Nischen in Tür

Luftschutzbunker, zivile Bunkeranlagen und Schutzbauwerke des 2. Weltkriegs
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Bart
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Nischen in Tür

Beitrag von Bart » 24.03.2006 10:07

Moin,

als ich gestern Abend auf dem Weg zu einem anderen Objekt war :) , bin ich durch einen alten Luftschutzkeller gelaufen. Dabei sind mir in den Türöffnungen diese Nischen aufgefallen (siehe Skizze), leider giebt es davon kein Foto.

Hat jemand eine Ahnung wofür die mal gut waren? So als wenn da mal die Türen dran befestigt waren sahen sie nicht aus.

Gruß
Jens
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hollihh
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Türnischen

Beitrag von hollihh » 24.03.2006 12:55

Hallo,

leider wird es aus der grobe Skizze nicht ganz deutlich - aber konnten die Nischen Widerlager für Balken sein, um die Tür zu verstärken, damit sie bei Druckwellen nicht aus den Angeln in den Raum hineinfliegt und Leute verletzt ?

Gruß aus HH

Holli

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Bart
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Beitrag von Bart » 24.03.2006 13:01

Hallo Holli,

hatte ich auch schon dran gedacht, aber es war nichts in den Nischen was dann die Balken am raus fliegen gehindert hätte. Es sei den man legt erst die Balken ein und klappt dann die Tür davor, aber das ist irgendwie widersprüchlich.

Eigentlich war nicht mal zu erkennen das jemals Türen forhanden waren.

Jens

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klaushh
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Nischen in LS-Räumen

Beitrag von klaushh » 24.03.2006 13:03

Moin, moin!
Derartige Gebilde sieht man in sehr vielen LS-Bauwerken, und zwar immer dann, wenn die Innenausstattung nicht fertiggestellt wurde.
Hier sollten die üren verankert werden.
Dabei muß es sich nicht unbedingt nur um splittersichere oder drucksichere Türen handeln; auch hölzerne Türen vor den einzelnen Zellen in Wohnbunkern mußten ja seitlich verankert werden. Und während des Krieges gab es eben noch keine Black & Decker, um mal eben Löcher für Verankerungen zu bohren. :mrgreen: Außerdem macht das bei Beton sowieso viel unnötige Arbeit.
Gruß
klaushh

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Bart
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Beitrag von Bart » 24.03.2006 13:11

Hallo Klaus,

danke für des Rätsels Lösung. Das erkärt dann auch warum die Nischen an allen Durchgängen zu finden waren.
Und während des Krieges gab es eben noch keine Black & Decker, um mal eben Löcher für Verankerungen zu bohren.
Aber Hilti gab es schon, nur die Fischer Dübel gab es noch nicht. :mrgreen:

Jens

petzolde
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Beitrag von petzolde » 24.03.2006 14:02

War das in den Zugangsräumen zum Hamburger U-Bahn-Tunnel unter der Volksfürsorge?
Dort sah man bei mehreren Durchgängen bzw. Türöffnungen noch die Bewehrung in diesen Aussparungen. Ich gehe auch davon aus, daß man hier Türaufhängungen/Fitschen einbauen wollte.
gruß EP

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Beitrag von hollihh » 24.03.2006 14:15

Hallo,

Blck und Decker wurde bereits 1910 gegründet - die Schlagbohrmaschine allerdings erst 1951 erfunden (Metabo).

Hilti gibt's übrigens auch erst seit 1941 - Löcher hat man damals mit einer Bohrstange und einen Hammer ins Mauerwerk/in den Beton getrieben. Der Kunststoffdübel wurde erst 1957 durch Herrn Fischer erfunden, vorher hat man Holzkeile eingegipst oder Hanfdübel in einer Metallhülse verwendet (Upat, 1926 in Hamburg !!). Sprich : Die Welt des Bohrens und Dübelns bing nicht erst nach 1945 los....


Gruß

Holli

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Bart
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Beitrag von Bart » 24.03.2006 14:16

Ja, genau da!

Wo jetzt die Katze aus dem Sack ist kann ich ja auch gleich noch eine zweite Frage stellen.

Von wann ist denn das Gebäude? Wurde der Keller gleich als Luftschutzkeller gebaut, denn wie nachträglich verstärkt sieht er nicht aus.

Jens

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Baujahr ?

Beitrag von klaushh » 24.03.2006 14:53

Moin, moin!
Es handelt sich um ein "aktives" Gebäude, deswegen bitte die übliche Zurückhaltung bei Details.
Ich verrate aber kein Geheimnis, wenn ich schreibe, dass ich auf einem Luftbild von 1957 dort eine rege Neubautätigkeit sehe.
Gruß
klaushh

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FishBowl
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Beitrag von FishBowl » 24.03.2006 23:31

Aussen an dem Gebäude(teil), unter dem der Bunker liegt, findet sich eine der üblichen Wiederaufbau-Tafeln. Die Jahreszahl habe ich mir leider nicht gezielt gemerkt, meine aber 1955 gelesen zu haben.

Allerdings heisst das absolut nicht, dass der LS-Keller ebenfalls nach dem Krieg entstanden wäre. Ich nehme eher an, dass dieser den Gebäudeschaden überstanden hat und letztlich (mangels potentieller Nutzer im Grosschadensgebiet) nicht mehr ganz fertiggestellt wurde.

Der reichlich komplizierte Zugang spricht meiner Meinung nach doch für nachträglichen Einbau in das ursprüngliche Gebäude aus den 20er Jahren.

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