Bunker in Mönchengladbach?

Zivile bzw. nicht-militärische Schutzbauwerke und Anlagen des Kalten Krieges
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Bobbele
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Beitrag von Bobbele » 23.06.2009 10:53

Stimmt, dann muß ich mich doch von der Lage der Türen her korrigieren. Nur machen die Türen an dieser Stelle doch überhaupt keinen Sinn, oder?
Viele Grüße

Boris

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derlub
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Beitrag von derlub » 23.06.2009 11:08

Ja, ich finde sie auch etwas seltsam. Kann mir nur noch Splitterschutz erklären. Sprich, wenn eine Bombe den Schutzraum durchschlagen sollte, wird der Schaden durch eine Abtrennung in kleinere Einheiten gemindert. Spekulation...

hollihh
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Beitrag von hollihh » 23.06.2009 11:25

Moin,

Splitterschutz im Bunker ? Wenn ein Sprengkörper die Decke durchschlägt und im Inneren des (geschlossenen) Bunkers detoniert , dürften die Splitter das "kleinste Problem" sein.....ein möglicher Druckstoß sucht sich den Weg eben ein paar Meter weiter rechts und links an der Mauer vorbei.

Die "Zickzack" Wände dürften für die Statik notwendig sein - es gilt ja doch einiges an Gewicht zu verteilen. Die "Zickzackform" ist sicher der Parkplatzaufteilung im Fischgrätmuster geschuldet. An den Außenwänden und der Mittelwand sieht man ja, wieviel Verlust an Parkfläche man hat.

Dagegen spricht allerdings, das man die "Mittelwand" gerade gestaltet hat...die ist auch wesentlich dicker. und hat keine Tür.

Sind vor und hinter den Türen eigentlich reguläre Parkplätze, oder müssen die Flächen freigehalten werden ? Dann könnte ich mir auf Fluchtwege denken...(klärt aber nicht die Türbauform, aber vielleicht gab es eine Bauvorschrift, daß innerhalb eines Schutzraumes nur solche Türen verwendet werden durften??)

Gruß

Holli

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Beitrag von thokos » 23.06.2009 11:27

An diese Türen konnte ich mich gar nicht mehr erinnern.

Das sieht vor allem auch deshalb seltsam aus, weil ja nur bei der mittleren (auf dem Plan dick schwarz gezeichneten) Wand diese breiten Schiebetüren sind, mit denen man den gesamten Raum unterteilen kann, oder? Man könnte also um die beiden Wände mit den Stahltüren einfach herumlaufen. Das hieße ja dann, dass diese kleinen Stahltüren zwar bei einem Einschlag die direkte Splitterwirkung auf einen Teilbereich beschränken, danach aber mindestens zwei Viertel des gesamten Bunkers offen sind, und der letzte Teil nur noch durch die "dünnen Schiebetüren" verschlossen ist. Lohnt sich dafür so eine Tür?

Könnte es da nicht eine andere Erklärung für diese Türen geben? Sind das denn tatsächlich Drucktüren, die sehen doch relativ dünn aus, oder?

edit: @holli: Vor den Türen konnte man damals immer parken, allerdings war es kein Problem, um die dort geparkten Autos herumzulaufen, das passte selbst mit Tüten irgendwie.

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derlub
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Beitrag von derlub » 23.06.2009 11:41

hollihh hat geschrieben: Splitterschutz im Bunker ?
Ich hatte ja gestern schonmal auf die Bautechnischen Grundsätze hingewiesen.
Jetzt hab ich grade nun doch selbst mal nachgeschlagen und zum Splitterschutz im Bauwerk folgende Passage gefunden:
"2.5 Zwischenwände
Die Schutzräume sollen, soweit es die friedensmäßige Nutzung zuläßt, durch bewehrte
Betonwände von mindestens 30 cm Dicke, die konstruktiv ausreichend in den tragenden
Decken zu verankern sind, unter Berücksichtigung der erforderlichen Durchfahrtsbreiten
in Einzelabschnitte von rund 600 m² zum Schutz gegen durchschlagende herkömmliche
Sprengkörper unterteilt werden."

Quelle: Bautechnische Grundsätze für Großschutzräume des Grundschutzes in Verbindung mit Tiefgaragen als Mehrzweckbauten - März 1979 -
Ich empfehle hiermit also nochmal die BTG (auch in Bezug auf andere hier bereits aufgeworfene Fragen).

hollihh
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Beitrag von hollihh » 23.06.2009 12:09

derlub hat geschrieben:Ich empfehle hiermit also nochmal die BTG (auch in Bezug auf andere hier bereits aufgeworfene Fragen).
...ach ja. Die hatte ich gerade nicht zur Hand, tut mir leid :mrgreen: Steht denn vielleicht etwas zur Beschaffenheit von Türen darin ??

Von Splitterschutz lese ich da übrigens nix, also wirklich Spekulation : Die Druckwelle ist das "Problem" ! Es gibt aus dem letzten Weltkrieg einige Berichte durchgeschlagener Bomben und die Wirkung auf den Innenraum...
Wenn ich die Abschnitte mal "grob" vermesse, komme ich auf etwa (544+3+5.4) * 54 m², also etwa 750 m², das käme mit den Vorgaben der BTG hin. Ich könnte mir gut vorstellen, daß die "Zickzack-Anordnung" durch Reflektion/Brechung mögliche Druckwellen dämpft....(Spekulation!)

Gruß

Holli

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Beitrag von derlub » 23.06.2009 12:22

hollihh hat geschrieben:...ach ja. Die hatte ich gerade nicht zur Hand, tut mir leid :mrgreen:
Dann hast Du aber anscheinend auch nicht danach gesucht. Im Forum schon häufig erwähnt. Ansonsten Google, 1. Treffer, freier download...
hollihh hat geschrieben:Ich könnte mir gut vorstellen, daß die "Zickzack-Anordnung" durch Reflektion/Brechung mögliche Druckwellen dämpft....(Spekulation!)
Ich habe die "Zickzackwand" doch nur erwähnt, um zu beschreiben, wo die Drucktüren sind, über die wir hier rätseln. Um die Form der Wand ging es mir hier zu keiner Zeit. Ich halte sie auch nicht für ausschlaggebend. Ich schaue mal nach, ob ich andere Beispiele finde, wo Großschutzräume unterteilt wurden, ohne Zickzack.
Zuletzt geändert von derlub am 23.06.2009 12:26, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitrag von thokos » 23.06.2009 12:24

Die Zickzack-Anordnung ist m. M. nach vor allem der zivilen Nutzung geschuldet, der zur Verfügung stehende Platz für die Tiefgarage wird ja durch die Bebauung rundherum begrenzt. Nur durch die schräge Anordnung der Parkbuchten kann man dort mit einem normalgroßen Auto parken, ansonsten wären die Fahrwege viel zu eng.

Wenn der Druck das hauptsächliche Problem ist, sind alle Türen in den Zickzackwänden zu diesem Zweck verschwendet, der Druck könnte ja um die Wände herum.

Vielleicht wurden irgendwann mal zusätzliche Stahltore an den Zickzackwänden ausgebaut? Vielleicht gibt es sie auch auf der gegenüberliegenden Seite (also nicht an der Wand, sondern in der gegenüberliegenden Wand versenkt?

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Beitrag von derlub » 23.06.2009 13:45

Die Zwischenwand in Mönchengladbach dient dem Splitter- und Druckwellenschutz. Die Zickzackform spielt hier aber lediglich (wie thokos schon schrieb) für die Friedensnutzung eine Rolle (effiziente Nutzung der Parkfläche) und ist nicht speziell für die Absorbtion einer Druckwelle so geformt.
Eine Abschottung der einzelnen Bereiche, die durch diese Splitter- und Druckwellenschutzwände entstehen, ist mit extra Schutztoren anscheinend nicht vorgesehen (siehe Anhang). In Mönchengladbach hat man es aber an der Stelle wo die Drucktüren sind doch so gemacht, an den Seitendurchfahrten aber nicht.

Nochmal etwas zu der Funktion der Zwischenwände in Großschutzräumen:

"Zu 2.5 Zwischenwände
Die Abschottung durch Wände anstelle von Stützen ist eine Sollvorschrift. Die Wände sollen die Insassen gegen Splitter- und Druckwirkung konventioneller Explosionen besser schützen. Da diese Abschottungswände bei einer zweiseitigen Parkaufstellung (siehe Bild 2) nur etwa alle 35 m (600 m2) in Frage kommen, ist diese Verbesserung des Schutzumfanges bei den meisten Objekten möglich."

Quelle: Planung und Ausführung von Großschutzräumen in Tiefgragen, Otto Schaible, In: Zivilverteidigung, Heft 4, 1981

Christoph
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Beitrag von derlub » 10.09.2009 17:56

Die Zivilschutzbindung der MZA Rheydt ist nun mehr oder weniger aufgehoben worden.
Anbei ein aktueller Zeitungsbericht:
http://www.presse-service.de/data.cfm/s ... 40323.html

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