Bunker unter Bahnhöfen

Zivile bzw. nicht-militärische Schutzbauwerke und Anlagen des Kalten Krieges
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René
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Beitrag von René » 27.03.2006 18:27

Widersinnig ist es schon: beim baulichen Schutz für die Zivilbevölkerung wird immer mehr gespart und die Sonderverwaltungen des Bundes bauen wie die Weltmeister. Nach Angabe eines Bahnmitarbeiters baute die DB AG seit 1990 weit über 800 Schutzbauwerke für ihre Mitarbeiter - der Herr muss es wissen, weil er in entsprechender Stelle tätig ist.

Ein Job bei der Bahn ist wohl in Krisenzeiten sicherer, als in Friedenszeiten :mrgreen:
Man kann das Leben nicht verlängern, nicht verbreitern- aber vertiefen :-)

guthardt
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Habe mal bei der Bahn gearbeitet...

Beitrag von guthardt » 19.04.2006 13:24

Also, in Neumünster ist in den 80ern ein neues Lagerhaus gebaut worden, darunter befindet sich ein (ebenfalls neu gebauter) Schutzbau für 500 Personen.
Soll den Arbeitern im Falle des Falles Sicherheit geben für alles, was von Oben kommt.
Naja, die Kosten soll damals der Kat-Schutz getragen haben.

tebbm
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Bunker unter Bahnhöfen/Stellwerken

Beitrag von tebbm » 03.03.2016 13:46

Hallo, ich interessiere mich auch für Bunker unter Bahnhöfen, bzw. speziell für das Personal und den möglichen Weiterbetrieb trotz Angriffsszenario..

Aus bisheriger Recherche-Erfahrung kann ich sagen, dass nur die wenigsten Bahnhöfe/Stellwerke mit solchen Schutzbauten ausgestattet sind, jedenfalls ist das mein Eindruck bisher. Oftmals sind Anlagen für die Reisenden bzw. in größeren Knoten mit viel Verwaltungspersonal (ehemalige Bundesbahndirektionen) vorhanden, jedoch nicht für eine Steuerung des Weiteren Betriebes Stellwerkstechnisch vorgesehen oder ausgestattet. Teilweise handelt es sich auch um kommunale Schutzbauten, die lediglich zufällig direkt am Bahnhof liegen (zb. Saarstollen am Saarbrücker Hbf).

Jedoch kann ich mich an schon einige Jahre zurückliegende Fernsehreportage über einen Atombunker unter dem Frankfurter Hbf erinnern, der auch ein Notstellwerk beinhaltete. Natürlich nur Zugriff auf die Relais-Steuerung, daher Frankfurt Hbf heute über ein elektronisches Stellwerk gesteuert wird, kann davon ausgegangen werden, dass heute keine Notsteuerung von dort aus mehr vorgehalten wird, zumal die eigentlichte Stellwerkstechnik ohnehin oberirdisch angelegt ist und vermutlich nicht mehr funktionieren würde. Somit macht eine abgesetzte Steuermöglichkeit eher wenig Sinn.

Auch die Aussage, dass noch seit den 1990er Jahren Schutzbauten hergerichtet werden, kann ich so nicht bestätigen, Hinweise hierauf habe ich noch nie gefunden und kann es mir auch nicht vorstellen. Seit Ende der Behördenzeit wird konsequent zurückgebaut und abgeschafft was nicht mehr gebraucht wird, und da weiter Schutzbauten errichten, wo Landesregierungen etc. alle derartigen Anlagen aufgeben? Dass scheint mir eher unwahrscheinlich.

Auch der Katastrophenschutz-Aspekt (Verpflichtung) kann hier kaum herangezogen werden, seit der Privatisierung wurde die vielen Betriebsfeuerwehren -Grundpfeiler in betrieblichem Brandschutz und Katastrophenvorsorge- fast vollständig aufgelöst, sodass es heute nur noch in wenigen großen Rangierbahnhöfen Werkfeuerwehren gibt, eben dort, wo sie sich vom Gefahrenpotential her auch im Normalbetrieb lohnen.

Dennoch findet man immer wieder interessante Hinweise, die einem hier nicht aus dem Kopf gehen, so hört man auch von entsprechenden angeblich vorhandenen Bauwerken an Bahnhöfen, die eben nicht so groß oder strategisch definitiv wichtig wären. Hieru fällt mir ein Bahnhof mit angeblichem Notstellwerk an der Saarstrecke ein, sowie einer an der Nahestrecke, der zumindest einen Schutzraum im Gebäude der Stellwerkstechnik zu haben scheint, direkt hinter der Grenze Saarland-Rheinland Pfalz. Hier frage ich mich oft, warum gerade solche eher unbedeutenden Stellen offensichtlich doch entsprechend ausgestattet waren, ihre Nachbarbahnhöfe, welche zum Betrieb ja auch benötigt werden, jedoch eher nicht.



Diskussionen/Erfahrungsaustausch hierzu gerne.

Herr Auer
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Beitrag von Herr Auer » 04.03.2016 12:57

Moin Moin.

Auch während des Kalten Krieges galt :
"Räder müßen rollen für den Sieg".
Die Bahn, als Hauptlogistiker für das Militär,
mußte, natürlich auch auf vermeintlich unwichtigen
Nebenstrecken, handlungsfähig bleiben.

Die kleineren Bauwerke dienten somit nicht dem Zivilschutz
der Reisenden, die Bahnbediensteten waren hier die "Zielgruppe".
Außerdem galt (und gilt es heute wieder) sensible Technik
zu schützen, da wurde dann halt ein Raum mit Schalttechnik
in Bunkern untergebracht - gerbe auch in Zivilschutzobjekten....

Gruß aus HH
Hamburg von unten : www.unter-hamburg.de

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Cremer
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Beitrag von Cremer » 04.03.2016 13:16

Es gab auch den Betrieb entsprechende verbunkerte Einrichtungen für die Signaltechnik und auch für das Personal.

Genauso hatte man bei Autobahnmeistereien verbunkerte Betfiebsräume und für das Personal.
MfG Euer Fernmelder
Erich Fellgiebel 1935:Nachrichtentruppen sind kostbare, schwer zu ersetzende Mittel der Führung.

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