Vorratshaltung (aktuell in der F.A.S.)

Zivile bzw. nicht-militärische Schutzbauwerke und Anlagen des Kalten Krieges
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zulufox
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Beitrag von zulufox » 24.08.2016 13:20

Moin,

mal ein paar Antworten aus der Regionalzeitung von heute auf die Frage:

"Was sagen Sie zu einer Vorratshaltung von Lebensmitteln?"

Weiblich, 24 Jahre:
"Ich finde das Ganze ein bisschen übertrieben, ich habe darüber online einen Artikel gelesen, aber mir war nicht bewusst, dass das jetzt wirklich Gesetz wird. Wie soll das denn kontrolliert werden? Das kommt mir sehr undurchdacht und momentan nicht sinnvoll vor."

Männlich, 59 Jahre:
"Ich habe dieses neue Gesetz mit Erstaunen zur Kenntnis genommen und für schwachsinnig empfunden. Jeden Tag wird sich irgend etwas anderes ausgedacht, aber für das Horten von Essen gibt es meiner Meinung nach momentan einfach keinen Anlass."

Weiblich, 65 Jahre:
"Das alles klingt für mich sehr komisch, ich könnte gar nicht soviel auf einmal einkaufen, ich brauche immer etwas Frisches zu essen. Den Grund für das Gesetz verstehe ich auch nicht, es besteht momentan keine akute Gefahr für uns, das ist nicht mehr als Panikmache."

Männlich, 80 Jahre:
"Im Augenblick halte ich davon nichts. Ich bin 1936 geboren, habe den Krieg miterlebt, damals ging es uns wirklich schlecht. Aber momentan ist hier in Deutschland alles in Ordnung, über so etwas mache ich mir gerade keine Gedanken. Aber im Keller haben wir so oder so immer etwas."

Nur einer von fünf zitierten Zufallsinterviewten, männlich, 62 Jahre alt, hatte eine andere Einstellung:
"Natürlich habe ich Wasser Zuhause und meinen Garten habe ich auch noch, das Nötigste ist also immer da. Außerdem besitze ich einen Herd, der auch ohne Elektrik funktioniert, sollte es irgendwann einmal zu einem Stromausfall kommen, bin ich also auch darauf vorbereitet."

Kommentare überlasse ich den Mitforisten. :mrgreen:

MfG
Zf :holy:
Demosthenes (384 - 322 v. Chr. Athen)
"Nichts ist leichter als Selbstbetrug, denn was ein Mensch wahrhaben möchte, hält er auch für wahr."

Chris2706
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Beitrag von Chris2706 » 24.08.2016 20:30

Ich halte so eine Einstellung für bodenlos naiv.
Ja, uns geht es gut und wir brauchen uns nicht zu sorgen. Aber ist es nicht eine der berühmten deutschen Tugenden, bei allem etwas weiter zu denken und alles etwas gründlicher zu machen? Allein aus der Sicht...
Aber ich muß gestehen: Wenn ich mir die heutige Jugend ansehe, habe ich immer mehr den Eindruck, das diese Tugenden verloren gehen. Das ist eig schade.

Andersrum kann man der Jugend auch nur schwer einen Vorwurf machen. Grad die so unter 25-jährigen sind natürlich in einer Welt des totalen Überflusses und alles-immer-vorhanden-sein aufgewachsen. Die haben nie was anderes Kennen gelernt.

Ich selber habe mich mit meiner Freundin vor über einem halben Jahr schon hingesetzt und haben uns mit Kriesenvorsorge befaßt. Wir haben Lebensmittel, Mineralwasser in Glas(!!)-flaschen und sonstige kleine Hilfsmittel bevorratet.

Wie seht ihr das?

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VitaminB11
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Beitrag von VitaminB11 » 24.08.2016 20:31

Der Postillon hat da einen guten Vorschlag: am besten, man trägt den Vorrat unverlierbar am Körper: http://www.der-postillon.com/2016/08/fettreserven.html, und am "survival of the fattest" ist was dran :mrgreen:

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Leif
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Beitrag von Leif » 25.08.2016 23:33

Hallo.
Wurde der Link schon gepostet?
http://www.bmi.bund.de/SharedDocs/Downl ... cationFile

Die Mitteilung des BMI: http://www.bmi.bund.de/SharedDocs/Kurzm ... igung.html

Primärquellen sind doch hilfreicher :holy:

Viele Grüße
Leif

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EPmuc
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Beitrag von EPmuc » 26.08.2016 23:49

Eigentlich ist das Ganze je nur die abgespeckte Version der Empehlung, die schon früher galt.
Ich find die gerade nicht, aber damals war eine Vorratshaltung empfohlen, die eine 2-Zimmerwohnung schon fast gesprengt hätte. Ich hätte auch nicht gewusst, wo ich solche Vorräte unterbringen sollte.
Die jetzige Empfehlung hört sich schon ganz anders an.

Zur Jugend: Das ist klar, dass die da evtl. eher ein Problem bekommen könnten. Ich, und einige andere hier, haben z.B. noch das Lesen von Landkarten und das Orientieren damit gelernt. Die jüngere Generation hat beim Ausfall von Google-Maps da schon eher ein Problem.

Und dass das jetzt GESETZ ist, war mir gar nicht bewusst :shocked: :lol:
Gruß, Eugen
Heute ist das Morgen vor dem Du dich gestern gefürchtet hast.

Saarlandpower
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Beitrag von Saarlandpower » 27.08.2016 09:03

Was für uns hier im Forum ja ganz interessant ist, ist der Punkt

"6.4 Baulicher Schutz
Für den Schutz der Bevölkerung wird vorhandene Bebauung im Rahmen des
Selbstschutzes als physischer Schutz (Deckung) und Schutz vor Kontamination mit
CBRN-Stoffen genutzt. Maßnahmen zur Härtung der Bausubstanz von Wohn- und
Arbeitsgebäuden werden vom Bund empfohlen, gefördert oder verpflichtend
vorgegeben. Die flächendeckende Bereitstellung öffentlicher Schutzräume ist
hingegen nicht realisierbar und in Anbetracht von Ereignissen mit kurzer oder
fehlender Vorwarnzeit nur sehr eingeschränkt geeignet, ausreichende Schutzwirkung
zu entfalten.
Auch für die Sicherstellung der Funktionsfähigkeit lebens- und verteidigungswichtiger
Einrichtungen und den Schutz von Kulturgut empfiehlt, fördert oder regelt der Bund
Maßnahmen zur Härtung der Bausubstanz (insbesondere gegen extreme,
hochdynamische Belastungen wie sie z. B. durch Explosionen und
Waffeneinwirkungen entstehen können) sowie lüftungstechnische Maßnahmen
gegen CBRN-Gefahren."

Chris2706
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Beitrag von Chris2706 » 27.08.2016 16:31

Zu Zeiten des Kalten Krieges konnte man doch auch Förderungen beantragen, wenn man beim Hausbau einen Schutzraum mit errichtet hat.
Aber so wie ich las, war die Förderung wohl recht gering, so daß es nur wenig genutzt wurde.
Vielleicht kann man das dann heute ja wieder beantragen :mrgreen:

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