Flakgruppe Dorsten, Flakregiment 46. Frage zu Flakstellung "Krämer" 1943

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Stahljäger
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Flakgruppe Dorsten, Flakregiment 46. Frage zu Flakstellung "Krämer" 1943

Beitrag von Stahljäger » 22.07.2018 11:56

Hallo,

mein Interesse gilt der Flakgruppe Dorsten, hierzu eine Frage!

Ich den diversen Webseiten (z.B. dorsten-lexikon.de, dorsten-unterm-hakenkreuz.de), die sich mit der Geschichte der Stadt Dorsten beschäftigen, findet sich immer wieder ein Bild mit dem gleichen Untertitel: Flakstellung “Krämer” in Dorsten 1943.

Das Bild zeigt eine Flakstellung mit mindestens 2 schweren Flak-Geschützen in ihren Stellungen. Im nahen Hintergrund Wohnliedlung, links ganz hinten Strommasten oder Industrieschornsteine.

Ich kann diese Stellung in Dorsten nicht identifizieren.

Bekannt sind mir folgende schweren Flakstellungen in Dorsten:
Dorsten-Ulfkotte, Bauernhöfe im Umfeld, aber nicht so dichte Wohnbebauung
Wulfen-Gleisdreieck, Gälkenheide, keine Wohnbebauung im nahen Umfeld
Wulfen, östlich der heutigen Muna, keine Wohnbebauung im nahen Umfeld

Auch die Stellungen der direkten Umgebung Dorstens geben nichts her:
Gahlen-Besten (Brömmel), Auf einer Kuppe und keine Wohnbebauung in nahen Umfeld
Kirchhellen-Ekel, Bauernhöfe im Umfeld, aber nicht so dichte Wohnbebauung
Feldhausen: Bauernhöfe im Umfeld, aber nicht so dichte Wohnbebauung

Kann mir jemand sagen, wo diese Stellung sein soll, bzw. welche Einheit mit "Krämer" in Verbindung steht?

L.G.
Matthias
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Bild der Stellung

Beitrag von Stahljäger » 22.07.2018 11:58

Hier das oben beschriebene Bild.

LG
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Beitrag von zulufox » 22.07.2018 14:01

Hallo Matthias,

der Zweite von rechts trägt noch den "Schulterriemen" zum "Leibriemen" :-)
Der fiel aber mit Verfügung vom 12.2.1940 weg.

Will heißen: Die Aufnahme ist spätestens um diese Zeit herum entstanden.

Außerdem trägt der Herr die Kragenspiegel eines Stabsoffiziers (Major bis Oberst)

Da käme nach de Zeng eigentlich nur der nachfolgende Herr in Frage:

KRAMER, Wilhelm. 01.08.38 promo to Oberst (Flak). 01.09.39 Kdr. Flak-Rgt. 52 (to 04.10.39).
04.10.39 Oberst, Kdr. II./Flak-Rgt. 22, appt Kdr. Waffenmeisterschule d.Lw. Merseburg (to 10.39). 20.10.39 appt Kdr. Waffenmeisterschule d.Lw. Halle.

M.a.W.: Man müsste auch den Bereich der Ausbildungsstellungen der Waffenmeisterschule in Betracht ziehen.

Das groß abgebildete Geschütz ist auch interessant, denn da sind einige Anbauten dran, die nicht dem Standard entsprechen.

MfG
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"Nichts ist leichter als Selbstbetrug, denn was ein Mensch wahrhaben möchte, hält er auch für wahr."

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Flakgruppe Dorsten

Beitrag von Stahljäger » 23.07.2018 12:14

Moin Jürgen,

vielen Dank für die ausführliche Antwort.

Die ev. nötige Korrektur der Zeitangabe macht es mir leider nicht einfacher. Wir werden mal die Suche auf die Zeit um 1940 ändern, sowie später auf alle Bereiche der Flakgruppe Dorsten ausdehnen.

Hast Du ev. weitere Ideen, wie ich einen Abgleich zwischen dem Offizier und unseren Flakabteilungen hinbekomme? Mir fehlt hier das nötige Hintergrundwissen...

LG aus dem Pott

Matthias
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Re: Flakgruppe Dorsten

Beitrag von zulufox » 23.07.2018 13:43

Stahljäger hat geschrieben:Die ev. nötige Korrektur der Zeitangabe macht es mir leider nicht einfacher. Wir werden mal die Suche auf die Zeit um 1940 ändern, sowie später auf alle Bereiche der Flakgruppe Dorsten ausdehnen.
Moin Atthias,

liebe Grüße zurück in den Pott.

Besser auch den "Ermittlungsbereich" ausdehnen. Wie geschrieben, das Geschütz hat an der linken Seite den Anbau eines dünnen und darüber eines dicken Rohres, der beim Standard-Geschütz nicht angebaut war. Da fehlen mir aber genauere Informationen.

Ich würde nicht ausschließen, dass diese Geschützstellung im Nordbereich von Halle waren.
Das Geschütz steht übrigens auch auf einem festen Betonsockel und nicht auf der Kreulafette.

MfG
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schwere Flakartillerie der Luftwaffe

Beitrag von Zwackelmann » 23.07.2018 16:02

Hallo zusammen,

Der Offizier ist ein Oberleutnant oder evtl. Hauptmann, kein Stabsoffizier. Könnte der Batteriechef sein. Die Flak ist eine ganz normale 8,8, welches der drei infrage kommenden Modelle, kann ich so nicht erkennen. Die 'Rohre' scheinen Teile des Ansetzers zu sein, der aber selten verwendet wurde. Die Kreuzlafette sieht man zwischen den am linkesten stehenden Kanonieren.

Schönen Gruß, Thomas
Lirum-larum Löffelstiel, wer nichts sagt, der weiß nicht viel - larum-lirum Gabelstiel, wer nichts weiß, muss schweigen viel!

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Details des Bildes

Beitrag von Stahljäger » 23.07.2018 17:00

Ich habe mal zwei Ausschnitte gemacht.

Das Geschütz scheint mir auch auf einer Kreuzlafette zu stehen. Die dort sichtbaren Details am Eisen sind auf vergleichbaren, besseren Geschützaufnahmen auch zu sehen.
Die Stellung selbst sieht sehr einfach aus, es sind noch nicht mal Verstärkungen bzw. Absätze aus Holz/Balken ersichtlich. Ganz rechts und links an den Stellungs-Innenseiten ist der blanke Erdboden zu sehen.

Zur Uniform bzw. Abzeichen kann ich gar nichts sagen. Das wissen andere mit Sicherheit besser. Auch der Offizier noch mal als Ausschnitt.

Vielleicht geben beide Details etwas her.


Danke für Eure Antworten.

LG
Matthias
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Beitrag von niemandsland » 24.07.2018 01:52

Moin,

die Feuerstellung sieht aus, als wenn diese noch nicht voll ausgebaut ist. Es stehen gerade mal die Geschütze. Was das Geschütz betrifft, so sieht mir das mehr nach einem Betonsockel aus. Wobei mich das Ende der Kreuzlafette am Bildrand dabei etwas irritiert. Ansonsten Teile ich Jürgen seine Meinung, dass das Geschütz nicht dem Standart entspricht. Einige Anbauten kenne ich so bisher nicht. Was die Häuser im Hintergrund betrifft, so würde ich die Stellung sehr wohl dem alten Dorsten zuordnen. Die Häuser stehen kreuz und quer und das findet man in einigen Teilen auf google maps wieder. Auch wenn ich mir nich die Mühe gemacht habe, eine Stelle die der Stellung gleicht, ausfindig zu machen.

Was den Offizier betrifft, so tendiere ich auch zum Batteriechef oder Spieß.

Gruß aus Hannover
Guido Janthor
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Flakstellungen

Beitrag von Stahljäger » 24.07.2018 16:28

Danke für Deine Rückmeldung.

Ich werde bei Zeiten mal die Luftbildausschnitte der Stellungen laden.

Gruss
Matthias
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Beitrag von zulufox » 24.07.2018 17:55

niemandsland hat geschrieben:Was den Offizier betrifft, so tendiere ich auch zum Batteriechef oder Spieß.
Moin Guido,

der "Spieß" oder "Die Mutter der Kompanie/Batterie" war und ist nie ein Offizier, sondern ein Unteroffizer.

In der alten Wehrmacht war "Spieß" oder richtig Hauptfeldwebel eine Dienststellungsbezeichnung :-) , die durch zwei Streifen Unteroffiziertresse (Abstand 5 mm) am oberen Rand des Ärmelumschlags (auch "Kolbenringe" genannt) gekennzeichnet war. Die Dienststellung wurde mit "truppendiensttuenden" Unteroffizieren der Dienstgrade Oberfeldwebel und später auch Stabsfeldwebel besetzt. Dazu war das Bestehen einer Prüfung erforderlich.

Die Kolbenringe wurden in der Bundeswehr durch die gelbe Schulterschnur ersetzt.

Also: Eher Batteriechef. Wenn das Bild die Kragenspiegel etwas deutlicher erkennen lassen würde, dann könnte man aus diesen auch den Dienstgrad ableiten.

MfG
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