Ausweichsitz der Verfassungsorgane

Zivile bzw. nicht-militärische Schutzbauwerke und Anlagen des Kalten Krieges
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MikeG
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Beitrag von MikeG » 09.05.2008 00:23

Moin!

Ich kann Deinen Kommentar schon nachvollziehen, zumindest zum großen Teil. Ich habe das Museum noch nicht gesehen, kenne aber einen Teil der Anlage aus der Zeit vor dem Rückbau. Da würde es mich schon stören, wenn etwas „gefaked“ ist. Andererseits ist das auf diesem geringen Platz kaum anders möglich. Der Verein steckt schon recht viel Energie in das Projekt und gibt sich viel Mühe – aber es ist eben ein Museum und nicht eine original eingerichtete Anlage. Die Chance hätte es gegeben, aber sie wurde verpasst. Das ist heute nicht mehr zu ändern.

Über die während der Führung (nicht?) vorgetragenen historischen Zusammenhänge kann ich hier nichts sagen, solange ich nicht mal bei einer der Führungen war. Bislang stammen meine Infos halt aus früheren Besuchen, Berichten von aktuellen Besuchern (wie Dir) und aus Kontakten mit einem der Referenten dort.

Mike

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zulufox
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Beitrag von zulufox » 10.05.2008 22:57

petzolde hat geschrieben:Habe noch mal bei Autobahnonline reingeschaut. Die A61 wurde erst 1973 im Abschnitt Miel - Bad Neuenahr/Ahrweiler freigegeben. Hier liegt der NLP. Die Bautagebücher bei Autobahnonline schweigen zu diesem Abschnitt und insbesondere zum NLP.
Kommt die Frage auf: War der NLP schon lange vorher fertig? Und gab es evtl. Flugübungen auf diesem NLP?
Hallo,

die NLP-Übung zur Erprobung des NLP Gelsdorf fand 1973 statt. Die Piloten der G-91 des Leichten Kampfgeschwaders 42 Pferdsfeld haben noch Jahre danach schwer geschimpft über die Brücke kurz vor dem nördlichen Aufsetzpunkt (Landerichtung nach Süden) und über die Kürze der Bahn.
Die Transall haben da das geübt, was dann später Sarajewo-Anflug hieß: Ganz steil runter und sofort full reverse.
Also die Boeing 707 möchte ich sehen, die auf der Bahn runter kam (1x) geschweige denn Start zur Atlantiküberquerung.

MfG
Zf :holy:
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"Nichts ist leichter als Selbstbetrug, denn was ein Mensch wahrhaben möchte, hält er auch für wahr."

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Oliver
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Beitrag von Oliver » 11.05.2008 11:07

@zulufox

also ich glaub dass mit der B707 auch nicht. Wenn ich mich nicht ganz täusche, dann ist in einem Interview mit Hr. Preute sogar von einer B 747 die Rede.
Wobei dass ...
a) noch unwahrscheinlicher ist
b) gab es die 747 damals schon?


@all
zum Thema "Transatlantik-Flug"
meine Vermutung ist ja ehr, dass mit Orlando/ Florida" was anderes gemeint ist und dass Ganze - wenn überhaupt - nur ein Tarnname/ Codename ist.

Gruß
Oliver
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Firefighter112
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Beitrag von Firefighter112 » 11.05.2008 11:45

Hallo,

Die 741 hatte ihren Erstflug im Februar 1969. Jedoch wie Oliver schon sagte sind selbst die ersten Baureihen 741 und 742 größer als bei der 707.
Ich weiß zwar auf die schnelle nicht welche Runwaylänge eine 707 vollbetankt zum Starten braucht aber ich denke mal 1900m werden da sehr knapp.

Gruß, Sebi

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MikeG
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Beitrag von MikeG » 11.05.2008 12:36

Moin!

Wie ich hier schon mal schrieb: Herr Preute differenziert nicht zwischen der Aussage eines einzelnen Zeitzeugen und einem durch Primärquellen belegbaren Faktum. Leider lässt er seinem Leser auch keine Chance, diese Dinge zu unterscheiden :(

Mike

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kuhlmac
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Beitrag von kuhlmac » 11.05.2008 17:13

Baum hat geschrieben:hallo,

Es gab aber noch einen anderen Krimi, den Autor hab ich nicht parat, aber der "Held" hieß Matzbach, wo es genau im Regierungsbunker zum Finale kommt u.a. mit Bundeskanzler-Üb H. Schmidt.Hatte damals keine Ahnung, dass die Story irgendwie auf realen Zusammenhängen beruht (Notausgänge, kilometerlange Stollen etc.). Vielleicht weiß jemand ja mehr. Ich müßte zuerst einige Kartons an Büchern durchsuchen um das Teil zu finden.

Baum
Du meinst sicher Gisbert Haefs.

Welches Buch ist es denn? Die Beschreibungen / Rezensionen geben das leider nicht her.

Ralf P.

Beitrag von Ralf P. » 18.05.2008 19:53

hi grade gefunden:

ein auszug aus dem artikel, quelle: www.giessener-anzeiger.de/

"Der wahre, lange streng geheime Notfallplan der Bundesregierung aber sah ohnehin ganz anders aus: "Die 3000 wären vom nahegelegenen Notflugplatz auf der Autobahn mit den Akten des Bundesarchivs in der requirierten Lufthansaflotte nach Orlando in Florida evakuiert worden". Da kommen Museumsbesucher ins Grübeln darüber, wie viele Megatonnen "die Russen" denn wohl Orlando zugedacht hatten. Und ob es stimmt, dass der neue Ausweichsitz der Verfassungsorgane des Bundes unter dem Lehrter Bahnhof in Berlin angelegt wurde - nur wenige hundert Meter vom zugeschütteten ehemaligen "Führerbunker" entfernt. . .
www.alt-ahrweiler.de

ganze artikel:

http://www.giessener-anzeiger.de/sixcms ... rennpunkte

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derlub
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Beitrag von derlub » 18.05.2008 20:45

Ralf P. hat geschrieben:Und ob es stimmt, dass der neue Ausweichsitz der Verfassungsorgane des Bundes unter dem Lehrter Bahnhof in Berlin angelegt wurde -
Unter dem Lehrter Bahnhof wurde tatsächlich ein Schutzraum errichtet. Fotos davon waren auch in einem Internetforum zu sehen, mussten aber entfernt werden. Das was dort zu sehen war, war in meinen Augen ein "0815-Bahnschutzraum", mehr nicht. Ein Beweis oder Gegenbeweis ist meine Einschätzung allerdings nicht.
Grüße,
Christoph

Ralf P.

Beitrag von Ralf P. » 18.05.2008 21:02

hi,

mal so eine kleine annahme.

ich würde doch lieber einen bombensicheren bahnhof bauen und dann einen ganz langen u-bahntunnel der aus berlin rausführt und dort den neuen regiergungsbunker.

lg

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sjwhn
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Dokumentationsstätte Regierungsbunker

Beitrag von sjwhn » 30.06.2008 19:43

Hallo zusammen,

am vergangenen Wochenende habe ich mir das Museum auch mal angesehen. Ich hatte Glück: es waren gerade genug Leute für eine Führung beisammen, so dass ich nicht wie thokos und seine Freundin warten musste. Die nächste Gruppe war dann nach 20 weiteren Minuten zusammen.

Es ist wirklich schade, dass etliche Einrichtungen (Kanzlerzimmer, Frisierstube...) nicht mehr am ursprünglichen Ort sind, aber das ist halt nun mal so. Die gesamte Anlage zu erhalten wäre für den Betreiber nicht zu stemmen.

Die Führung war gut, natürlich wird sie etlichen Forumsteilnehmern trotzdem nichts neues vermitteln können. Dennoch kann ich einen Besuch uneingeschränkt empfehlen.

Genervt haben die teilnehmenden 68er und deren Kinder im Geiste, die wieder das alte Thema "die da oben sind in Sicherheit und das Volk verdampft" aufkochten.

Fazit: die 7 Euro Eintritt ist die fast einstündige Führung und der Blick ins ehemalige Staatsgeheimnis wert.

Grüße

S.

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