Ordensburgen

Nichtmilitärische Zweck- und Repräsentationsbauten und -Projekte des Nationalsozialismus 1933-1945
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Markus
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Beitrag von Markus » 07.01.2007 15:23

Hier der ganze Artikel:


Bunkeranlagen bleiben erhalten

VON F.A. HEINEN, 04.01.07, 07:16h

Vogelsang - Das militärische Sperrgebiet des Truppenübungsplatzes verhinderte effektiv, dass die dort zahlreich zu findenden Bunkeranlagen durch den Eigentümer Bund völlig geschleift wurden. Für die Bodendenkmalpflege entpuppt sich diese Tatsache heute als Glücksfall. Gleich 14 Bunkeranlagen und Stellungen im Bereich Vogelsang wurden Anfang Dezember unter Bodendenkmalschutz gestellt. Es handelt sich um die ehemalige „Igelstellung Vogelsang“, eine völlig einmalige Angelegenheit im Zusammenhang mit dem Bunkerbau der Nazis in Westdeutschland, sowie eine Stellung der „Luftverteidigungszone West“ (LVZ) südwestlich von Wollseifen.

Insgesamt gibt es im ehemaligen Sperrgebiet, dem heutigen Nationalparkgebiet, sogar drei verschiedene Bunkerarten: neben „Igel“ und „LVZ“ sind das die Bunker entlang des Nordufers der Urfttalsperre, die zur zweiten Linie des Westwalls gehören, die Urft aufwärts bis nach Kall-Anstois reichte.

Die riesigen Betonbrocken entstanden von 1938 bis 1940 unter gewaltigem Einsatz von Menschen, Material und Propaganda. Der militärische Wert der Bunkerstellungen und Panzerhindernisse („Höckerlinie“) hielt sich eher in Grenzen. Aber der beabsichtigte propagandistische Effekt des angeblich unüberwindlichen Bollwerks im Westen verfehlte seine Wirkung nicht. Selbst 1944 stoppten die vorrückenden Invasionstruppen der USA vor der „Siegfriedlinie“.

Wenige Monate später überwanden die GIs die längst nicht mehr verteidigungsbereite Bunkerlinie relativ zügig. 1947 und 1948 wurden die Betonunterstände unter Aufsicht der britischen Besatzung nahezu allesamt in die Luft gejagt. Wobei die Bunker sich auch dank ihrer Eisenarmierung als überaus zähe Brocken entpuppten. Vielfach wurde lediglich die Bunkerdecke angehoben, die sich dann wieder auf die Außenmauern legte. So blieben viele Bauwerke erhalten und stellen bis heute bedeutende Zeugnisse dieses Propagandabauwerks aus der Zeit des Nationalsozialismus dar.

Jahrelange Proteste

Nach jahrelangen vergeblichen Protesten gegen die weitere Zerstörung der Zeugnisse hat sich nun eine „große Koalition“ für den Erhalt der wenigen noch vorhandenen Westwall-Relikte gefunden. In seltener Eintracht fordern beispielsweise der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und der Eifelverein die Einrichtung eines Westwall-Museums auf Vogelsang und den Erhalt der letzten Stellungen.

Als ganz ungewöhnliches Relikt wurde nun der „Igel“ Vogelsang unter Schutz gestellt. Der Westwall an sich war eine Linienverteidigung von Niederrhein bis nach Basel. Der „Igel“ hingegen war eine Bunkerstellung, die ausschließlich zum Schutz der damaligen „NS-Ordensburg“ Vogelsang errichtet wurde. Es handelt sich um Maschinengewehr-Stellungen und Bunker, die mit Panzerabwehrwaffen ausgestattet waren. Die Bunker ziehen sich halbkreisförmig vom Morsbachtal aus am Walberhof und der Zufahrt nach Vogelsang entlang und umgehen die heutige Wüstung Wollseifen südwestlich bis zur Gemarkung „Hühnerkopf“.

Südlich dieser Igelstellung befinden sich bis heute die Überreste der „Geschützstellung Vogelsang“, einer großen Flugabwehrbatterie im Rahmen der Luftabwehr an der Westgrenze. Ab 1938 hatte sich die Luftwaffe mit der Planung einer „Luftschutzzone West“ befasst. Zwischen Jülich und Speyer sollten seit dem Frühjahr 1939 60 leichte und schwere verbunkerte Flak-Batterien installiert werden. Nach dem Vordringen der Wehrmacht im Westen im Frühjahr 1940 verloren diese Flugabwehrstellungen ihre militärische Bedeutung. Sie wurden - wie die Westwall-Anlagen - abgerüstet.

http://www.ksta.de/jks/artikel.jsp?id=1162473231470
Militärgeschichtliche Exkursionen und Recherchen / Maas - Argonnen - Champagne / Preußischer und französischer Festungsbau

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Beitrag von cebulon66 » 16.10.2007 19:39

Der bekannte Fotograf Andreas Magdanz plant, in 2008 ein Kunstbuch über Vogelsang herauszubringen ...

mehr dazu hier http://www.ksta.de/html/artikel/1190968681049.shtml

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Beitrag von Björn » 22.04.2008 20:31

Für alle, die sich schon seit Jahren darauf gefreut haben (oder auch nicht), daß die Bundeswehr aus der Burg in Sonthofen (=Generaloberst-Beck-Kaserne) auszieht, gibt es leider eine andere Nachricht:

vor ein paar Tagen wurde endgültig entschieden, daß die Burg auch weiterhin militärisch genutzt wird. Stattdessen wird die Bundeswehr die beiden anderen Kasernen in Sonthofen (Jägerkaserne und Grüntenkaserne) aufgeben! Nach einigen Renovierungs- und Umbauarbeiten werden die in Sonthofen verbleibenden Einheiten von ABC-Abwehr und Sportförderung komplett in die "Burg" umziehen.

Tja, so mancher in- und ausländischer Investor, der schon seit Jahren eine zukünftige zivile Verwendung der Gesamtanlage geplant hatte, wird über diese Nachricht sicher nicht glücklich sein. Eigentlich hieß es ja immer, diese Kaserne wird geschlossen und die beiden anderen bleiben erhalten - jetzt kommt doch alles anders.

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Beitrag von Markus » 22.04.2008 21:28

Also ic h finde, daß das eine gute Nachricht ist. So wird die Anlage eben kein "lost place".
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Beitrag von HW » 23.04.2008 12:32

Siehe auch mein Beitrag hier:

viewtopic.php?t=11692

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Beitrag von Björn » 24.06.2008 14:53

Am vergangenen Samstag, 21.06.2008, war nicht nur Stadtfest in Sonthofen, sondern auch Tag der offenen Tür in der Jägerkaserne, in der (noch) die ABC- und Selbstschutzschule untergebracht ist. War übrigens sehr interessant, vor allem der neu aufgestellte "Spezielle ABC-Abwehr-Reaktionszug der Bundeswehr".


Aber jetzt zu den Stollen im Kalvarienberg unterhalb der "Burg":

Ja, es gibt hier Stollen und ja, es wurden auch direkte Verbindungen in die Burg geplant, die aber nicht fertig gestellt werden konnten. Nur die verschiedenen Eingänge sowie einige Stollenmeter dahinter konnten tatsächlich realisiert werden. Nach dem Krieg gab es dann Planungen, die begonnen Bauarbeiten zu vollenden. Es gab damals drei Überlegungen:
- militärische Nutzung durch die Bundeswehr
- Nutzung als Zivilschutzanlage
- teilweiser Ausbau zum Umfahrungstunnel für die Sonthofener Altstadt

Alle drei Planungen scheiterten letztendlich und daher sind die Stollen heute auch weitgehend im ursprünglichen Zustand. Sie werden jetzt von Fledermäusen verwaltet :-)

Gruß
Björn

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Bobbele
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Beitrag von Bobbele » 15.07.2008 19:09

Hallo zusammen,

in Wollseifen wird am 17. August wieder die Kirche eingeweiht.

http://www.kirche-im-bistum-aachen.de/w ... ction=show

Gruß

Boris

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zulufox
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Beitrag von zulufox » 15.07.2008 19:44

Hallo,

folgende Literatur gibt es noch:
F.A. Heinen
Vogelsang
von der NS-Ordensburg zum Truppenübungsplatz in der Eifel

Helios-Verlag, Aachen; 4. Auflage; ISBN: 3-933 608 - 46 - 5 Preis: 34,- €

MfG
Zf :holy:
Friedrich Hebbel: Tagebücher:
"Es gibt nur eine Sünde, die gegen die Menschheit mit allen ihren Geschlechtern begangen werden kann, und dies ist die Verfälschung der Geschichte."

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Beitrag von darkmind76 » 06.10.2008 08:26

Zu Vogelsang gibt es wohl demnächst etwas bei der BImA:

http://www.bundesimmo.de/immo6s/files/6 ... 000_DE.pdf

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klaushh
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Beitrag von klaushh » 12.10.2011 22:21

Moin, moin!

Zur Zukunftsplanung bezüglich Vogelsang gibt es eine eigene Seite:

http://www.vogelsang-ip.de

Unter "Investieren" ist dort ein ausführliches (über 6 MB großes) und inhaltsreiches Exposè mit diversen Anlagen zu finden.

Gruß
klaushh
Bei Interesse für Bunker und unterirdische Bauwerke in Hamburg mal http://www.hamburgerunterwelten.de besuchen!

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