WiFo Hitzacker

Rüstungsindustrie, Waffen- und Munitionsproduktion, Munitionsanstalten, Tanklager, Depots, U-Verlagerungen etc.
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WiFo - Hitzacker

Beitrag von wobo » 17.10.2015 09:41

Hallo Leute
Wenn wir schon mal am Hafen sind, können wir uns auch gleich den Aethl-Faßkeller anschauen ... :mrgreen:

An dieser Stelle möchte ich mich auch einmal bei den Herren Lorenz und Puffahrt bedanken,
denn ohne deren Schriftsatz: "Das Militär-Treibstofflager WiFo Hitzacker", wäre ein großer Teil
der WiFo nicht durchschaubar gewesen, zB hätte ich den Aethyl- Faßkeller wohl nie gefunden.

Es ist, mit der Technik von Heute, oftmals recht leicht, Arbeiten von Gestern zu kritisieren ... :oops:

Gruß Wolf
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WiFo - Hitzacker

Beitrag von wobo » 11.11.2015 11:07

Hallo Leute
Am 30.10.15 habe ich mich mit dem User "Bremsstaub" (Gerd) in Hitzacker getroffen, dabei wurde mir klar,
daß ich im Umgang mit Behörden und beim Sammeln von Informationen noch viel lernen muß ... :oops:
Gerd hatte nämlich vor 10 Jahren schon Karten und Infos, auf die ich erst vor ganz kurzer Zeit gestoßen bin ... :lol:
Und,... was auch mal wieder klar zum tragen kam:...4 Augen sehen mehr als 2 ... ;)

Wenn man auf der Betonstraße vom Aethyl-Keller weiter geht, trifft man auf einen ca. 30 x 30 m großen Bunker,
über den es keinerlei Hinweise in den BIOS Berichten gibt, er taucht auch auf keiner alten Karte der WiFo auf.

FB-002:
Auf der ehemaligen Seite von "wifo-hitzacker.de" wird er unter der Überschrift "Der angebliche Pumpenbunker"
abgehandelt. Allerdings ist der Herr Huthmann hier wieder einmal mit seinen Bildern durcheinander gekommen
und so ist die "Spitze", die er gegen "geschichtsspuren.de" schmeißt, ein glattes Eigentor, denn dort wird
der Bunker im Eichengrund (Labor-Bereich) gezeigt, während dieser Bunker gar nicht erwähnt wird.

FB-003-005:
Heute ist es ein Fledermaus-Bunker und da die lieben Tiere noch keine Winterruhe eingelegt haben,
konnten wir ohne zu stören, durch das Einflugloch ein Foto vom Inneren machen. Wie erwartet, zweigt der Eingang
nach einigen Meter links und rechts ab, so daß nicht wirklich viel zu sehen ist.

FB-006-012
Dieser Bunker hatte angeblich einmal 2 Ein/Ausgänge, der 2. befand sich im Bereich der Bilder FB-010-012
Dafür spricht, daß wir zwar 4 Luftschächte lokalisieren konnten, aber keinen Notausstieg.
Die von Herrn Huthmann als Notausstiege bezeichneten 2 Teile sind eindeutig Luftschächte,
weil mit 73 cm im Durchmesser (FB-009), einfach zu klein für erwachsene Menschen,
zumal in einem Notausstieg ja noch eine Leiter oder zumindest Steigeisen darin sein mußten.

Gruß Wolf (Teil 02 folgt)
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Beitrag von wobo » 13.11.2015 18:56

Hallo Leute
FB-015:
Unterhalb des Luftrohres kann man noch eine ca. 80 cm starke Betonwand feststellen.

FB-016+017:
Hier haben wir einen Betonblock von 133 x 133 x 48 cm, mit einer sehr stabilen Metallöse,
für die wir keine Erklärung haben. Da dieser Block, im Gegensatz zu den Luftschächten,
nicht mit Teer gestrichen wurde, lag er vermutlich Oberirdisch.

FB-018:
Als letzten Hinweis für den 2.Eingang haben wir ein ca. 380 cm langes Betonteil,
mit 80/100 cm Kantenlänge.

FB-019-021:
Die Betonstraße verläuft hier quasi durch einen Hohlweg, und auf der anderen Seite
liegt in ca. 50 m Entfernung ein in 2 Teile gesprengtes Betonteil. Da keinerlei Armierung
zu erkennen ist, dürfte es sich also nicht um ein Bunkerteile handeln, welches durch Sprengung
hier "hergeflogen" ist. Unsere Vermutung geht, in Verbindung mit der Öse am Bunker,
in Richtung Fundament für eine Abspannung: Tarnnetze, Antenne, :?: ...

Gruß Wolf
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Beitrag von wobo » 08.12.2015 21:34

Hallo Leute
Ich glaube, ich habe das 2. Kesselhaus gefunden, es passt eigentlich alles logisch zusammen.

At the first station an underground boiler house, similar to that by the river, was lokatet

Dieser Satz in dem BIOS Bericht hat mich lange beschäftigt, eine brauchbare Erklärung kam wieder mal
von einem "Außenseiter".

Die Englischen Inspektoren werden sicher nicht zu Fuß über das Gelände gelaufen sein, sondern wurden gefahren,
folglich war das Kesselhaus die 1. Station auf dem Weg in den Oel/Benzinbereich.

Max Lorenz schreibt, das man zum "Kesselklopfen" eine Wand abbauen mußte und daß dafür extra
an dieser Stelle die Straße verbreitert war.

Auch die Meinung eines Heizungsbauer ist interessant:... Da die Tanks mit Wasser geheizt wurden,
kann man sie wie normale Heizkörper betrachten, die an einer durchgehenden Vor und Rücklaufleitung hingen
Bei Wartungsarbeiten oder Ausfall eines Kesselhauses, konnte das Andere übernehmen.

Im Beitrag: Oelbahnhof (Teil 1) hatte ich unter das 2.Bild noch Vorlaut folgenden Kommentar geschrieben:
"... was soll zB ein Kesselhaus im Benzinbereich".
Tcha,...dort ist es wirklich fehl am Platz,...ABER...wenn ich mal auf die andere Straßenseite
geschaut hätte, wäre mir sicher aufgefallen, daß dort ja die Oeltanks der Gruppe 6 liegen
und es somit völlig logisch ist, auf beiden Seiten des Oelbereiches ein Kesselhaus zu betreiben.

Gruß Wolf
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Beitrag von wobo » 25.01.2016 21:06

Hallo Leute
Auf unserer WiFo-Tour im Okt.2015 hat Gerd ("Bremsstaub") im Bereich des Benzinbahnhof I
einen Bunker entdeckt, den auch ich noch nicht kannte. Er liegt ca. 50m vor der 1. Benzin-Pumpstation.
Welche Funktion er mal hatte, läßt sich heute kaum noch sagen, aber da im Gegensatz zur Pumpstation
kein Notausstieg vorhanden ist, tippen wir auf Material,-Ersatzteil-Lager oder auf einen der oft
genannten "Schlauchbunker". Vermutlich waren die Pumpen-Bunker auch als Schutzräume für das
Bahnhofspersonal gedacht und deshalb mit einem Notausstieg versehen.

Interessant an diesem "Material-Bunker" sind die erhaltenen Luftschächte. Sie sind nämlich in den
Abmessungen Baugleich mit den Teilen, die ich in dem Beitrag vom 11.11.2015 vorgestellt habe.
("Der angebliche Pumpenbunker"-01 = Bilder FB-007 bis 009)

PS: Da der "erhaltene" Benzin-Pumpenbunker eine offene Grube ist, werde ich diesen bei Gelegenheit
so gut ich kann vermessen und eventuell eine Zeichnung erstellen.

Gruß Wolf

Fortsetzung folgt.
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Beitrag von wobo » 07.02.2016 21:05

Hallo Leute
Als Ergänzung zu dem vorgestellten Bunker mit unbekannter Funktion hier ein paar Maße:

Er war innen ca. 8,00m tief und von Luftschacht zu Luftschacht ca. 12,00m breit.
Die Wandstärke betrug ca. 35cm, die Decke hatte 40cm, darauf mehrere Lagen Teerpappe
und diese dann mit ca. 5cm Beton überdeckt.

Er ist wesentlich schwächer gebaut, als die folgende Pumpstation, was die Vermutung
nahe legt, daß es sich hier wirklich um einen Materialbunker handelte.

Gruß Wolf
(Fortsetzung folgt)
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Beitrag von wobo » 12.02.2016 10:13

Hallo Leute
Dieser Pumpenbunker hat "nur" eine Außenabmessung von ca. 10x10 m
Der Krater und Betontrümmer die durch die Sprengungen weg geschleudert wurden,
täuschen eine Größe von annähernd 20x20m vor. Der gut erhaltene Notausstieg
und die Deckenstärke von 80cm Beton plus x-Meter Erdüberdeckung lassen den Schluß zu,
daß er auch als Schutzraum für das Betriebspersonal gedacht war.

PS: Ich habe in Richtung L231 Reste eines 2.Material-, sowie des 2.Pumpenbunker gefunden,
muß diese Stellen aber noch genauer überprüfen.
Speziell der 2.Pumpenbunker läßt sich wohl nur an Hand von Indizien nachweisen.

Gruß Wolf
(Fortsetzung folgt)
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Beitrag von wobo » 23.02.2016 03:52

Hallo Leute
Laut BIOS und Max Lorenz gab es zwei Benzin-Pumpstationen, nur wollte die 2. sich nicht finden lassen.
An der Stelle, wo in der Karte eine Grube eingezeichnet ist, gab es nicht das kleinste Betonteil... :(

Wie im Krimi wurde eine "Sonderkommission" gebildet, bestehend aus Opa Wolf und zwei Enkel ... :mrgreen:
Es fiel auf, das die Skizze aus dem BIOS-Bericht die Station deutlich dichter an der L231 zeigte
als die Topo-Karte. Wir brauchten also die ungefähre Länge vom Füllgleis.

Max Lorenz hatte die Arbeiten bei einem Luftalarm beschrieben und von 2x15 Kesselwagen berichtet.

Am alten Betriebswerk in Salzwedel entdeckten wir einen passenden Kesselwagen, Länge ca.9 m,
was bei 30 Wagen eine stattliche Länge von ca.270 m ergibt.

Im Gegensatz zum Ölbahnhof und der 1.Pumpstation, die in Sandböden gebaut sind,
ist das Gelände an der L231 schmieriger Lehm/Kleieboden und wir waren kurz vor dem Aufgeben,
als wir unerwartete Hilfe bekamen:...Ein Fuchs tauchte vor uns auf und war blitzschnell wieder
verschwunden,...ein Bau in dem schweren Boden, so ein Fuchs ist doch nicht blöde ... :?:

Gruß Wolf
(Fortsetzung folgt)... :mrgreen:
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Beitrag von Djensi » 23.02.2016 12:47

Mensch Wolf,

wenn ich in 15 Jahren in Rente gehen sollte, ist ja nix mehr über zur Recherche :lol:

Große Klasse, nur eines bist Du uns auf der Karte schuldig geblieben...
... die Position des Fuchsbaus :mrgreen:

Vielen Dank für den Einsatz in Kleie und Sand! :thanx:

Grüße
Djensi

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Beitrag von wobo » 23.02.2016 19:04

Hallo Djensi
Danke für die Blumen ... :kiss:

Hier nun extra für Dich der Fuchsbau ... :mrgreen:

Ich war heute wieder unterwegs und für mich persönlich steht fest,
hier ist der 2. Benzin Pumpenbunker (Indizien folgen) ... :thumbup:

Gruß Wolf
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