Luftverteidigung in und um Oberndorf a.N.

Luftverteidigung durch Flak und andere Fliegerabwehr, Scheinwerferstellungen, Scheinanlagen und ähnliche Objekte
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GrafWolf
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Beitrag von GrafWolf » 23.08.2018 21:03

Los geht´s!

Angaben liegen circa in der Mitte des Gewannes und bezeichnet nicht die Lage der Stellung:

Hegelberg 48°16´19´´ N------8°35`05`` O
Harthauser Berg 48°16`28`` N------8°36`46´´ O
Irslenbach 48°17´20´´ N------8°36´12´´ O
(der Irslenbach entspringt östlich von Bochingen.)
Boll Süd 48°17´19´´ N------8°35´12´´ O
(Diese Fläche macht Sinn, da nahe der Schlattfelsen und des Schlatthofes
Boller Fels 48°18´45´´ N------8°34´41´´ O
Bildstöckle 48°17´09´´ N------8°32´37´´ O
Kutzbühl 48°17´25´´ N------8°32´33´´ O
Buchstauden 48°18´00´´ N------8°32´26´´ O

Auffallend ist, dass anscheinend keine der ausgebauten Stellungen für schwere Flak von
der leichten Flak belegt wurde.

Grüsse aus Altshausen,

Wolfgang

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Schneider-Huetter
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Beitrag von Schneider-Huetter » 23.08.2018 21:07

Vielen Dank für die Koordinaten! Ich werde diese demnächst mit den mir bekannten Stellungen abgleichen.
GrafWolf hat geschrieben: Auffallend ist, dass anscheinend keine der ausgebauten Stellungen für schwere Flak von
der leichten Flak belegt wurde.
Genau das ist der Punkt, der mich etwas daran zweifeln lässt, dass diese "offiziell" der LVZ zuzuordnen sind.

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Zwackelmann
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Leichte Flak der LVZ-West zum Schutz der Rüstungsindustrie in Oberndorf

Beitrag von Zwackelmann » 24.08.2018 10:15

Hallo zusammen,

Den Schluss, dass die leichten Flakstellungen nicht zur LVZ-West gehört haben sollte, weil die leichten Flakbatterien nicht die Stellungen der schweren Flak belegt hätten, halte ich für unzulässig (ich verstehe den kausalen Zusammenhang auch nicht).

Es gab laut Karte in Friedrich Wein, Felix Wein und Florian Wein: Die Luftverteidigungszone West zwischen Nagold, Neckar und Schwarzwald. Ein Beitrag zur Geschichte der Deutschen Westbefestigungen. Königsfeld: Explorate 2010, S. 122 rund um Oberndorf drei Batteriestellungen für schwere Flak (Hochmössingen, Harzwaldhäuser und Boll). Genauso verteilten sich um Oberndorf am
8. Oktober 1939, also während der Belegungszeit von Westwall und LVZ-West, die leichten Flakstellungen (ebenda, S. 139):

Hochmössingen-West [4./le.Flak-Abt. 305 – diese Abteilung ist dem lexikon-der-wehrmacht.de übrigens unbekannt!]
Weiden [I./9./Flak-Rgt. 21]
Aistaig [II./9./Flak-Rgt. 21]
Boller Fels [III./9./Flak-Rgt. 21]
Mauserwerke Boll-Süd [IV./9./Flak-Rgt. 21]
Buchstauden [I./10./Flak-Rgt. 21]
Kutzbühl [II./10./Flak-Rgt. 21
Bildstöckle [III./10./Flak-Rgt. 21]
Hegelberg [IV./10./Flak-Rgt. 21]
Irslenbach [V./10./Flak-Rgt. 21]
Harthäuser Berg [VI./10./Flak-Rgt. 21]

Die Tatsache, dass die leichten Flakstellungen nur feldmäßig ausgebaut waren, spricht nicht gegen die Zugehörigkeit zur LVZ-West, denn schließlich waren die Stellungen für leichte Flak dort immer nur feldmäßig erstellt, selbst im Vollausbau gab es für diese nur Bunker für Mannschaften und Munition. Und da die LVZ-West im heutigen BW fast ausschließlich im Teilausbau errichtet wurde, kann man sich ausrechnen, was man dort an Bauten in leichten Flakstellungen erwarten kann – nichts. Die angehängte Postkarte zeigt also durchaus das typische Bild einer leichten Flakstellung der Luftverteidigungszone West.

Die Züge innerhalb der Batterien wurden übrigens der Eindeutigkeit halber mit römischen Ziffern versehen, wie in einem vorigen Beitrag auch schon richtig geschehen.

Gruß, Thomas
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Beitrag von Schneider-Huetter » 24.08.2018 10:56

Vermutlich habe ich mich einfach durch Skizzen irritieren lassen, auf denen es so wirkt, als wären die die leichten Stellungen in unmittelbarer Umgebung der schweren angeordnet.
Wird schon passen.

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Beitrag von Zwackelmann » 24.08.2018 11:56

Hallo Mathias,

Das stimmt ja auch. Ich weiß zwar mangels Ortskenntnis nicht, wie unmittelbar die Stellungen beieinander liegen, aber es gibt definitiv einen kausalen, zeitlichen und örtlichen Zusammenhang zwischen den leichten und schweren Batteriestellungen um Oberndorf. Daher zählt Friedrich Wein sie ja alle zur LVZ-West.

Gruß, Thomas
Zuletzt geändert von Zwackelmann am 24.08.2018 12:26, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitrag von GrafWolf » 24.08.2018 12:25

Hallo zusammen!

Es würde mich sehr wundern, wenn ein länger stationiertes Flakgeschütz so frei
in der Pampa stehen würde! Ich halte das eher für ein Hurrabild! Selbst die leichten
Flakgeschütze auf dem Einsatzhafen Reichenbach wurden befestigt, obwohl ihre
Stationierung nur kurzfristig war. Hier in Reichenbach war ebenfalls eine ausgebaute
Stellung (siehe hier im Forum) für schwere Flak. Auch sie wurde nach dem Abzug niemals wieder belegt. Ein komischer Zufall? Oder hielt man die Stellungen für schwere Flak für eine eventuelle, spätere
Stationierung vor?

Herzliche Grüsse aus Altshausen,

Wolfgang
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Beitrag von Zwackelmann » 25.08.2018 01:58

Hallo allerseits,

Eine 'Pampa' gibt es meines Wissens nach in Deutschland nicht, daher konnte dort auch keine Flak (weder leichte, noch schwere) stehen. Und: ganz egal, wie lange eine Batterie oder ein Flakzug irgendwo eingesetzt war - wenn nicht gerade Feuerkampf war, beschäftige der Dienst die Bedienung immer mit Übung am Geschütz, Exerzieren am Geschütz, Unterricht am Geschütz oder mit Pflege desselben. War keiner hier beim Bund, muss ich alter Zivi verzweifelt fragen?
Zu guter Letzt: ob eine Geschützbettung betoniert oder nur mit Faschinen ausgekleidet ist, beeinflusst bestenfalls geringfügigst die Pflegebedürftigkeit der Waffe, und wiederum egal ob Fla-MG, leichte oder schwere Flak! Oder?

Gruß, Thomas
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Beitrag von GrafWolf » 25.08.2018 11:48

Lieber Thomas!

Entschuldige diese unqualifizierte Bezeichnung einer Wiese durch mich.
Ich habe meinen Wehrdienst sehr wohl abgeleistet, und neben Exerzieren, Schulung und
Pflege der Geräte gab es noch die Aufgabe sich selber und das Gerät durch Schanzarbeiten
zu schützen.
Es ist mir sehr wohl bekannt, wie eine feldmässige Stellung aussehen kann. Bei einer
längerfristigen Stationierung, z.B. zum Objektschutz- hier die Mauser Werke- ganz sicher nicht wie auf Deiner Karte!
Die Aufgabe einer Bettung, wie auch immer ausgeführt, hat nichts mit der Pflegebedürftigkeit
einer Waffe zu tun. Sie dient dem Schutz der Mannschaft und des Gerätes gegen Beschuss und
Splitterwirkung.
Danke auch für Deine persönliche Nachricht! Ja, ich bin kein Spezialist für die LVZ-West.
Es war mir leider nicht bekannt, dass sich nur Spezialisten hier beteiligen sollten.

Herzliche Grüsse aus Oberschwaben,

Wolfgang

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Beitrag von VitaminB11 » 25.08.2018 14:11

Etwas OT...
Zwackelmann hat geschrieben: Eine 'Pampa' gibt es meines Wissens nach in Deutschland nicht,
Eine Pampa (ohne Gänsefüßchen) vielleicht nicht, aber mit selbigen gibt es die sehr wohl, und sogar reichlich, zumindest im BW-Jargon.

Ende OT. Präzision im Ausdruck hin oder her, aber päpstlicher als der Papst muss auch nicht sein. Ob die Pampa hier nun als weitläufiges Grasland oder Steppe oder aride Gegend gemeint ist oder vielleicht ganz falsch auf ein Stück saftige Kälberweide oder eine Lichtung im Wald gemünzt wird, tut nichts weiter zur Sache.

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Beitrag von EPmuc » 25.08.2018 14:29

GrafWolf hat geschrieben:...Ich halte das eher für ein Hurrabild!...
Bzw. eine Ansichtskarte :8): (was wohl auf das Selbe hinaus läuft)
http://www.ansichtskarten-center.de/weh ... tellung-ak Mit Rückseite.
Und keine Flak-Besatzung wird sich so auf das freie Feld stellen, wenn sie länger als maximal ein paar Stunden dort bleiben möchte. Und wenn nur Erdwälle rund um das Geschütz aufgeworfen werden. Alleine schon als Eigenschutz (ich habe meinen Wehrdienst übrigens bei der Heeres-Fla gemacht).
Also ich würde dieses Bild sicher nicht als Beispiel für eine leichte Flakstellung der LVZ West betrachten. Ungeachtet dessen, wie es beschriftet ist.
Gruß, Eugen
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