Offene Fragen zur Funkmessstellung „Mistkäfer“ in Erlau

Funkmess-, Funkpeil-, Funkleit- und Funkstörtechnik des 2. Weltkriegs
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SES
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Beitrag von SES » 03.04.2016 23:00


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Cremer
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Beitrag von Cremer » 04.04.2016 02:50

Thanks SES.
I looked as well on the pages. But Spooky want to have the minimum distancies between e.g. Freya-Freya, Freya-Wassermann, Wassermann-Mamut, Freya-Würzburg, etc.
They all operate in different Frequencies (120Mhz, 500MHz, etc.)

Hi Spooky, trotz der unterschiedlichen Frequenzen waren gewisse Abstände für die elektromagnetische Entkopplung notwendig. Ferner konnten die Geräte auf leicht untrschiedlich Frequenzen arbeiten, z.B. 115 bis 135MHz, gerade wenn mehrere Freyas in einer Stellung waren. Um mit den beim Senden entstehenden Oberwellen aus dem 120 MHz-Bereich im 500 MHz-Bereich keine Rückkopplungen und elektromagnetische Probleme zu bekommen, waren mehr als ausreichndnotwendige Abstände einzuhalten. Diese Probleme sind physikalischer Natur und gibt es heute ebenso bei digitaler Anwendung, z.B. GSM, UMTS, LTE, Digitalfunk der Behörden 7nd Organisationen mit Sicherheitsaufgaben. Zu meiner aktiven Zeit als Fernmeldereferent beim Innenministerium Rheinland-Pfalz hatte ih auch Relaisfunkstellen und Richtfunkstrecken geplant.
Man konnte damals noch nichtdie Abstände aufdas absolut Minimum berechnen, da auch die Berechnungsmethoden einfacher waren und es z.B.keine Softwareberechnungsmodelle gab.
MfG Euer Fernmelder
Erich Fellgiebel 1935:Nachrichtentruppen sind kostbare, schwer zu ersetzende Mittel der Führung.

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SES
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Beitrag von SES » 04.04.2016 07:52

Cremer hat geschrieben:Thanks SES.
I looked as well on the pages. But Spooky want to have the minimum distancies between e.g. Freya-Freya, Freya-Wassermann, Wassermann-Mamut, Freya-Würzburg, etc.
They all operate in different Frequencies (120Mhz, 500MHz, etc.)
Hi Cremer,
I am not sure that I have German documentation specifying those distances. But in practice there were normally about one km. Mammut to Wassermann, two km. Wassermann to Wasserman and one km. Freya to Wassermann.
mfg
SES

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Leif
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Beitrag von Leif » 04.04.2016 22:23

Moin,

in Heft 9 - Flugmeldedienst - Einsatzfiebel für Flugmeldegeräte findet man was zu den Abständen, bezogen auf WR.

Viele Grüße
Leif
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Cremer
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Beitrag von Cremer » 05.04.2016 01:48

Danke Leif,
auf der Seite 12 der Fibel steht, unter b)der Mindesabstand......
da wäre nach der Seite 13 mit den Zeichnungen auch die Seite 14 interessant, weil dort über die elektromagnetische Verträglichkeitkeit vermutlich was geschrieben steht😊
MfG Euer Fernmelder
Erich Fellgiebel 1935:Nachrichtentruppen sind kostbare, schwer zu ersetzende Mittel der Führung.

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Spooky
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Beitrag von Spooky » 13.04.2016 18:59

Hallo Leif...!

Vielen Dank für die Veröffentlichung der Einsatzfiebel. Gibt es die auch irgendwo komplett als Download?

Freundliche Grüße in die Runde.
Spooky

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FuMG 62 Würzburg Typ A ???

Beitrag von Spooky » 21.05.2016 11:17

Hallo alle zusammen...!

Laut den allgemeinen Beschreibungen hatte es sich bei dem Gefechtsstand in Erlau (1943 bis 1945) um eine Funkmess-Stellung 2. Ordnung gehandelt, die regulär mit 2 Würzburg Riesen (FuG 65) und einer Freya-Antenne ausgestattet war. Die beiden typischen Betonsockel sind noch heute zu sehen.

Nun hat sich während meiner Recherchen herausgestellt, dass es wahrscheinlich vor der Installation der zwei stationären Würzburg Riesen noch andere Radargeräte vor Ort gegeben haben muss. Ein Zeitzeuge berichtete von mobilen Radargeräten. Ein anderer sagte, dass es sich nicht um runde Radargeräte handelte, sondern um „halbrunde“. Er kann sich an insgesamt fünf solcher Radargeräte erinnerte.

Hier ein paar Fragen dazu:

Kann man davon ausgehen, dass es sich dabei um die Geräte des Typs FuMG 62 Würzburg Typ A handelte? War es normal, dass man zu Beginn des Ausbaus einer Funkmess-Stellung mehrere solcher Flak-Zielgeräte im Einsatz hatte?


Für Antworten und weiterführende Informationen bedanke ich mich bereits im Voraus.

Freundliche Grüße
Spooky

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nordfriese
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Beitrag von nordfriese » 23.05.2016 09:33

Moin!

Richtig, zu einem gewissen Zeitpunkt befanden sich in der Stellung ein Freya
und zwei Würzburg-Riese (FuMG 65).

Vor der Installation der W-R könnten sich durchaus Geräte des Typs Würzburg A-D
(ich würde mich da nicht auf den Typ A festlegen) in der Stellung befunden haben.
https://de.wikipedia.org/wiki/W%C3%BCrzburg_%28Radar%29

Das bekannteste Würzburg A-D in einer Funkmess-Stellung (oder als es noch eine
werden sollte) ist wohl das Gerät der (späteren?) Stellung AUERHAHN, von dem in
der Operation BITING einige Teile von den Briten erfolgreich "geklaut" wurden.
Dies geschah in der "vor-Würzburg-Riese"-Zeit und das Gerät fand dort nicht als
Flak-Zielgerät Verwendung.
https://de.wikipedia.org/wiki/Operation_Biting

Später gab es Funkmess-Stellungen, die anstatt mit einem zweiten W-R "nur" mit
einem "kleinen" Würzburg ausgestattet waren, aber auch Stellungen, die nur
"kleine" Würzburg-Geräte nutzten.

Das Würzburg A-D kam zwar in vielen Flak-Stellungen zum Einsatz, ich würde es
jedoch daher keinesfalls als "reines" Flak-Zielgerät bezeichnen.

Auf die "halbrunden" Geräte kann ich mir keinen Reim 'drauf machen, aber ich
könnte mir vorstellen, dass die Zeitzeugen dort "halb-marschfertige" Würzburg A-D
gesehen haben, die noch nicht zum Marsch abgedeckt waren.
https://de.wikipedia.org/wiki/W%C3%BCrz ... type_A.jpg

Gruss aus NF!
Rolf
"Whatever you do, don't mention the war." (Basil Fawlty)

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Beitrag von zulufox » 23.05.2016 10:09

Hallo :-)

Um die Antwort von Rolf noch zu ergänzen:

Auch die FMG 39 T-R oder FuSE 65 und dann FuMG 65 waren nicht nur in Flugmelde- und Leit-Stellungen im Einsatz, sondern auch bei Flak-Stellungen. Das erste dieser Geräte kam im Herbst 1941 auf dem Leitbunker Zoo in Berlin zum Einsatz!

Und bei der Kriegsmarine hieß das "Ding" dann FuMO 214 :lol:

MfG
Zf :-)
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"Es gibt nur eine Sünde, die gegen die Menschheit mit allen ihren Geschlechtern begangen werden kann, und dies ist die Verfälschung der Geschichte."

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Spooky
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Beitrag von Spooky » 24.05.2016 20:47

Hallo Rolf,
hallo zulufox,

vielen Dank für eure Informationen und Links. Mittlerweile bekam ich auch vom Forum-Mitglied Wolkser einen Hinweis. Er stellte mir diesen Link zur Verfügung http://www.cdvandt.org/wuerzburg.htm. Als ich von einem Zeitzeugen erfuhr, dass wohl damals in Erlau mobile Radargeräte standen und mir ein anderer erzählte, dass die Geräte „halbrund“ waren, erinnerte ich mich sofort an das Cover des Buches.

Sollte mir noch irgendwer bei meinen Recherchen helfen können, wäre das toll. Künftig stehen noch weitere Zeitzeugen-Gespräche an. Mal schauen, was ich dabei erfahre. Ich konnte mittlerweile auch eine ehemalige Luftnachrichtenhelferin lokalisieren, die damals in Erlau als Telefonistin (?) arbeitete. Leider kann sie sich an rein gar nichts mehr erinnern.

Nochmals danke und bis dahin, alles Gute.
Spooky

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