Knickebein

Funkmess-, Funkpeil-, Funkleit- und Funkstörtechnik des 2. Weltkriegs
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christianCH
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Beitrag von christianCH » 08.01.2018 09:41

Beitrag vom 9. 1. 2004 (!)
-zAc- (†) hat geschrieben:[…] die verwendeten Freq. um die 30 MHz, also im Grenzbereich zwischen HF und VHF mit einer Wellenlänge von etwa 10 metern haben sich meiner Ansicht nach so ausgebreitet, dass die eigentliche Bodenwelle nach irgend einer Strecke an der Stratosphäre "abgelenkt" wurde und in einem flachen Winkel wieder nach unten weiter ausgebreitet haben, so dass sie weiterhin als Navigationshilfsmittel benutzt werden konnten.
Erstaunlich, dass sich bis heute niemand mehr im Rahmen der «Reichweite-Diskussion» dazu geäussert hat. Es hat in diesem Forum doch Funkexperten?

Da ich derzeit meinen Knickebein-Artikel vorbereite, musste/wollte ich mich zwangsläufig etwas dazu schlau machen.
  • Mit 30 Mhz ist die verwendete Frequenz am oberen Ende des Kurzwellenbereichs.
  • Kurzwellen brechen an der Ionospäre, nicht an der Stratospäre.
  • Ob bei Knickebein die Brechung der Bodenwelle ausgenutzt wurde, oder bewusst die Raumwelle, habe ich nirgends erklärt gefunden. Aber nach Sichtung verschiedener Artikel gehe ich davon aus, dass bewusst mit der Raumwelle gearbeitet wurde.
  • Und das bedeutet wohl, dass bei entsprechender Sendeleistung fast jede beliebige Reichweite abgedeckt werden konnte.
  • Über die Kurzwelle und deren Eigenheiten gibt es doch genügend Informationen im Netz, sogar bei WP ;0].
Gruss, christianCH

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Cremer
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Beitrag von Cremer » 08.01.2018 22:12

Ich glaube nicht, dass die Raumwelle zur sicheren Navigation als Leitstrahl für Bomber genutzt wurde. Nur die Bodenwelle dürfte da geeignet sein. Die FuSAn 721 arbeitete schliesslich mit einer Leitstrahlbreite von +-0,3 Grad. Dies dürfte mit einer Raumwelle nicht zu erreichen sein.
MfG Euer Fernmelder
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christianCH
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Beitrag von christianCH » 12.01.2018 18:47

Nehmen wir mal (ich als absoluter «Wellenlaie») an dass du recht hast. Eine Bodenwelle von Maulburg horizontal abgestrahlt hätte über Londeon eine Höhe von etwa 450 m. Keine Ahnung, in welcher Höhe die geführten Flugzeuge operierten. Aber abwegig ist es nicht.
Dem käme dann auch noch dieser Effekt entgegen.
Gruss, christianCH

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christianCH
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Beitrag von christianCH » 02.03.2018 09:20

Neues zu K 13:
nordfriese hat geschrieben:[…] Auf dem Luftbildausschnitt ist auch das Gebäude zu sehen, das direkt
neben den Kreisresten ist, erkennbar an dem Splitterschutz am Eingang.
Diese Gebäude haben nichts mit der Knickebein-Anlage zu tun!
Die Villa Oliva war eine Residenz des Duce und diese mit Schiessscharten versehenen Bauwerke waren für die Wachmannschaften der Villa gebaut worden. Es gibt insgesamt deren vier um die Villa verteilt.

Gemäss Einheimischen hatten die Deutschen südlich der Villa ein Flugfeld angelegt. In dessen Bereich gibt es zwei Dreiergruppen von Türmen, auf denen eigenartige dreieckige Betonsockel stehen.
Eine Gruppe steht bei 36°55'21.91", 14°59'2.40" die Spitzen der Dreiecke weisen nach Norden. Die andere Gruppe bei 36°55'38.39", 14°58'50.58" (direkt an der SP 8) die Spitzen weisen nach Osten. Die Basis des Dreiecks misst 1.40 m, Mass über die Spitze 1.45 m, Seitenkante 0.36 m und die Höhe 0.45 m.
Kann jemand mit diesen Bauwerken resp. Sockelformen etwas anfangen?
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Gruss, christianCH

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Snusker
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Beitrag von Snusker » 02.03.2018 14:31

Hallo,

vermute Stellung für 2 cm Flak.

Ähnlichkeit siehe hier 6 Bild rechte Reihe.

http://www.festungsbauten.de/F/AW_Camaret.htm

Gruß Snusker

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Beitrag von Cremer » 03.03.2018 05:26

@christianCH
Post vom 12.1.18
Maulburg wo?
Die Bomber operierten über London auf grösser 500m. Irgendwo bei Trenkle ist auch eine Zeichnung dazu, wie die Flugzeuge gelenkt wurden und wie der Abwurf mittels Zielzeituhr erfolgte. (Kann leider momentan nicht nachschauen, aus dem Gedächtnis, sind für längere Zeit auf den Philippinen)
MfG Euer Fernmelder
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Beitrag von christianCH » 03.03.2018 08:26

Hallo Cremer,

das war von mir undeutlich formuliert. Zum Delta-H von 450 m für die Strecke Maulburg-London kommt natürlich die Senderhöhe dazu, also insgesamt gut 900 m ü. M.

Aber so wie ich Trenkle verstehe mit seiner Reichweitenangabe von «bis zu 500 km» wären die drei grossen Anlagen eh nicht für die Flugzeugführung über England gedacht gewesen, sondern nur für den Einsatz gegen Belgien, Holland und Frankreich.

@ Snusker
Snusker hat geschrieben: […] vermute Stellung für 2 cm Flak. […]
Danke für den Hinweis, das wäre ein Ansatz. Weshalb aber auf unterschiedlich hohen Türmen und weshalb diese Art der Ausrichtung?
Gruss, christianCH

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Beitrag von zulufox » 03.03.2018 09:45

christianCH hat geschrieben:Aber so wie ich Trenkle verstehe mit seiner Reichweitenangabe von «bis zu 500 km» wären die drei grossen Anlagen eh nicht für die Flugzeugführung über England gedacht gewesen, sondern nur für den Einsatz gegen Belgien, Holland und Frankreich.
Hallo,

dazu zwei ergänzende Informationen:
Die Angriffe gegen England, bei denen auch "Knickebein" zum Einsatz kamen, begannen im Herbst 1940
Die Anlage K12 wurde im Oktober 1941 als aufgegeben gemeldet. (BArch RL 19-7/141)

MfG
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Re: Knickebein

Beitrag von radar » 07.04.2019 11:35

Hallo,
Als Anhang eine Luftaufnahme aus den 50iger Jahren. Damals war die Anlage noch nicht so stark überwachsen
Gruß
radar
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Re: Knickebein

Beitrag von christianCH » 09.04.2019 10:00

radar hat geschrieben:
07.04.2019 11:35
Als Anhang eine Luftaufnahme aus den 50iger Jahren. […]
… der Anlage K4 von Kleve.
Gruss, christianCH

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