Wassersicherstellungsgesetz & VO / Notbrunnen

Zivile bzw. nicht-militärische Schutzbauwerke und Anlagen des Kalten Krieges
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derlub
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Notbrunnendeckel

Beitrag von derlub » 25.03.2008 21:18

Hallo.
Notbrunnen wurden ja anscheinend in verschiedenen Ausführungen errichtet. Es kann also nicht immer von einem einheitlichen "Deckeltyp" ausgegangen werden. Im Anhang mal ein paar Beispiele von Notbrunnen aus Köln und Düsseldorf. In Köln wurde häufiger der Deckeltyp, der bei Sprengschächten zum Einsatz kam, verwendet. Der Großteil der Notbrunnen befindet sich dort auf Schulgrundstücken.
Könntet Ihr evtl. andere Beispiele beisteuern?

Viele Grüße,
Christoph
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Krakau
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Re: Trinkwasseraufbereitung

Beitrag von Krakau » 25.03.2008 22:40

D. Küster hat geschrieben: Berkefeld TWA 4 Filteranlagen, mit diesen Anlagen konnte man Oberflächenwasser aufbereiten und zu Trinkwasser verarbeiten.

Die Anlagen wurden im Rahmen der Schnelleinsatzzüge vom DRK betrieben.
Moin!

Der "Berkefeld" Filter arbeitet im Anschwemmverfahren, d.h. er filtert rein mechanisch normal verschmutztes (Schwebstoffe, Sand) und verkeimtes (Bakterien) Oberflächen- oder Brunnenwasser.

Er filtert durch gebrannte "Kerzen" (Hohlzylinder) aus Kieselgur, alles was kleiner als Bakterien oder chemisch gelöst oder flüssig ist passiert den Filter ohne Probleme. Z.B. Nitrate, Schwermetalle, Benzine, Öle oder auch Viren usw.

Heute ein "normal verschmutzes Oberflächenwasser" zu finden, grenzt an ein Wunder! Durch den enormen Schadstoffeintrag der Landwirtschaft, aber auch durch Haushalte und Industrie ist kaum ein offenes Oberflächengewässer chemisch unbelastet!

Leider kann die "Berkefeld TWA" wie oben erklärt kein chemisch verunreinigtes Wasser reinigen - sonst könnte sie auch Brack- oder Meerwasser in Trinkwasser umwandeln.

Also ist diese Anlage für die Anforderungen an Trinkwasserqualität auch unter erschwerten Bedingungen leider nicht mehr uneingeschränkt einsetzbar.

In einem Kat-Fall bei dem die Trinkwasserversorgung ausfällt - besteht also enormer Mangel - das steht auch im 3. Gefahrenbericht der Schutzkommission beim Bundesminister des Innern aus dem Jahr 2006: Im Bereich der Katastrophenvorsorge weist er u.a. schwere Mängel bei der Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser aus.

Neben dem THW hatte im Kreis Pinneberg (S-H) noch das DRK eine TWA, allerdings bei einem kombinierten Sanitäts- und Betreuungszug.

Gruß
Thomas

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Beitrag von Charly » 13.06.2008 20:06

Hallo,
dann also nochmal mein Posting aus dem Sprengschächte-Thread:
Hallo,

[ein notbrunnenmäßiger] Deckel befindet sich afaik auch in Kaiserslautern auf dem Stiftsplatz [//Hausnummer entfernt, ist aber nicht schwer zu finden icon_smile.gif].
Ich dachte auch kurzzeitig mal, es wäre ein Sprengschacht, von der Bauform und der Lage (so ne Art Fußgängerzone mit Restaurants etc.) her macht ein Notbrunnen aber afaik mehr Sinn.
Kennt jemand dieses Objekt?

Google spuckt aus, dass der Bund u.a. klimawandelbedingt in jüngster Vergangenheit viele neue Notbrunnen
angelegt hat, aber wann und warum wurden denn diese innerstädtischen Notbrunnen in Deutschland erstmals angelegt? Sind es vielleicht doch ursprünglich Artefakte des Kalten Krieges?

Gruß

Charly

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derlub
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Notbrunnen Hamburg

Beitrag von derlub » 06.07.2008 11:54

Leider etwas spät aber dennoch vielleicht interessant:

"Pressemeldungen 09.04.2008

Übung zur Wasserversorgung im Katastrophenfall

(bsu) Um die Trinkwasserversorgung der Hamburger im Katastrophenfall sicherzustellen, gibt es im Stadtgebiet 91 Notbrunnen. Damit im Notfall alles reibungslos funktioniert, führt die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt gemeinsam mit dem Technischen Hilfswerk (THW) und dem Bezirksamt-Mitte am Samstag, 12. April 2008, 13:30 Uhr (bis ca. 15 Uhr), eine entsprechende Übung durch. Testobjekt ist ein Trinkwassernotbrunnen an der Billstedter Hauptstraße 124.

Die Mitarbeiter des THW nehmen den Brunnen in Betrieb, das geförderte Wasser wird über zuvor installierte Gruppenzapfstellen abgegeben. Freiwillige Helfer der Deichwacht Hamburg-Mitte werden – wie die Bevölkerung im Notfall – Kanister an den Zapfstellen füllen. Zusätzlich werden zwei vom Deutschen Roten Kreuz und der Johanniter Unfallhilfe bereitgestellte LKW mit 1000 Liter Wasserbehältern gefüllt. Der Brunnenbetrieb soll auch unter Notstromversorgung geübt werden.

In Deutschland gibt es rund 5000 leitungsunabhängige Trinkwasser-Notbrunnen, die die Wasserversorgung der Bevölkerung sicherstellen, wenn die zentrale Wasserversorgung ausfällt.

Interessierte Redaktionen können sich bis einschließlich Freitag in der Pressestelle (s.u.) anmelden, falls sie an der Übung als Beobachter teilnehmen möchten."

Quelle: http://fhh.hamburg.de/stadt/Aktuell/pre ... rgung.html

Viele Grüße,
Christoph

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Notbrunnen

Beitrag von derlub » 18.01.2009 19:52

Hallo.

Die Notbrunnen in Mannheim sehen überwiegend folgendermaßen aus.
Dieser hier ist Bj. 1969 und 89,5 Meter tief.

Grüße,
Christoph
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Notbrunnen Stuttgart

Beitrag von derlub » 26.08.2009 17:08

Hallo.

Anbei mal Fotos von 2 Notbrunnen in Stuttgart.
Vom Typ her ähneln die meisten Stuttgarter Notbrunnen denen in Mannheim (s.o.).
Laut einer Information der Feuerwehr Stuttgart, existieren im Stadtgebiet heute noch 34 Trinkwassernotbrunnen und sollen theoretisch jedem Einwohner in Notfällen 15 Liter Trinkwasser pro Tag liefern.

Grüße,
Christoph
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Beitrag von Lasse » 03.09.2009 22:31

Wie sehen die Dinger eigentlich in Betrieb aus? Kommt da eine Elektrische Pumpe rauf oder die klassische Handpumpe?
"Siehst Du einen Atompilz: Schau gut hin, Du bekommst so etwas nie wieder zu sehen."

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Beitrag von Oliver » 04.09.2009 19:37

Lasse hat geschrieben:Wie sehen die Dinger eigentlich in Betrieb aus? Kommt da eine Elektrische Pumpe rauf oder die klassische Handpumpe?
Hi Lasse,

das wird denke ich unterschiedlich sein. In Nürnberg kenne ich Notbrunnen auf denen permanent eine Handpumpe installiert ist. Gegen die unbefugte Nutzung ist die Pumpe mittels Kette und Schloß gesichert. Wenn man es nicht besser wüsste würde man nicht auf einen Notbrunnen tippen.

Gruß
Oliver
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klaushh
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Notbrunnen

Beitrag von klaushh » 04.09.2009 22:37

Moin, moin Oliver!

Das Bild "Notbrunnen 1" wirst du wohl in einem geschützten und öffentlich nicht zugängigen Bereich aufgenommen haben.
Sonst kann ich mir nicht vorstellen, das solch ein Pumpenschwengel (so heißt doch wohl der "Hebel"?!) länger als eine Woche hält.
Auch bei "Notbrunnen 2" kann ich mir vorstellen, dass doch mancher böse Bube (oder Mädchen?) seinen Müll in das Pumpengehäuse stopft.
Vielleicht sehe ich aber auch alles zu schwarz und in Nürnberg gibt es weniger Vandalismus.

Gruß
klaushh
Bei Interesse für Bunker und unterirdische Bauwerke in Hamburg mal http://www.hamburgerunterwelten.de besuchen!

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Beitrag von Oliver » 05.09.2009 13:08

Hi Klaus,

beide Brunnen stehen auf öffentlichen Straßen und Plätzen,wobie ich Typ1 bisher nur ausserhalb der Stadt mehr in den Randlagen gefunden habe. der Brunnen Typ2 ist hingegen öfters in der Innenstatd/ Altstadt zu finden. Daneben gibt es natürlich noch Notbrunnen die man nur anhand eines Deckels erkennt.

Gruß
Oliver
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