MIlitär- und Flüchtlingslager Oksböl/Dänemark

Zwangsarbeit, Fremdarbeiter-, Konzentrations- und Kriegsgefangenenlager (STALAG, DULAG etc.) und deren Außenlager
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Godeke
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MIlitär- und Flüchtlingslager Oksböl/Dänemark

Beitrag von Godeke » 17.04.2017 13:56

Hallo :-) ,

Mike hat heute mit viel Arbeitseinsatz einen Aufsatz über das Militär- und Flüchtlingslager Oksböl in Jütland eingestellt, den ich in den letzten Monaten erarbeitet habe. Vielen Dank, Mike!

Da ich weiterhin sehr an dem Thema interessiert bin und auch dranbleiben werde, möchte ich alle, die Hinweise oder Unterlagen haben, bitten das Projekt zu unterstützen und mir das Material nach Möglichkeit zur Verfügung zu stellen. Es wäre toll, wenn wir damit die Realisierung des geplanten Museums unterstützen könnten.
...und jetzt noch mal schnell zu www.thw-lueneburg.de , der aktuellen Seite mit News aus der wunderbaren Welt des Helfens!

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bettika
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Beitrag von bettika » 18.04.2017 08:33

Hallo godeke,
vielen Dank für Deinen informativen Aufsatz. :thumbup:
Das Lager und seine Geschichte hat mich bei einem Besuch beeindruckt und interessiert.
Auch in Flensburg verfolgt man die Museumspläne mit Interesse.
Sehr kontrovers wurde die Debatte in neuerer Zeit, als die dänische Ärztin und Historikerin Kirsten Lylloff 2005 nach Untersuchung von Krankenakten die These aufstellte, es seien ca. 7.000 Flüchtlingskinder aufgrund von Lagerepidemien umgekommen, weil sie von dänischer Seite nicht die notwendige ärztliche Versorgung bekommen hätten.
Wie Du schreibst, kontrovers diskutiert: wer sich für die Hintergründe interessiert, verweise ich auf die unten genannte Literatur hier
http://www.westpreussen.de/cms/ct/fluec ... nemark.php
besonders der Beitrag von Michael Schultheiss u d Leif Hansen Nielsen
Dann relativiert sich der Eindruck, die Dänen würden die Verantwortung für die 7000 toten Kinder tragen. Allein 4000 Kinder starben bis Mai 1945 noch unter deutscher Besatzung.

Die Flüchtlingsversorgung unter dänischer Verwaltung war mit 2000 kalorien doppelt so hoch ,wie sie Flüchtlinge in Deutschland erhielten.

Wer sich für das Thema Deutsche Flüchtlinge in Dänemark einsetzt ist u.a.der Däne Olaf Berg Nielsen,
http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/s ... e1152.html

Ich bin gespannt auf das neue Museum, die Dänen sind uns da weit voraus.

Grüsse
Beate
„Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ George Santayana

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Godeke
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Beitrag von Godeke » 18.04.2017 17:21

Hallo :),

vielen Dank für die Anmerkungen und Ergänzungen. Ich habe mich auch intensiver mit dieser innerdänischen Kontroverse befasst, auf die es natürlich auch von wissenschaftlich-historischer Seite Entgegnungen gab.
Es gab auch durchaus Dänen, die trotz Fraternisierungsverbot Flüchtlingen geholfen haben wie z.B. Gemeindebürgermeister, die Milch für Kleinkinder organisiert haben.
Das alles ist sehr spannend zu lesen, hätte mich aber zu weit vom eigentlichen Thema weg geführt. Deshalb die Selbstbeschränkung.
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Beitrag von Willi » 02.03.2019 23:36

Erstreckte sich das Militärlager bis ans Meer, also inclusive der Kallemaersk-Heide?
Oder haben die Bunker und sonstigen Befestigungsanlagen am Strand zwischen Vejers und Blavand nichts damit zun tun?

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Godeke
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Beitrag von Godeke » 03.03.2019 07:42

Hallo :-) ,

das Lager- bzw. Übungsgelände hatte nach Westen hin die gleichen Ausmasse wie heute, es reichte also bis ans Meer nördlich Blavand und südlich Vejers.
Die Befestigungsanlagen waren ja Teil des Atlantikwalls und wurden m.E. von dort aus besetzt, Stammtruppe war die 180. Infanterie-Division.

Die Museumsvorbereitungen laufen übrigens mit Hochdruck und recht erfolgreich weiter, ich bin im Sommer wieder da und werde dann berichten, was es Neues gibt.
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Militär- und Flüchtlingslager Oksböl

Beitrag von Willi » 03.03.2019 18:04

Hallo Godeke,

vielen Dank für Deine schnelle Antwort.
Ich war Mitte der 1960er öfter in Vejers Strand (Jensen Campingplatz) und bin mindestens einmal am Strand von Vejers bis Blavand gelaufen. Immerhin an die 10 km.

Dabei hatte ich in den strandnahen Dünen an verschiedenen Stellen jede Menge alte Munition gefunden - von MG-Gürteln bis hin zu ca. 10cm-Granaten. Stacheldraht sowieso fast überall.
Die Bunker, die ich damals besucht hatte, waren später (2000er Jahre) vom Dünensand bedeckt und nicht mehr sichtbar.

Ich erinnere mich noch gut an ein langes, mit lockeren Steinen bedecktes Tal vor der Dünenkette (vom Campingplatz aus gesehen), in dem mehrere 1Mann-Unterstände aus Beton standen. Außerdem gab es in dem Tal auch mindestens zwei ganz flache, mehr oder weniger quadratische Bunker (vielleicht 10x10m), von denen nur noch das Teer-Dach zu sehen war und diverse rechteckige Fenster rundum. Der Rest war im Flugsand verschüttet bzw. seinerzeit in den Boden gebaut. Man konnte durch die Fenster auf den ca. 2m tiefer liegenden Boden blicken.

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Re: Militär- und Flüchtlingslager Oksböl

Beitrag von Willi » 03.03.2019 21:30

Willi hat geschrieben:Hallo Godeke,

vielen Dank für Deine schnelle Antwort.
Ich war Mitte der 1960er öfter in Vejers Strand (Jensen Campingplatz) und bin mindestens einmal am Strand von Vejers bis Blavand gelaufen. Immerhin an die 10 km.

Dabei hatte ich in den strandnahen Dünen an verschiedenen Stellen jede Menge alte Munition gefunden - von MG-Gürteln bis hin zu ca. 10cm-Granaten. Stacheldraht sowieso fast überall.
Die Bunker, die ich damals besucht hatte, waren später (2000er Jahre) vom Dünensand bedeckt und nicht mehr sichtbar.

Ich erinnere mich noch gut an ein langes, mit lockeren Steinen bedecktes Tal vor der Dünenkette (vom Campingplatz aus gesehen), in dem mehrere 1Mann-Unterstände aus Beton standen. Außerdem gab es in dem Tal auch mindestens zwei ganz flache, mehr oder weniger quadratische Bunker (vielleicht 10x10m), von denen nur noch das Teer-Dach zu sehen war und diverse rechteckige Fenster rundum. Der Rest war im Flugsand verschüttet bzw. seinerzeit in den Boden gebaut. Man konnte durch die Fenster auf den ca. 2m tiefer liegenden Boden blicken.
Leider weiß ich nicht, wie ich den obigen Text durch ein Bild (oder eine Textkorrektur) ergänzen kann. Daher nun eine Antwort auf meinen letzten Beitrag.
Hier meine Zeichnung des Tals vor den Dünen:
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