ZS-Anlagen in Hamburg zum Verkauf

Zivile bzw. nicht-militärische Schutzbauwerke und Anlagen des Kalten Krieges
Andre Dortmund
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Ehemaliges Schutzbauwerk, Hochbunker

Beitrag von Andre Dortmund » 06.10.2015 15:22

... und noch ein HB in Altona,
dieser wird von der BImA noch bis zum 27.11.2015 um 12:00 Uhr gegen Höchstgebot angeboten.

Hier in der Zivilschutzanlagen-Datenbank:

https://www.geschichtsspuren.de/datenba ... --75a.html

Anbei das Exposé

Andre Dortmund
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Ehemaliges Schutzbauwerk, Hochbunker

Beitrag von Andre Dortmund » 06.10.2015 15:29

... und noch ein HB.
Dieser wird von der BImA auch noch bis zum 27.11.2015 um 12:00 Uhr gegen Höchstgebot angeboten.

Hier in der Zivilschutzanlagen-Datenbank:

https://www.geschichtsspuren.de/datenba ... --301.html

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klaushh
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ZS-Anlage Süderstraße

Beitrag von klaushh » 06.10.2015 22:06

Moin, moin!

Ergänzend zum Exposé der BIMA zur ehemaligen ZS-Anlage Süderstraße hier noch einige Details zum Bauwerk.
Der Bau wurde vom Polizeipräsidenten am 12.11.1940 in Auftrag gegeben.
Geplant war eine Ausstattung mit NEA, Tiefbrunnen, elektrischen Heizkörpern und einer Trägerschutzdecke. Vorgesehen waren 691 Liege- und 179 Sitzplätze.
Wegen des weichen Untergrundes waren gem. Rammplan zunächst 399 Pfähle zu rammen. Bis August 1941 war die Pfahlgründung fertiggestellt.
Während die Sohle in vier Abschnitten zwischen dem 11. und 22.6.1942 (!) von der dänischen Fa. Bay & Vinding geschüttet wurde, setzte die Arbeitsgemeinschaft Petersen & Schröder nach einer kurzen Baustilllegung die Betonierung ab 26.9.42 bis zum 23.11.42 fort.
Nach einer erneuten Stilllegung (Frost?) setzte nunmehr die Saar-Bauindustrie AG die Betonierung ab 23.2.43 fort. Der vierte und letzte Abschnitt der bombensicheren Decke wurde am 20.5.1943 geschüttet. Damit war der Bunker betonfertig.
Nach dem Krieg wurde der Bunker als Lager (Spedition) genutzt.
1961 empfahl die Behörde auf Grund des guten baulichen Zustands die Aufnahme in das Vorabprogramm.
Auf Grund widriger Umstände kam es erst 1979 zur Zustimmung zur Instandsetzung, die mit der Übergabe an das zuständige Bezirksamt Hamburg-Mitte am 11.11.1981 endete.
Als ZS-Anlage war der Bau für 1583 Personen für einen bis zu 10-stündigen Aufenthalt vorgesehen.
Ausgestattet war sie mit elektischer Beleuchtung, Sanitärräumen (WC und Waschbecken), einigen Kunstoffwassertanks und einem Sandhauptfilter mit mehreren Belüftungsgeräten.

Gruß
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klaushh
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ZS-Anlage Holstenstraße 75a

Beitrag von klaushh » 06.10.2015 22:33

Moin, moin!

Ergänzungen zum Exposé der BIMA über die ehemalige ZS-Anlage Holstenstraße 75a.
Auftrag durch den Polizeipräsidenten am 27.11.1940.
Geplant waren zunächst 715 Liege- und 158 Sitzplätze.
8.2.1941 Beginn der Erdarbeiten. Im Rahmen der Bodenuntersuchungen zeigte sich, dass die Bodenverhältnisse sehr unterschiedlich waren. Infolgedessen bekam der Bunker eine bis zu 6 m tiefe Stampfbetonfundierung.
Am 25.10.1941 wurde der Bunker mit dem Schütten des 2. Abschnitts der bombensicheren Decke betonfertig.
Die Liegeplätze wurden vermutlich nicht eingebaut. Am 17.7.1942 wurde anläßlich einer Überprüfung des festgestellt, dass der Bunker mit Sitzgelegenheiten für 1.000 Personen ausgestattet ist. Als Raumteiler wurden offensichtlich Leichtbauwände (System Schölermann) verwendet, die mittels Feststellhaken in Boden, Wand und Decke verankert wurden. Die dafür erforderlichen Löcher sind noch heute sichtbar.
Ende 1941 bekam der Bunker einen Tarnanstrich, bestehend aus großflächigen Rechtecken. Dieses war wahrscheinlich ein Probefall, denn über diesen Anstrich wurde mehrfach in der einschlägigen Literatur berichtet.
Im Juni 1945 wurde überlegt, in den ca. 6 m² großen Einzelräumen je einen ledigen Berufstätigen unterzubringen, wozu es jedoch nicht kam.Stattdessen wurden die Leichtbauwände demontiert und in Wohnungsreparatur /-bau eingesetzt.
1961 nahm die Behörde den Bunker auf Grund des guten baulichen Zustands in das Vorabprogramm auf. Wegen fehlender Haushaltsmittel sah man in den Folgejahren wiederholt von Instandsetzungsmaßnahmen ab.
Schließlich gab es im August 1980 die Zustimmung zur Instandsetzung, die mit der Übergabe an das zuständige Bezirksamt Altona am 11.8.1982 endete.
Als ZS-Anlage war der Bau für 1583 Personen für einen bis zu 10-stündigen Aufenthalt vorgesehen.
Ausgestattet war sie mit elektischer Beleuchtung, Sanitärräumen (WC und Waschbecken), einigen Kunstoffwassertanks und einem Sandhauptfilter mit mehreren Belüftungsgeräten.


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ZS-Anlage Eimsbüttler Straße 131-135

Beitrag von klaushh » 06.10.2015 23:12

Moin, moin!

Ergänzungen zum Exposé der BIMA über die ehemalige ZS-Anlage Eimsbüttler Str. 131-135.
Der Bunker wurde vom Polizeipräsidenten am 22.1.1941 in Auftrag gegeben.
Vorgesehen waren NEA, Kühlmaschine, elektrische Heizung, Trägerschutzdecke, jedoch kein Tiefbrunnen. Geplant waren 651 Liege- und 80 Sitzplätze.
Die Erdarbeiten begannen am 11.9.1941.
Infolge von Baustilllegungen wurde die Sohle erst im April 1942 geschüttet. Auf Grund einer erneuten Stilllegung wurde das Betonieren (1. Geschoß) erst im August 1942 fortgesetzt. Die Betonfertigstellung erfolgte am 4.12.1942.
Da sich ursprünglich direkt rechts und links vom Bunker Wohnhäuser befanden, bekam der Bunker rechts eine Durchfahrt zum Hinterhof.
Lt. einer Zusammenstellung aus 1946 kostete der Bunker einschl. Geräte, Planung, Bauleitung und -ausführung rund 750.000,-- RM.
Nach dem Krieg wurde der Bunker jahrelang als Lager genutzt.
Auf Grund des baulichen Zustands schlug die Behörde 1961 den Bunker zur Aufnahme in das Vorabprogramm vor. In den 60-er und 70-er Jahren gab es mehrfach Instandsetzungsplanungen und Kostenschätzungen, die aber immer wieder zu den Akten gelegt wurden.
Endlich wurde der Bau am 25.2.1982 fertig an das zuständige Bezirksamt Altona übergeben.
Als ZS-Anlage war der Bau für 1490 Personen für einen 14-tägigen Aufenthalt vorgesehen und ausgestattet.
Entgegen den meisten ZS-Anlagen gab es hier fast ausschließlich nur kombinierte Liege- und Sitzräume, die nur durch Vorhänge von den Fluren getrennt waren.
Die WCs waren u.a. mit Einzelurinalen mit Druckknopfwasserspülung ausgestattet.
In den Schleusen befanden sich Duschen zu Dekontaminationszwecken (sonst in HH nicht üblich).
Die Küche sollte wohl voll elektrifiziert werden. So gab es einen 80 l Heißwasserboiler und einen 5 l Durchlauferhitzer, aber nur zwei je zweiflammige Elektrokochplatten.
Insgesamt waren in der Küche 16 (!) Steckdosen installiert.

Gruß
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Käpt´n Blaubär
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Beitrag von Käpt´n Blaubär » 13.11.2017 10:54

Moin!
Die BImA bietet bei immonet.de gerade einen der letzten noch im Bundeseigentum verbliebenen Hochbunker in Hamburg an, den Bau in der Habichtstraße 37:
https://www.immonet.de/angebot/32434857
Auf den Denkmalschutz wird ausdrücklich hingewiesen.
Die Einrichtung und Ausstattung ist meines Wissens nach schon vor längerer Zeit komplett entsorgt worden.
Der Bunker in der Zivilschutzanlagen-Datenbank:
https://www.geschichtsspuren.de/datenba ... r--37.html
Viele Grüße
Michael
Das Leben ist kurz, behauptet man.
Ansichtssache, sage ich. Die einen sind kurz, die anderen sind lang, und manche sind mittel.
Außerdem hatte ich noch dreizehneinhalb andere davon.
(Walter Moers, Die 13 ½ Leben des Käpt´n Blaubär)

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ZS-Anlage Habichtstraße

Beitrag von klaushh » 13.11.2017 12:10

Moin, moin!

Die vorerwähnte ehemalige ZS-Anlage in der Habichtstraße weist zwei Besonderheiten auf:

1. als einer der wenigen Hochbunker bekam dieser beim Bau tatsächlich eine Trägerschutzdecke. Sie war zwar bei den meisten Bunkern eingeplant, wurde dann aber regelhaft wegen Mangel an entsprechendem Material nicht ausgeführt. In einem Fall behalf man sich statt mit Doppel-T-Trägern mit französischen Beuteschienen.

2. es ist der einzige Hochbunker für die Zivilbevölkerung in Hamburg, der über einen Dachausstieg verfügt. Dieser wurde bei der Wiederherstellung des Bauwerks funktionsfähig erhalten und mit in die Lüftungsanlage einbezogen.

Gründe für das Vorhandensein des Dachaustiegs sind nicht bekannt.
Der Bunker wurde betonmäßig 1941 gebaut und 1942 in Benutzung genommen (planmäßig 203 Sitz- und 666 Liegeplätze.
Nach den Gomorrha-Angriffen 1943 wurde das oberste Geschoss zur Einlagerung von Büchern (wessen?) freigegeben.
Nach dem Krieg wurde der Bunker zunächst als Lager von einem Lebensmittelgroßhandel genutzt. In den Folgejahren wurde er zur Einlagerung von Möbeln genutzt.
Als Kuriosität wohnte Ende der 50-er / Anfang der 60-er Jahre ein Ehepaar im 1. OG als Wache. Für die wurde an einer Außenwand ein Loch für einen Ofenabzug durchgestemmt.
1961 konkrete Planungen und Empfehlungen zur Instandsetzung.
1973 schließlich Übergabe der fertigen ZS-Anlage an das zuständige Bezirksamt: voll ausgestattet für einen 14-tägigen Aufenthalt für 1332 Personen.

Gruß
klaushh
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