Ballon-Batterien

Luftverteidigung durch Flak und andere Fliegerabwehr, Scheinwerferstellungen, Scheinanlagen und ähnliche Objekte
augustdieter
Forenuser
Beiträge: 155
Registriert: 05.02.2006 16:19
Ort/Region: Troisdorf

Beitrag von augustdieter » 15.05.2011 13:13

Hallo Henschel,

über die Beobachtungs-Abteilung 6 gibt es ein Buch das sehr lesenswert ist, auch vom
technischen Standpunkt aus.
Schon durch den Transport der Einheit durch Pferdekarren hinkten diese weit hinter der Front hinterher
Die Beob.Abt.waren in der Regel alle voll mot.im Gegensatz zu einem großen Teil der
Inf.Div.Art.Regimentern. Die Ballon Bttr. waren eigentlich schon bei Kriegsbeginn
nur noch von geringem Nutzen, weil der Aufwand nur dadurch gerechtfertigt wurde, das
andere, bessere Aufklärungsmittel nicht in ausreichender Zahl zur Verfügung standen.
Hier z.B. Lw. Nahaufklärer.
...wurde die Aufgabe der Artillerie stark zurückgesetzt. Deren Aufgabe wurde auch immer mehr durch Luftwaffe (Stukas) übernommen.
Wenn es denn so gewesen wäre,wäre das "schön". Die Div.Art.war in ganzen Zeit das
Mittel der der Feuerunterstützung und die Luftwaffe war, wenn verfügbar, ggf. eine
durchaus wichtige Unterstützung.

Das Versuche unternommen wurden, die Ergebnisse der normalen Schall u. Lichtmess
Verfahren durch die "dritte Dimension"(Ballon) zu verbessern kann ich mir schon vorstellen.
Das wäre eine neue Aufgabe für die Ballon Bttr. gewesen. Rein physikalisch erschließt sich
mir der Sinn aber nicht, da ich für die Messsysteme(Schall/Licht) doch fest
eingemessene Punkte brauche. Ein Fesselballon ist aber kein fester Punkt ?

Was den Einsatz 44/45 im Westen angeht, könnte es sein das z.b. die Beobachtungs-Abteilung 63 (teilbeweglich)
gemeint ist. Der Zusatz teilbeweglich hies in der Regel das zu Beweglichmachung eigentlich nichts vorhanden war und auch bespannte "Fahrzeuge"
zurückgegriffen wurde. Vielleicht kam daher die Assoziation mit dem "Karren"
Gruss Dieter

Benutzeravatar
niemandsland
Forenuser
Beiträge: 1107
Registriert: 18.01.2004 11:19
Ort/Region: Hannover
Kontaktdaten:

Beitrag von niemandsland » 17.05.2011 23:46

Hannover: Ballonsperrriegel über der Hindenburgschleuse bestehend aus min. 8 Zeppelinähnlichen Ballons (um ca. 1940)

Quelle: Siegfried Engelhardt, Misburg :: Buch: "5 Jahre im Hagel der Bomben - die Chronik der Luftangriffe auf Misburg 1940-1945" (Target: "Deurag-Nerag") -- Fotos S. 22/23

Benutzeravatar
bettika
Forenuser
Beiträge: 1858
Registriert: 15.07.2010 22:19
Ort/Region: Flensburg

Sperrballone über der Marineschule

Beitrag von bettika » 02.09.2011 21:08

Hallo,
aus dem Archiv des WGAZ der MSM 2 Fotos von Sperrballons über der Marineschule,
wo diese herkamen , ist mir nicht bekannt,
Hinweise auf Sperrballons in Flensburg gibt auf dieser dänischen Seite

http://www.avlg.dk/
http://www.avlg.dk/FLENSBORG.pdf

"Spærreballoner
Der var en del spærreballoner omkring Flensborg for at beskytte byen. I starten mest ved Jarlund og Østerby, senere tættere på Flensborg. I slutningen af krigen var der 28 stk"

(Dank an @OWW für den Tip )
Für eine Übersetzung fehlen mir leider die Dänischkenntnisse :oops:

Grüsse
bettika
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
„Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ George Santayana

Benutzeravatar
klaushh
Forenuser
Beiträge: 2580
Registriert: 14.05.2002 15:00
Ort/Region: Hamburg

Beitrag von klaushh » 02.09.2011 21:50

Moin, moin!

Man dann will ich mich mal in Dänisch versuchen (nicht wörtlich, sondern sinngemäß)(in der Vermutung, dass es dem Schwedischen nicht so fürchterlich unähnlich ist):

Sperrballons
Es gab rund um Flensburg etliche Sperrballons, um die Stadt zu schützen. Sie stiegen meist bei Jarlund oder bei Österby auf, später näher bei Flensburg. Bei Kriegsende gab es 28 Sperrballons.



Anm.: westliche von Flensburg gibt es einen Ort namens Jardelund (ca. 14 km westnordwestlich) und einen Ort namens Osterby (ca. 14 km westlich von Flensburg). Ob diese beiden Orte gemeint sind, vermag ich nicht zu sagen, vermut es aber trotz geringer Unterschiede in der Schreibung.

Gruß
klaushh
Bei Interesse für Bunker und unterirdische Bauwerke in Hamburg mal http://www.hamburgerunterwelten.de besuchen!

Benutzeravatar
bettika
Forenuser
Beiträge: 1858
Registriert: 15.07.2010 22:19
Ort/Region: Flensburg

Beitrag von bettika » 02.09.2011 22:18

Hallo Klaus,
danke für die Überstzung, :-)
Jardelund und Osterby war auch das einzige, was ich verstanden hatte. Ich meine auch ,das diese Orte gemeint sind.

Grüsse
Beate
„Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ George Santayana

Benutzeravatar
nordfriese
Forenuser
Beiträge: 1161
Registriert: 18.04.2005 14:00
Ort/Region: Bredstedt/NF

Beitrag von nordfriese » 02.09.2011 23:14

Moin!

Mit Jardelund ist wohl der Lundtop gemeint.

Das ist die Anhöhe (ich glaube es sind 54m) im Dreieck
Jardelund, Medelby, Osterby.

Ein alter Medelbyer (oder war es ein Weesbyer?) hat mir
mal erzählt, dass es dort einen oder mehrere Sperrballone
gegeben haben soll.

Gruss aus NF!
Rolf

Tom Riddle

Beitrag von Tom Riddle » 10.11.2011 11:26

Moin,

eben durch Zufall darauf gestoßen:

Die Kieler veröffentlichen auf ihrer Seite in einem anderen Zusammenhang einen Beleg für die Anwesenheit von Sperrballons in Kiel. (letztes Image, erster Absatz)

TR

Benutzeravatar
bettika
Forenuser
Beiträge: 1858
Registriert: 15.07.2010 22:19
Ort/Region: Flensburg

Sperrballon Vernebelung

Beitrag von bettika » 27.09.2013 21:37

Hallo ,
in dem Film "Kiel im Bombenkrieg" von Kay Gerdes werden durch Zeitzeugenbefragungen ,historischen Bildern und Filmaufnahmen auch über Massnahmen zum Luftschutz wie Sperrballone, Vernebelung, Scheinanlagen berichtet.
In Bildern sichtbar Vernebelung ab 10:00 und Sperrballon ab 8:00.
als Filmausschnitt



Grüsse
bettika
„Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ George Santayana

Benutzeravatar
EricZ
Forenuser
Beiträge: 3463
Registriert: 06.05.2003 17:43
Ort/Region: Venloer Scholle

Beitrag von EricZ » 28.09.2013 08:15

Moin bettika,

vielen Dank für den sehr interessanten Link.

Ob sie nun in Kiel entstanden sind oder nicht: Noch nie habe ich bewegte Bilder vom Einsatz der Nebelfässer gesehen.
Gerne hätte ich solche Aufnahmen auch aus anderen Bereichen des damaligen Reichsgebietes gesehen. Für den Bereich der 4. Flak-Division ist selbst die nich bebilderte Aktenlage sehr dünn...

Viele Grüße, Eric
And I'm hovering like a fly, waiting for the windshield on the freeway...

Benutzeravatar
bettika
Forenuser
Beiträge: 1858
Registriert: 15.07.2010 22:19
Ort/Region: Flensburg

Beitrag von bettika » 28.09.2013 14:04

Hallo Eric,
der Aufnahmeort Kiel von der Vernebelung ist ziemlich wahrscheinlich, sieht man doch über dem Nebel den 114 m hohen DEMAG 350t Schwimmkran
Den gab es nur in Hamburg,Gotenhafen, Kiel und Russland.

Eine Quelle über Vernebelungen in Kiel hat Prof.Preuß recherchiert
KOMMANDO DER 2. MARINE-NEBELABTEILUNG (02.08.1943): Bericht an den Küstenbefehlshaber der westlichen Ostsee in Kiel für das Kriegstagebuch für die Zeit vom 17.07.1943 bis 31.07.1943 über 12 Großvernebelungen und 8 Tagestarnvernebelungen. (NA Washington)
In Kiel wurden zur Vernebelung der Förde auch Nebelboote eingesetzt.Auf Luftbildern vom Marinestützpunkt kann man den Erfolg der Vernebelung erkennen.


Bilder von Nebeltonnen in Eckernförde hat mir freundlichwerweise das Archiv der Heimatgemeinschaft Eckernförde zu Verfügung gestellt.

Grüsse
Beate
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
„Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ George Santayana

Antworten