Stillgelegte Bahnstrecken

Verkehrsgeschichte - Bauwerke der Bahn, U-Bahn, S-Bahn etc.
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EPmuc
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Beitrag von EPmuc » 18.09.2018 12:33

Aber auf den Luftaufnahmen ist eine zu sehen, zusammen mit der Brücke.
Ich sehe es, aber was auch immer da war, jetzt ist davon nichts mehr zu sehen.
Ich schaumal, ob ich in meinen Unterlagen zu Hause etwas darüber habe.
Von wann ist denn das Luftbild mit der roten Linie?
Gruß, Eugen
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Sunninger
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Beitrag von Sunninger » 18.09.2018 13:23

EPmuc hat geschrieben:
Aber auf den Luftaufnahmen ist eine zu sehen, zusammen mit der Brücke.
Ich sehe es, aber was auch immer da war, jetzt ist davon nichts mehr zu sehen.
Ich schaumal, ob ich in meinen Unterlagen zu Hause etwas darüber habe.
Von wann ist denn das Luftbild mit der roten Linie?
Das Bild ist vom 3. Mai 1944.
Vom 1. November 1943 gibt es auch noch eine Aufnahme, da ist ebenfalls das Bauwerk zu sehen.

Es sieht ja fast so aus, als wäre dort noch eine größere Abzweigung Richtung Nord-Ost in Planung gewesen. Der Größenvergleich der "Zweigleisigen" Überführung zu der die nicht mehr da ist, ist schon beträchtlich.
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Beitrag von EPmuc » 18.09.2018 18:15

Ist ja echt interessant. Ich habe nochmal meine Bilder von dem "alten Bahndamm" durchgesehen, und da sind zwei Bilder dabei, die evtl. diese Brücke zeigen (siehe KMZ). Ich habe das damals für die Reste einer befestigten Böschung gehalten. Aber die Möglichkeit einer Brücke leuchtet durchaus ein. Bei der weiteren Suche habe ich in einem Buch eine topographische Karte v. 1959 gefunden. Dort ist diese Abzweigung auch zu erkennen. Ist mir allerdings noch nie aufgefallen. Aber nirgends eine schriftliche Erwähnung. Vor Ort ist (ausser der oben erwähnten Mauer) absolut nichts mehr zu erkennen.
Für eine Bahn zu einem Kieswerk oder einer Lehmgrube erscheint mir die Trasse etwas groß. Einen einzigen Hinweis habe ich gefunden: Beim Bau des Abfanggrabens (ca. 2,6 km östlich von Johanneskirchen) wurde 1926 von der Baufirma beantragt, eine Gleisstrecke für eine Kleinbahn von der Baustelle bis zum Bahnhof Johanneskirchen zu bauen. Das könnte die sein. Allerdings würde das bedeuten, dass beim Bau der Feldkirchener Tangente extra eine Brücke gebaut wurde, um ein Gleis zu überqueren, das gar nicht mehr gebraucht wurde (der Abfanggraben war 1929 fertig). Irgendwie unwahrscheinlich.
Und ich möchte fast behaupten, dass der Weg, der durch das Gelände der Firma "Kran- und Bautechnik" geht, dieser Trasse folgt, es könnte zumindest hinkommen.
Bei Gelegenheit werde ich mal jemanden, der sich mit der örtlichen Geschichte recht gut auskennt, anschreiben. Evtl. weiß er was darüber. Kann ich dazu einen Screenshot deines Luftbildes verwenden?
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Gruß, Eugen
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Beitrag von EPmuc » 20.09.2018 12:28

Ich habe relativ schnell Antwort bekommen.
Die Strecke sollte zu einem S-Bahn Bw führen, das bei Unterföhring gebaut werden sollte.
Pläne zur Umgestaltung der Bahnanlagen in München
September 1939: Baubeginn eines Ausbesserungswerkes (RAW) für die S-Bahn östlich von Unterföhring. Der Weiterbau wurde wegen schlechter Bodenverhältnisse wieder eingestellt. Als neuer Standort war Karlshof, nördlich von Ismaning bestimmt.
Gruß, Eugen
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Beitrag von Sunninger » 20.09.2018 23:49

EPmuc hat geschrieben:Am Sonntag habe ich mir die Abzweigung mal angesehen.
Das (ehemalige) Gleis zweigt bei der Riedenburgerstrasse vom Hauptgleis am Leuchtenbergring ab.
Von dort führt es durch einige Firmengelände und endet beim Druckzentrum vom Süddeutschen Verlag. Dort ist das Gleis mit einem 2m hohen Zaun abgesperrt. Deshalb liess es sich dort nur schlecht fotografieren.
Auf dem Parkplatz von dem höheren runden Gebäude habe ich zufällig auch noch zwei Gleisreste gefunden (die beiden letzten Bilder), die in die Strecke einmünden. Ich habe aber keine Ahnung, wo dieses Gleis hergekommen ist.
So ich habe hier mal ein KMZ mit Luftbild gemacht, welches den Schienenverlauf zeigt.

Interessant ist die Anbindung an die Strecke Richtung Moosburg, beim Bhf Riem.
Soweit ich das sehen kann, muss diese Strecke schon wieder aufgelassen worden sein, da der Neubau der Autobahn über die Trasse geht.
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Beitrag von Djensi » 21.09.2018 07:41

Moin,

da habt ihr ja im Süden etwas Interessantes aufgemacht :-)
Steht da nur noch die eine Mauer? Auf der anderen Seite des Dammes war ja offensichtlich auch schon etwas fertiggestellt.
Auf der TOP und dem Luftbild sieht es ja wirklich so aus, als ob ausgehend vom Ziegeleigeände (und dem dort eingezeichneten Gleisstumpf) etwas größeres Richtung Nordost geplant war. Oder war das jetzt die erwähnte Zuführung zum BW? Sry, ist nicht so einfach ohne Ortskunde sich da einzulesen.

Edit: Bin auch nochmal zu den alten Beiträgen zurück. Finde bemerkenswert, dass sie bei der Staatsstraße 2082 westlich Feldkirchen eine Brücke gebaut haben, ist denn jetzt mit der Tunnelplanung Zamdorf/Johanneskirchen jedwede andere bahntechnsiche Nutzung der Trasse obsolet?

Grüße
Djensi

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Beitrag von EPmuc » 21.09.2018 08:38

Sunninger hat geschrieben: So ich habe hier mal ein KMZ mit Luftbild gemacht, welches den Schienenverlauf zeigt.
Auf dem Bild hier:
https://www.geschichtsspuren.de/forum/v ... c&start=30
ist die Trasse ja schon nicht mehr drauf, bzw. endet das, was man erkennen kann kurz vor dem Nord/Süd Gleis.
Gruß, Eugen
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Beitrag von Sunninger » 21.09.2018 08:57

Also es muss irgendwas ziemlich kurzlebiges oder in Planung gewesen sein.

Hier ist ein Falk-Stadtplan von 1953, auf welchem dort eine Bahntrasse eingezeichnet ist. Die hat aber laut Falk einen Anschluß bei Zamdorf???

https://www.landkartenarchiv.de/falkpla ... en_8_v1953

Auch noch im Landkartenarchiv gefunden:
eine Karte von 1895 auf welcher nur diese Bahntrasse Richtung Moosburg geht
https://www.landkartenarchiv.de/kdr100.php?q=638

und eine Karte von 1909, wo schon weitere Abzweigungen in diesem Bereich zu sehen sind, aber auch noch die Trasse Richtung Moosburg.
https://www.landkartenarchiv.de/tk100b. ... nreichs638

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Beitrag von EPmuc » 21.09.2018 09:30

@Djensi:
-Nördlich ist soweit nichts mehr erkennbar. Allerdings ist das Gelände, auf dem die Hütte steht, umzäunt. Vlt. wurde die Mauer auch abgetragen und die Ziegel anderweitig verwendet.
Nur einen Stapel alte Schwellen und der Schotter habe ich damals vorgefunden.
Wobei auch auffällt, dass in der näheren Umgebung heute noch so manche Zäune aus solchen alten Schwellen bestehen :8):
-Das soll wohl die BW-Zufahrt sein.
-Die Brücke wurde wohl gebaut, weil der alte Bahndamm als Biotop (oder zumindest "Geschützter Landschaftsteil") eingestuft ist.
-Wenn Du mit der Trasse diesen alten Bahndamm meinst, da fährt sicher nichts mehr.
Gruß, Eugen
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Beitrag von Sunninger » 21.09.2018 09:37

Sunninger hat geschrieben:Also es muss irgendwas ziemlich kurzlebiges oder in Planung gewesen sein.

Hier ist ein Falk-Stadtplan von 1953, auf welchem dort eine Bahntrasse eingezeichnet ist. Die hat aber laut Falk einen Anschluß bei Zamdorf???

https://www.landkartenarchiv.de/falkpla ... en_8_v1953

Auch noch im Landkartenarchiv gefunden:
eine Karte von 1895 auf welcher nur diese Bahntrasse Richtung Moosburg geht
https://www.landkartenarchiv.de/kdr100.php?q=638

und eine Karte von 1909, wo schon weitere Abzweigungen in diesem Bereich zu sehen sind, aber auch noch die Trasse Richtung Moosburg.
https://www.landkartenarchiv.de/tk100b. ... nreichs638
Lösung gefunden:
https://www.muenchen.de/rathaus/Stadtve ... karte.html

Erklärung zu den Bildern eines Denninger Bürgers von Roland Krack, Vorsitzender des Vereins NordOstKultur: "An der Südgrenze des Gebiets der städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme (SEM) verlief vor über 100 Jahren die Zamdorfer Bahn. Es war die Eisenbahnstrecke von München nach Österreich, über Mühldorf und Braunau. Das Industriegleis am SZ-Hochhaus ist noch ein Relikt im westlichen Zamdorfer Bereich. 1909 wurde die Strecke weiter nach Süden verlegt, als die Ismaninger Strecke gebaut wurde. Bis in die 1950er Jahre wurden die Pferde auf den damals vorhandenen Gleisen zur Trabrennbahn gebracht. Vor dem Krieg gab es an Renntagen Personensonderzüge. Der Verlauf im SEM-Gebiet folgt der Trasse Am Eicherhof im Westen, nördlich der Turfstraße (im Gelände der Trabrennbahn), und im Osten etwa bei der Frobenstraße. Dort enden die Gleise - westlich des Bahnhofs Riem - an einem Prellbock. Vor Jahren hat die Stadt zwischen Rennbahnstraße und Hüllgrabenbrücke einen neuen Fußweg genau auf dieser Relation angelegt. Die ehemalige Gleisanlage ist noch einigermaßen gut zu erkennen. Südlich der Reitställe in der Olympia-Reitanlage sind auch noch Schienenreste zu erkennen. Es wäre wünschenswert, wenn auf der Strecke ein durchgängiger Weg angelegt werden würde. Wenn man sich vorstellt, dass hier mal der Orientexpress vorbeigedampft ist ..."

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