Wassertor

Verkehrsgeschichte - Wasserwege, Häfen und zugehörige Bauwerke
c-laus
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Beitrag von c-laus » 30.03.2010 22:42

sicherlich, das ist auch ein Grund, warum Wassertore gebaut werden.
Diese Tor hier hatte aber definitiv die von mir oben genannte Aufgabe :-)
Ich habe auf diesem Kanal meinen Bootsführerschein gemacht. :8):

Wie man auf dem ersten Bild sehen kann ist das Ufer auf beiden Seiten höher als der Wasserspiegel und das bleibt auch so bis Lehnitz.
Ausserdem wäre das Tor dann an der falschen Stelle, denn der Zulauf für den Kanal kommt aus dem Werbellinsee und dieser Zulauf ist auf Foto 1 rechts hinter dem Wassertor zu sehen.
Ostwärts allerdings kann das hinkommen, da ist ein Damm und das Tor wäre zwischen der Dammstrecke und dem Zulauf.

@ Käptn Blaubär, 1925, da jedenfalls wurde das Haus, in dem ich wohne, gebaut und das war damals das Wärterhaus für den Wassertormann :-)

claus
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Talpa
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Beitrag von Talpa » 30.03.2010 23:30

c-laus hat geschrieben:sicherlich, das ist auch ein Grund, warum Wassertore gebaut werden.
Diese Tor hier hatte aber definitiv die von mir oben genannte Aufgabe :-)
(...)
Hallo,
Das mag ich nicht so richtig glauben.
Wenn ich das richtig sehe sperrt das Tor in Richtung neuer Brücke ab. Dieses ist also richtung ostwärts.
Die Flutklappen an dem Senkkasten stehen zur Wasserseite, die Versteifungen am Kasten sind zur wasserabgewanten Seite.
c-laus hat geschrieben: Ostwärts allerdings kann das hinkommen, da ist ein Damm und das Tor wäre zwischen der Dammstrecke und dem Zulauf.

(....)
claus
Das würde dann auch mit der Dammstrecke passen.
Ist das bei GE: B 52° 51' 10,89'' N, L 13° 45' 45,08'' O das nächste Sperrtor?
Dann dürfte allemahl klar sein wozu dieses Tor ist.
Zumal wenn da eine Schleuse oä. abgesperrt werden soll, macht es keinen Sinn den Zufluss mit einzusperren.

Oder habe ich da einen Denkfehler?

Gruß
Talpa

c-laus
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Beitrag von c-laus » 31.03.2010 00:39

fast bin ich versucht zu sagen; wir meinen Beide das Selbe, drücken es nur unterschiedlich aus :-)

Halten wir fest; der Zulauf für diesen Kanal ist ca. 50 westwärts des Tores.
Die höchste Stelle des Kanals ca. 20 m ostwärts.
Dazwischen steht das Tor.
sollte nun der Damm brechen, kann ich mit dem Tor den Zulauf von der Havariestelle trennen.
Aber doch genau so, wenn in Niederfinow die Hebeanlage defekt wäre...
Welche Wirkung das Tor in Richtung Osten hat, da bin ich momentan überfragt, denn da ist weder ein Damm, aber jede Menge Zu- und Abflüsse und, hinter der Lehnitzschleuse, der Lehnitzsee.

Aber ich frag mal die Leute vom Schifffahrtsamt, die wuseln ja momentan in Massen auf meinem Grundstück rum ;)

Deine Koordinaten zeigen ein weiteres Wassertor, kurz vor dem Schiffshebewerk, aber das steht auch direkt daneben (Wassertorbrücke) :8):

claus
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Flußpirat77

Sicherheitstor Marienwerder

Beitrag von Flußpirat77 » 08.04.2010 22:47

Moin Moin!

Vom Marienfelder Tor aus Richtung Osten (Niederfinow) ist das nächste Tor das Lichterfelder Sperrtor (am alten Hafen in Eberswalde) dann kommt die sog. Dammstrecke, auch Ragöser Damm genannt, und dann kommt erst das Sicherheitstor an der Trogbrücke vom Hebewerk.
Richtung Westen (Lehnitz) kommt verläuft der Kanal überwiegen NICHT über Geländeniveau, weshalb dort auch kein Tor mehr kommt.

Aber trotz allem ist es schade, daß das die schöne alte Technik weggerissen wird.
Der Schiffsverkehr, der nach dem Ausbau mal irgendwann auf dem Kanal verkehren soll wird eh nie stattfinden. Und die Schiffe, die dort zur Zeit fahren sind zu 95% unter polnischer Flagge. Für die ist die "alte" Durchfahrtshöhe von ca. 4.20m vollkommen ausreichend.

Gruss Stephan

AndPre77
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Sicherheitstore Oder-Havel-Kanal

Beitrag von AndPre77 » 19.06.2010 17:27

Ich klink mich hier mal ein.
Beim Bau des Oder-Havel-Kanals zwischen 1908 und 1914 wurden 25 Kilometer des Kanals als Dichtungsstrecke ausgelegt, weil der Kanal von Pechteig (Marienwerder) bis zum Abstieg Niederfinow über Geländeniveau liegt. Um ein Leerlaufen des Kanals bei Havarien zu verhindern oder auch ein kontrolliertes Ablassen zu Revisionszwecken zu ermöglichen, wurden damals 3 Wassertorbrücken errichtet: Pechteich, Lichterfelde und Eberswalde. Alle 3 Wassertorbrücken waren Baugleich. Somit war die Dichtungsstrecke in 3 Teile eingeteilt: Pechteich bis Lichterfelde mit einem Kanalablass am Mäckersee; Lichterfelde bis Eberswalde (das kürzeste Stück) mit der Kanalbrücke über die Bahnstrecke Berlin - Stralsund (Stettin); Eberswalde bis Niederfinow mit dem Ragöser Damm (28 m Scheitelhöhe). Das Sicherheitstor am Schiffshebewerk wurde erst 1930 errichtet und dient eigentlich nur zum Leerlassen der Kanalbrücke zum Schiffshebewerk. Die Wassertorbrücken wurden am Ende des zweiten Weltkrieges gesprengt und auch der Kanal hatte große Schäden an den Dämmen, er lief jedoch (soweit ich weiß) nicht leer. Anfang der 50ger Jahre wurde der Kanal abgelassen um alle Kriegsschäden zu beseitigen. Zu dieser Zeit wurden auch die Brücken über den Kanal neu gebaut. Allerdings wurden die Sicherheitstore und die Straßenbrücken getrennt.
Nach meinem derzeitigen Kenntnisstand bleiben nach dem Ausbau des Kanals nur noch das Sicherheitstor Pechteich und eines am neuen Schiffshebewerk Niederfinow übrig.

Ich hoffe ich konnte weiterhelfen.

www.oder-havel-kanal.de
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AndPre77
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Beitrag von AndPre77 » 17.12.2012 21:08

So, nachdem ich nun etwa 160 Fotos aus 1953 von einem Teil der leergelassenen Scheitelhaltung des Kanals erhalten habe, kann ich nun sagen, das die Sicherheitstore bereits vor 1953 fertiggestellt waren. Die zerstörten Brücken wurden auch erst später ersetzt. Was mir absolut neu ist, war das Vorhandensein eines Nadelwehres im Oberhafen der Schleusentreppe. Ich werde in den nächsten Tagen eine neue Galerie auf meiner Website mit diesen Fotos erstellen. Viele Grüße aus Nifi
Andreas

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Leif
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Re: Wassertor

Beitrag von Leif » 28.05.2020 19:22

Hallo,

derzeit ist eine Ausschreibung online zum "Abbruch Sicherheitstor Eberswalde"
https://www.evergabe-online.de/tenderde ... &id=327831

Wer also die Bestandspläne sucht, wird hier fündig. In der Baubeschreibung ist folgendes ausgeführt:
Das derzeitige Sicherheitstor Eberswalde (HOW-km 70,254, Baujahr 1960/62) diente der Absperrung und abschnittsweisen Entleerung der HOW (z.B. für den Fall von Havarien). Im Rahmen des Ausbaus der HOW wird das Sicherheitstor Eberswalde ersatzlos zurückgebaut, da es für den Betrieb des ausgebauten Kanals nicht mehr erforderlich ist. Ein Erhalt ist grundsätzlich nicht möglich, da das Tor in der künftig breiteren und tieferen Wasserstraße ein Hindernis darstellen würde. Durch eine Festsetzung der Torriegel, kann das Tor nicht mehr gefahren werden und wurde bereits 2018 außer Funktion gesetzt und vom Stromnetz getrennt.
Im April 2018 kam es zu einer Anfahrung des Tores. Die dabei entstandenen Verformungen im Fachwerkverband und Risse in dem nördlichen Widerlager beeinträchtigen die Gebrauchstauglichkeit der Anlage. (...)
Es scheint eine Dokumentation vom WSA in Auftrag gegeben worden zu sein. http://wiese-janik.de/2019/03/12/wasser ... al-abriss/
Als Auftrag wird dort angegeben:
Sicherheitstor Eberswalde / Eberswalder Wassertor – Land Brandenburg, Landkreis Barnim,
Oder-Havel-Kanal km 70,37, Wassertorbrücke, 16225 Eberswalde
Projektiert von: Zentrales Entwurfsbüro der Hauptverwaltung der Wasserstraßen, Abt. Wasserbau, Berlin,
Bauzeit: 1961-1962
  • Baugeschichte / Entwurfsgeschichte
    Bestandsdokumentation des Industriedenkmals
    Dokumentation der technischen Ausstattung
    (Abrissdokumentation 2020)
Wenn man sich die Homepage des Auftragnehmers anschaut, dann kann man eine gute Dokumentation erwarten :-) Also mal nett anfragen und dann sollte man diese nach Abschluss auch bekommen.

Viele Grüße
Leif

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