Truppenübungsplatz Senne (Augustdorf/Sennelager/OWL)

Zivile und sonstige Bauten mit geschichtlichem Hintergrund und deutlichem Bezug zu den Fachthemen, die jedoch nicht eindeutig zuzuordnen sind
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deproe
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Beitrag von deproe » 21.05.2013 22:46

Danke "Redsea".
Gibt es noch andere Meinungen?
Kann mir kaum vorstellen, dass nach der Machtergreifung oder auch schon während der Reichswehrzeit auf diesen Übungsplätzen keine derartigen befestigten oder nachgebauten ( ev. tschech. ) Bauwerke entstanden sind.
Aber vielleicht ist es ja auch so. ;)
bis dann gruß deproe

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MikeG
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Falsche Mühlen/Bunkermühlen auf Truppenübungsplätzen

Beitrag von MikeG » 22.05.2013 15:46

Moin!

Bauwerke dieser Art waren scheinbar keine Seltenheit. Auf den Truppenübungsplätzen um Munster entstanden in den dreißiger Jahren ähnliche "falsche Mühlen" als Deckungen zur Artillerie-Beobachtung. Auf Munster-Süd gab es auch falsche Großsteingräber (Adolfshöhe) und allerlei andere Baulichkeiten. Zu Kaisers Zeiten wurde die Deckung 5 sogar wie eine kleine Burg mit Zinnen und Mini-Türmchen gestaltet.

Aber das nur nebenbei - zurück zur Senne.

Mike
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redsea
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Beitrag von redsea » 23.05.2013 23:00

Hallo zusammen,

so handhabte man es auch auf dem TrÜbPl Senne mit anderen Beobachtungs- und Maschinenbunkern, die dort ähnlich wie von Mike für Munster-Süd beschrieben in Form von Burg mit kleinen Türmchen wie dem "Diebesturm", diversen anderen Türmen und Mühlen, Tankstelle wie der "LEUNA-Tankstelle" etc. errichtet oder verkleidet wurden.

Als weiteres Beispiel hänge ich ein Foto des 1901 als Beobachtungsturm erbauten Albedyll Turm an, der 1934 in sein heutiges Erscheinungsbild eines "Kalkofens" umgestaltet wurde. Er verfügte über drei Beobachtungsräume und eine begehbare Plattform auf der Sehzeichen angebracht werden konnten.


@ deproe

Andere Meinungen sind ja schön und gut, Fakten wären aber besser. Ich kenne das Gelände seit mehr als 30 Jahren und mir ist wirklich kein Bauwerk bekannt, welches dort zu Beschusszwecken errichtet wurde. Selbst bei beschädigten oder zerstörten Bunkern, wobei mir da im Moment nur der Heidehof-Bunker einfällt, handelt es sich um als Beobachtungs- und Zielbedienbunker errichtete Bauwerke, die nicht zu Beschusszwecken errichtet wurden.

Der Heidehof-Bunker wurde in den Jahren 1932/33 an der Panzerstraße als Beobachungsbunker mit Zielzuganlage errichtet und als Hofanlage um- und überbaut, dem sogenannten Heidehof. Heute befindet er sich an der nord-westlichen Grenze der Bahn L, die über einen eigenen Beobachtungs- und Maschinenbunker verfügt und wurde deshalb aufgegeben.

Viele Grüße

Kai
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deproe
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Beitrag von deproe » 24.05.2013 13:47

Danke Mike und Kai für eure Hinweise hinsichtlich der Senne.

@redsea: Bitte nicht falsch verstehen. Es ehrt dich, dass du dort schon über 30 Jahre recherchierst. So kann man eben mit hoher Gewissheit feststellen, da ja meine Anfrage betreffend auch im o.g. Buch keine Hinweise auf die von mir formulierte o.g. Frage auftauchte, es solche Bauwerke auf diesem Platz eben nicht gibt.

Die dargestellten Aufnahmen haben ähnliche Konstruktionsmerkmale wie auch auf den anderen deutschen Übungsplätzen der damaligen Zeit.
Aber auch Maschinenbunker, Beobachter an sich und Zielbediener sind in vielen Fällen "missbraucht" worden. Jedenfalls gibt es dafür auch Anzeichen auf anderen ähnlich gelagerten Plätzen.
Die Nachnutzer taten ihr Übriges.
bis dann gruß deproe

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feather
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Beitrag von feather » 25.05.2013 08:59

Moin zusammen,
Kann mich dem Statment von Redsea nur anschließen. Bin jetzt auch seit 30 Jahren direkt mit der Senne vertraut, Anfangs nur aus örtlicher Nähe seit über 20 Jahren jetzt auch beruflich.
Mir ist kein Bauwerk in der Senne bekannt das speziell zu Beschusszwecken errichtet wurde. Wenn dann Gebäude Beschussschäden nachweisen, dann kommt das daher, weil halt der eine oder andere Bunker im Zielgebiet von Schießbahnen steht, oder die Truppe schon mal "am Ziel vorbei geschossen hat".
Siehe Czettritz-Mühle im Bereich der Schießbahn H. Dieses Gebäude war so stark durch Beschuss beschädigt worden, das es abgerissen werden musste. Wann das genau war, kann ich jetzt nicht genau sagen.
Schöne Grüße aus Lippe

deproe
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Beitrag von deproe » 25.05.2013 16:54

feather hat geschrieben:Moin zusammen,
Kann mich dem Statment von Redsea nur anschließen. Bin jetzt auch seit 30 Jahren direkt mit der Senne vertraut, Anfangs nur aus örtlicher Nähe seit über 20 Jahren jetzt auch beruflich.
Mir ist kein Bauwerk in der Senne bekannt das speziell zu Beschusszwecken errichtet wurde. Wenn dann Gebäude Beschussschäden nachweisen, dann kommt das daher, weil halt der eine oder andere Bunker im Zielgebiet von Schießbahnen steht, oder die Truppe schon mal "am Ziel vorbei geschossen hat".
Siehe Czettritz-Mühle im Bereich der Schießbahn H. Dieses Gebäude war so stark durch Beschuss beschädigt worden, das es abgerissen werden musste. Wann das genau war, kann ich jetzt nicht genau sagen.
Hallo "feather",

danke für deine Einlassung.
Aber les mal oben meine Frage nochmal: Es geht auch nicht nur um Beschussbauten, sondern um konsequente Errichtung von befestigten Bauten, um sie auch zu Übungszwecken, denn dafür steht auch ein militärischer Platz, zu nutzen Wozu sonst?
Und wenn es hier zu der damaligen Zeit Keine gibt, ist es doch gut... ;)
bis dann gruß deproe

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Beitrag von redsea » 25.05.2013 18:22

Hallo deproe,

welchem Zweck, außer zu Beschussversuchen, sollen befestigte Bauten denn Panzern und anderen Waffensystemen zu Übungszwecken dienen?

Und nein, es gab in der Senne auch keine anderen befestigten Bauten die zu Übungszwecken errichtet wurden. Als Hartziele dienten lediglich ausrangierte Militärfahrzeuge, ansonsten nutzte und nutzt man Weichziele.

Die einzigen Bauten, sofern man sie denn überhaupt als Bauten bezeichnen kann, die zu Übungszwecken errichtet wurden und werden, sind die sogenannten Kampfdörfer.

Viele Grüße

Kai
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Beitrag von deproe » 26.05.2013 16:33

redsea hat geschrieben:Hallo deproe,

welchem Zweck, außer zu Beschussversuchen, sollen befestigte Bauten denn Panzern und anderen Waffensystemen zu Übungszwecken dienen?

Und nein, es gab in der Senne auch keine anderen befestigten Bauten die zu Übungszwecken errichtet wurden.Viele Grüße

Kai
"redsea", meine Anfrage betrifft die Errichtung von Bauwerken in der Zwischenkriegszeit, wo der Befestigungsbau eine noch wichtige Rolle spielte.
An diesen Bauten haben Truppenteile geübt. Du kannst auch nicht nur hier im Forum auf anderen Plätzen feststellen, dass die Frage der Art und Grösse etc. von Befestigungslinien ( siehe Grafenwöhr, Döberitz, Hillersleben, Münsingen, Jüterbog etc. ) einen hohen Einfluss auf die Landesverteidigung selbst hatte.
bis dann gruß deproe

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Beitrag von arachnoPhil » 11.12.2013 15:17

redsea hat geschrieben:Der Heidehof-Bunker wurde in den Jahren 1932/33 an der Panzerstraße als Beobachungsbunker mit Zielzuganlage errichtet und als Hofanlage um- und überbaut, dem sogenannten Heidehof.
Moin Kai,


kannst du mir den genauen Standort des Heidehof-Bunkers nennen?

gruss... Phil...

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Frage zu Strassen auf dem Truppenübungsplatz Senne

Beitrag von arachnoPhil » 19.02.2016 14:38

Hallo in die Runde.

Ich habe eine Frage zu der Befahrbarkeit von zwei Strassen auf dem Übungsplatz Senne.

Ich habe bereits Fotos eines Fahrradausfluges auf genau diesen Strassen gesehen, weiss aber nicht, ob es eine besondere Aktion war oder ob man generell zb. an Wochenenden dort sein darf.

Es handelt sich um den "Küglerweg" direkt hinter der Kaserne.

https://www.google.de/search?q=k%C3%BCg ... BSgA&dpr=1

Und den "Diebesweg".
https://www.google.de/search?q=k%C3%BCg ... sennelager


Bevor ich dort hinfahre und vor einem "Betreten Verboten"-Schild wieder nach Hause fahren muss frage ich lieber erst euch, ob da überhaupt Chancen bestehen.

Gruss... Phil...

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