Reichserntedankfest auf dem Bückeberg

Nichtmilitärische Zweck- und Repräsentationsbauten und -Projekte des Nationalsozialismus 1933-1945
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Toasty
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Beitrag von Toasty » 11.07.2011 22:27

arachnoPhil hat geschrieben:Ich habe eine Frage zum sogenannten "Führerbahnhof" bei Tündern.
Es soll sich ja um einen 4spurigen Bahnhof mit extra langen Bahnsteigen gehandelt haben, damit der Führersonderzug dort hineinpasste.

Ich finde aber kein Foto davon. Da ich selbst noch nicht dort war weiss ich auch nicht, ob dort noch etwas vom "Führerbahnhof" zu sehen ist.

Weiss von euch einer genaueres zu diesem Bahnhof?
Der ehemalige Bahnhof Tündern (anfangs noch Haltepunkt und weiter nördlich gelegen) existierte von 1913 bis 1964 und befand sich östlich des Ortes. Der Feldweg in Verlängerung der "Lange Straße" führte direkt zum Bahnhof. Heute kommt man am besten über die K16 und die L424 dorthin. Auffällig ist eigentlich nur noch der an dieser Stelle sehr breite Bahndamm.

Anbei noch eine Karte mit dem eingezeichneten alten Bahnhof:

http://www.geschichtsatlas.de/~gb27/gal ... ndern.html

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arachnoPhil
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Beitrag von arachnoPhil » 01.04.2014 13:45

Moin,

ich war am Wochenende mal wieder am Bückeberg.
Ich wollte den alten Wasserspeicher noch auf Foto bannen.

Nach meinem Besuch im Jahre 2011 ist auch denkmaltechnisch einiges passiert.
Ich zitiere die Wikipedia:


Heutiger Umgang mit dem Festgelände

Das frühere Gelände der Reichserntedankfeste ist bis auf einen kleineren Bereich in der Ebene, der landwirtschaftlich genutzt wird, weitgehend erhalten geblieben. Bis heute (2013) ist die frühere Funktion nicht durch Informationstafeln oder ähnliches kenntlich gemacht.[14] Die Gemeinde Emmerthal wies es 2002 als Wohngebiet aus und plante, es bebauen zu lassen. Laut Presseberichten aus den Jahren 2007 und 2008 entstand eine Kontroverse um die weitere Zukunft des Areals. Unter Historikern, allen voran Bernhard Gelderblom, regte sich Widerstand gegen eine Bebauung, die eine Zerstörung des historischen Ortes bedeutet hätte. [15] Der mögliche Denkmalstatus des Geländes führte zu Widerstand seitens der Gemeinde Emmerthal, die eine Aufnahme in das Denkmalverzeichnis anfangs ablehnte. Man befürchtete bei einer Einstufung eine Aufwertung der Stätte, die Rechtsextremisten als Kultstätte für sich hätten entdecken können, zumal bereits an einem 20. April (Führergeburtstag) Blumen niedergelegt wurden. Als oberste Denkmalschutzbehörde, die in Dissensfällen über den Denkmalstatus zu entscheiden hat, rief das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur im September 2009 ein Symposium unter Teilnahme von Experten und lokalen Entscheidungsträgern ein. [16] Im Ergebnis einigte man sich, das Gelände im Denkmalverzeichnis zu führen und in seinem gegenwärtigen Zustand zu erhalten. Die Einrichtung einer Gedenkstätte oder eines Dokumentationszentrums wurde ausgeschlossen. Dennoch stellte sich nach der Denkmaleinstufung die Frage nach einem Vermittlungskonzept für das Gelände, was in die Zuständigkeit des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur und der Stiftung niedersächsischer Gedenkstätten fällt.


Denkmalstatus

Historiker messen dem Gelände der Reichserntedankfeste am Bückeberg bei Hameln eine Bedeutung als historischer Erinnerungsort auf nationaler Ebene bei. Es gehöre neben dem Reichsparteitagsgelände in Nürnberg, den Ruinen des KdF Seebades Prora auf Rügen und dem einstigen Reichssportfeld Berlin zu den wenigen noch bestehenden Orten, an denen die Nationalsozialisten um Zustimmung in der Bevölkerung warben und die Volksgemeinschaft manipulativ inszenierten. [17] Das Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege betrachtet das Gelände als hochrangiges Kulturdenkmal und stufte es 2011 mit seinen restlich erhaltenen Anlagen als Baudenkmal im Sinne des Niedersächsischen Denkmalschutzgesetzes ein. [18] Diese Bewertung beruht auf der Tatsache, dass das Gelände noch heute als gestaltete Landschaft mit dem erhöhten "Führerweg", inszenierten Baumgruppen, gepflasterten Straßen und Alleen erkennbar ist. Bauliche Relikte sind Treppenbauten an der Weser, ein Wasserhochbehälter, Reste der Arbeitsdienstlager, Betonfundamente der Ehrentribünen sowie Verteilerkästen. Auch ist das gesamte Gelände wegen der umfangreichen Planierarbeiten, Abtragungen und Aufschüttungen als bauliche Anlage zu sehen. Da während der Tiefbauarbeiten 1938 am Fuße des Bückeberges ein größeres Gräberfeld aus dem Übergang der Bronzezeit in die vorrömische Eisenzeit um 1000 v. Chr. entdeckt wurde, stellt das Gelände zusätzlich ein Bodendenkmal dar.

Dennoch gibt es dort nichtmal ein kleines Schild.
Jemand der es nicht kennt wird nur eine Wiese sehen.

Gruss... Phil...
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Beitrag von arachnoPhil » 14.09.2015 13:37

Fieldmouse hat geschrieben:hier der Vollständigkeit halber noch ein paar Eindrücke von der zuvor erwähnten Wessel-Ruine.
Ohne Hilfe von Einheimischen findet man nichts, selbst mit guter Kartenskizze kann man dran vorbeilaufen :holy: .
Moin moin fieldmouse,


dank deiner Hilfe habe ich die umgestürzte Säule gefunden!
Ich muss sagen, dass ich ohne deine Karte gar nichts gefunden hätte.

Der Süntel ist ein wirklich urtümlicher, geheimnissvoller, deutscher Berg, der es uns nicht leicht machte. Wir hatten Karten und Verpflegung und einige wirklich präzise Ortsangaben. Aber der Berg machte uns diverse Striche durch die Rechnung. Ab und an verwandelten sich breite, gut begehbare Wege in hüfthohe Graslandschaften, manche Abzweigungen sind nur noch bessere Wildwechsel an denen man sehr schnell vorbeigeht. Die Vegetation war so hoch, dass man kaum Dinge im Unterholz sehen konnte und sogar die liegende Säule habe ich erst bemerkt als ich unmittelbar davor stand.

Da ich nun einige Maße und Infos mehr habe konnte ich eine Photoshopskizze des Denkmals erstellen. Diese ist natürlich noch nicht bis ins kleinste Detail korrekt. Aber es gibt einen guten Eindruck.

Gruss... Phil...
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