Einrichtungen der Luftnachrichtentruppe in Münster

Funkmess-, Funkpeil-, Funkleit- und Funkstörtechnik des 2. Weltkriegs
petzolde
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Flugplätze Münster

Beitrag von petzolde » 22.10.2004 00:15

Seit Dez.2003 ist es ruhig geworden um diese Plätze.
Es gibt an beiden Flugplätzen noch Relikte, aber schwer zu erkennen. Werde darüber nachdenken und berichten...
Gruß EP

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zulufox
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Beitrag von zulufox » 05.04.2018 13:15

EricZ hat geschrieben:Hallo Björn,

es muß in Stadtarchiv Münster ein Adressbuch der Stadt geben, aus dem Jahr 1942.

Diese Anlage, welche ich erwähnt habe, müßte wegen der Register-Nummer aus dem Jahr 1941 stammen.

Übrigens: Anlage zu einem Atlas der Luftwaffen-Einrichtungen im Luftgau VI!
Hallo Nerds,

um auch diesen alten Faden ;) mal wieder zum Vorschein zu bringen:

Ich war in der vergangenen Woche in Münster und habe da auch mal nach den Spuren der Baulichen Anlagen der Luftwaffe geschaut:

Beim ehemaligen Verkehrsflughafen und späteren Fliegerhorst Loddenheide ist das Rollfeld mit seiner Infrastruktur fast vollständig überbaut, allerdings könnten nördlich der B 51 bis zum Kanal noch ehemalige Stabs- und Unterkunftsgebäude im Bereich der Nieberdingstraße stehen.

Beim Verkehrsflughafen und Leit-Fliegerhorst Handorf stehen noch einige Gebäude. So war das Vinzenzwerk Handorf enteignet worden und die Schwestern mussten im Januar 1936 das Gelände verlassen, die 1947 wieder rückübertragenen Gebäude werden heute noch genutzt. Die Zeit der Nutzung durch die Luftwaffe hatte durch die Bombenangriffe der Westalliierten auch in diesem Bereich ihre Schäden hervorgerufen. Auch stimmt die Lage einiger der Gebäude im Südwestbereich von Dorbaum mit der von Unterkunfts- und Stabsgebäuden des Fliegerhorstes überein.
Die gesprengten Start- und Landebahnen sind noch heute auf GE durch den Baumwuchs zu erkennen.
Der ehemalige großräumige Auflockerungsbereich nördlich der Bahnstrecke ist auch noch gut zu erkennen.
Der Sitz des Luftgaukommandos VI im Bereich Hohenzollernring 48 – Manfred-von-Richthofen-Straße – Andreas-Hofer-Straße wird noch heute genutzt, neben der Bw sitzt dort auch die BIMA.
Die fertiggestellte Kaserne der Luftnachrichtenabteilung Münster-Gremmendorf wird heute als York-Kaserne von der BIMA verwaltet.
Die fertiggestellte Kaserne der Luftgaunachrichtenabteilung Münster Dahlweg habe ich nicht aufgefunden.
Die als im Bau befindlich gemeldete Kaserne für eine Luftgaunachrichtenabteilung in der Wolbecker Straße wurde augenscheinlich noch fertiggestellt. Ein Teil der Gebäude ist mit der Hausnummer Wolbecker Straße 270 noch erhalten und bewohnt. Nach dem Krieg diente diese Kaserne als "Posthof" mit Wohnungen für Postbeamte und die inzwischen weggerissene Garagenanlage wurde für die Fahrzeuge der Post genutzt.

Weiter soll es auch noch eine Flak-Kaserne Münster-Gievenbeck gegeben haben. Nachtrag: Ist wohl die heutige Oxford Kaserne.

Bin auf Antworten meiner Anfrage an das Stadtarchiv Münster gespannt.

MfG
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Zuletzt geändert von zulufox am 05.04.2018 15:35, insgesamt 3-mal geändert.
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Beitrag von EPmuc » 05.04.2018 14:02

...Die fertiggestellte Kaserne der Luftgaunachrichtenabteilung Münster Dahlweg habe ich nicht aufgefunden...
War das die Train-Kaserne?
https://www.deutsche-digitale-bibliothe ... YRULN3SJC3
Gruß, Eugen
Heute ist das Morgen vor dem Du dich gestern gefürchtet hast.

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zulufox
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Beitrag von zulufox » 05.04.2018 22:51

EPmuc hat geschrieben:
...Die fertiggestellte Kaserne der Luftgaunachrichtenabteilung Münster Dahlweg habe ich nicht aufgefunden...
War das die Train-Kaserne?
Hallo,

ich fürchte, von der ist heute nichts mehr zu finden:
Unmittelbar südlich des Sankt-Josefs-Kirchplatzes bzw. der Kirche Sankt Joseph, wo nach alter Karte die Train-Kaserne gestanden haben könnte, befindet sich heute der Südpark.
Und ob diese uralte Kaserne (der Begriff Train stammt ja so aus dem 18. Jahrhundert und war z.T. noch im Ersten Weltkrieg in Preußen gebräuchlich) noch zu Luftwaffenzeiten genutzt wurde??

MfG
Zf :holy:
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Beitrag von EricZ » 12.04.2018 09:57

Moin Jürgen,

1901 gab es die Train-Kaserne am gesuchten Standort jedenfalls noch. https://www.facebook.com/Ansichtskarten ... =1&theater


Bis 1945 soll eine militärische Nutzung stattgefunden haben, daran anschließend bis zur Umwandlung des Geländes in das heutige Parkgelände Mitte der 1970er Jahre eine gewebliche Nutzung.

http://www.muenster.de/stadt/presseserv ... how/871188
https://www.lwl.org/geokult/kuladignwjs ... d=10029741
https://de.wikipedia.org/wiki/S%C3%BCdp ... 3%BCnster)

Gruß, Eric
And I'm hovering like a fly, waiting for the windshield on the freeway...

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Pinguin der 2.
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Re: Einrichtungen der Luftnachrichtentruppe in Münster

Beitrag von Pinguin der 2. » 10.04.2019 14:50

Die Richthofenkaserne soll 2021 aufgegeben werden, allerdings glaubt keiner der dortigen Dienststellen so recht daran. Die Lützow Kaserne in Handorf ( war dort KasKdt) wird durch das UstgBtl des I.DEU/NLD Korps weiter genutzt. Lehrgruppe B der HUS hat noch Delitzsch verlegt, die U-Gebäude sind Kategorie D (Abriss). Die Übungsplätze Dorbaum und Handorf-Ost werden jetzt hauptsächlich von den Aufklärern aus Ahlen, den Logistikern aus Unna und den Grenis aus Augustdorf für Fahrtraining genutzt. Handorf Ost ist am Wochenende für Publikum frei gegeben, allerdings nur die Wege. Hunde sind angeleint zu führen. Vom ehemaligen Flughafen ist nichts mehr zu sehen, die NLD Nike Stellung ist bis auf ein paar Hügel und Bodenplatten nicht mehr erkennbar, der U Bereich wird durch Feuerwehrschule und THW westlich des Platzes genutzt. Die Stadt Münster würde dort gerne eine neue JVA bauen. Alte Infrastruktur ist in der Lützow Kaserne keine mehr vorhanden. Es gibt noch ein paar Sandstein Tür Friese, die jedoch verschämt aufgestellt wurden. Und mit Hammer und Meißel bearbeitet wurden Z.B. "dieses Gebäude wurde errichtet 1936 unter Reichskanzler..(weg gemeißelt).. Wer das wohl war!!. Im DEU/NLD Korps sind 12 Nationen vertreten. ALLE verglichen diesen Bildersturm mit den alten Ägyptern, wo die Pharaonen die Kartuschen ihrer Vorgänger aus den Säulen gehauen haben. Oder mit dem IS, der auch alte Tempel sprengte um die Vergangenheit zu löschen. Als der neue Traditionserlass der Bw raus kam wurde es noch schlimmer. Da bin ich mit einem 2* General mit der Taschenlampe durch die Keller von Abrissgebäuden gelaufen um verdächtige Malereinen zu finden. Und tatsächlich, an einer Wand gab es den Schattenriss einer 8,8 Flak Kanone, der dann zügig übermalt werden musste. Inzwischen wurden alle alten Bw25 Bunker ausgegraben und rückgebaut. Die Eingänge in den Kellern der U-Gebäude wurden früher einfach nur zu gemauert. Die Bunker waren wie eine Zeitkapsel, noch voll ausgestattet. 4-Stock Klappliegen, hunderte von unbenutzten Plastik-Wasserkanistern, Chemietoiletten, Stahlfässer für den Dung, Werkzeug, Batterieleuchten, Luftfilteranlagen. Alles weg. Da blutet einem das Herz. Die Übungsplätze sind zum Teil belastetes Gebiet. Die Briten haben nach dem Krieg Fundmunition auf eine Haufen gepackt und gesprengt. Mit begrenztem Erfolg, die Masse der Munition wurde durch die Explosion nicht zerstört sondern weiträumig verteilt. Alte Anwohner behaupten sogar, das auf Freiflächen im T-Bereich noch eine ME 109 vergraben sein soll. Erscheint mir aber wenig glaubwürdig.
sapere aude

Markus2025
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Re: Einrichtungen der Luftnachrichtentruppe in Münster

Beitrag von Markus2025 » 18.04.2019 13:28

Hallo,

das Thema JVA hat sich mittlerweile erledigt - wird an anderer Stelle gebaut:
https://www.wn.de/Muenster/3140868-Gefa ... steht-fest

MfG
Markus

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