BAMSt Standorte

Zivile bzw. nicht-militärische Schutzbauwerke und Anlagen des Kalten Krieges
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redsea
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Re: Rundungsfehler

Beitrag von redsea » 15.10.2015 20:56

Arzttrupp hat geschrieben:[...] Warum sollte sich beim Abschreiben oder Verfassen des Buches nicht auch mal ein Schreibfehler eingeschlichen haben? [...]

Hallo Jens,

diese Fehler beim "Abschreiben" gibt es in der Tat und dies sogar von amtlicher Seite aus.

In den mir vorliegenden amtlichen Listen ist die WDMSt Paderborn bspw. mit 32 U MC 830 300 "abgetippt" worden und anschließend handschriftlich in die richtigen Koordinaten 802 330 korrigiert worden (siehe anhängender Ausschnitt).

Es kommt also durchaus vor, dass sich auch eine Behörde beim Erstellen der Listen mal vertippt.

Viele Grüße

Kai
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amtliche Fehler

Beitrag von Arzttrupp » 16.10.2015 12:27

Moin!

Auch Amtsschimmel sind nur Menschen... :-) Natürlich gibt es darum auch in amtlichen und offiziellen Dokumenten tatsächlich Schreibfehler, insbesondere zu Zeiten, als der kleine Beamte auf seiner Adler-Schreibmaschine auch mal die falsche Taste erwischen konnte, ohne dass eine Autokorrektur gleich einen Verbesserungsvorschlag unterbreitet hat.

Fehler in Büchern können selbstverständlich auch schon im Originaldokument vorhanden gewesen sein. Siehe auch die Standortkarte der BAMSten, die Timo in diesem Thread gepostet hat. Da steht offenbar tatsächlich "Erfte" statt "Erfde".

Grüße,
Jens

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BAMST HEI 1115 Alberdorf

Beitrag von Arzttrupp » 21.10.2015 14:39

Moin!

Ich habe es endlich geschafft, mal wieder in Albersdorf vorbeizuschauen. Die Albersdorfer BAMSt ist arg in Mitleidenschaft gezogen, überwuchert von Brombeerranken, umgeben von den Resten ihrer ehemaligen Einzäunung. Offensichtlich wurde das Bauwerk schon mehrfach von Mitbürgern mit "Sozialisierungsdefiziten" besucht...

Der Schutzbau scheint vom Typ her identisch mit dem in Eutin zu sein (Becorit?), wenn ich die Bilder von Klaus richtig deute. Am hintersten Ende findet man ein quadratisches "Loch" im Boden, ich nehme an, dass sich hier um den oberirdischen Teil des Betriebsstofftanks für den Stromerzeuger handelt. Der Raum für den Stromerzeuger ist aufgebrochen - hier wurde den Russspuren nach Feuer gelegt, was dem Betonbau aber erwartungsgemäß nicht viel anhaben konnte.

Wahrscheinlich aufgrund der mehrfachen Beschädigungen hat man den Einstiegsschacht endgültig verschlossen. Kein Vorhängeschloss verwehrt den Weg, aber der Deckel ist dicht. Vermutlich hat man den Entriegelungsmechanismus festgeschweißt, darauf deutet jedenfalls die relativ frisch angebrachte Rostschutzfarbe hin. Ein Blick durch die Belüftungsöffnung mit einer kleinen Kamera zeigte recht viel Müll im Zugangsschacht. Die Drucktür zum Aufenthaltsraum ist offen. Soweit man vermuten kann, setzt sich auch hier die "Vermüllung" fort. Neben dem Zugangsschacht liegt im Gebüsch eine Matratze. Zuerst dachte ich ja an illegale Müllentsorgung, bei genauerem Hinsehen dürfte es sich aber wohl um einen Teil der Originalausstattung handeln, der aus der BAMSt entfernt wurde. Im Schacht fällt einem dann aber doch eine Abweichung zur BAMSt in Eutin auf: Wie auf Klaus Bildrn zu sehen, ist in Eutin die Leiter gegenüber der Drucktür angebracht, in Albersdorf rechts dazu. Von der Lage her identisch ist aber das Rohr direkt links der Drucktür und der rechteckige Kasten an der Wand als Abschluss des Rohres (Luftfilter???).

Bei den Bildern bitte ich die Qualität zu entschuldigen. Für die Außenaufnahmen hatte ich meine Spiegelreflex dabei, durch die feuchtkalte Witterung beschlug mir aber in Sekundenschnelle das Objektiv, daher die etwas "vernebelten" Eindrücke. Für die Innenaufnahmen hatte ich eine kleine Kompaktkamera dabei. Da mein Arm aber zu kurz war, ist der Bereich der Leiter stark überbelichtet.

Grüße,

Jens
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BAMST RD 1102 Eckernförde

Beitrag von Arzttrupp » 21.10.2015 15:31

Und weiter geht es!

Eigentlich hatte ich erwartet, dass die BAMSt in Eckernförde verschwunden ist, da auf dem vermuteten Gelände vor wenigen Jahren etliche Häuser gebaut wurden. Ich habe daher mal ein wenig recherchiert, weil bei solchen Neubaugebieten den Grundstückskäufern ja oftmals auch etwas über eventuelle Altlasten gesagt wird. Dabei bin ich auf die Satzung der Stadt Eckernförde zum Bebauungsplan gestoßen. So wie es aussieht, ist das Bauwerk noch da!

Im B-Plan heißt es:
"Nördlich und östlich der Grundstücke grenzen öffentliche Grünflächen an. In der im Plangeltungsbereich gelegenen Grünfläche befindet sich ein als Fledermausquartier hergerichteter Bunker. (...) Der vorhandene Fledermausbunker ist in seinem Bestand geschützt. Ziel ist es, den (...) bisher jedoch nicht besiedelten Bunker (überwiegend unterirdische Anlagen) als Winterquartier für Fledermäuse auch weiterhin anzubieten; um Störungen und Beeinträchtigungen zu vermeiden, ist der Bunker abgezäunt. Die Flächen sollen nicht betreten werden. (...) Das einzige in der Grünfläche noch vorhandene Gebäude ist der (...) ehemalige ABC-Messbunker. (...) Das Dachflächenwasser des Fledermausbunkers wird zur Vernässung des Bunkerinneren genutzt (...).
(...) Im Ostteil des Plangebietes befindet sich ein dem Fledermausschutz dienender, z. Z. jedoch noch nicht besiedelter, ehemaliger ABC-Messbunker. (...) Im Bereich des Fledermausbunkers wären aufgrund der Eigentumsverhältnisse (städtisches Grundstück) keine Änderungen zu erwarten. (...) Der Erhalt des bunkers wird durch die Planung gesichert.
März 2006

Soweit sich an diesem Plan nichts geändert hat, sollte das Bauwerk noch verhanden sein. Vermutlich hat man es aber zwecks Fledermausbesiedlung vorher - soweit nötig entkernt. Das Wasser dürfte ein übriges tun... Ich werde mich kommende Woche mal durchs Unterholz schlagen und zumindest von außen Bilder machen, wenn es geht. Die kleinen Flattermänner möchte ich dann aber lieber nicht stören!

Im übrigen befindet sich die Sportanlage Saxdorfer Weg keine 100 Meter entfernt von der BAMSt. Das mit den Sportplätzen hat wirklich System!

Grüße,
Jens

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Beitrag von bettika » 21.10.2015 16:05

Hallo Jens,
das nenne ich erfolgreiche Recherche :thumbup:
Die BAMST in Eckernförde war vor 4 Jahren noch da. Wenn Du rein willst, musst Du Dich an den örtlichen Fledermausbeauftragten oder den Leiter der Naturschutzbehörde wenden. Damals waren keine Fledermäuse drin, die Vernässung war nicht so erfolgreich.
Ich habe die Bilder gerade nicht greifbar, wenn Du es selbst versuchen willst, möchte ich dem nicht vorgreifen . Ich kenne selbst das "Jagdfieber" :mrgreen:
Grüsse
Beate
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Naturschützer

Beitrag von Arzttrupp » 21.10.2015 17:00

Hallo Beate,

na da hätte ich mir ja eine Menge Arbeit sparen können... Aber Recherche macht ja auch Spaß!

Wenn Du vor vier Jahren Gelegenheit zu einer Begehung hattest, kannst Du etwas zum Zustand des Inneren sagen? Ist meine Annahme, dass die Einrichtung entfernt wurde, korrekt? Die Naturschützer würde ich nur ungerne nerven, um einen Blick in einen leeren Raum werfen zu dürfen. Und in hinsicht auf den nahenden Winter möchte ich auch nicht die kleinen Fledermäuse stören, die sich ja vielleicht doch in den letzten Jahren eingefunden haben - in anderen Bunkern nisten die ja auch!

Hast Du noch Infos zu anderen BAMSten (ggf. PN), Bevor ich irgendwo bei der Suche in einem Dornengestrüpp verende?

Grüße,

Jens

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BAMST Eckernförde

Beitrag von bettika » 21.10.2015 21:23

Hallo Jens,
dank eines Archivplans hatte ich es etwas einfacher :-)
Anfänglich der Aussenbesuch
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Beitrag von bettika » 21.10.2015 21:35

mit freundlicher Unterstützung der o.g. Untere Naturschutzbehörde und Fledermausbeauftragter
:thumbup:
die Innenaufnahmen
Die Pläne aus Bestand ehem. zuständiges Bauamt
Grüsse
Beate
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Naturschutz

Beitrag von Arzttrupp » 22.10.2015 20:54

Moin Beate,

vielen Dank für die Bilder. Mit dem Ziegeldach drauf wäre ich an der BAMSt wohl ohnehin vorbeigelaufen, ohne sie zu finden...

Vielen Dank auch für die Schnittzeichnungen. Die hatte ich in der Art schon mal irgendwo gesehen, aber ich weiß einfach nicht mehr wo :x .

Ich denke zum Thema BAMSten ist das letzte Wort hier noch nicht geschrieben!

Viele Grüße,
Jens

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Beitrag von Henning » 24.10.2015 20:29

Arzttrupp hat geschrieben:Moin!

@gung: Die Entfernung der UTMREF-Koordinaten aus lubs Liste zur eigentlichen BAMSt beträgt Luftlinie etwa 150 Meter. Das ist mehr, als das mit jeweils drei Ziffern für rechts- und Hochwert bezeichnete UTM-Gitter erwarten lässt.
Jens
Nur so als Idee:

Eine Abweichung dieser Größenordnung (*) ergibt sich, wenn man ED50-Koordinaten mit einer WGS84-Karte verwendet.




*)genauer: 218 Meter, aber zusammen mit der Ungenauigkeit der Koordinatenangabe würde es passen

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