WiFo Hitzacker

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wobo
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WiFo-Hitzacker

Beitrag von wobo » 02.05.2015 14:51

Hallo Leute
Einen Benzintank in seinen ursprünglichen Abmessungen zu finden, ist wie ein 5er mit Zusatzzahl im Lotto,
hat man doch jetzt einen weiteren festen Punkt auf den alten Karten...:mrgreen:

Leider kann ich nicht mehr mit meinem vertrauten "Flopps" arbeiten, aber ich versuche,
mich mit dem hier angebotenen Google-System anzufreunden ... :?

PS: Noch ein Hinweis: Wenn sich Jemand diese Höhlen ansehen möchte, macht beim herangehen Geräusche,
sprecht, hustet, schlagt mit einem Stock hin und wieder gegen einen Baum und nähert euch von der Seite.
Mein Namensvetter, der mit den 4 Beinen, lebt wieder in Niedersachsens Wälder und er nutzt solche
Höhlen gerne als Behausung...:!:

Gruß Wolf
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wobo
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WIFO Hitzacker

Beitrag von wobo » 07.05.2015 20:32

Hallo Leute
Im Allgemeinen schreiben die Autoren, es gab 8 Gruppen mit je 10 Oeltanks,
aber aus irgendeinem Grund seien nur 78 gebaut geworden... :8):

Eine Übersicht-Skizze in dem BIOS Bericht weist aber nur 6 Gruppen aus und
auf den dazu gehörigen Plänen kann man 6, per Ringleitung zusammengefaste
Gruppen erkennen.

Und jetzt wird es spannend:
Gruppe 1 = 12 Stück
Gruppe 2 = 14 Stück
Gruppe 3 = 13 Stück
Gruppe 4 = 13 Stück
Gruppe 5 = 11 Stück
Gruppe 6 = 14 Stück ... Summe = 77 Tanks,...wo ist Nr.78 ... :?:

Hat Jemand eine Idee ... :mrgreen:

Gruß Wolf
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Beitrag von Shadow » 07.05.2015 21:10

Neben dem "b" vom Wort Faßbetrieb in dem Plan?

Thorsten.

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wobo
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Beitrag von wobo » 07.05.2015 22:45

Gut der Mann ... :thumbup: ... das ging flott.

Auf so kleine "Gemeinheiten" achtet man auch erst, wenn man bewußt danach sucht,
weil,...so ein Tank kann ja nicht einfach verschwinden ... :mrgreen:

Gruß Wolf
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WIFO Hitzacker

Beitrag von wobo » 13.05.2015 16:53

Hallo Leute
Durch ein Luftbild von Harlingen, das mir der Admin (Mike) zur Auswertung überlassen hat,
bin ich mit der WiFo wieder ein Stück weiter gekommen.

Entweder haben die Erinnerungen dem Herrn Lorenz arge Streiche gespielt,
oder aber der alte Herr wollte seiner Nachwelt einen kräftigen "Bären aufbinden",
jedenfalls stimmt an seinen Aufzeichnungen über das Sonderstofflager fast nichts.
Weder die Lage/Fläche der Anlage, noch die Anzahl der Tanks, bzw die eingelagerten
Mengen sind glaubwürdig.

Ich kann das Original Luftbild leider nicht zeigen, da ich dafür keine Freigabe habe,
versichere aber, daß meine Skizze die Lage korrekt wiedergibt.

Das Sonderstofflager umfasste 5 Gruben von ca. 35x30 Meter (durch Luftbildauswertung errechnet)
in jeder Grube befanden sich 5 Tanks von ca. 3m Durchmesser und 12m Länge (nach Luftbild)
Das ergibt ein (errechnetes) Volumen von 84,78m³ pro Tank, macht bei 25 Stück
ein Gesamtvolumen von 2119,5m³.
Dies deckt sich mit den Angaben in der Schematischen Übersicht, wo 2200m³ angegeben werden.

Bei den Trümmerteilen an Punkt "A" (Bilder), die in fast allen Abhandlungen dem
Sonderstofflager zugerechnet werden, handelt es sich nach meiner persönlichen Meinung
um einen zerbombten Lokschuppen, denn man kann noch sehr gut die Wartungsgrube
und an dieser wiederum beidseitig das "Gleisbett" erkennen.
Auf dem Luftbild liegt dieses Bauwerk im Zentrum der Verwüstung, warscheinlich wurde
es als Haltepunkt für die Bombenschützen genommen.

PS: Zum direkten Vergleich mal hier reinschauen: http://www.wifo-hitzacker.de/

Gruß Wolf
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Beitrag von MikeG » 14.05.2015 23:31

Gute Arbeit :thumbup:

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WIFO-Hitzacker

Beitrag von wobo » 14.05.2015 23:32

Hallo Leute
----------------------------------------------------------------------------------------------
Quelle: Max Lorenz,...Das Militär-Treibstofflager WIfO Hitzacker
Herausgeber: Otto Puffahrt, Lüneburg 1998

6.7 Behälter 27/3
Mit dem Inhalt der Behälter im Sonderstofflager und dem Inhalt vom Behälter 27/3
begann eine neue Zeit der Treibstoffe für Raketenantriebe.
.
.
.
Als nächstes bekam der Behälter 27/3 einen direkten Gleisanschluß. Das neue Gleis begann
am Benzin-Bahnhof, überquerte die Bleckeder Landstraße und den Acker des Gutes Meudelfitz
und endete neben dem Behälter 27/3.
Die Entleerung der Kesselwagen in den Behälter 27/3 geschah völlig problemlos.
Die Kesselwagen wurden direkt an den Behälter herangefahren und mittels Schläuche entleert.


Die ganze "Story" gibt es hier: http://www.wifo-hitzacker.de/sonderstof ... lter-27-3/

------------------------------------------------------------------------------------------------
So weit die Erinnerungen eines alten Mannes und die Niederschrift des Herrn Puffahrt,
der es nicht für nötig erachtete, sich mal vor Ort ein Bild zu machen, denn dann wäre
ihm aufgefallen, das zwischen Bahndamm und Benzintank 27, ca. 150m liegen.

Wenden wir uns von den Mythen und Geschichten, hin zu den Tatsachen:

1. In der "Schematischen Übersicht", die bislang erstaunlich präzise und nachprüfbare Angaben enthielt,
wird der Bahndamm als "Benz-Bf II" angegeben.
2. Es werden 30 Beh.= 100.000m³ Benz. angegeben
(Nicht 29 und auch nicht 1 Beh. mit 3300m³ eines 2.Sonderstoffes)

Ich persönlich glaube, diesen "Sonderstoff-Behälter 27/3" hat es nie gegeben.
Die "Story" ist eine Latrinen-Parole und wurde in die Welt gesetzt, um das tatsächlichen Ziel,
den Bau des 2.Benzin-Bahnhofes zu verschleiern.

Durch die Karten aus dem BIOS Bericht, konnte ich einige markante Punkte exakt zuordnen,
dadurch war es möglich, mit ziemlicher Sicherheit die Lage von Benzintank 27 zu bestimmen.

Gruß Wolf
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Zuletzt geändert von wobo am 14.05.2015 23:40, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitrag von wobo » 14.05.2015 23:34

MikeG hat geschrieben:Gute Arbeit :thumbup:
Danke ... :oops:

Gruß Wolf

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Beitrag von Djensi » 15.05.2015 08:57

Der Bewertung von Mike muss ich mich mal anschließen. Ich bin im letzten Jahr dort mit dem Rad unterwegs gewesen und muss feststellen, dass mir eine Menge - naja, eigentlich fast alles :mrgreen: :lol: verborgen geblieben ist.

Klasse :thumbup:

Grüße
Djensi

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WIFO-Hitzacker

Beitrag von wobo » 15.05.2015 23:58

Hallo Leute
Ein neuer Benzin-Bahnhof macht keinen Sinn, wenn es nichts zu verladen gibt, also hat man Zeitgleich
zwei neue Benzinlager begonnen, die sog. M-Blöcke mit je 5 Tanks a 4000m³, zusammen also 40.000m³

Wärend Nr.1 fast fertig wurde und heute als Turi-Attraktion die Landschaft verschandelt,
blieb von Nr.2 nur die Baugrube übrig. Die Fundamente für die Tanks waren anscheinend fertig,
was man daran erkennt, daß der Boden der Baugrube großflächig mit Betontrümmer übersät ist (siehe Bilder)
Ob man bereits mit dem Stahlbau begonnen hatte, konnte ich bislang nicht klären.
Die Betonstreifen in den Querseiten der Baugrube, sind einfache Stützfundamente für die Böschung,
sie haben keinerlei Armierungseisen und sind aus minderwertigen Beton hergestellt (siehe Bilder).

Ein "Rohrgang", wie oft geschrieben, scheidet definitiv aus, da es in diesem Gebiet gar keine Tanks gab...:mrgreen:

Gruß Wolf
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