Wohnsiedlungen für Rüstungsbetriebe

Nichtmilitärische Zweck- und Repräsentationsbauten und -Projekte des Nationalsozialismus 1933-1945
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erlenmeier
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Wohnsiedlungen für Rüstungsbetriebe

Beitrag von erlenmeier » 06.09.2016 09:15

Wer kann mir Orte und Rüstungsfirmen/Militär-Einrichtungen nennen, die ab ca. 1936 Wohnsiedlungen für Ihre Beschäftigten bauen liessen?

Mir bekannt sind im Norden
- Nordenham
- Lemwerder
- Rechlin
- Karlshagen
- Rostrup

Danke für Mithilfe sagt
erlenmeier
Nur wer die Vergangenheit kennt, kann auch Gegenwart und Zukunft bewältigen.

psimyki
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Wohnbauten für Militärangehörige

Beitrag von psimyki » 06.09.2016 11:42

Sylt nicht vergessen. Auch in Leipheim wurden meines Wissens Bauten für Militärangehörige errichtet.

Gruß Psimyki

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zulufox
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Re: Wohnsiedlungen für Rüstungsbetriebe

Beitrag von zulufox » 06.09.2016 12:16

erlenmeier hat geschrieben:Wer kann mir Orte und Rüstungsfirmen/Militär-Einrichtungen nennen, die ab ca. 1936 Wohnsiedlungen für Ihre Beschäftigten bauen liessen?
Hallo,

wieso erst ab 1936?
Die ersten Bauarbeiten für Beschäftigte der D.V.S. List, die von der Reichsmarine gebaut wurden, begannen z.B. bereits 1926.

Rüstungsfirmen:
Heinkel: Werkssiedlungen in Oranienburg und Rostock,
Messerschmitt: Haunstetten, Regensburg,
um nur Beispiele zu nennen.

Zu jedem Fliegerhorst (bauliche Anlage für die ständige Stationierung in Friedenszeiten) gab es neben den Kasernenunterkünften für Mannschaften, Unteroffiziere und Offiziere mindestens noch eine Wohnhaus für den Kommandeur/Fliegerhorstkommandanten (überwiegend das einzige Wohnhaus mit einer Einzelgarage :-) ), mehrere Wohnhäuser für verheiratete Offiziere und höhere Beamte sowie ein einfacheres Wohnhaus für die Heizer!

Bei Fliegerhorsten mit einem hohen Anteil an zivilem technischen Personal (Luftparke) gab es auch für diese entsprechende Wohnsiedlungen.

MfG
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Djensi
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Beitrag von Djensi » 06.09.2016 14:17

Moin,

auch dort gab es Wohnhäuser für die Angestellten und Arbeiter der Fabrik.
Beschrieben auch in einem Artikel der Begerdorfer Zeitung : http://www.bergedorfer-zeitung.de/archi ... hacht.html
und
https://blogs.sub.uni-hamburg.de/bergedorf/?p=2288

Gruß
Djensi

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Beitrag von GerdW » 06.09.2016 22:59

Guten Abend,

in Bielefeld wurden 244 Wohnungen für die Bediensteten des Luftwaffenbekleidungsamtes
errichtet.

Bis 1945 hatten die anliegenden Straßen Namen von bekannten Fliegerassen.
Die Siedlung liegt zwischen Heeperstr. und Auf dem Langen Kampe an der Elbrede.

Nach Kriegsende übernahm eine örtliche Wohnungsbaugesellschaft die Häuser.

Gruß Gerd

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VitaminB11
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Beitrag von VitaminB11 » 07.09.2016 21:59

WASAG / DAG Stadtallendorf: Haartsiedlung
Muna Oberdachstetten (Marktbergel): Munasiedlung
und die eine oder andere "Waldsiedlung" dürfte auch ein Treffer sein (z.B.: Rottershausen, Hammelburg).

Zählen bei der Frage auch die Barackenlager für Fremdarbeiter?

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Beitrag von zulufox » 07.09.2016 22:36

VitaminB11 hat geschrieben:Muna Oberdachstetten (Marktbergel): Munasiedlung
Die Antwort kann man, zumindest für Luft-Haupt-Muna und Luft-Muna verallgemeinern:
Bei allen diese Anstalten gab es Wohnsiedlungen für die dort beschäftigten zivilen Feuerwerker.

Diese Siedlungen existieren zum großen Teil noch heute.

MfG
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Beitrag von Godeke » 08.09.2016 11:25

Hallo :-) ,

eines der bekannteren und auch heute noch existierenden Siedlungen ist die wohl die JUNKERS-Werkssiedlung in Dessau. Sehr sehenswert!
...und jetzt noch mal schnell zu www.thw-lueneburg.de , der aktuellen Seite mit News aus der wunderbaren Welt des Helfens!

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Schneider-Huetter
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Rottweil: Siedlung "Auf der Brücke"

Beitrag von Schneider-Huetter » 08.09.2016 13:09

Hier noch was aus dem Südwesten. Die Siedlung "Auf der Brücke" in Rottweil wurde für Arbeiter der dort ansässigen Pulver- und Kunstseidefabrik (gehörte damals schon zur I.G. Farben) gebaut:
http://rottweil.net/frame/Ansichten/Auf ... /frame.php

Sogar mit einem "Türmchen" mit Plattform für die Luftverteidigung (erstes Foto auf obiger Seite).

Auf alten Luftbildern sieht man sehr schön die gleichförmige Anordnung der Häuser/Grundstücke mit großem Garten zur Selbstversorgung.

Grüße
Mathias
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erlenmeier
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Wohnsiedlungen für Rüstungsbetriebe/Militäranlagen

Beitrag von erlenmeier » 08.09.2016 19:16

Moin!
Erstmal Dank für die ersten Tipps.

1.) Zur Frage von ZF: ab ca. 1936, weil mich der Wohn-Siedlungsbau in Deutschland generell interessiert. In dieser Frage ganz besonders, weil ab 1933 nur noch gezielt Wohn-Großanlagen realisiert wurden, wenn Sie dem Ziel der totalen Aufrüstung dienten. Es gibt zwar auch ein paar andere Beispiele, aber Werks- und Militär-Siedlungen waren besonders wichtig, weil die Fachkräfte und WM-Angehörigen meist aus Orten mit größerer Distanz kamen. Pendeln war da nicht möglich, kurze Wege zur Arbeit waren angesagt und...die starke Verbundenheit Betrieb/Wohnsiedlung.

2.) Zur Frage von Vitamin B11: Auch Barackenlager für Fremdarbeiter. Antwort: Erstmal nicht! Man muss sich ja bei den Themen immer wieder beschränken.
Zu den Waldsiedlungen Rottershausen/Hammelburg habe ich bisher noch keine Hinweise entdeckt. Hilfst Du mir bitte weiter?

3.) Zum Post von Godeke: Wurde ab 1933 in Dessau eine weitere Werkssiedlung für Junkers-Beschäftigte gebaut?
Über die Siedlung 20er- bis Anfang 30er-Jahre habe ich einiges gefunden.

Gruß von erlenmeier
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