Hamburg-Farmsen, Tegelweg früher?

Zivile und sonstige Bauten mit geschichtlichem Hintergrund und deutlichem Bezug zu den Fachthemen, die jedoch nicht eindeutig zuzuordnen sind
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J.P.
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Hamburg-Farmsen, Tegelweg früher?

Beitrag von J.P. » 28.07.2021 15:53

Wenn ich so durch HH-Farmsen spaziere, stelle ich mir gerne vor, wie die Gegend vor der intensiven Bebauung (u.a. durch die Mietergenossenschaft Farmsen) ausgesehen hat. Weitgehend dörflich, nehme ich an.

Der dörfliche Charakter ist auch heute noch erkennbar. Zum Beispiel durch ehemalige Ziegelteiche oder die Pferdekoppeln vom Reithof Kruse. Oder der einen oder anderen Wallhecke, auf Norddeutsch auch gerne "Knick" genannt, wodurch die historischen Feldbegrenzungen noch heute sichtbar sind. Diese Zeiten der Bauern Eggers und Krogmann sind nicht so lange her, wie man denken mag. Die intensive Bebauung begann hier erst in den 50'ern.

Empfehlen kann ich das längst vergriffene Buch "Farmsen-Berne, einst und jetzt" von Heinz Böe, welches auch einige Bilder enthält. Ein Bild - viel unspektakulärer als manch anderes - hat es mir besonders angetan. Ich denke, dass die Copyright Verletzung sich im Rahmen hält und der längst verstorbene Autor mir nicht böse wäre, das Bild hier zu zeigen:
Tegelweg.jpg
Abgebildet ist der Tegelweg Nr 1-121 bis 1923, laut Bildunterschrift.

Es wird deutlich, dass die Gegend vor 100 Jahren einen völlig anderen Charakter hatte.

Bildbände "früher und heute" gibt es eine Menge, aber meistens von Gebäuden und Hauptstraßen.
Mich interessiert, ob jemand noch ähnliche Bilder aus der Gegend hat, die auch die Landschaft oder Wege zeigen (gerne auch Luftbilder) und die nicht in den einschlägigen Bildbänden zu finden sind. Spannend finde ich primär den Bereich nördlich vom Luisenhof, also die Gegend an der Grenze zwischen Farmsen und Bramfeld.
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Andreas- Elmshorn
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Re: Hamburg-Farmsen, Tegelweg früher?

Beitrag von Andreas- Elmshorn » 29.07.2021 11:58

Moin, Moin!
Ich habe mich vor längerem mit der Geschichte "meiner" Wohnstraße befasst. Auf Stadtplänen des frühen 20. Jahrhunderts ist sie noch nicht drauf, sie wurde erst nach 1933 weiter entwickelt. Vorher wurde die Erbin eines Bauers, dem die Ländereien gehörten, wegen "Geistesschwäche" enteignet.....! Noch heute kann man am Grundriss die Lage der Ländereien erkennen.
Mit dem Datum hängt auch die Eigentümerstruktur des danach erbauten Häuser zusammen. Der Bauherr meines Hauses war ein entfernter Verwandter, der als Schlachtermeister im Rahmen des Ernährungsprogramms der Nazis nach Elmshorn kam, um hier in einer großen Fleischkonserven & Margarinefabrik zu arbeiten. Als echter Nazi baute er natürlich ein Wohnhaus im Stile Goethes Gartenhauses, wie es damals modern war (siehe BND/Pullach).
Es kann recht spannend sein, Geschichtsforschung vor der eigenen Haustür zu machen!
Grüße, Andreas

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