Illusionsmalerei und LS

Luftschutzbunker, zivile Bunkeranlagen und Schutzbauwerke des 2. Weltkriegs
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Volkiwolf
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Illusionsmalerei und LS

Beitrag von Volkiwolf » 06.06.2005 16:05

Hallo @all,

ich bin nicht sicher, ob diese/r Frage/Beitrag in diesem Forum richtig ist... sollte das nicht der Fall sein, bitte ich den Admin/Mod das Thema zu verschieben und nicht böse zu sein :?

Ich hab auf dieser Seite: http://www.karl-esser.de/2_3_felsenbunker.htm etwas über Illusionsmalerei gelesen. Kann mir einer verraten, was es damit auf sich hat und welcher Zweck damit verfolgt wird? Es scheint, als ob dies öfters praktiziert wurde, habe aber noch nichts (ausser vorhin) darüber gelesen.

Kann mich jemand aufklären bitte? :-)
Abwasser ist ´ne Sache, die unbedingt geklärt werden muss.

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MikeG
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Beitrag von MikeG » 06.06.2005 16:28

Na, ich hab' dann mal verschoben ...

Mit "Illusionsmalerei" ist hier offenbar eine Wandbemalung gemeint, welche die Illusion vermittelt, man würde ins Freie bzw. aus einem Fenster schauen. Richtlinien, Vorschriften oder auch nur Vorschläge dafür wirst Du in offiziellen Materialien wohl nicht finden. Es handelt sich meist um Malereien, die in Eigeninitiative der Besatzung bzw. Nutzer eines Schutzbauwerks entstanden bzw. entstehen. Wer sich einen privaten Schutzraum einrichtete, wollte den ja auch in Friedenszeiten sinnvoll nutzen, z.B. als Partyraum – und da sind solche Wandbemalungen ja durchaus nicht so unüblich.

Ähnliche „Illusionsmalereien“ findet man übrigens auch sehr häufig in Aufenthaltsräumen bzw. Kasinos militärischer Anlagen.

Mike

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Volkiwolf
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Beitrag von Volkiwolf » 06.06.2005 16:43

Hallo Mike,

danke für Deine schnelle Antwort und das Verschieben des Themas. Asche auf mein Haupt :-)

Okay, also verstehe ich richtig, dass es sich hierbei nicht wirklich um Tarnvorrichten handelt, sondern einfach halt nur eine "Verschönerung" darstellen soll. Fein, dann bin ich ja nun aufgeklärt.

Vielen Dank!!
Abwasser ist ´ne Sache, die unbedingt geklärt werden muss.

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MikeG
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Beitrag von MikeG » 06.06.2005 17:39

Moin!

In diesem Fall nur "Verschönerung". Tarnmalereien hab es im 2.Wk auch, so wurden Hochbunker manchmal mit Hausfassaden bemalt.

Mike

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Beitrag von Oliver » 07.06.2005 21:33

Hi zusammen,

folgendes ist mir die Tage in die Hände gefallen bzgl. Tarnmalerei.
Quelle ist der Schramm "Zivile Luftschutz in NBG" Bd. II
" LS-Bunker Leyherstraße. Um feindlichen Fliegern die Orientierung zu erschweren, ordnete der Polizeipräsident am 12.2.1942 die Farbtarnung heller Betonflächen an. [...]

Gruß
Oliver

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MikeG
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Beitrag von MikeG » 07.06.2005 22:06

Moin!

"Farbtarnung" muß aber nicht "Illusionsmalerei" sein. Oft wurden solche Bauwerke dann dunkel oder fleckig bemalt. Das gibts ja bei mil. Anlagen z.T. heute noch.

Mike

petzolde
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Beitrag von petzolde » 07.06.2005 23:34

Illusionsmalerei dreidimensional: Der Wasserturm in Münster wurde im WK2 mit zT angemalten Brettervorbauten als Kirche getarnt, um von Bombern verschont zu bleiben. Er ist stehen geblieben.
gruß EP

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sanifox
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Beitrag von sanifox » 08.06.2005 13:48

Hatte diese Malerei nicht auch einfach eine psychologische Wirkung? Das man wenigstens die "Illusion" hatte nicht nur von einem Felsen umringt zu sein.

ladykracher
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Beitrag von ladykracher » 08.06.2005 19:46

Moin!

Eine kleine Definition zu Illusionsmalereien:
Illusionsmalerei , Bezeichnung für Malereien, die als solche nicht erkennbar sein sollen. Es wird der Eindruck vermittelt, dass die wiedergegebenen Objekte tatsächlich existieren. So werden häufig durch Malereien nicht vorhandene Architekturformen (* Scheinarchitektur, * Quadraturmalerei) wie Fenster, Pilaster etc. vorgetäuscht oder auch Raumtiefe bzw. Raumhöhe simuliert, etwa durch eine gemalte Wölbung, d. h. eine illusionistische Kuppel. Zur Illusionsmalerei zählen auch so genannte * Konturgemälde oder als * Trompe l'oeil bzw. * Quodlibet ausgeführte Bilder.

E.v. PHILIPPOVICH, Kuriositäten, Antiquitäten, Braunschweig 1966.
Ein wenig OT:Eine schöne Seite mit Beispielen: http://www.illusionsmalerei.de/Illusion ... lusion.htm

Gab es nicht auch in der Dienststelle Marienthal, im BGS - Bereich 1. Etage, eine solche Malerei (Himmel)?

Gruß
Philipp

Morddeich Mole

Beitrag von Morddeich Mole » 16.06.2005 00:08

In Moers wurde die DEA-Raffinerie während des Krieges aufwendig getarnt, besonders der Gasometer. Es wurden endlose Stoffnahnen so angebracht, dass das ganze von oben wie ein Berg aussehen sollte... und das am Niederrhein! :mrgreen:

Sorry fiel mir nur gerade bei diesem Tarnthema ein. Kann bei Interesse auch Bilder posten.

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