Verlassener Ort Radbruchsforst

Zivile und sonstige Bauten mit geschichtlichem Hintergrund und deutlichem Bezug zu den Fachthemen, die jedoch nicht eindeutig zuzuordnen sind
Gast

Beitrag von Gast » 17.01.2009 14:35

hollihh hat geschrieben:Moin,

1986 gab es da nix....mir ist nur ein Fall bekannt, wo es mehrere tote Wachkräfte gab : Lebach - das dürfte weitgehend bekannt sein.

Gruß
Holli
Danke fuer Eure Antworten! Es kann gut sein, dass unser Ausbilder etwas verwechselt hatte. Dass dieser Vorfall bei uns 1986 erwaehnt wurde, heisst ja auch nicht unbedingt, dass er 1986 passiert war (ich hatte leider nicht nach weiteren Einzelheiten gefragt). Lebach kaeme eher nicht in Frage, denn es war damals von zivilem Wachpersonal die Rede, nicht von Soldaten.

Ich habe hier noch etwas gefunden:

http://www.abendblatt.de/extra/service/ ... 3_2121.xml

Dieser Todesfall kaeme auch nicht in Frage, weil er ebenfalls einen Soldaten betrifft. Aber es wird erwaehnt:

"Sein Bruder Jörg diente zufällig im selben Bataillon in Lüneburg und war einer der ersten Soldaten, die im Munitionslager in Vierhöfen Wache gingen. Diese Aufgaben hatten vorher Zivüangestellte erledigt..."

Offenbar waren bis etwa 1982 Zivilangestellte in Vierhoefen Wache gelaufen.

Ich kann mir vorstellen, dass unser Ausbilder diesen toedlichen Schuss mit einem anderen Vorfall vermischt haben koennte und auf diese Weise eine neue Geschichte draus wurde!

Viele Gruesse

hollihh
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Beitrag von hollihh » 17.01.2009 17:28

Moin,

fällt wohl unter "urban legend" - an den im Abendblatt zitierten fall kann ich mich sogar dunkel erinnern, der wurde bei uns mal in der Wachausbildung erwähnt. Klassischer Fall von Streife schießt auf Streife - oder die Angst des OvWA vor der eigenen Wache :mrgreen:

Gruß

Holli

Baum
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Beitrag von Baum » 17.01.2009 23:12

naja es soll ja - zumindest gerüchteweise - solche OvWAs gegeben haben, die "ihre Wachen" derart lebensgefährlich kontrollieren wollten. Dieses Gerücht ging bei uns auch über einen Fachoffizier um, wenn der OvWa spielte. Mir ist er jedoch nie vors G3 gekommen.

Baum

mit unguten Erinnerungen an manche Wachen

Gast

Beitrag von Gast » 18.01.2009 03:27

MikeG hat geschrieben:Moin!

Die Geschichte klingt interessant - ich vermute aber, sie ist woanders passiert...

Ansonsten schreibst Du es selber - es ist ein Gerücht: In der StoMunNdlg Vierhöfen gab es keine A-Waffen oder sonstigen Sonderwaffen.

Mike
Hallo Mike,

unabhaengig von den Geruechten wuerde mich folgendes mal interessieren: Weshalb kannst Du mit Bestimmtheit sagen, dass es in Vierhoefen niemals A-Waffen gegeben haben kann? Gibt es mittlerweile Listen, die zuverlaessig darueber Auskunft geben? Hier etwa ein anderes Beispiel aus Liebenau:

http://www.bildergalerie-diepholz.de/an ... affen.html

Der Autor schreibt ausdruecklich:

"Mit dem Ende des Kalten Krieges war das Szenario einer möglichen Materialschlacht des Heeres mit nuklearen Artillerie- und sonstigen taktischen atomaren Gefechtsfeldwaffen in Mitteleuropa vom Tisch. Damit war auch die Zeit der über die Republik verteilten und versteckten “Sonderwaffenlager” vorbei ..."

Die Amerikaner haben ohnehin gemacht, was sie wollten - zu den heimlichen Transporten schreibt der Bericht:

"Bekannt wurden aber durch einen Bericht des Fernsehmagazins “Monitor” vom 18.2.1986 die Hubschrauber-Transporte vom US-Zentrallager Miesau (bei Ramstein) nach Lahn und anderen Großlagern. Laut dem Fernsehbericht lag darin eine Gefährdung der Öffentlichkeit und der Umwelt, da weder die Landratsämter, noch die Innenminister über die Transporte unterrichtet wurden und dadurch keine Vorsorgemaßnahmen durch den Katastrophenschutz für den Fall eines Hubschrauberabsturzes getroffen werden konnten, bei dem möglicherweise hochradioaktives Plutonium freigesetzt worden wäre...."

Die Informationen in diesem Report stammen meist von Zeitzeugen. Sowas wurde doch nicht an die grosse Glocke gehaengt. Eine Pershing II Rakete war gefaehrlich, weil man ihr nicht ansah, auf welches Ziel sie programmiert war. Daher konnte man ihren Standort bekannt machen, ohne deren Abschreckungspotential zu gefaehrden. Bei atomarer Artillerie waere die Lage anders: Aus der geringen Reichweite folgt automatisch, dass deren Standort auch in etwa dem Einsatzort entsprach. Waere dieser bekannt, dann koennte der Feind also direkt auf das von uns erwartete Verteidigungsszenario schliessen und sich entsprechend vorbereiten. Das Abschreckungspotential dieser Artillerie bestand darin, dass niemand wusste, wo sie lagerte.

Im Falle von Vierhoefen waere der Einsatzzweck eindeutig gewesen: Der Verschuss auf das jenseitige Elbufer, an dem sich die vorrueckenden sovietischen Divisionen vor der Ueberquerung aufstauen wuerden.

Viele Gruesse!

hc

Zum Munitionslager...

Beitrag von hc » 14.06.2009 17:50

Moin moin,

gestern waren wir mit einem ortsansässigen Kenner der Gegend im Einemhofer Forst unterwegs und haben dabei eine Menge über Grundwasserströme, Neophyten, die Roddau und vieles mehr erfahren.

Besonders interessant fand ich aber seine Aussagen über das ehemalige Munitionsdepot, in dem nach seinen Worten tatsächlich Atomsprengköpfe - "Neutronenbomben" sagte er - gelagert gewesen sein sollen. Die zugehörigen Abschusseinrichtungen befanden sich in Deutsch Evern und der Transport wäre über die eigens erbaute Straße erfolgt. Mit der Bahnstrecke hatte das alles nichts zu tun. Die Sache ist damals "öffentlich" geworden dachdem er die örtliche Feuerwehr nach einem Notfallplan gefragt haben soll, die aber von nichts wusste.

Von dem toten Wachmann hat er ebenfalls gesprochen: Der soll erschossen worden sein, als ihm das "Losungswort" nicht einfiel... Es muss also eine sehr angespannte Situation gewesen sein und wegen "gewöhnlicher" konvenstioneller Munition kommt es wohl eher weniger zu solchen Überreaktionen.

Mal ne Frage an die Kenner der Materie: Müsste man nicht auch nach 20 Jahren rein chemisch nachweisen können, was da mal gelagert und ggf. vor sich hin gestrahlt hat?

Dank und Gruß
HC

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Re: Zum Munitionslager...

Beitrag von Krakau » 14.06.2009 21:24

hc hat geschrieben:Müsste man nicht auch nach 20 Jahren rein chemisch nachweisen können, was da mal gelagert und ggf. vor sich hin gestrahlt hat?
Moin!

Nö, müsste man nicht !

Plutonium ist ein a-Strahler und aktiviert nicht seine Umgebung. Außerdem liegt das Zeug nicht frei in der Gegend rum, sondern ist mehrfach gekapselt... :mrgreen:

Gruß
Thomas

hc

Beitrag von hc » 15.06.2009 00:06

Na denn... dann werden sich wohl weiter Mythen und Legenden, vielleicht auch Verschwörungstherorien um diesen Ort ranken. Und wenn ich etwas konkreteres erfahre, lasse ich es Euch wissen.

Grüße nach Krakau von
HC

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Beitrag von willem » 15.06.2009 01:12

hc hat geschrieben: Und wenn ich etwas konkreteres erfahre, lasse ich es Euch wissen.
Aber bitte nichts von einem Wünschelrutengänger der gehört hat das einer was gesagt hat dessen Schwager mal einen kannte der einen gesehen hat der was wußte von einem der einen Nachbarn hatte der.......


gruß
willem

hc

Beitrag von hc » 15.06.2009 08:57

Mensch Willem, hört sich ganz so an, als dass Du den kennst, den Wünschelrutengänger, der gehört hat, dass... usw. ;-) Ich kenne ihn nicht. Es ist nur so, dass mein Kontakt nicht genannt werden will. Wenn ich mal wieder Zeit habe, kümmere ich mich drum und frage nach Details. Außerdem muss ja wohl einiges im Lüneburger Kreisarchiv dokumentiert worden sein. Vielleicht schaue ich da mal rein.

Grüße
HC

willem
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Beitrag von willem » 15.06.2009 11:08

Hallo HC,
nein-ich kenne den Wünschelrutengänger nicht.Aber ich kenne das Spiel "Stille Post".
Als Nachbar dieser Anlage bin ich natürlich an Details interessiert.
Zumal ich auch einige aus der Rentnertruppe,die diese Anlage bewacht haben,gekannt habe.

gruß
willem

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