Flakschutz im Raum Berlin

Luftverteidigung durch Flak und andere Fliegerabwehr, Scheinwerferstellungen, Scheinanlagen und ähnliche Objekte
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niemandsland
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Re: Flakschutz im Raum Berlin

Beitrag von niemandsland » 28.06.2019 14:54

Moin,

Zeit für ein...

Update

Eigentlich ist es im Moment einfach zu heiß, um sich in die Wohnung an den Schreibtisch zu setzen... aber irgendwie war es mal wieder Zeit für eine PDF-Datei. :mrgreen:

In der folgenden PDF-Datei habe ich eine Flak-Lagekarte ausgewertet, die den Einsatzbereich der 1. Flakdivision und den dortigen Flakeinsatz im Frühjahr 1944 wiedergibt.

Wie immer keinerlei Garantie für irgendwas... schon gar nicht das ich bei dem Wetter fehlerfrei gearbeitet habe. *hüstl*

Bleibt nur viel Spaß beim lesen zu wünschen... jedenfalls für die, die es interessiert.

Gruß aus Hannover
Guido Janthor
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schwarzermai
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Re: Flakschutz im Raum Berlin

Beitrag von schwarzermai » 09.09.2019 11:05

Hallo Guido und @ all

ein Nachbar, Jahrgang 1927, war von September 1943 bis Oktober 1944 als Luftwaffenhelfer in Berlin eingesetzt.
Ich möchte gerne seinen Werdegang rekonstruieren:

diese Daten habe ich anhand der WAST-Auskunft und Daten aus einem Fotoalbum zusammengestellt

- gemäß WASt: 30.09.1943 bei der 2./schwere Flakabteilung 662 (o)1943 bis Oktober 44
- Erkennungsmarke als HJ-Luftwaffenhelfer: "B 11 - 2./schw. Flakabt. 662" – für was steht „B 11“
- Einsatz Flakstellung Berlin-Messeberg (10,5cm Flak 39)
- 16.12.1943 – Angriff auf die Stellung – ist dies irgendwo offiziell dokumentiert? Gab es Verluste?
- im Fotoalbum tauchen noch die folgenden Orte auf
- Frühjahr 1944/Sommer 1944 - Flak-Großbatterie Biesdorf - wann wurde die 2./662 dorthin verlegt?
- Scheinwerferstellung Seddin (150cm)
- möglicherweise wurden die Fotos der Scheinwerferstellung bei einem Besuch der Luftverteidigungsanlagen in und um Berlin gemacht, um den Luftwaffenhelfern propagandistisch Mut zu geben (oder so) und stehen nicht unmittelbar mit dem Flakhelfereinsatz im Zusammenhang

es folgen der RAD in Ostpreußen und ab Januar 1945 die Einberufung zur Artillerie nach Neuruppin.
Behielt er hier die Erkennungsmarke?

danke im Voraus für eure Hilfe
Uwe
http://balsi.de/Heeresartillerie/

Organisationsgeschichte der deutschen Heeresartillerie im II. Weltkrieg

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niemandsland
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Re: Flakschutz im Raum Berlin

Beitrag von niemandsland » 11.09.2019 17:38

Hallo Uwe,

was die Fragen von Dir betrifft, so kann ich Dir nur empfehlen, selbst noch mal das eine oder andere Archiv (BArch Berlin/Freiburg) zu besuchen oder ggfs. einen entsprechenden Antrag bei einem Profi in Auftrag zu geben. Ich hab dazu nicht viel. Wie ich schon mehrfach schrieb, so ist Berlin nicht gerade mein "Haupt- Interessengebiet". Ich versuchs trotzdem...

Was ich Dir beantworten kann, folgt jetzt:
schwarzermai hat geschrieben:
09.09.2019 11:05
1) gemäß WASt: 30.09.1943 bei der 2./schwere Flakabteilung 662 (o)1943 bis Oktober 44
2) Erkennungsmarke als HJ-Luftwaffenhelfer: "B 11 - 2./schw. Flakabt. 662" – für was steht „B 11“
3) Einsatz Flakstellung Berlin-Messeberg (10,5cm Flak 39)
4) 16.12.1943 – Angriff auf die Stellung – ist dies irgendwo offiziell dokumentiert? Gab es Verluste?
5) Frühjahr 1944/Sommer 1944 - Flak-Großbatterie Biesdorf - wann wurde die 2./662 dorthin verlegt?
Zu 1) wahrscheinlich war Dein "Nachbar" die gesamte Zeit bei der 662 als diese im Raum Berlin eingesetzt war. Laut meinen Notizen kam die 2./s. 662 im Frühjahr 1943 (leider nicht genauer) nach Berlin und wurde im Frühjahr / Sommer 1944 bereits wieder verlegt. Auch hier hab ich keine genauere Infos.

Zu 2) Wenn ich mich nicht irre, dann ist der B12 der Mensch gewesen, der den Rohrwinkel an die Geschütze übermittelt hat. Also Em4mR(H) Position B12. Kann aber durchaus auch sein, das das B12 auf einer EM, eine andere Bedeutung hat. Zum Thema Flak fällt mir als B12 im Moment nur der Entfernungsmesser ein.

Zu 3) Die 2./s. 662 war soweit ich das mit meinen Unterlagen belegen kann, die gesamte Zeit in der Stellung "Messeberg". Aber auch diese Info ohne jede Garantie. ;-)

Zu 4) Ich hab zu einigen Angriffen Zahlen vorliegen aber nicht zu dem am 16.12.1943.

Zu 5) Ich vermute dass das die Zwischenstation war, bevor die Batterie bzw. die Abteilung nach Stettin in den LGK III verlegt wurde.

Siehe hier:
http://www.lexikon-der-wehrmacht.de/Gli ... A662-R.htm
...und besondere hier:
https://www.ww2.dk/ground/flak/abt/s662.html

Ich empfehle Literatur zu lesen, die sich mit den Geschützen und den Ablauf in der Stellung befasst. Oder ggfs. den Nachbarn noch mal interviewn sofern das noch möglich ist. Mit Sicherheit könnte der alte Herr noch mehr berichten, als gewöhnlich in Akten oder Literatur zu finden ist.

Gruß aus Hannover
Guido Janthor
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Re: Flakschutz im Raum Berlin

Beitrag von flugschüler » 12.09.2019 11:54

Hallo Uwe,
unter Bombenabwurfe auf Flakstellungen steht unter dem 16.12.43, das Spreng- und vornehmlich Brandbomben u.a. auf die Feuerstellung der 2./662 (Messeberg) gefallen sind. Es gab auch Verluste, diese sind aber nicht nach Einheiten aufgeführt. Am 30.1.44 sind wieder Brandbomben auf die Stellung gefallen.
Das alles kannst du nachlesen unter: CAMO 500 12476 Akte 127
Gruß Uwe

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Re: Flakschutz im Raum Berlin

Beitrag von Zwackelmann » 12.09.2019 12:18

Moin Männer,

Hierzu "Erkennungsmarke als HJ-Luftwaffenhelfer: 'B 11 - 2./schw. Flakabt. 662' – für was steht 'B 11'" kann ich eine Winzigkeit beitragen: 'B 11' auf einer Erkennungsmarke steht garantiert nicht für die Funktion des Trägers an welchem Gerät auch immer. Die Erkennungsmarke diente der Identifizierung des Gefallenen bei möglichster Verschleierung militärischer Informationen. Auch wechselten derartige Funktionen zu oft, um auf der Erkennungsmarke sinnvoll angebracht zu werden - die Erkennungsmarke blieb die ganze Dienstzeit über beim Träger, ungeachtet Versetzung und Beförderung.

'B 11' würde ich als Blutgruppe B und als Stammrollennummer deuten.

Gruß, Thomas
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Re: Flakschutz im Raum Berlin

Beitrag von schwarzermai » 13.09.2019 20:30

Hallo Guido, Uwe & Thomas

danke vielmals für eure Hilfe - tolle Infos - ich bin euch sehr dankbar!!

Der Nachbar lebt leider nicht mehr, mir liegt sein Tagebuch vor, dieses beginnt aber erst 1945 mit Einberufung zum Heer (Artillerie) nach Neuruppin. Die Fotoalben wurden nach seinem Tod einem Museum übergeben, ich versuche gerade, Einsicht und Scanerlaubnis zu bekommen.

Ich frage die Witwe mal wegen der Blutgruppe, ob B hinkommt. (Erkennungsmarke)

danke nochmals
Uwe
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