Verlassener Ort Radbruchsforst

Zivile und sonstige Bauten mit geschichtlichem Hintergrund und deutlichem Bezug zu den Fachthemen, die jedoch nicht eindeutig zuzuordnen sind
Gast

Munitionsdepot nähe Vierhöfen

Beitrag von Gast » 06.03.2008 10:08

Ich bin jetzt erst auf diese interessante Diskussion gestoßen. Da sich der angesprochene Ort ganz in meiner Nähe befindet, kann ich da vielleicht etwas zu sagen. Bei den o.g. Koordinaten handelt es sich um das ehemalige Munitionsdepot, welches seit einigen Jahren stillgelegt ist und nun zivil "genutzt" wird. Ich bin da eben mal schnell hin und hab ein paar Bilder gemacht (s.u.).

Bemerkenswert ist die überdimensionale Zufahrtsstraße (abgehend von der Vierhöfener Straße) zu dem Areal. Dort konnten auch die schwersten LKW Material in den Wald anliefern. Möglicherweise gab es früher in der Nähe auch die Verladerampe an der Buchholzer Bahn, von der immer mal im Dorf erzählt wurde? Gerüchteweise soll die seit den frühen 1980er Jahren nicht mehr befahrene Bahnstrecke erst nach dem Ende des Kalten Krieges demontiert worden sein, da dann erst das Minitionsdepot aufgegeben wurde? Ich halte das für ein Gerücht.

Das erste Foto wurde vor rund zwei Stunden bei N 53° 17.1651 E 010° 14.0564, das zweite und dritte ungefähr bei N 53° 17.2288 E 010° 14.1838 aufgenommen (die Koordinaten kann man direkt in Google Earth eingeben).

Der Besitzer/Pächter/Eigentümer ist ein gewisser Paul W. aus Thieshope. Er betreibt dort eine KFZ-Werkstatt. Seine Telefonnummer hängt bei der Einfahrt (Bild1) am Briefkasten. Vielleicht hat er ja mal Zeit für eine kleine Führung? Könnte interessant sein, denn vieles ist offensichtlich noch sehr gut erhalten, z.B. die Beschilderung, Wachposten, Meldeanlagen, Baracken, Zuwegungen, Bunker etc.

Noch gut zu erkennen sind die oberirdischen Bunker, die mit Boden überdeckt und mit umgebungstypischen Bäumen bepflanzt wurden. In Google Earth ist gut zu erkennen, dass die Straßen wie ein Kamm angeordnet sind. Links und rechts befinden sich die Bunker, dessen Einfahrtstore gut getarnt sind und aus der Luft schwer zu erkennen sind.

In Google Earth ist an der östlichen Seite des Areals noch ein größeres Gebäude zu erkennen. Ich meine, mich zu erinnern, dass das eine bunker-ähnliche Betonkonstruktion ist. Ich war aber lange nicht vor Ort und wollte es heute früh nicht riskieren, mit dem Wagen stecken zu bleiben. Wenn Interesse besteht, knipse ich dort noch mal bei besserem Wetter. Oder es findet sich hier noch jemand, der ein etwas geländegängigeres Fahrzeug besitzt als ich.
:-)

Viele Grüße
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willem
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Beitrag von willem » 06.03.2008 14:48

Hallo Nachbar,
willkommen im Forum.
Eine Verladerampe an der Buchholzer Bahn hat es aber nie gegeben.Einen Gleisanschluß hatte das Gelände ebenfalls nicht.
Auch der Abbau der Strecke hat nichts mit dem Muni-Lager zu tun.Die Strecke war seit 1981 nicht mehr befahren,und 1989 endgültig Stillgelegt worden.

Gruß
Willem

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Beitrag von CSquadron » 14.07.2008 17:01

Hallo zusammen,

bei diesem Munitionsdepot handelt es sich um eine ehemalige Standortmunitionsniederlage des Bundeswehrstandortes Lüneburg. Die andere Munitionsniederlage befindet sich auf dem StOÜbPl Wendisch-Evern und ist ebenfalls nicht mehr aktiv. Der StOÜbPl wird allerdings noch militärisch genutzt.
MfG
CSquadron


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Gast

Beitrag von Gast » 04.09.2008 18:44

In Vierhöfen spricht man allerdings nicht gerne über diese Anlage. Mancher munkelt, dass hier Atomwaffen gelagert waren...Ob nun was dran ist...? Ist natürlich bis zum Standort Lüneburg nicht grade um die Ecke. Die Frage ist wirklich, was die Bundeswehr geritten hat, bei Vierhöfen solch ein Depot anzulegen. Es sind ja locker zw. 30 und 40 Bunker.Direkt an dieses Bunkergelände, grenzt ein Teil des ehem. Übungsgebietes des BGS.

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Beitrag von CSquadron » 13.10.2008 20:38

Hallo,

die StoMunNdlg Vierhöfen war eine ganz gewöhnliche Standortmunitionsniederlage der Bundeswehr. Dort wurden keine A-Waffen gelagert, sondern lediglich konventionelle Munition. Lüneburg verfügte über zwei StOMunNdlg, da in LG eine vorgeschobene Panzerbrigade stationiert war. Auch in Braunschweig und Nienburg gab es zwei StOMunNdlg. Die Entfernung von 30-40 KM nach LG ist nichts ungewöhnliches. Man postierte eine MunNdlg rückwärtig um im Rahmen der Verteidigung mehrere Optionen zu haben. Jede Brigade hatte auch bestimmte Bereitstellungsräume zu besetzen. Auch der BGS aus Winsen hat möglicherweise Munitions dort gelagert, aber Hauptnutzer war die Bundeswehr-
MfG
CSquadron


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Beitrag von Gast » 16.01.2009 04:12

CSquadron hat geschrieben:Hallo,

die StoMunNdlg Vierhöfen war eine ganz gewöhnliche Standortmunitionsniederlage der Bundeswehr. Dort wurden keine A-Waffen gelagert, sondern lediglich konventionelle Munition. Lüneburg verfügte über zwei StOMunNdlg, da in LG eine vorgeschobene Panzerbrigade stationiert war. Auch in Braunschweig und Nienburg gab es zwei StOMunNdlg. Die Entfernung von 30-40 KM nach LG ist nichts ungewöhnliches. Man postierte eine MunNdlg rückwärtig um im Rahmen der Verteidigung mehrere Optionen zu haben. Jede Brigade hatte auch bestimmte Bereitstellungsräume zu besetzen. Auch der BGS aus Winsen hat möglicherweise Munitions dort gelagert, aber Hauptnutzer war die Bundeswehr-
Hallo Gemeinde,

ich bin ueber eine Internetsuche auf diese Diskussion gestossen.

1986 war ich bei der Bundeswehr in Lueneburg stationiert. Ich erinnere mich sehr genau an einen Vorgang bei der Wachausbildung fuer das Munitionslager Wendisch-Evern: Uns wurde damals gesagt, in Vierhoefen habe es mal einen ernsten Zwischenfall gegeben. Eine komplette Wachmannschaft, bestehend aus zivilen Wachleuten, sei im Rahmen eines terroristischen Anschlags ueberwaeltigt worden, es habe sogar Tote gegeben. Entsprechend vorsichtig sollten wir uns bei der Wache in Wendisch-Evern verhalten.

Da ich spaeter nichts zu einem solchen Vorfall finden konnte, hatte ich ihn zunaechst als Seemannsgarn abgestempelt, der uns nur deshalb erzaehlt wurde, um uns bei der Wache auf Trab zu halten.

Wenn ich jetzt aber von dem Geruecht lese, es koennte dort moeglicherweise mal Atomwaffen gegeben haben, dann wuerde es ploetzlich wieder Sinn machen: Die genaue Verwendung eines solchen Lagers nahe der Grenze waere selbstverstaendlich geheim und man wuerde einen Zwischenfall wie diesen sicher nicht gern publik machen. Die Zivilangestellten waren dann womoeglich von einer amerikanischen Sicherheitsfirma und nicht aus der Umgebung, da bliebe es unbemerkt, wenn mal etwas passierte.

Klingt nach Verschwoerungstheorie, ich weiss - aber vielleicht liest hier ja mal jemand mit, der ebenfalls von einem solchen Vorfall gehoert hat.

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MikeG
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Beitrag von MikeG » 16.01.2009 16:42

Moin!

Die Geschichte klingt interessant - ich vermute aber, sie ist woanders passiert...

Ansonsten schreibst Du es selber - es ist ein Gerücht: In der StoMunNdlg Vierhöfen gab es keine A-Waffen oder sonstigen Sonderwaffen.

Mike

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Beitrag von Baum » 16.01.2009 18:02

Hallo,

vielleicht wurde hier Ort und Zeitraum irgendwie vermischt oder verwechselt.
Ich erinnere mich noch an den Truppenübungsplatzaufenthalt in Bergen Hohne im Sommer 1979. Hier hieß es, dass kurze Zeit vorher Niederländer von - anscheinend - Neonazis überfallen und ihnen die Waffen geklaut wurden. Über Opfer weiß ich leider nichts genaues mehr. Nur, es war natürlich ein erhebendes Gefühl mit dieser Information noch wenige Tage vor der Entlassung nachts Fahrzeugwache schieben zu dürfen.

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Beitrag von hollihh » 16.01.2009 18:31

Moin,

1986 gab es da nix....mir ist nur ein Fall bekannt, wo es mehrere tote Wachkräfte gab : Lebach - das dürfte weitgehend bekannt sein.

Gruß
Holli

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Beitrag von Baum » 16.01.2009 21:07

war damals dann aber auch schon 17 Jahre her

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