Horchposten am Bodensee

Elektronische Aufklärung ab 1945 (ELOKA / SIGINT / COMINT / ELINT / EW)
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Baum
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Beitrag von Baum » 31.08.2008 22:06

hallo,

da ich gerade vom Bodensee zurück bin und "zufällig" auch in Langenargen war hier zwei Bilder. Weitere Recherchen waren leider nicht möglich, das der jüngste Nachwuchs noch nicht so interessiert ist.

Baum
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Baum
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Beitrag von Baum » 31.08.2008 22:21

gleich noch eine Frage,

auf welche Einheit - 2. escadron 1945 - 1986 - bezieht sich denn nun der Gedenkstein?
Es werden ja zwei genannt.
Laut Bild 2 gab es 1950 die 2e Escadron du 110e Régiment d'Infanterie Colonial, die ja sicher nicht bis 1986 bestand und dann von 1963 bis1986 die Fallschirmjäger (2e Escadron du 13e Régiment de Dragon Parachutistes).
So gesehen fehlt m.E. der Zeitraum zwischen 1945 und 1950 bzw. 1963.

Baum

graui

Beitrag von graui » 22.09.2008 16:07

Hallo alle,

der Peiler in Lagenargen / Eriskirch war sozusagen Modalitätenübergreifend.
Betreiber war das Luftwaffenfernmelderegiment 72 in Feuchtwangen,
gepeilt wurde für Luftwaffe, Heer und Marine.
Die Position für Google Earth ist:
47°37'13.25"N
9°31'20.63"O

Oben auf dem Bunker waren je 12 Stabantenne in 2 Kreisen angeordnet.
Der Bunker selbst ist Rund, im Zentrum war die Technik aussen herum waren die Arbeitsraüme angeordnet. Interressant das jede Teilstreitkraft ihren eigenen Raum hatte, der mit schalldichter Tür verschlossen werden konnte.
Ein vierter Arbeitsplatz war frei, offiziell Reserveplatz (der hatte die dickste Tür :-).
Die Peilplätze waren über verschlüsselte Standleitungen mit den jeweiligen Zentralen der FM-Sektoren verbunden.
Die Sektoren gaben die Frequenzen durch, auf denen die Horchfunker Aktivität entdeckt haben, und die Peiler checkten den Standort des Senders (jede Peilstation eine Richtung) und geben dies an die Einsatzleitung zurück.

Die dazugehörige "kleinste Kaserne der Bundeswehr" stand in Langenargen, hinter der ehemaligen franz. Kaserne.
Diese bestand aus einem Gebäude welches als Unterkunfts- und Verwaltungsgebäude diente sowie einem kleineren Treibstofflager mit Werkstatt. Es war nicht nur die kleinste, auch die seltsamste Kaserne, belegt mit Soldaten aus allen drei Teilstreitkräften.
1986 durfte ich dort zwei Nächte verbringen.

Gruß,

Thomas

HW
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Beitrag von HW » 23.09.2008 11:40

Kleine Ergänzung dazu:

Zur Bezeichnung "Bunker": Man darf sich hier keinen Bunker vorstellen, gasdicht abgeschlossen und 14 Tage Überlebensmöglichkeit. Es war einfach eine Betonhülle und auch nur 1 "Untergeschoss" mit viel Technik drin (wie auch schon in vorhergehenden Beiträgen geschrieben).

Zu den 4 Arbeitsplätzen: Ein ehem. Dienststellenleiter sagte nur etwas von Luftwaffe (ca. 70 Soldaten) und ca. 10 Heeressoldaten. Marinesoldaten erwähnte er nicht. Kann also sein, dass in den 80er Jahren ggf. keine Marinesoldaten mehr hier stationiert waren.
Der 4. Arbeitsplatz mit der "dicken Tür". hang davor am Garderobenhaken nicht ein großer Schlapphut?

Die "kleinste Kaserne" war nicht in Langenargen sondern in Eriskirch und auch nicht hinter der französischen Kaserne, die war schon noch ein gutes Stück entfernt davon in Langenargen. Auf GE sieht man noch 2 Kasernenblöcke. Dazwischen lag auch noch das in diesem Thread angesprochene Übungsgelände wo überwiegend Sanitätseinheiten übten. Langenargen ist im Übrigen mit Sanitätseinheiten eng verbunden, gibt es doch seit vielen Jahren das "Langenargener Symposium Bodensee-Forum". Auf den Bundeswehr-Internetseiten des Sanitätsdienstes findet man mehr Informationen dazu.

Interessant wäre auch zu wissen, wo die erste Wullenweberanlage stand. Ich vermute mal auf dem Übungsgelände, aber wo genau.
Die ersten Luftwaffen- und Marinesoldaten der neuen Bundeswehr waren wohl noch in der französischen Kaserne untergebracht, da die neue Peilzentrale IV erst 1967 und die kleine "Luftwaffenkaserne" erst 1972 erbaut wurden. Welche Anlagen bedienten aber die Luftwaffen- und Marinesoldaten, die vor 1967, also 1959 hier waren? (Luftwaffen-Peilaußenstelle Süd - Marine-Fernmeldestelle 714.) War es die alte Wullenweberanlage?

graui

Marine

Beitrag von graui » 23.09.2008 15:00

1986 war definitiv die Marine mit im Boot,
ich war da selbst mal zu Wartungsarbeiten im Bunker und hab den Hauptbootsmann fast vergiftet (es gab am Tag vor der Anreise aus Feuchtwangen ein Bohnengericht).

Bunker: Die Schutzwirkung des Bunkers beschränkte sich auf den Schutz vor Sabotageaktionen und Anschlägen,
im V-Fall wäre die ganze Eloka nach hinten (irgendwo weiter westlich) verlegt worden.

Kaserne: Stimmt, Eriskirch hat ne kleine Ausbeulung in der Flur, genau darauf stand das Kasernchen.

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dth
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Beitrag von dth » 24.09.2008 13:17

HW hat geschrieben: Der 4. Arbeitsplatz mit der "dicken Tür". hang davor am Garderobenhaken nicht ein großer Schlapphut?
graui hat geschrieben: Ein vierter Arbeitsplatz war frei, offiziell Reserveplatz (der hatte die dickste Tür :-).
Jaja, "Reserveplatz" oder "Fremdnutzer", wie man auch immer man die Gestalten nannte :holy: .
Inzwischen ist man da aber wohl offener geworden, das entnehme ich zumindest den Türschildern die ich da letzt in einer BW-Liegenschaft gesehen habe...

-d

22er

Beitrag von 22er » 22.12.2009 14:58

Hallo,

Der 4. Raum der Arbeitsplätze war lediglich ein Reserveraum der jederzeit aktiviert werden konnte, es war kein Raum für Fremdnutzer.

Die Marine war dabei, ich war einer von Ihnen.

Günter

22er

Hier ein altes Bild von der Antennenanlage

Beitrag von 22er » 22.12.2009 15:28

Ein Bild von der Antenneanlage inkl, Holzzaun.

[Anm.: das Bild wurde entfernt, da es ohne Quellenangabe und ohne Genehmigung von folgender Internetseite kopiert wurde: http://www.manfred-bischoff.de/stationaer.htm
Dort unter "Peilzentrale IV in Eriskirch/Langenargen schauen.derlub]

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Beitrag von MikeG » 22.12.2009 15:35

Moin!

Danke für das interessante Bild! Erstaunlich, so eine Anlage auf diese Weise "gesichert" zu sehen.

Mike

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VitaminB11
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Beitrag von VitaminB11 » 22.12.2009 17:37

Tja nu, bei nem zwometerfuffzig hohen Metallgitterzaun hätte man sich die Antennen da drinnen schenken können ;)

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