"Lichterstrassen" im Luftverkehr

Verkehrsgeschichte - Bauwerke der zivilen Luftfahrt
Antworten
Benutzeravatar
Käpt´n Blaubär
Forenuser
Beiträge: 1218
Registriert: 25.05.2002 22:34
Ort/Region: Hamburg-Wandsbek

"Lichterstrassen" im Luftverkehr

Beitrag von Käpt´n Blaubär » 10.03.2003 23:41

Moin!

In einem Buch über historische Verkehrsbauten und -anlagen habe ich in der Einleitung zum Kapitel Luftverkehr den folgenden Absatz gefunden:

" "Unverwertbar" sind hingegen die Signaleinrichtungen, die die Flugrouten markieren bzw. markierten: Von den "Lichterstraßen" beispielsweise, mit denen bis zum Zweiten Weltkrieg bei Dunkelheit gearbeitet wurde, lassen sich nur noch winzigste, wenig aussagekräftige Rudimente finden."

Was sind diese Lichterstraßen?

Ich habe weder im Netz noch in der mir bekannten Literatur irgendeinen Hinweis gefunden. Weiß jemand etwas dazu oder kann mir jemand einen Literaturtipp geben?

Gruß

Michael

Benutzeravatar
MikeG
Administrator
Beiträge: 8470
Registriert: 07.05.2002 14:38
Ort/Region: Bispingen
Kontaktdaten:

Beitrag von MikeG » 11.03.2003 00:29

Moin!

Bevor es Funkfeuer für die Navigation gab, hat man sich halt per Sicht orientiert (Straßen, Flüsse..). Nachts wurde das etwas schwierig, weil man nicht so richtig viel sehen konnte. Und so stellte man entlang der Hauptflugrouten in Abständen von etwa 10km (mal mehr, mal weniger) Leuchtfeuer auf. Das ist so etwas ähnliches wie ein Leuchtturm, nur für Flugzeuge.


Ich habe Material darüber, das ich aber aus Copyrightgründen hier nicht veröffentlichen bzw. weitergeben kann. Ich könnte es in Form eines Artikels verwerten, denke aber eigentlich nicht daran, das irgendwann zu machen. Soo aufregend ist das nicht.

Und ganz verschwunden ist das alles nicht. Zumindest Mastfundamente gibt's hier und da noch(irgendwie fällt mir da der Name "H....." ein :mrgreen: ).

Mike
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.

berndbiege

Steigerung ... kein Seemannsgarn!

Beitrag von berndbiege » 12.03.2003 09:23

Also, auch wenn es wie eine Geschichte vom Kaept'n Blaubaer (dem Plueschigen) persoenlich klingt ...

Im Zweiten Weltkrieg gab es noch eine ernsthafte Erwaegung, dieses System weiter auszubauen. Nachdem deutsche Maschinen ab und an versehentlich irisches Gebiet bombardiert hatten (die Briten hatten dieses Versehen absichtlich herbeigefuehrt!), war die irische Regierung auf die geniale Idee gekommen, groessere Staedte bei Nachtangriffen klarer erkennbar zu machen.

Aus grossen Metallrahmen sollten riesige Buchstaben geformt werden, die dann mit tausenden von Gluehlampen bestueckt des Nachts die Worte "Dublin", "Cork" und aehnlich gen Himmel schicken sollten.

Warum der Plan nie umgesetzt wurde, ist mir nicht bekannt.

Es gibt jedoch Aufnahmen der irischen Kueste aus jener Zeit, wo aus Felssteinen das Wort "Eire" geformt wurde - um Schiffen und Flugzeugen anzuzeigen, dass man neutrales Gebiet erreicht habe.

Benutzeravatar
EricZ
Forenuser
Beiträge: 3463
Registriert: 06.05.2003 17:43
Ort/Region: Venloer Scholle

Beitrag von EricZ » 26.11.2003 21:28

Habe vorhin auf nt-v einen bericht über den Beginn der deutschen Luftfahrt gesehen.

Darin wurde auch die Strecke Berlin-Königsberg erwähnt, weil sie die erste Nachtflugstrecke Ende der 1920er Jahre (1927?) gewesen sei.

Alle 30 km hätte ein Leuchtfeuer gestanden. Gezeigt wurde eine Art größerer Leiterwagen mit verschiedenen Geräten oben drauf, unter anderem einem recht großen Scheinwerfer.

Daneben seien auf dieser Strecke noch zwischen den großen Leuchtfeuern an höheren Gebäuden usw. Gasfackeln angebracht gewesen. Diese sahen auf den ersten Blick so ähnlich aus, wie die alten Petroleumlampen an den Baustellen, welche es früher mal gab. Nur halt wesentlich größer.
And I'm hovering like a fly, waiting for the windshield on the freeway...

Benutzeravatar
Leif
Forenuser
Beiträge: 2762
Registriert: 12.05.2002 23:27
Ort/Region: Kiel

Beitrag von Leif » 28.11.2003 18:56

Mal wieder etwas aus meinem Lieblingsbuch (Hoffmann, LN)! Diesmal Band 1, Seite 117.
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.

Gast

Beitrag von Gast » 28.11.2003 21:06

Heute sieht man diese Leuchtfeuer noch sehr schön im Inntal östlich von Innsbruck.

Ab nach Süden in die Berge.... :mrgreen:

Benutzeravatar
EricZ
Forenuser
Beiträge: 3463
Registriert: 06.05.2003 17:43
Ort/Region: Venloer Scholle

Beitrag von EricZ » 28.11.2003 22:28

@ leif

Wennichmirsodiekarteanschaue, dann müßten ja im Bereich Niederrhein / Münsterland eventuell noch Reste zu finden sein.
Es sei denn, die Mehrzahl der Leuchtfeuer, waren mobil, wie im Bericht auf n-tv.

Leider aber vom Maßstab nicht genau genug, um auch nur im Ansatz Standorte ausmachen zu können.
And I'm hovering like a fly, waiting for the windshield on the freeway...

Devon

Beitrag von Devon » 28.11.2003 22:55

Ja, vielleicht. Leider sind das ja nur relativ kleine Installationen gewesen... dürfte schwierig werden...

Benutzeravatar
EricZ
Forenuser
Beiträge: 3463
Registriert: 06.05.2003 17:43
Ort/Region: Venloer Scholle

Beitrag von EricZ » 30.11.2003 21:38

@ Devon

Sehe ich auch so.

Habe bislang aber auch zu diesem Thema der zivilen Flugsicherung zu Anno Tobaks Zeiten nicht weiter gesucht.

Ich wäre ja schon froh, wenn ich mal eine genaue Karte ehemaliger Leuchtfeuer während des WKII zumindest für den Bereich des Luftgau VI/ Münster in die Hände bekommen hätte...
And I'm hovering like a fly, waiting for the windshield on the freeway...

Benutzeravatar
Käpt´n Blaubär
Forenuser
Beiträge: 1218
Registriert: 25.05.2002 22:34
Ort/Region: Hamburg-Wandsbek

Beitrag von Käpt´n Blaubär » 26.12.2005 22:20

Moin!
Um mal wieder ein Uralt-Thema wiederzubeleben... :mrgreen:
Ich habe heute die Reste eines Leuchtfeuers der Nachtflugstrecke Berlin-Hamburg gefunden. Eine Fundamentplatte, ca. 2,50 x 2,50 m groß, an den Ecken einbetonierte Winkeleisen. Alles eher unspektakulär - allerdings inzwischen auch schon an die 70 Jahre alt. Und wozu diese "alte Betonplatte" mal diente, weiß natürlich auch kein Mensch mehr.
Schönen Gruß
Michael
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
Das Leben ist kurz, behauptet man.
Ansichtssache, sage ich. Die einen sind kurz, die anderen sind lang, und manche sind mittel.
Außerdem hatte ich noch dreizehneinhalb andere davon.
(Walter Moers, Die 13 ½ Leben des Käpt´n Blaubär)

Antworten