Splitterschutzzellen / Einmannbunker

Luftschutzbunker, zivile Bunkeranlagen und Schutzbauwerke des 2. Weltkriegs
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redsea
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Re: Splitterschutzzellen / Einmannbunker

Beitrag von redsea » 17.09.2019 23:07

Hallo Thomas,

ich denke auch, dass ihr der Deckel mit den Seeschlitzen fehlt.

Anhängend ein Foto einer ebenfalls "2-tlg." Splitterschutzzelle am Komplex Rzeczeka des Projekt Riese in Wüstewaltersdorf (poln.: Walim), bei dem es sich meiner Meinung nach um den selben Typ handelt.

Viele Grüße

Kai
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Zwackelmann
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Re: Splitterschutzzellen / Einmannbunker

Beitrag von Zwackelmann » 18.09.2019 00:41

Hallo Kai,

Super! Wenn Du richtig liegst, beantwortet das zwei meiner Fragen in einem: der Deckel mit den Sehschlitzen fehlt. Also entspricht sie wohl doch nicht meinem Typ.

Hersteller weiter unbekannt (wie laut Foedrowitz der Fall)?

Gruß, Thomas
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redsea
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Re: Splitterschutzzellen / Einmannbunker

Beitrag von redsea » 18.09.2019 23:28

Hallo Thomas,

das ist korrekt, sie entspricht nicht Deinem Typ, ist aber auch ein in Schlesien weit verbreiteter Typ Splitterschutzzelle, den wie Du richtig schreibst, Foedrowitz bis zum Erscheinen seines Buches “Einmannbunker“ noch nicht zuordnen konnte. Auf Seite 61 ist der Schnitt dieser SSZ dargestellt. Ich hänge noch Fotos einer SSZ desselben Typs auf dem Gelände des Besucherbergwerkes “Guido“ in Zabrze an.

Dein Typ SSZ ist in Schlesien und den angrenzenden Woiwodschaften aber auch häufig zu finden, wie z.B. im nördlichen Bereich (Konewka) des Führerhauptquartier (FHQ) “Anlage Mitte“ (Askania Mitte) bei Tomaszów Mazowiecki. Von dieser hänge ich auch noch vier Fotos an.

Das Objekt “Anlage Mitte“ haben wir im Forum hier übrigens kurz angesprochen.

Viele Grüße

Kai
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Re: Splitterschutzzellen / Einmannbunker

Beitrag von CoVoX » 19.09.2019 22:33

Hallo Thomas,

Kai had Recht. Die Sehschlitze waren im oberen Teil, der während Übertragung verloren ist.

Solche Objekte, wie man auf deinem Foto aus Puszczykowo sehen kann, sind von Deutsche Reichsbahn benutzt worden.
Viele von diesen Objekten befinden sich in der Nähe des Bahnübergangs.

Viele Grüße,
Jacek
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Re: Splitterschutzzellen / Einmannbunker

Beitrag von Geograph » 08.10.2019 14:15

Hallo,

im Vorbeifahren habe ich zufällig am Straßenrand in Pattensen (Region Hannover) im Bereich der Jeinser Straße 25 das folgende Objekt entdeckt. Da ich mich schwerpunktmäßig nicht mit Splitterschutzzellen/Einmannbunker beschäftige, können Experten unter euch sicherlich mehr zu dieser Bauart sagen.


Grüße,
GEOGRAPH
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Re: Splitterschutzzellen / Einmannbunker

Beitrag von Geograph » 08.10.2019 14:16

Hallo,

ein weiteres Exemplar habe ich im mainfränkischen Kitzingen am fotografiert. Es befindet sich im Bereich Feuerwehrgerätehaus und Städtischen Museum und steht unter Denkmalschutz.


Grüße,
GEOGRAPH
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Re: Splitterschutzzellen / Einmannbunker

Beitrag von trince » 09.10.2019 20:03

Auch ich möchte gerne noch einige noch heute vorhandene Standorte anhängen:

Eine Schutzzelle steht im Technikbereich des Flughafens Hannover-Langenhagen, in einem Wald hinter dem Block der Bundespolizei an der Benkendorffstraße. (N 52 27.831 E 009 42.317)

Eine weitere Splitterschutzzelle befindet sich hinter dem dem alten Offizierskasino bei N 52 27.668 E 009 42.456

In Wietze gibt es dann noch eine Splitterschutzzelle gegenüber der Einfahrt des damaligen Öl Schachtes bei den Koordinaten N 52 39.722 E 009 48.486

Fotos werde ich in den kommenden Tagen nachreichen.
Gruß
Oliver

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Re: Splitterschutzzellen / Einmannbunker

Beitrag von Pinguin der 2. » 10.10.2019 14:20

Und ich dachte, ich bin der King of Kotelett als ich die Dinger damals gefunden habe. :applause:
sapere aude

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Re: Splitterschutzzellen / Einmannbunker

Beitrag von Zwackelmann » 12.10.2019 07:37

Hallo Geograph,

Während die letztere Splitterschutzzelle vom Typ DYWIDAG ist, liegt der Fall bei der ersteren weniger auf der Hand. Sie erinnert mit ihrer Türeinfassung an Humerohr-Zellen und mit ihrem Kegeldach an die Spandauer SSZ (vgl. Foedrowitz, S. 70 f.). Das Gesamterscheinungsbild erinnert an SSZ, die man in Frankreich öfter antrifft, alles in allem scheint es sich um eine weitere unbekannte Art zu handeln. Was bedeutet, dass es weit mehr unbekannte als bekannte Typen zu geben scheint. Vielleicht wirft 'mal jemand' einen Blick hinein und entdeckt einen Herstellerhinweis.

Danke fürs Zeigen und schönen Gruß, Thomas
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Re: Splitterschutzzellen / Einmannbunker

Beitrag von Zwackelmann » 20.10.2019 00:56

Apropos Herstellerhinweis,

Via https://interfest.de/ bin ich auf die folgende, schon ältere Meldung gestoßen:
https://www.waz.de/staedte/essen/essen- ... 69197.html

Besonders krass fand ich das hier: "...kaperten bei Bauarbeiten an der Radtrasse durchs Segeroth-Viertel unbekannte Täter vor einiger Zeit einen dort abgestellten Bagger und rissen den unter Denkmalschutz gestellten Bunker mitsamt der Betoneinbettung aus dem Bahndamm. Wenn die Aktion denn irgendwelchen Devotionalien im Bunker-Inneren galt, war das vergebene Liebesmüh’: Zu holen gibt’s in den Splitterschutzzellen nichts, wenn man einmal von einer drinnen vermutlich angebrachten Hinweistafel absieht, die Hersteller und zulässige Personenzahl nannte. Von ihr blieb nur noch ein Abdruck erhalten."

So bleibt der Hersteller dieses Zellentyps weiter im Dunkeln - es sei denn, jemand hier weiß etwas darüber.

Gruß, Thomas
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