[Nachlese] Begehung, HAWK-Stellung 6.9.2007

Militär nach 1945 - FlaRak, CRC, CRP, SOC & Co, TMLD etc.
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n-lange
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Beitrag von n-lange » 22.01.2008 20:25

Falls ihr noch überlegt, ob ihr euch das Geländer der ehemaligen Raketenstation für ein Wochenendhäuschen zulegt: Zu Spät! Für 100.000 € hat ein Unternehmer aus der Region jetzt zugeschlagen. Bei 110.000 Quadratmetern also unter 1€ für den Quadratmeter.
Der Haken an der Sache: "Große Teile des Geländes sind als Kampfmittelverdachtsflächen eingestuft, es besteht die Gefahr, dass dort noch Fliegerbomben-Blindgänger liegen"

Also doch kein Schnäppchen? :?

Gruß NL

Büttner
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Beitrag von Büttner » 28.02.2008 17:57

TimoL hat geschrieben:
Bild_08:
Zugang zum Schutzraum 1

Bild_09:
Zugang zum Schutzraum 2
Gibt es solche Schutzräume in jeder HAWK-Stellung?

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bettika
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Re: [Nachlese] Begehung, HAWK-Stellung 6.9.2007

Beitrag von bettika » 01.04.2011 20:37

katschützer hat geschrieben:Moin,
bei Sehestedt (Nähe Rendsburg, dierekt am Kanal) hat es seit 1966 eine Feuerstellung für das FlaRakSys HAWK gegeben. Im Krieg war hier ebenfalls Flak angesiedelt. MfG
Hallo,
die Liegenschaft ist zwischenzeitlich verkauft. Als Abschluß ein Rückblick in die Historie des Standortes.Die Bauten vor 1945 habe ich versucht auf der Grundlage der HGR in GE darzustellen .

"1939
Errichtung der Flak-Stellung Installation von vier 8,8cm Geschützen Die Geschützplattformen waren durch unterirdische, in H-Form angeordnete Betonbauten (Bunker B1) miteinander verbunden

1.Halbjahr 1942
Demontage der Geschütze und Verlegung nach Graudenz. Kurzer Leerstand der Anlage.

2. Halbjahr 1942
Errichtung eines Ausbildungslagers für Marine-Flakhelferinnen

Zwischen 1944 und.1945 wurde südlich des Lagers eine Erdstellung mit einer 2 cm Zwillingsflak (Maschinenkanone) angelegt. Diese Zwillingsflak war gegen Kriegsende noch in der Stellung vorhanden

Ende April Anfang Mai 1945
Sprengung bzw. Vergrabung des in den Bunkern eingelagerten Ausrüstungsmaterials (Entfernungsmessgeräte o. ä) durch die Wehrmacht

08. oder 09.05.1945 Einmarsch britischer Truppen in Sehestedt

Mai 1945
Auflösung des Ausbildungslagers für die Marine-Flakhelferinnen. Belegung der Baracken mit Flüchtlingen Das Barackenlager besteht aus einer Mannschaftsbaracke, einer Wirtschaftsbaracke und der Villa Schließeit

1946
Sprengung folgender Anlagen durch britische Truppen
1. Alle Geschützplattformen für 8,8 cm Geschütze (vier Stück), Bunker B1
2. H-förmiger Verbindungsbunker zwischen den Geschützplattformen, Bunker B1
3. Zwei Bunker nördlich der Geschützplattformen, Bunker B3 und B4

Die ehem. Baracken der Marineflakhelferinnen wurden bis 1956 zurückgebaut.

01.09.1966
Beantragung der Mittelfreigabe für den Bau der HAWK-Stellung
Rückbau der Bunkeranlagen unter Erhaltung der 2 Bunker (Wasserversorgung und ehemaliger Munitionsbunker). Beide Bunker wurden von der Bundeswehr weitergenutzt"


Dezember 2006
Abgabe der Liegenschaft Hawk Stellung Sehestedt

Quelle
Historisch Genetische Rekonstruktion (HGR) 2005
dort verwendete Quellen.
NATIONAL ARCHIVES AND RECORD ADMINISTRATION, WASHINGTON/USA: Bestand RG 498/ Ent203/ Box 1 (1944)
LANDESARCHIV SCHLESWIG-HOLSTEIN, SCHLESWIG: Abteilung 320 Eck /873
BUNDESARCHIV-MILlTÄRARCHIV, FREIBURG: Bestand BW1/126136
BUNDESARCHIV-MILlTÄRARCHIV, FREI BURG: Bestand BW1/54977 (1966)
Zeitzeuge aus Sehestedt

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ehem. HAWK Stellung Sehestedt

Beitrag von bettika » 01.04.2011 21:05

n-lange hat geschrieben:Falls ihr noch überlegt, ob ihr euch das Geländer der ehemaligen Raketenstation für ein Wochenendhäuschen zulegt: Zu Spät! Für 100.000 € hat ein Unternehmer aus der Region jetzt zugeschlagen. Bei 110.000 Quadratmetern also unter 1€ für den Quadratmeter.
Der Haken an der Sache: "Große Teile des Geländes sind als Kampfmittelverdachtsflächen eingestuft, es besteht die Gefahr, dass dort noch Fliegerbomben-Blindgänger liegen"

Also doch kein Schnäppchen? :?

Gruß NL
Hallo,
den o.g. genannten Verdacht kann ich aus vorgenannter Historie relativieren.
Auf den ausgewerteten Luftbildern sind keine Bombentreffer erkennbar.
Der Kampfmittelverdacht beschränkt sich allein auf den Bereich der gesprengten Bunker B1,B3 und B4. Diese sollen gem. Zeitzeugenausage mit Fliegerbomben von innnen heraus gesprengt worden sein.Es ist davon auszugehen, das beim Bau der Hawk Stellung die Bunkerreste beseitigt wurden. Eine mögliche Gefährdung soll nur bei Tiefbauarbeiten berücksichtigt werden.
Quelle. HGR 2005

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Beitrag von hollihh » 01.04.2011 21:31

Moin,

kampfmittelverseucht heißt nicht, daß die Dinger unbedingt auch von Flugzeugen abgeworfen wurden - nach dem Krige hat man z.T. große Munitionslager gesprengt, leider sind dabei nicht immer alle Sprengkörper explodiert oder deflagriert, sondern lustig in der Gegend herumgeflogen...

Gruß

Holli

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HAWK Stellung Sehestedt

Beitrag von bettika » 01.04.2011 22:00

Hallo Holli,
für andere Liegenschaften kann das unbestritten zutreffen,aber auch dort bedarf es der Recherche und Begründung.
Was ich versuchte zu erläutern ,war die Gefährdungsabschätzung für diesen Standort,
Ziel der HGR war nicht vordringlich die Historie für uns zu recherchieren ;)
sondern dem Kampfmittelverdacht nachzugehen, mit dem von mir genannten Ergebnis.
Aus der FLAK Stellung selbst war keine Munition vorhanden, weil seit 1942 die Geschütze fehlten. Auch dies wurde recherchiert
Bleibt der Verdacht aus Sprengbombenblindgängern aus der Sprengung begrenzt auf die 3 Bunkerstandorte, wie bereits genannt.

Grüsse
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Konversion Hawk Stellung

Beitrag von bettika » 25.01.2012 17:47

Hallo,
der Standort auf dem Windmühlenberg präsentiert sich mittlerweile mit neuem Nutzungskonzept als "Info-park mit touristischer Nutzung im Vordergrund " auf dem auch der moderne Firmensitz des Käufers Platz hat.
http://www.schleswig-holstein.de/cae/se ... Levsen.pdf

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Konversion HAWK Stellung Sehestedt

Beitrag von bettika » 20.02.2012 20:42

Hallo,
da der Link nicht mehr funktioniert eine Aktualisierung
http://www.schleswig-holstein.de/MWV/DE ... onFile.pdf
Die Einweihung des imposanten Neubaus der Fa Denker & Wulf auf dem Windmühlenberg mit Vertretern von Politik und Wirtschaft erfolgte im letzten Jahr http://www.denkerwulf.de/news.html
Möglich wurde eine Bebauung an diesem exponierten Standort erst durch die Kombination mit BENE: Der "Besucher- und Entwicklungspark regenerative Energien (BENE) ist die Darstellung und das Erlebbarmachen der unterschiedlichen Formen von regenerativen Energien für Besucher. Dabei ist vorgesehen, verschiedene Arten regenerativer Energieerzeugung im östlichen Teil des insgesamt ca. 11 ha großen Geländes zu verteilen und auf einzelnen Stationen die Funktionsweisen der Energiegewinnung durch modellhafte Kraftwerke, Ausstellungen und/oder Schautafeln sowie durch selbst durchführbare Experimente den Besuchern auch auf spielerische und unterhaltsame Art näher zu bringen." http://www.aktivregion-hao.de/projekte/ ... te/11.html
Eine Eröffnung ist im Frühjahr vorgesehen, ich habe vorab schon mal die Gelegenheit für einen Kurzbesuch genutzt ;)
Grüsse
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