Haltberg bei Löbejün

Funkmess-, Funkpeil-, Funkleit- und Funkstörtechnik des 2. Weltkriegs
Nobody / Uwe

Neueste Erkenntnisse !

Beitrag von Nobody / Uwe » 08.04.2011 21:56

Ein Freund von mir erzählte, dass sein Großvater erzählt hat, dass es sich dort um einen " Horchposten " zur Flugzeugaufklärung gehandelt haben soll. Es soll aber auch ein " kleines " Flakgeschütz gegeben haben. Ich werde aber noch einmal nachhaken ! Hat jemand Erkenntnisse zur Flakstellung in Dessau-Kochstedt ? Wie kommt man an Luftbilder der Alliierten ran ???

Ach übrigens ! Das " Angemarkerte " ist direkt dort wo sich die beiden Betonringe befinden, hat als o mit den Steinkohleschächten nichts zu tun. Diese befinden sich z.B. ca. 600 - 700 m östlicher.

Viele Grüße an Alle ! Uwe

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zulufox
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Re: Neueste Erkenntnisse !

Beitrag von zulufox » 09.04.2011 00:12

Nobody / Uwe hat geschrieben:Ein Freund von mir erzählte, dass sein Großvater erzählt hat, dass es sich dort um einen " Horchposten " zur Flugzeugaufklärung gehandelt haben soll. Es soll aber auch ein " kleines " Flakgeschütz gegeben haben. Ich werde aber noch einmal nachhaken !
Hallo Uwe,

diese Art von Aussagen für Stellungen der Luftnachrichtentruppe (Funkmess- und Leit-Komapanien) waren nicht selten.
Nobody / Uwe hat geschrieben:Hat jemand Erkenntnisse zur Flakstellung in Dessau-Kochstedt ?
Da kann ich nur mit genaueren Koordinaten oder GE-Bild helfen.
Nobody / Uwe hat geschrieben:Wie kommt man an Luftbilder der Alliierten ran ???
http://www.luftbilddatenbank.de/main/

Nobody / Uwe hat geschrieben:Ach übrigens ! Das " Angemarkerte " ist direkt dort wo sich die beiden Betonringe befinden, hat als o mit den Steinkohleschächten nichts zu tun. Diese befinden sich z.B. ca. 600 - 700 m östlicher.

Viele Grüße an Alle ! Uwe
Uwe,

die beiden blauen "Kreise" kennzeichnen die Betonringe. Daneben gab es sicher noch drei Baracken (die roten Rechtecke) und einen Splitterschutzwall in Form eines U.

Die Anfrage bezieht sich auf die drei gelben Rechtecke. Das Luftbild lässt keine genaue Identifizierung zu. Es sind aber Bereiche, wo eventuell aus vorhandenen Resten auf die damaligen Geräte, wenn vorhanden, geschlossen werden kann.

In Richtung Dalena, von Löbejün aus kurz vor dem Ort nördlich des Weges, sollen Baracken gestanden haben, von denen eine noch lange nach dem Krieg als Schule genutzt worden sein soll (so hat man mir erzählt). So wie im Anhang, sah die Baracke 1992 aus.

MfG
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Beitrag von puchacz » 11.04.2011 16:32

Hallo zusammen,

ich war am Sonntag "forschen" und habe bzgl. der gelben Vierecke folgendes mitzuteilen:

Das Viereck nordwestlich Löbejün habe ich über haupt nicht ausfindig machen können. Es könnte sein, dass es mit einem dort befindlichen Einfamilienhaus überbaut wurde.

Definitiv aber ist das Viereck östlich der Stadt ein alter verlassener Garten.

Das dritte, südliche habe ich nicht auffinden können. Es könnte aber sein, dass dieses durch Aufforstung nicht mehr identifizierbar sein wird. Ist aber nur eine Annahme.

Außerdem habe ich aus verschiedenen Perspektiven Fotos geschossen. Ich stell sie noch ein...

Grüße puchacz

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Beitrag von puchacz » 11.04.2011 19:15

Fotos....
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Alkali
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Beitrag von Alkali » 17.02.2013 22:15

Hi all,

Has anyone pieced together the puzzle of these circles?
I decided to revive this old topic because in Poland is the same design.
Region of Wroclaw (Breslau), village Piotrkowiczki (Peterwitz). The exact position - 51° 16' 24.74" N 17° 1' 6.59" E.
Several years ago there were two circles and a bunker or a barrack. Today was only one circle. The villagers reported that pulled out of the ground very thick power cables.

I found an interesting description of the Haltberg:
Unmittelbar vor dem Abzug der Wehrmachtssoldaten, so berichteten die Zeitzeugen der MZ, erschütterten Explosionen den Ort. Der Militärstützpunkt auf dem Haltberg wurde gesprengt. Seit 1942 hatte sich dort eine Einheit eingerichtet, die neue Technik für die Funkaufklärung und Luftabwehr erprobte. Für die Löbejüner, ohne Einzelheiten zu wissen, war es schlicht die Radar-Abteilung. Teile ihrer Hinterlassenschaften sollen Soldaten vergraben haben. Gefunden wurde jedoch bisher wohl nichts.

More here –
http://www.mz-web.de/archiv/Stuetzpunkt ... 118614.htm

Any suggestions? Y-Gerat Wotan II ????
5.5 km to the east, the position 51°17'25.91"N 17° 5'33.79"E is Bernhard Be-11. Maybe these systems work together ??

Best Regards,
Czarek
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Beitrag von puchacz » 19.02.2013 16:45

Dear Czarek,

thank you very much.

Obviously the concrete rings shown by you are exactly the same like on the Haltberg.

In the past, the position shall have been used as a prooftesting center. chroniclers of the city of löbejün wrote, it has been off-premises of köthen. It have been Freya-equipment.

With best regards

puchacz

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Beitrag von zulufox » 17.07.2018 15:58

Hallo Nerds,

um diesen "Faden" mal wieder in Erinnerung zu rufen:

Ich habe heute mal auf Verdacht mit einer alten (Jahrgang 1939) Dame aus Löbejün gesprochen, weil mich Schreibweisen von Ortsnamen durch die USAAF-Chronisten mal wieder geärgert hatten:

Im Bericht zur Mission 623 vom 11. September 1944 ist u.a. zu lesen: 2. 351 B-17s are dispatched to hit oil refineries at Merseburg (111) and Lutzkendorf (96); targets of opportunity hit are Eisennach (71), Labejum (12), Rossla (6) and 25 others;

Mir ging es dabei um die ominöse Ortsangabe Labejum, die anderen (Merseburg, Lützkendorf, Eisenach und Rosslau) waren für mich klar.

Die Dame hat mir die Bombenwürfe bestätigt, das eigentliche Ziel sei dabei wohl der Haltberg gewesen. Ihre Familie hätte da in der Nähe Feldbesitz gehabt und eine Scheune sei getroffen worden.

Im Verlauf der Unterhaltung fiel dann auch folgender Satz: "Und ich habe meiner Mutter nachts immer wieder einmal gesagt 'Jetzt leuchten sie wieder', wenn ein sich drehendes Licht von dort am Himmel zu sehen war."

Eventuell hilft das ja für weitere Kombinationen?

MfG
Zf :holy:

P.S.: Ich hänge mal ein Luftbild vom 16. April 1945 dran, worauf könnte der Schatten in der Bildmitte hindeuten? Der Ausschnitt ist nicht weit vom Haltberg entfernt.
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Beitrag von Terra Inc. » 06.11.2018 20:14

Hallo Zf,

danke für die interessanten Ergänzungen.

Ich halte das für die Seitenansicht eines Freya-Radars.
Also unten die "Kiste" und die Antenne sieht man von der schmalen Seite.

Grundsätzlich, um mal noch auf die älteren Erörterungen zu antworten, handelt es sich bei solchen Strukturen wie auf dem Haltberg auf keinen Fall um eine "Flakstellung" im Sinne einer Kampfbatterie.. Dennoch können die Einrichtungen, bei denen es sich sicherlich um FunkMeß (Radar-) Geräte gehandelt hat, zur Flak gehört haben.

Freya benötigte anscheinend keine Betonringe um etwas rotieren zu lassen.
Ich bin für FuMG leider auch kein Experte, eine Suche nach "Wotan II" spuckt immerhin ähnliche Ringe in der Bildersuche aus.

Übrigens, zum 11. September, interessanter Tag! Ich kann mir nicht recht vorstellen,
daß sich eine amerikanische Bomb Squadron die Funkmeßstellung als Gelegenheitsziel ausgesucht hat. Dafür war die Stellung zu unscheinbar. Also Haltberg als Ziel würde ich ausschliessen
und Bombenwürfe in der Gegend eher als Zufall ansehen. Ich habe einiges an Dokumenten zum 11.9.44, es wäre interessant, welche Bomb Group "Labejum" gebombt hat...

Gruß Terra
B134a-Luftschutzbunker Krumpa

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Beitrag von nordfriese » 10.11.2018 01:07

Moin!

Zunächst vermutete ich ein Freya-Fahrstuhl hinter den Beton-Ringen, aber sie
scheinen für dieses Gerät zu klein zu sein. In DePanne ("PONY") hat der Ring
des "Fahrstuhls" etwas über 5 m im Durchmesser und die Breite des Ringes hat
etwas über einen Meter.


Ich versuche einmal meine Ideen (meinen Senf ;) ) dazuzugeben (Kurzfassung)...

Quellen:
Trenkle: Die deutschen Funk-Navigations- und Funk-Führungsverfahren bis 1945
Balke: Kampfgeschwader 100 "Wiking"

Für einen gezielten Bombenabwurf ohne Sicht wurde ab 1934 das "X-Verfahren"
entwickelt. Mehrere Versuchsanlagen, teilweise auch mobil, wurden hierzu unter
der Leitung der Erprobungsstelle Rechlin errichtet.

Am 11.11.37 wurde das Ln-Schul- und Versuchsregiment Köthen etatisiert, dessen
II. Abteilung damals aus einer Versuchssstaffel mit Ju 52 und einer Funkversuchs-
kompanie (Bodenkompanie für das X-Verfahren) bestand. [Wo hatten die ihr "Zeug"?]

...1937/38 wurden neue Bodenanlagen entwickelt. Es waren zerlegbare Drehgestelle
mit Senderhütte und Antennenträger, die auf einem Schienenkranz um 360° geschwenkt
werden konnten (Bezeichnung: Wotan I).

1938 wurden acht Stationen der neuen (auch als "Vielstrahlbake Rechlin" bezeichneten)
X-Anlage errichtet: Wendelstein/Obb., Gmund[n]erberg/Traunsee (A), Kohlreitberg/Wiener-
wald (A), Michelsberg (bei Stockerau) (A), Hesselberg/Mittelfranken, Ochsenkopf/ Fich-
telgebirge, Petersberg/Schlesien und Geierswalde bei Tannenberg/Ostpreussen.

Im Jahre 1939 wurden die meisten dieser Stationen an den Westwall verlegt (auf die
Hornisgrinde/Schwarzwald, Yburg und Fremersberg/bei Baden-Baden, Hohe Acht/Eifel,
Aldekerk/bei Krefeld, Xanten/Niederrhein und auf die Insel Borkum), desgleichen
eine weitere auf dem Annaberg/Oberschlesien aufgestellt.

Die E-Stelle Rechlin machte sich bereits 1939 Gedanken über einen Nachfolger des
X-Verfahrens. Dieses wurde das Y-Verfahren mit der Bezeichnung "Wotan II".
Einige dieser "Y-Anlagen" genannten Anlagen, wurden an Standorten ehemaliger
X-Anlagen aufgestellt.


Die Kollegen aus Österreich haben im Unterirdisch-Forum etwas über die Anlage auf
dem Michelberg gepostet. Dort sollen sich vier "Ringe" befunden haben, zwei "alte"
und zwei "neue".
https://unterirdisch.de/index.php?threa ... erau.8470/
Zu einer Y-Anlage gehörte auch ein E-Messsender Hans und ein Kontrollpeiler Heinrich
(die auch in Jägerleitstellungen als sogenannte "Y-Linie" Verwendung fanden. Ob die
Bezeichnung "Y-Linie" vom Y-Verfahren herrührt, weiss ich leider nicht). Hans und/oder
Heinrich befanden sich auf Masten/Türmen.
Auf dem benachbarten Waschberg befand sich ein Mast etwa 900m von den "Ringen" auf
dem Michelberg entfernt.


Meine Vermutung geht in die Richtung, dass sich auf dem Haltberg eine Y-Anlage des Ln-
Schul- und Versuchsregiment Köthen befand. Im Bereich des Flugplatzes Köthen soll es
von Freya- und Würzburg-Riese-Geräten zur Ausbildung des Regimentes nur so gewimmelt
haben. Warum also nicht auch Ausbildung an einer Y-Anlage auf einer "benachbarten"
Anhöhe?

Im oben erwähnten Buch über das KG 100 "Wiking" sind die Standorte der X-Anlagen
gelistet, teilweise mit Höhenangabe und Aufbaujahr. Leider ist der Haltberg nicht
mit dabei.

ZF schrieb von einem "Mast"/"Turm" in der Nachbarschaft der "Haltberg-Ringe". Dies
könnte durchaus ein Mast/Turm eines Hans oder Heinrich gewesen sein.
zulufox hat geschrieben:Der Ausschnitt ist nicht weit vom Haltberg entfernt.
@ZF: Magst du darüber Auskunft geben, wie weit das "Ding" auf dem Luftbildausschnitt
vom Haltberg entfernt war?


Noch kurz zu der Anlage, die Alkali gepostet hat.
Bei Balke und im Trenkle wird von der Ortschaft "Petersberg/Schlesien" geschrieben.
Bei Balke mit dem Zusatz "westlich Trebnitz", wobei ich festgestellt habe, dass die
erwähnten Richtungsangaben in der Liste eher "grob" sind.
Beispiele: "Inselberg" - südlich Eisenach, "Michelberg" - nördlich Stockerau, "Hor-
nisgrinde" - östlich Achern, Hahnenberg - östlich Aldekerk - nördlich Krefeld.
Ich halte es durchaus für möglich, dass es sich, statt um Petersberg, um Peterwitz
handelt und dass es nicht "westlich Trebnitz", sondern südwestlich Trebnitz lag.
Die Anhöhe der Ringe bei Peterwitz ist 215m hoch. Balke schreibt zu Petersberg von
250m.


Gruss aus NF!
Rolf
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Beitrag von SES » 10.11.2018 11:49

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