Angriffe auf zivile Schiffe der DDR

Verkehrsgeschichte - Wasserwege, Häfen und zugehörige Bauwerke
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Onkelwolli
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Angriffe auf zivile Schiffe der DDR

Beitrag von Onkelwolli » 28.10.2017 11:49

Moin aus Hamburg!

Ich plane, ein Buch über Angriffe auf zivile Schiffe der DDR zu schreiben. Beispiele gibt es genug: Haftminen an der ARENDSEE, ein westdeutscher U-Bootjäger rammt die VÖLKERFREUNDSCHAFT, DSR-Schiffe geraten in Vietnam in Bombenangriffe usw. Wer kann von solchen Zwischenfällen erzählen, war vielleicht selbst dabei und hat möglicherweise Fotos? Ich freue mich auf interessante Erzählungen. Danke.

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turul
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Beitrag von turul » 28.10.2017 14:09

Der "westdeutsche U-Bootjäger" war das Torpedofangboot "Najade", das Boot hat die "Völkerfreundschaft" nicht mit einem Rammstoß angegriffen, sondern kam bei der Rettung eines Flüchtlings der "Völkerfreundschaft" zu nahe.

Ein DDR-Bürger flüchtet während einer Reise mit der "Völkerfreundschaft" auf Höhe Fehmarnbelt-Feuerschiff, in dem er über Bord springt. Vorher hat er durch Blinkzeichen auf sich aufmerksam gemacht. Die "Najade" bemerkt diese Zeichen und setzt zur Rettung des Mannes aus Seenot an.

Wenn man bei diesem Vorfall von einem Angriff spricht, wärmt man die Kalte-Krieg-Propaganda der Ex-DDR wieder auf.

Siehe dazu:

http://www.zeit.de/1968/16/geschrammter-dampfer

bitti
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Beitrag von bitti » 28.10.2017 22:14

Ein DDR-Bürger flüchtet während einer Reise mit der "Völkerfreundschaft" auf Höhe Fehmarnbelt-Feuerschiff, in dem er über Bord springt. Vorher hat er durch Blinkzeichen auf sich aufmerksam gemacht. Die "Najade" bemerkt diese Zeichen und setzt zur Rettung des Mannes aus Seenot an.
Na, du solltest mal deine Quellen erneuern. Das war geplant, dass die NAJADE vor Ort ist und den "Flüchtling" aufnimmt. Kalter Krieg eben...

http://www.mare.de/index.php?article_id ... etCookie=1

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Marek
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Beitrag von Marek » 17.11.2017 22:40

turul hat geschrieben:Wenn man bei diesem Vorfall von einem Angriff spricht, wärmt man die Kalte-Krieg-Propaganda der Ex-DDR wieder auf.
Allerdings. Die Formulierungen klingen wirklich sehr danach. Und nebenbei ist "Gegner wider Willen" aus der Sicht eines über die Wiedervereinigung gefrusteten und vor stramm systemtreuen Offizier geschrieben. Und in Blitz und Anker werden Spekulationen wiederholt, für die es bisher keine Quellenlage gibt.
Interessanterweise schreiben aber beide Bücher von einer unbeabsichtigten Kollision.

Der Republikflüchtling (und um nix anderes handelt es sich, die James-Bond-Räuberpistole ist eine nette Propaganda Erfindung um den Schaden an der Völkerfreundschaft zu erklären und gleichzeitig dem Klassenfeind eins auszuwischen) ist übrigens später wieder zurück "geflohen".

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bettika
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Beitrag von bettika » 17.11.2017 23:15

die James-Bond-Räuberpistole ist eine nette Propaganda Erfindung um den Schaden an der Völkerfreundschaft zu erklären 
Hallo marek,
Wen Du von Spekulationen und fehlenden Quellen schreibst, dann möchte ich Deine Beweisführung/Quelle für "Propagandaerfindung " und "zurückgeflohen" sehen :lol:

Wer sich für Quellen interessiert https://www.deutsche-digitale-bibliothe ... QTOWJN2VKC
Die Geschichte von dem geplanten Überlaufen findet sich auch in   der Chronik des Marinfernmeldestab 70 Flensburg
und Günter Thye "50 Jahre Marinegeschichte an der Flensburger Förde von 1956 bis 2006 "

Grüsse
Beate
„Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ George Santayana

K Pagel
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Beitrag von K Pagel » 18.11.2017 11:55

Diese Formulierung in der verlinkten Seite ist aber auch ein "Knüller":
... Kollision mit dem Passagierschiff VÖLKERFREUNDSCHAFT der DDR-Volksmarine! ...
:mrgreen:

McIndy
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Beitrag von McIndy » 21.11.2017 22:58

bettika hat geschrieben:Wen Du von Spekulationen und fehlenden Quellen schreibst, dann möchte ich Deine Beweisführung/Quelle für "Propagandaerfindung " und "zurückgeflohen" sehen :lol:
Heiße zwar nicht Marek, aber ich denke, er bezieht sich auf das Buch "Orkanfahrt", denn da kommt ein Besatzungsmitglied der Najade zu Wort und benutzt genau das Wort "zurückgeflohen". Was dann aber wiederum auf eine geheimdienstliche Operation der DDR schließen lassen würde...

Das die Kollision stattgefunden hat, bestreitet auch keiner - da ist die Havariemeldung ja nix besonderes.

Hast du denn deine beiden Quellen (sprich die Chronik bzw. die Marinegeschichte) zur Hand, das du mal zitieren kannst?

Ich bin auch überzeugt, das an der Spionage-Geschichte nix dran ist. Das mache ich an mehreren Indizien fest. Vor allem, das alle, die dazu von Details erzählen betonen das ja alle Details noch geheim sind. Prima, so kann niemand das üerprüfen. Zweitens ist das genau so eine Geschichte (gerade noch mit der Einbindung von Kuba), die einen schönen Rundumschlag gegen den Klassenfeind hergibt (oder sich prima als "Anekdote" eignet um Chroniken aufzupeppen).

Und vor allem, wenn der "Spion" so eine wichtige Stelle in der DDR gehabt hätte (wie es ja auch regelmäßig heißt), wäre er niemals auf eine Reise mit der Völkerfreundschaft gefahren. Weil das aus Gründen der Staatssicherheit gar nicht erst erlaubbt worden wäre.
Und das weiß ich aus eigener Erfahrung....

Wenn du die entsprechenden Akten der BStU gefunden hast, bin ich aber gerne bereit, zuzugeben, das das tatsächlich eine Geheimdienstliche Operation war.

bitti
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Beitrag von bitti » 22.11.2017 09:34

Na sicher McIndy,

zwei Schnellboote der Bundesmarine laufen gezielt zur Völkerfreundschaft, um einen 0815 DDR-Bürger zu "retten"...

Der "Spion" war übrigens Kraftfahrer in einer LPG. Das könntest du herausfinden, wenn du selbst mal etwas recherchieren würdest, anstatt dich hier immer "bedienen" zu lassen mit Informationen.

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Beitrag von McIndy » 06.12.2017 23:54

bitti hat geschrieben:Na sicher McIndy,
zwei Schnellboote der Bundesmarine laufen gezielt zur Völkerfreundschaft, um einen 0815 DDR-Bürger zu "retten"...
Da hast du dann mit Sicherheit den Marschbefehl zur Hand, um das zu belegen, oder?
Der "Spion" war übrigens Kraftfahrer in einer LPG. Das könntest du herausfinden, wenn du selbst mal etwas recherchieren würdest, anstatt dich hier immer "bedienen" zu lassen mit Informationen.
Bisher heißt es immer, es ist garnicht sicher, wer das denn jetzt wirklich war? Dann hast du da mit Sicherheit doch auch Unterlagen zur Hand, aus denen das hervor geht.

Solange da nichts kommt, ist und bleibt das eine Räuberpistole.

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Re: Angriffe auf zivile Schiffe der DDR

Beitrag von Onkelwolli » 31.10.2019 12:04

In meinem neuen Buch "Schutzlos auf See" habe ich mich sehr ausführlich mit dieser Geschichte beschäftigt. Dem Text liegen umfangreiche Recherchen in Archiven und in der Literatur zugrunde: https://www.hinstorff.de/maritimes/758/ ... 22667.html

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