Abwasch" stattgefunden hätte.
Aber wie gesagt, das ist nur meine Meinung.
Tatsächlich schien es neben der Sperrlinie an der Krückau auch eine an der Pinnau gegeben zu haben.
Diese geht östlich im Kreis Segeberg nach meinen Sichtungen weiter:
Nebenweg Pumpkies nördlich Pinnaubrücke mit 3 Schächten, Deckel ohne Fixierung, eindeutig nicht nachträglich ersetzt.
L 234 Ellerauer Str. neben Pinnaubrücke 3 Schächte mit Verriegelung.
L 75 Nähe Gut Kaden Pinnaubrücke 3 Schächte mit Verriegelung.
Die Autobahnbrücke über die Pinnau und den genau daneben liegenden Weg Kadener Allee habe ich mir noch nicht angeschaut.
Bei Zeit und passendem Wetter mache ich von den genannten Punkten und Objekten mal Fotos.

MfG Deichgraf63

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