Splitterschutzzellen / Einmannbunker

Luftschutzbunker, zivile Bunkeranlagen und Schutzbauwerke des 2. Weltkriegs
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pigasus
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Re: Splitterschutzzellen / Einmannbunker

Beitrag von pigasus » 10.06.2019 01:22

Dieser steht am leider ebenfalls losten, dauerhaft geschlossenen DDR-Museum in Burg im Spreewald - also ein DDR-Modell?
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Re: Splitterschutzzellen / Einmannbunker

Beitrag von bazooka » 10.06.2019 13:44

Sieht aus wie eine Splitterschutzzelle von Hume (RL3-39/158), erkennbar an dem markanten Blech in den Sehschlitzen.

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Re: Splitterschutzzellen / Einmannbunker

Beitrag von Zwackelmann » 12.06.2019 08:18

Hallo zusammen,

Die Bauart Humerohr kann ich nach einem Blick in Foedrowitz: Einmannbunker S. 47-50 bestätigen. Gemäß IGEL-Fibel hätte sie aber die RL-Nummer 3-39/153 haben müssen (und war Humerohr in Doberlug-Kirchhain anstatt Kirchrain ansässig). Die RL 3-39/158 war für die Schutzraumblende von Karl Sprang/Breslau vergeben worden. Doppelzuweisung oder nur ein weiterer Tippfehler bei Foedrowitz?

Gruß, Thomas
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bazooka
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Re: Splitterschutzzellen / Einmannbunker

Beitrag von bazooka » 12.06.2019 15:21

"153" hinten ist richtig - mein Fehler. Hab's falsch bei Foedrowitz abgeschrieben (da steht es im "Einmannbunker"-Buch auf S. 47). Hätte mal in meine eigene Liste schauen sollen :lol:

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Splitterschutzzellen in Wiesbaden

Beitrag von Gerfried Eisen » 12.07.2019 10:52

Hallo allerseits,
auch in Wiesbaden gibt es noch Splitterschutzzellen zu sehen:

Nr 1 - liegt sehr lieblos im Wiesenweg herum - das dürfte sich mit Sicherheit nicht um den originalen Standort handeln. Wie gut, das ich sie noch ablichten konnte, wer weiß, wie lange "das gute Stück" noch dort sein wird.
Weiß jemand, welche Bauart das ist mit dem flachen Dach? Oder ist das eine DYWIDAG, bei der das Dach fehlt - die Löcher für die Bolzen zur Befestigung kann man ja noch erkennen...
Wiesenweg 1.jpg
Wiesenweg 2.jpg
Nr 2 - steht einsam und verlassen beim ehemaligen Bahnhof der Aartalbahn Chausseehaus. Hier wurde der ehemalige Bahnhof in den 1960er Jahren zu einem Haltepunkt zurückgebaut, so das das verbliebene Gleis nun ein klein wenig abseits der Splitterschutzzelle liegt. Ich vermute, das sie einst dem Schutz von Bahnpersonal diente - heute steht die Splitterschutzzelle (sehr wahrscheinlich Bauart DYWIDAG) im Wald hinter einem verfallenden Zaun.
Chausseehaus.jpg
Chausseehaus Spitterschutzzelle.jpg
Nr 3 konnte ich leider noch nicht ablichten, steht auf einem Privatgrundstück in der Brahmsstraße unweit der sogenannten Ribbentrop-Villa (ehemalige Außenstelle des Reichs-Außenministeriums) und diente vermutlich dem Schutz der Wachposten.

Viele Grüße, Euer Geri
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Re: Splitterschutzzellen / Einmannbunker

Beitrag von bazooka » 13.07.2019 19:52

So wie ich das erkennen kann, ist bei dem ersten Modell die offene Seite nicht unten, sondern oben (jedenfalls meine ich dort die Sehschlitze zu sehen) - demnach würde der Deckel fehlen. Und die Ähnlichkeit beim Türscharnier lässt die Vermutung zu, dass es sich ebenfalls um eine Dywidag-Zelle handelt.

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Re: Splitterschutzzellen / Einmannbunker

Beitrag von Gerfried Eisen » 13.07.2019 21:38

bazooka hat geschrieben:
13.07.2019 19:52
So wie ich das erkennen kann, ist bei dem ersten Modell die offene Seite nicht unten, sondern oben (jedenfalls meine ich dort die Sehschlitze zu sehen) - demnach würde der Deckel fehlen. Und die Ähnlichkeit beim Türscharnier lässt die Vermutung zu, dass es sich ebenfalls um eine Dywidag-Zelle handelt.
Das wäre gut möglich - Danke für diese Denkrichtung -- ich frage mich sowieso, wo die Löcher für die Ankerbolzen sind (egal, ob die offene Seite nun oben oder unten wäre - die Kappe wurde ja ebenfalls mit Bolzen befestigt -- und die Verankerung im Fundament musste ja auch irgendwie erfolgen... *grübel*)
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aus der DYWIDAG - Produktbeschreibung

Beitrag von Gerfried Eisen » 13.07.2019 22:36

bazooka hat geschrieben:
13.07.2019 19:52
So wie ich das erkennen kann, ist bei dem ersten Modell die offene Seite nicht unten, sondern oben (jedenfalls meine ich dort die Sehschlitze zu sehen) - demnach würde der Deckel fehlen. Und die Ähnlichkeit beim Türscharnier lässt die Vermutung zu, dass es sich ebenfalls um eine Dywidag-Zelle handelt.
Inzwischen schließe ich mich diesem Denkansatz an!
Die offene Seite ist oben, die flache Seite ist unten - also der Boden.

In der DYWIDAG Produktbeschreibung zur Splitterschutzzelle heißt es:
"Die Zelle besteht aus einem ringförmigen Hauptteil mit Boden von 15 cm Wand- und Bodenstärke.
[...]
Ring und Boden werden in einem Arbeitsgang im Rüttelverfahren hergestellt, wodurch eine innige Verbindung zwischen beiden Teilen gewährleistet ist. Nach oben wird der ringförmige Hauptteil durch eine kegelförmige Kappe von 13 bis 48 bzw. 53 cm Stärke abgeschlossen, die eine kreuzweise Bewehrung aus Stahl Dm 8 mm aufweist.
[...]
Die Kappe wird getrennt mitgeliefert und muß nach dem Aufstellen auf dem ringförmigen Hauptteil verschraubt werden. Es sind zu diese Zweck im ringförmigen Hauptteil sechs Bolzen, gleichmäßig auf den Umfang verteilt, einbetoniert. Die in der Kappe für die Verschrubung vorgesehenen Aussparungen müssen nachträglich, ebenso wie die Fugen, mit Zementmörtel vergossen werden.
[...]
Die Zelle muss nach dem Aufstellen gegen Kippen durch Verankerung mit dem Fußboden oder Fundament gesichert werden. Es befinden sich hierzu im Zellenboden sechs auf den Umfang gleichmäßig verteilte, durchgehende Löcher von ca 35 mm Dm. Die zur Verankerung erforderlichen Schrauben und Stahlplatten werden nicht mitgeliefert; sie müssen den örtlichen Verhältnissen entsprechend bauseitig angefertigt werden"

Vermutlich wurde die Kappe "abgeflext", weswegen man auf den ersten Blick keine Bolzen mehr am Hauptring sieht - das wäre meine Erklärung...

So viel dazu.
Viele Grüße,
Geri
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Re: Splitterschutzzellen / Einmannbunker

Beitrag von Zwackelmann » 10.08.2019 09:20

Hallo allerseits,

Hier zwar eine etwas ältere Meldung aus Kleinmachnow, doch wegen der erfreulichen Reaktion seitens der Kommunalverwaltung sei sie nochmal gezeigt:

https://m.maz-online.de/Lokales/Potsdam ... ann-Bunker

Gruß, Thomas
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Re: aus der DYWIDAG - Produktbeschreibung

Beitrag von redsea » 16.08.2019 00:10

Gerfried Eisen hat geschrieben:
13.07.2019 22:36
[...] Vermutlich wurde die Kappe "abgeflext", weswegen man auf den ersten Blick keine Bolzen mehr am Hauptring sieht - das wäre meine Erklärung... [...]

Hallo Geri,

wenn man sich das Foto genauer anschaut sieht man, dass die Bolzen zur Befestigung der Kappe noch vorhanden sind. Ich habe sie auf dem Foto mal markiert.

Die beiden Zellen unterscheiden sich aber auch in den Scharnieren. Die erste Zelle verfügt über ein Stangenscharnier, die zweite über einzelne Scharniere.

Viele Grüße

Kai
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