Industriebahn Lichtenberg

Verkehrsgeschichte - Bauwerke der Bahn, U-Bahn, S-Bahn etc.
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E.W.
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Beitrag von E.W. » 21.03.2007 12:46

Nebenbei zur Info, bei dem abgebildeten Signalrest oben handelt es sich um ein BÜ(Bahnübergang) Sicherungssignal der Ex DR(Deutsche Reichsbahn, die der DDR). Es hatte folgende Signallichtbelegung: Oben ein weisses Licht(leuchtete wenn BÜ gesichert) und unten zwei gelbe Dauerlichter(leuchteten immer auch bei leuchtendem weissen Licht oben).

Sie sind heute noch auf dem Gebiet der Ex DR in Betrieb befindlich anzutreffen.

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Ollie
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Beitrag von Ollie » 21.03.2007 14:20

Hallo,
...bei dem abgebildeten Signalrest oben handelt es sich um ein BÜ(Bahnübergang) Sicherungssignal der Ex DR(Deutsche Reichsbahn...
Die korrekte Bezeichnung lt. Signalbuch der DR (DV 301) lautete:

Signal So 16, Überwachungssignal einer Wegübergangssicherungsanlage.

(by the way: schönes Wort, fast so schön wie "Reichseisenbahnoberlochzangenbediener".)


Grüße aus BÄRlin
Ollie

PS.: Liest eigentlich niemand mehr die kompletten Threads, zu dem Signal ist einige Seiten vorher schon was gesagt worden?
"Traditionspflege bedeutet nicht, in der Asche herumzustochern, sondern die Flamme weiterzugeben
(Ricarda Huch)

E.W.
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Beitrag von E.W. » 22.03.2007 22:23

Ollie hat geschrieben:
PS.: Liest eigentlich niemand mehr die kompletten Threads, zu dem Signal ist einige Seiten vorher schon was gesagt worden?
Zehn Seiten ??

Übrigens, die korrekte Bezeichnung lautet: "Überwachungssignal BÜ 0/BÜ 1"
Wobei BÜ 0 und BÜ 1 den jweiligen Signalbegriff bezeichnen.
DV 301 Stand Dezember 2006

Früher hiessen die Signale auf West Gebiet, "Bahnübergangüberwachungssignal" (DS 301)

:kiss:

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Beitrag von Ollie » 23.03.2007 07:36

Hallo,
Zehn Seiten ??


Ja, warum nicht?
Übrigens, die korrekte Bezeichnung lautet: "Überwachungssignal BÜ 0/BÜ 1"
Stimmt, aber da das Signal offenkundig aus früheren Tagen stammt und heute nicht mehr in Betrieb ist, würde ich es so bezeichnen, wie es damals korrekt war.

Grüße aus BÄRlin
Ollie
"Traditionspflege bedeutet nicht, in der Asche herumzustochern, sondern die Flamme weiterzugeben
(Ricarda Huch)

Gast

Re: Roedern

Beitrag von Gast » 19.04.2007 20:11

Miessling hat geschrieben:Hallo Leute!


Sehr interessantes Forum!
Habe es nun endlich geschaft mich anzumelden. War dort viele Jahre als Rangierlokführer tätig.
Es waren beruflich sicher die interessantesten Jahre meines Lebens. Ich könnte Euch storys von
Diesem Bahnhof berichten,die würden Bibeldicke Bücher füllen. Leider fehlt mir dafür hier die Zeit,
da ich immer noch im aktiven Schnellzugdienst bin.Ich war selber das letzte mal 1994 dort,plane aber
in nächster Zeit mal eine Bahnhofsbesichtigung.
Bis später alle zusammen EUER MIESSLING
Ich habe mich sehr gefreut, als ich dieses Forum endeckt habe. Ich war vom Somer 1987 bis April 1989 als Lokführer in IUB tätig. Ich denke heute noch oft an diesen Bahnhof mit seinen vielen Anschlüssen der unterschiedlichsten Betriebe. Klasse war vor allem VEB Bärensiegel, an deren Kesselwagen mit Prima-Sprit, wir uns öfter vergriffen haben. Richtig übel war Vehab (Tierische Rohstoffe) mit seinem infernalischen Gestank. Oder im Nordring, der Anschluss des Stasi-Fahrzeugdepots. Die bekamen immer Kesselwagen mit Treibstoff. Ich erinnere mich auch sehr gut an Fredi vom Stellwerk. Als ich das erste mal dort Dienst verrichtete, war seine erste Frage: "Kannste och 17un 4 spielen?". Nirgenwo sonst, habe ich so viel Spass gehabt, wie in Röder. Und wer in Röder, als Lokführer klargekommen ist, den konnte nichts mehr schocken, denn die rangiertechnischen Spezialitäten, wie z.B. schnippeln, habe ich nirgends mehr praktiziert. Allerdings hatte ich auch meinen ersten Rangierunfall dort.

@Miessling: War die 106 884 mal deine Planlok ? Meine war 106 370 :)

Gast

Re: Roedern

Beitrag von Gast » 19.04.2007 21:06

steinyplatte hat geschrieben:Richtig übel war Vehab (Tierische Rohstoffe) mit seinem infernalischen Gestank
dan sollte jetzt ja alles schön sein. Ist jetzt nur noch eine ebene Fläche - sozusagen Platte.

Volker
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Gast

Beitrag von Gast » 21.04.2007 17:44

Was ich auch noch nicht wußte, ist z.B., dass man das Gleis von Lichtenberg nach IUB während der Januardemos an der "Gedenkstätte der Sozialisten" (Friedhof Gudrunstraße) dazu nutzte, den Regierungszug aufzustellen, damit sich die alten Männer vor, während und nach der Veranstaltung aufwärmen konnten.
Ich habe diesen "R-Zug" am 14.01.1989 selbst mit einer 106 auf den Friedhof geschoben . Es war der Tag vor der oben genannten Veranstaltung. Ich hatte damals Bereitschaft in Lichtenberg und saß in der Kantine, als der Ruf des Lokleiters (genannt "Speiche") erschallte. Ich fuhr mit der Lok und dem Rangierer vom BW BLO zur benachbarten Abstellanlage des R-Zuges am S-Bahnhof "Nöldnerplatz", wo uns dieTrapo das Tor öffnete. Nach dem Beifahren und Anhängen des Zuges, erschien ein als Angehöriger der HV Wagendienst mit geflochtenen Schulterstücken (!)und mimte den Wagenmeister. Ich glaube, daß die Bremsprobe mindestens 45 Minuten gedauert hat, bis wir endlich den Zug aus der Anlage ziehen konnten. Nach dem Rausziehen in den Pbf Lichtenberg fuhr ich die Lok drumrum und dann schoben wir den Zug auf den am anderen Ende des Bahnhofes Lichtenberg gelegenden "Friedhof der Sozialisten", damit Honecker und seine Kumpane sich aufwärmen konnten. Die Vorbereitungen waren für die Festivität in vollem Gange. Marschmusik war zu hören und die Jungs vom Wachregiment aus Berlin-Adlershof standen links und rechts des Gleises mit ihren vor der Brust gehaltenen Gewehren. Mir war wirklich sehr mulmig im Magen und ich versuchte möglichst keine Aufmerksamkeit zu erregen, da ich 1 1/2 Wochen vorher Ausreiseantrag gestellt hatte. Deswegen wunderte ich mich auch, daß mir dieser Auftrag überhaupt gegeben wurde.
Waren wohl die ersten Verfallserscheinungen :)

Gast

Beitrag von Gast » 22.04.2007 07:34

steinyplatte hat geschrieben:damit Honecker und seine Kumpane sich aufwärmen konnten.
kann man auch sachlich bleiben? Es waren Vertreter der Führung eines Staates.

Volker

Gast

Beitrag von Gast » 23.04.2007 14:48

Sachlich richtig wäre gewesen,wenn ich "Verbrecherbande" geschrieben hätte.

Meine positiven Erinnerungen an Röder beziehen sich ausschließlich auf die Arbeit mit den Kollegen, mit denen ich dort zusammen gearbeitet hatte. Die Bahnanlage selbst und die angeschlossenden Betriebe spiegelten, als ich von 87 bis 89 dort gearbeitet habe, nur den miserablen Zustand der restlichen DDR-Wirtschaft wieder. Überall Gestank und Müll, undichte Fernheizleitungen und die schlechte Beleuchtung schufen gerade nachts eine gespenstische Atmosphäre und waren aus Sicht des Arbeitsschutzes der reine Alptraum.
Mir ist schon klar, daß auch viele Arbeitsplätze in dem Gebiet verloren gingen, was natürlich für den Stadtteil Lichtenberg doppelt ins Kontor schlug, weil auch die große "Firma" in der Normannenstrasse dichtmachen musste.
Damals, als 19-20jähriger Lokführer, hatte Röder etwas Abenteuerliches. Aber heute weine ich dem keine Träne nach.

Gast

sachlich richtig

Beitrag von Gast » 26.04.2007 21:49

fast alles richtig ,was du geschrieben hast Steiny!in einem punkt muss ich dir leider wiedersprechen:manchmal weine ich den zeiten schon nach.denn bei welcher eisenbahn wird heutzutage noch geschnippelt?

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