Luftschutzräume im Bahnhofsgebäude

Zivile bzw. nicht-militärische Schutzbauwerke und Anlagen des Kalten Krieges
Baum
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Luftschutzräume im Bahnhofsgebäude

Beitrag von Baum » 06.08.2008 00:11

Hallo,

im Rahmen der seit einiger Zeit alljährlich stattfindenden Veranstaltung "Heilbronner Einblicke" des Stadtarchivs Heilbronn wird dieses Jahr das Thema Bahnhöfe abge.handelt.
So wurden heute die Heilbronner Hauptbahnhöfe besichtigt.
der erste - damals noch lediglich als Bahnhof bezeichnete - wurde 1848 als Kopfbahnhof der Eisenbahnstrecke Stuttgart - Heilbronn errichtet und ist auch heute noch erhalten. Nachdem seine Nutzung als Bahnhof Ende der 70er Jahre des 19. Jahrhunderts aufgegeben wurde war er u.a. Sitz des Maschinenamtes Heilbronn sowie Verwaltungssitz von Bahnbus bzw. anschließend der Nachfolgefirma RBS. Seit einiger Zeit ist das Kolpinhbildungswerk Besitzer und Nutzer des Gebäudes.
Bei der Führung, die auch die Kellerräume beinhaltete waren dann noch einige Relikte des Luftschutzes aus den Zeiten des 2. WK zu sehen.
Wie in Heilbronn damals üblich wurden die aus Sandsteinen gebauten Gewölbekeller für 1000 Jahre als Luftschutzkeller benutzt. Heute deuten hier nur noch die Luftschutztüren auf diese Verwendung hin.
Baum
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Baum
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Beitrag von Baum » 06.08.2008 00:26

Mit der Ausdehnung des Streckennetzes in den Relationen Heilbronn - Schwäbisch Hall - Nürnberg und Heilbronn - Jagstfeld - Würzburg wurde der alte Kopfbahnhof zu klein und es wurde in den 70er-Jahren des 19. Jahrhunderts ein neuer Bahnhof - nun als Hauptbahnhof bezeichnet - als Durchgangsbahnhof erbaut. Dieser wurde im Verlauf des verheerenden Angriffs auf Heilbronn am 4.12.1944 zum großen Teil zerstört und wardann bis zum Neubau des Hauptbahnhofes in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts als - durchaus wohl zu restaurierendes - Provisorium in Betrieb.
Der Neubau wurde auf den Kellern und Fundamenten des alten Hauptbahnhofes errichtet, so dass man auch heute noch die Luftschutzräume aus jener Zeit erkennen kann.
Die Bilder zeigen auch hier wieder die bekannten sandsteingemauerten Gewölbekeller mit den - relativ einfachen - Luftschutztüren sowie dem Notausstieg. Letzterer geht auf den Hausbahnsteig einer der einschlägigen z.B. Mannesmann-Luftschutzdeckel ist jedoch nicht (mehr) vorhanden.

Baum
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Baum
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Beitrag von Baum » 19.08.2008 21:35

naja scheint mal wieder wenig bis kein Interesse zu erweckem; ist manchmal schon etwas frustrierend

Baum

petzolde
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Beitrag von petzolde » 19.08.2008 21:51

Gab es/Gibt es eine Nutzung der Räume? Auf einem Bild sind leere Regale und Gerümpel zu erkennen.
Wäre es möglich, di Räume in einer Notsituation zu nutzen? Beispiel: Schneechaos mit Mastenbruch an elektrischen Freileitungen, wie im Nov. 2005 im Münsterland. Dank großflächigen Stromausfalls ging vielerorts nichts mehr. Die gestrandeten Bahnfahrer konnten dann im Bahnhofsbunker übernachten.
gruß EP

Baum
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Beitrag von Baum » 19.08.2008 22:21

hallo petzolde,

also zum einen waren die Keller ja - angesichts des Baujahrs 1848 bzw. 70er - Jahre des 19. Jahrhunderts nicht als LS-Keller konzipiert, sondern wurden vermutlich erst später dann provisorisch umgebaut, wie eben viele Gewölbekeller (Weinkeller) in Heilbronn.
Die Nutzung vorher war bspw. Kohlenlager für die Heizung (vielleicht auch für den Weinvorrrat des Bahnhofvorstehers).
Die Nachnutzung nach 1945 war dann sicher überwiegend ebenfalls wieder als Lagerraum. So lagern in dem "neueren" also in der zweiten Serie auch Marmorplatten zum Ausbessern des Belags in der Empfangshalle.
Dieser muß auch vor der Zerstörung vom Bahnhofsvorplatz über eine Treppe schnell erreichbar gewesen sein. Ob sich da dann ein Luftschuzpfeil befand läßt sich - angesichts des Neubaus in den 50er - Jahren - heute nicht mehr feststellen.
Angesichts der geringen Größe und fehlender Infrastruktur halte ich eine potentielle Nutzung - wie bei einer Schneekatastrophe etc. für eher ungeeignet. Da wäre die Bahnhofshalle etc. sicher besser geeignet.

Baum

Nachtrag
Im aktuellen "Bahn Extra 5/2008" mit dem Titel "Eisenbahn und Militär" wird dieses Thema in einem kleinen Artikel angesprochen, v.a. in Hinblick auf die Nachnutzung nach 1945, wo - jetzt kurzgefasst - dargelegt wird, dass die DB an wichtigen Standorten wie Bahnhöfen Betriebs- oder Ausbesserungswerken Schutzräume unterhielt. Geregelt über eigene Dienstvorschriften und Vorgaben des BZA München bez. räumlicher Ausstattung.
und nun als Zitat:
Noch heute werden bei der DB AG Schutzräume unterhalten. Sie sind nur für Betriebspersonal gedacht und sämtlich gegen atomare Angriffe geschützt. Die Anzahl will man jedoch verringern - zukünftig soll es nur Schutzräume für "Abteilungen mit Lenkungsfunktion" geben.

Fazit: die beiden Schutzräume fallen da sicher nicht darunter.

fritz_haarmann

Beitrag von fritz_haarmann » 21.08.2008 18:25

Hallo, Baum!

Baum hat geschrieben: ...
Nachtrag
Im aktuellen "Bahn Extra 5/2008" mit dem Titel "Eisenbahn und Militär" wird dieses Thema in einem kleinen Artikel angesprochen, v.a. in Hinblick auf die Nachnutzung nach 1945, wo - jetzt kurzgefasst - dargelegt wird, dass die DB an wichtigen Standorten wie Bahnhöfen Betriebs- oder Ausbesserungswerken Schutzräume unterhielt. Geregelt über eigene Dienstvorschriften und Vorgaben des BZA München bez. räumlicher Ausstattung.
und nun als Zitat:
Noch heute werden bei der DB AG Schutzräume unterhalten. Sie sind nur für Betriebspersonal gedacht und sämtlich gegen atomare Angriffe geschützt. Die Anzahl will man jedoch verringern - zukünftig soll es nur Schutzräume für "Abteilungen mit Lenkungsfunktion" geben.
Fazit: die beiden Schutzräume fallen da sicher nicht darunter.
Im Sozialgebäude des Rbf Karlsruhe gibt es auch einen (modernen) Schutzraum im Keller. Mir als Laie macht er aber nicht unbedingt einen atombombensicheren Eindruck. Es ist eben ein Schutzraum mit Gasschleuse usw. relativ moderner Bauart.

In Karlsruhe Hbf ist der Ost-Teil des Parkhauses der öffentliche Schutzraum. In Stuttgart Hbf ebenfalls das Parkhaus unter den Gleisen 1-4, welcher im Zuge der damals V-Bahn genannten S-Bahn gebaut wurde.

Viele Grüße,
Oli.

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hans.maulwurf
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Beitrag von hans.maulwurf » 22.08.2008 08:44

Hallo Baum,

danke für die Bilder - sehr interessant, zumal ich an diesem Gebäude jeden Tag auf dem Weg von und zur Arbeit vorbeilaufe :-)

Am Rande will ich noch anmerken, das ich froh bin die Stadt (oder wer auch immer) sich entschieden haben, das Gebäude zu erhalten und nicht, wie so viele andere aus dieser Zeit, die nicht Stuck oder ähnlichem überladen sind, einfach abzureissen.

Gruß,
Andreas

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hans.maulwurf
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Re: Luftschutzräume im Bahnhofsgebäude

Beitrag von hans.maulwurf » 24.09.2008 13:02

Hallo zusammen,
Baum hat geschrieben:der erste - damals noch lediglich als Bahnhof bezeichnete - wurde 1848 als Kopfbahnhof der Eisenbahnstrecke Stuttgart - Heilbronn errichtet und ist auch heute noch erhalten. Nachdem seine Nutzung als Bahnhof Ende der 70er Jahre des 19. Jahrhunderts aufgegeben wurde war er u.a. Sitz des Maschinenamtes Heilbronn sowie Verwaltungssitz von Bahnbus bzw. anschließend der Nachfolgefirma RBS. Seit einiger Zeit ist das Kolpinhbildungswerk Besitzer und Nutzer des Gebäudes.
hinter eben jenem Gebäude wird in diesem Moment kräftig abgerissen. Leider ist just in dem Moment, als ich ein paar Photos schiessen wollte, die Handykamera abgeraucht. Schade!
Stehen tut noch eine alte Tankstelle (ich glaube, dieser Platz war u.a. der Abstellplatz für die Busse der Stadtwerke Heilbronn) , die Hälfte eines Backsteingebäudes sowie zwei Nebengebäude.
Ich nehme morgen noch eine vernünftige Kamera mit, ich befürchte allerdings, dass dann schon nichts mehr steht.

Viele Grüße,
Andreas

Baum
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Beitrag von Baum » 24.09.2008 22:47

Hallo hans.maulwurf,

ich will hier nicht unbedingt einen neuen thread aufmachen und einfach mal die Bilder die ich von besagtem Gelände natürlich auch gemacht habe anhängen. Also mit den Stadtwerken hatte dies m.W. nichts zu tun sondern wie o.a. mit Bahnbus und Folgeorganisationen (RBS). Dass diese heute irgendwie kooperieren ist natürlich wieder eine andere Sache. Ansonsten hier ein paar Bilder. Dass dort platt gemacht wird war mir bekannt, aber dass es jetzt schon passiert nicht.

Baum
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Beitrag von Spacehawk » 24.09.2008 23:50

Baum hat geschrieben: und nun als Zitat:
Noch heute werden bei der DB AG Schutzräume unterhalten. Sie sind nur für Betriebspersonal gedacht und sämtlich gegen atomare Angriffe geschützt. Die Anzahl will man jedoch verringern - zukünftig soll es nur Schutzräume für "Abteilungen mit Lenkungsfunktion" geben.
Watt wollen die Häuptlinge denn im Schutzraum, wenn kein Indianer überlebt hat ????? :?: :?: :?:

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