Horchposten am Bodensee

Elektronische Aufklärung ab 1945 (ELOKA / SIGINT / COMINT / ELINT / EW)
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HW
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Beitrag von HW » 23.01.2004 23:21

Man hat mich gebeten folgendes richtig zu stellen bzw. genauer darzustellen:
Die Bundeswehrpeilzentrale IV lag mit Peiler und dem ca. 2 Km entfernten Unterkunftshaus (Mini-Kaserne) auf dem Gemeindegebiet von Eriskirch. Ich denke, dass ich hierzu demnächst ein paar Daten bekomme (die Mini-Kaserne - Unterkunftsgebäude - wurde z.B. erst 1972 errichtet). Die Gemeindegrenze verlief in etwa hinter dem Unterkunftsgebäude.
Die Marine-Nachrichtenstelle Süd wurde 1938 auf dem Gemeindegebiet von Langenargen errichtet. Die Gebäude und auch das Übungsgelände mit Seeufer, was hier schon angesprochen wurde, waren also auf Langenargener Gebiet. 1945 kam die französische Armee nach Langenargen und verabschiedete sich 1986 mit einem großen Zapfenstreich. Zum Schluß waren noch 250 französiche Soldaten in Langenargen stationiert. Die Gebäude wurden abgerissen und zurückgeblieben von den Franzosen ist nur eine Baracke, eine Kleine Kirche und ein Gedenkstein.
Der Titel "Horchposten am Bodensee" hat daher weiter Bestand, er bezieht sich auf Eriskirch (Bundeswehr) und Langenargen (Kriegsmarine und französische Armee).

MartinM

Beitrag von MartinM » 26.01.2004 17:58

Hallo, HW,
die Ortslage des Peilers ist sowieso klar. Aber wie Du richtig schreibst, liegt auch die ex-Mini-Kaserne auf Eriskircher Flur. Die Ortsgrenzen zwischen Langenargen und Eriskrich verlaufen an dieser Stelle etwas "unförmig". Die Karte mit den eingezeichneten Ortsgrenzen findet man unter http://www.stadtplan.net/index.asp?dire ... /home.html. Die ex-Kaserne ist das komplett rot eingezeichnete Gebäude, welches bei den beiden Buchstaben "ch" der Straßenbezeichnung "Schussenweg" eingezeichnet ist. Der Weg der kurz davor nach oben wegführt und dann nach einiger Zeit einen scharfen 90-Grad-Knick nach links zeigt, führt dann dort mittels der sogenannten "Panzerbrücke" über die Schussen und so gelangt man dann durch's Schilf auch zur Station.

realundercover
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Beitrag von realundercover » 27.01.2004 09:32

Hallo HW, die Peilzentrale stand in Schwabenheim bei Mainz, wobei Ober-Olm ja auch bei Mainz liegt.
Die Unterkunft war in der Kurmainz Kaserne in MZ.

HW
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Beitrag von HW » 27.01.2004 13:59

@ realundercover
Also hatte man keine eigene Unterkunftsliegenschaft, so wie die in Eriskirch, sondern war die Unterkunft (ich denke mal an so 60 bis 90 Personen) in der Kurmainz-Kaserne.
Wo genau die Stellung lag, habe ich aber noch nicht 100%. Ich vermute mal ca. 3 - 4 Km Luftlinie nordöstlich von Schwabenheim. Auf einer Topogr. Karte von 1992 habe ich da zwei kleine eingezäunte Liegenschaften, so ca. 3 Km Luftlinie genau nördlich von Essenheim.
Sie nannte sich zwar Heerespeilzentrale III, aber ich denke mal, dass auch die Luftwaffe und evtl. auch die Marine in dem Unterkunftsgebäude waren (Wappen, Chronik etc.an den Wänden).
Aber machen wir doch dazu einen neuen Thread auf "Heerespeilzentrale III Winzer in Schwabenheim".

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Leif
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Beitrag von Leif » 05.03.2004 15:33

MikeG hat geschrieben:Moin!

Das war ein HF-Peiler, wahrscheinlich eine Wullenweber-Antenne. Errichtet 1967 als Peilzentrale IV der Luftwaffe. Auch der "Dienst" soll dort mal gewesen sein, aber das ist nur ein unbestätigtes Gerücht.

Mike
Naja, schon etwas lange her, dass Mike dies schrieb ;)

Ich habe gerade folgendes Buch vor mir liegen: "Der Marine-Nachrichten- und -Ortungsdienst : technische Entwicklung und Kriegserfahrungen / von Helmuth Giessler. - München : Lehmann, 1971
Schriftenreihe: Wehrwissenschaftliche Berichte ; 10"

Und hier steht auf Seite 91, dass der "Wullenweber" am Bodensee stand und die Entwicklung 1940 begann. Es sind später weiterentwickelte ("Telefunken-Wullenweber") aufgestellt worden, z.B. in Hjöerring (DK) und in der Nähe von Rendsburg (1941-1944).

Weiss jamand zufällig, ob die BW-Anlage am gleichen Standort wie die alte errichtet wurde?

Viele Grüße,
Leif

HW
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Beitrag von HW » 05.03.2004 17:52

Aus meinen Recherche habe ich so in Erinnerung, dass dieses nicht der Fall war. Die alte Anlage der Reichsmarine soll in Langenargen gestanden haben. Ich habe aber bei einer für diese Fragen sehr kompetente Stelle angefragt und hoffe, dass ich bald Auskunft bekomme.

Henry

Beitrag von Henry » 20.03.2004 10:08

Ich habe nicht jeden Beitrag gelesen aber was diesen Horchposten betrifft war an diesem nichts besonderes. Wer sich die Arbeit machen will etwas über diesen Bunker kurz vor der Versiegelung zu erfahren, sollte sich an die „Wasserversorgung Schussentahl“ ( so heißen die glaube ich ) wenden. Der zuständige Mann dort heißt Udo ( ein Bekannter von mir ).
Udo war einer der letzten der den Bunker betreten hat um den Wasseranschluss abzuhängen !


Gruß Henry

Gast

Horchposten am Bodensee

Beitrag von Gast » 28.08.2008 13:07

Hallo,
zu meiner aktiven Bundeswehrzeit Funker bei der Marine) gab es drei Funkbeobachtungsstationen der Marine.
Eine in der Marinefernmeldeschule Flensburg-Müreick, eine in Soest und eine in Langenargen am Bodensee.
Alle drei beobachteten die Schiffsbewegungen der Warschauerpaktschiffe in der Ostsee.
Ich vermute, dass es ich hier um diesen Horchposten handelt.
Gruß
Meinolf

cebulon66
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Langenargen

Beitrag von cebulon66 » 28.08.2008 15:03

moin willma,
willkommen "im Club", 'hast 'nen breiten Finger gehabt,' muss heissen Flensburg-Mürwik.
Je nach Zeitraum hatten die Fernmeldeaufklärungs- und Peilstellen unterschiedliche Bezeichnungen.
Einen kurzen chronologischen Abriß findest Du auf meiner Homepage http://www.manfred-bischoff.de unter
"Elektronische Kampfführung" -> FmEloAufkl Marine.

Gruss Manfred

Gast

Horchposten Bodensee

Beitrag von Gast » 28.08.2008 16:50

Hallo Manfred,
vielen Dank für Deine Antwort.
Habe mich auf Deiner Homepage umgesehen.
War sehr interessant zu wissen was aus dem ehemaligeB-Dienst geworden ist.
Ein ehemaliger Kamerad aus der Funkerschulzeit (unser bester Hörer) wurde zum B-Dienst abkommandiert.
Später bei einem Treffen erzählte er mir, dass dieser Dienst sehr interessant war.
Dort gab es Professoren, die sich mit der Entschlüsselung der aufgefangenen Funksprüche aus der DDR befassten.
Gruß
Meinolf

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