Silberprogramm - SS-Pupils / SS-Schüler

Fliegerhorste, Feldflugplätze, Einsatzhäfen und E-Stellen der Luftwaffe und andere, zugehörige Infrastruktur
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pennywize
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Silberprogramm - SS-Pupils / SS-Schüler

Beitrag von pennywize » 07.10.2018 16:15

Hallo zusammen,

im Rahmen der Recherche zu meinem Buch stieß ich im NA London auf den anliegenden, von den Alliierten aufgefangenen und übersetzen Funkspruch dt. Luftwaffenorgane. Hierin fordert das Luftgau XI das Fliegerhorst Bereichskommando 9/XI mit Sitz in Wildeshausen auf, alle eingetroffenen "XX-Schüler" für das Me 262 Bau- und Konstruktionsprogramm (Operation Silber: Einrichtung bestehender Fliegerhorste, um die Start- und Landung der Me 262 zu ermöglichen) einzusetzen. Auf dem FH Vechta wurde die Start- und Landebahn entsprechend verlängert. Leider fehlen mir weitergehende Informationen wie Aussagen von Zeitzeugen oder sonstige Hinweise.

Vielleicht verfügt ja jemand im Forum über Hinweise, Chronik, Quellen etc. woraus hervor geht, daß diese XX-Schüler zum Einsatz kamen. Vermutlich handelt es sich um 10-14 jährige Schüler die im Rahmen des Programms "Heuaktion" aus Weißrussland zwangsdeportiert wurden. Mit Vorrücken der russ. Armee wurde dieses Programm im Okt. 1944 beendet.

Für Eure Mühen im Voraus vielen Dank.

FG

Jan-Bernd
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EPmuc
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Beitrag von EPmuc » 07.10.2018 17:39

Du darfst ruhig SS schreiben.
Ob das mit dem Programm „Heuaktion“ zusammenhängt? Du schreibst selbst, dass das im Okt. 1944 beendet wurde. Dein Dokument ist vom 9.2.45.
Nur ein Gedanke:
Könnten mit den SS Pupils Schüler von NAPOLAs oder SS-Junkerschulen gemeint sein?
Gruß, Eugen
Heute ist das Morgen vor dem Du dich gestern gefürchtet hast.

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pennywize
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SS Zögling Kriegshilfseinsatz

Beitrag von pennywize » 08.10.2018 21:53

Hallo Eugen,

vielen Dank für Deinen interessanten Ansatz, daß die "SS"-Zöglinge auch von einer Napola oder Junkerschule stammen könnten. In diese Richtung habe ich noch gar nicht gedacht. Wie gesagt, die Quellenlage ist hier leider mehr als dürftig. Es gab einen Tischlermeister in unserer Region, der auch auf dem hiesigen örtlichen Fliegerhorst tätig war. Der Herr hat sehr genau Tagebuch geführt. Das Thema SS-Zöglinge von einer Napola wurde jedoch mit keiner Zeile erwähnt. Allerdings auch nicht, daß die Startebahn für das Silberprogramm verlängert wurde. Aber wurden die Absolventen solcher Erziehungsanstalten für solche Arbeiten heran gezogen? Das bezweifele ich.

Das Programm zur Verpflichtung von osteuropäischen Jugendlichen war zwar im Oktober 1944 beendet. Nicht desto trotz befanden sich die bis dato requirierten Jugendlichen im Lande. Neben der Arbeit in Fabriken leisteten sie auch Dienst an der Flak, als Feuerwehrleute etc.

Ich bin gespannt, ob sich hierzu jemals weitergehende Informationen einstellen. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

Freundliche Grüße

Jan-Bernd
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zulufox
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Beitrag von zulufox » 08.10.2018 23:15

Hallo,

ich fürchte, hier wird in die falsche Richtung gesucht:

Im Bundesarchiv/Militärarchiv in Freiburg gibt es unter der Signatur BArch RL 2-III/33 u.a. die Ernennungsurkunde für den Generalbevollmächtigten des Führers für Strahlflugzeuge, SS-Obergruppenführer und General der Waffen-SS Dr. Ing. Hans Kammler.

Der Reichsführer SS wollte sich diese neue Waffe ebenso wie die Raketen "unter den Nagel reißen". Dazu sollen auch erste "SS-Schüler" für die Flugzeugführer-Ausbildung zusammengezogen worden sein. Wegen fehlender Ausbildungsflugzeuge könnten auch diese wie z.B. die Angehörigen der III./ZG 26 zunächst zu verwandten Aufgaben (Industrie-Belehrung=Einsatz in der Fertigung oder auch der Vorbereitungen für den Einsatz) herangezogen worden sein.

Die ganze Geschichte liegt allerdings noch tief im Dunkel der Gerüchteküche und des Munkelns. Ich werde mal versuchen, da noch mehr Grund hineinzubringen.

MfG
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SS Zöglinge.

Beitrag von ju55dk » 09.10.2018 07:07

Im Bereich Gen d Lw in Dänemark, war am 31 Oktober 1944 100 Zöglinge im Einsatz.
BAMA RL 4 456.
Junker
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Beitrag von zulufox » 10.10.2018 09:58

Hallo,

im Zusammenhang mit dem von Jan-Bernd eingestellten Dokument ergeben sich für mich fast automatisch zwei weitere Fragen:

Wo genau waren das

A)Kommando Flughafenbereich 9/XI in WILDESHAUSEN

B)Kommando Flughafenbereich 12/XI in MELLENDORF

untergebracht?

MfG
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SS Zöglinge

Beitrag von pennywize » 11.10.2018 21:10

Hallo zusammen,

vielen Dank für die interessanten "Denkanstöße" zum Thema SS-Zöglinge. Auch in diese Richtung habe ich noch gar nicht gedacht. Aber ohne jetzt etwas vorweg nehmen zu wollen, der Ansatz von Hr. Zapf scheint mir fast am plausibelsten.

In der Nähe des FH hatte sich im Laufe des Krieges ein Bauunternehmen angesiedelt, welches sich auf das Erstellen von Start- und Landebahnen reichsweit spezialisiert hatte. Den Krieg überlebte und anschließend sich auf das Bauen von Straßen versteift hat. Die werden die Start- und Landebahn für das Silberprogramm verlängert haben. Und nicht nur für FH Vechta, sondern auch für den FH Ahlhorn (Fl.PlatzKdo. A 85/XI) welches zu diesem Zeitpunkt die dem FH Vechta unterstellte Dienststelle war.

Das Fl.H.Bereich Kdo 9/XI hatte seinen Hauptsitz bis 06/1944 auf dem FH Delmenhorst, wurde dann nach Wildeshausen verlegt und in einer ehemaligen Gehörlosenschule und Wehrmachtsbaracken in der Nähe der Alexanderkirche in Wildeshausen bis 04/1945 untergebracht. Danach verlegte es seinen Sitz über die Weser nach Lübberstedt bei Bremen.

Bei Mellendorf muß ich leider passen. Das liegt außerhalb meines Einzug- und Interessengebietes. Aber ich will mich gerne einmal umhören. Wenn dann vielleicht mehr Grund in die Sache gebracht wird, wäre das schön.

Freundliche Grüße

Jan-Bernd
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Beitrag von zulufox » 19.10.2018 18:13

Hallo,

damit dieses Thema nicht verschüttet geht, hier noch einige Hinweise:

Das Auktionshaus Helmut Weitze bietet an:

https://tinyurl.com/yd76em4p

Das Thema wurde auch hier https://tinyurl.com/y8u4vvh2 schon mal vor fünf Jahren behandelt.

MfG
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SS-Zöglinge

Beitrag von pennywize » 23.10.2018 21:06

Hallo zusammen,

vielen Dank für die Info´s. Vor allem der Artikel aus dem Forum der Wehrmacht ist Gold wert. Sehr umfänglich, informativ und mit Quellenangaben versehen. Sehr schön.

Den Ausweis bei Weitze hatte ich auch schon entdeckt. Sehr schönes Dokument, was das in dem obigen Artikel geschriebene ja quasi schwarz auf weiß bestätigt.

Bestätigt wird somit auch, daß die SS-Zöglinge zwar angefordert wurden, den Weg in die Region aber wohl nicht mehr schafften.

Nochmals vielen Dank für die Denkanstöße.

Freundliche Grüße

Jan-Bernd
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