Grenzsteine Hannover - Preußen 1837

Militärische Objekte des Ersten Weltkriegs, der Kaiserzeit etc.
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violette
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Beitrag von violette » 16.11.2010 16:10

Hi Fm und Wg,

Bin seit einiger Zeit auch unterwegs an der HP Grenzsteinfront. Macht richtig Spaß, vor allem jetzt, ohne Brennesseln und Zecken ;-) Auf der Rückseite einer aktuelle Stemweder Berg Wanderkarte wird behauptet, höre und staune: "Von den ehemals 13 Grenzsteine sind heute noch 4 Exemplare vorhanden." Beamten sollten vielleicht mal öfters spazieren gehen... ;-) Ich habe jetzt 37 Stück im Stemweder Berg entdeckt, wobei ich mir von No. 272 nicht ganz sicher bin, hatte keinen Spaten dabei. Und No. 266 ist life nicht mehr da, aber ersetzt durch zwei kleine Steine. Fm, du hast mal 35 Stück gefunden. Mir fehlen 7 Stück (274, 76, 81, 82, 83, 90, 92), kannst du das bestätigen?
Der Stein im Bach (Wiehengebirge) habe ich per Zufall (streune gern durchn Wald) mal entdeckt! Die Grenze durchs Wiehengebirge werd ich demnächst mal untersuchen. In dem Zusammenhang gibt´s ein nette Erzählung von der westfälisch-hannoverschen Grenze von Friedrich Steinmeier, Zeit des Bären. Vom Wandern und Schmuggel in alter Zeit. ISBN 3-7843-2787-7 (171 Seiten mit Kartenteil).

Gruß, Vi

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klaushh
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Beitrag von klaushh » 16.11.2010 16:42

Moin, moin!

@violette

Beamte können leider nicht so viel spazierengehen, wie du dir das wohl wünschst. Es ist auch die Frage, ob und wer sich da verzählt hat. Bei der großen Differenz zwischen 13 und 37 glaube ich jedenfalls nicht, dass sich da jemand verzählt hat.
Bist du sicher, dass Kartenherausgeber und du tatsächlich denselben Geländeabschnitt meinen und beide dieselbe Definition für Grenzsteine haben?
Ich empfehle Vorsicht mit deinen provokatorischen Aussagen.

Auf jeden Fall gebe ich dir Recht: die Beschäftigung mit und das Suchen von Grenzsteinen ist eine interessante Sache.

Gruß
klaushh

PS: von den örtlichen Verhältnissen im Raum Stemweder Berg habe ich keine Ahnung!
Bei Interesse für Bunker und unterirdische Bauwerke in Hamburg mal http://www.hamburgerunterwelten.de besuchen!

violette
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Beitrag von violette » 16.11.2010 17:21

Hallo!

@klaushh

Das mit den Beamten war wirklich nur als Witz zu verstehen. Aber ich habe mich da auch vertan. Beim Zitat " Von den ehemals 13 Grenzsteinen sind heute noch 4 Exemplare vorhanden" handelt es sich um den sogenannten Schwedensteinen, deren Namen auf den im 30jährigen Krieg (1618-1648) aktiven Schwedenkönig Gustav Adolf zurückgehen soll. Diese tragen auf der eine Seite das Wappen des Hauses Braunschweig-Lüneburg, die andere zeigt einem Schlüssel (Wappen des Bistums Minden). Durch den Nienburger Vertrag vom 7.8.1629 wurde zwischen diesen beiden Herrenhäusern die Grenze im Gebiet Stemwede festgelegt. Diese 4 Schwedensteine habe ich alle wiedergefunden. Soviel zum Missverständnis, werde besser lesen in Zukunft, danke für feedback!

Gruß, Vi

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Beitrag von Fieldmouse » 16.11.2010 20:59

@violette: Freut mich, daß auch andere an Grenzstein-Suchen-und-Finden Spaß haben !

Im Übrigen kann ich Deine Ergebnisse so bestätigen, aber No.290 gibt es auch, steht mitten im lichten Wald,
ist gut getarnt durch Efeu, bin auch dran vorbeigelaufen. Aber meine jugendlichen Begleiter, die pro gefundenen Stein 1 Euro bekommen haben,
haben ihn dann doch noch gesehen. War übrigens ein teures Vergnügen, das mit meinen nach Akkord bezahlten "Suchhunden", in der Gegend da bei Euch...

Aber wo stehen die anderen Schwedensteine? Kenne den in Nähe südlich Bröken und den bei Stemshorn Nähe Parkplatz,
aber die anderen beiden ?

Noch ein Tip: An der Ecke im Oppenweher Moor steht kein Stein, war da bei minus 5 Grad, dachte, das Wetter wäre günstig für sowas im Moor.
War aber trotzdem ein Super-Spaziergang, auch ohne Erfolg.

Außerdem ist die Strecke vom Nordpunkt bis zur Weser und darüber hinaus fast unerforscht ;)

Berichte über Deine weiteren Erfolge. Fm.

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Beitrag von violette » 20.11.2010 23:54

Hallo Fieldmouse,

Danke für deine Tipps! Habe neulich No. 256 (interessante Solarbeleuchtung ;-)und 229 gefunden und hatte vor das Oppenweher Moor zu durchkreuzen. Wenn du aber weißt dass es an der Ecke keinen Stein mehr gibt, erwarte ich eigentlich keine Steine zwischen diesen beiden und fange dann mal ganz vorne bei No. 1 an.

No. 290 werde ich bei Gelegenheit noch mal suchen gehen und dann auch die Schwedensteine fotografieren, habe bis vor zwei Wochen nur Notizen gemacht/ in Topokarte notiert. Also außer die am Parkplatz Stemshorn (No. 302) und in der Nähe von Brockum (No. 263)gibt es auf jeden Fall eins etwa 1 km östlich vom Parkplatz Stemshorn (No. 286; auch auf www.am-center.de.)Bild folgt irgendwann. Und der vierte, auch nördlich von Haldem, No. 263 hatte ich in Gedanken, aber das kann nicht stimmen :oops: ist ja gerade der mit dem HP Schreibfehler an einer Seite... Dann ist also von den vier Schwedensteine leider einer verschwunden. Schade. War übrigens begeistert von deine Suchhunde-Methode, das ist ja eine Maßnahme :lol:

Kennst du No.(362?) an der Weggabelung nach Heithöfen/Levern/Schröttinghausen? Sieht eigentlich mehr wie ein Wegweiser aus. Ich bin mir nicht sicher ob man ihn zu den Grenzsteinen rechnen kann. Inschrift: -> Lintorf 6 km, <- Levern 2km, -> Schröttinghausen 4 km. Könnte gut sein dass das Haus gegenüber, das vor kürzem abgebrannt ist, mal ein Zollhaus war, werde ich mal versuchen herauszufinden, aber das gehört zum anderen thread.

Gruß, Vi

Krieg das Bild leider irgendwie nicht angehängt, kümmere ich mich ein ander mal drum!

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Beitrag von Fieldmouse » 21.11.2010 16:43

@violette : Du meinst diesen hier : viewtopic.php?t=2969&postdays=0&postorder=asc&&start=50

Es bleibt die Frage, ob man solche Steine mitzählt, oder ob diese Steine mitgezählt worden sind ?!
Woanders wurden auch direkt auf der Grenze stehende Ravensberg-Steine nicht mitgezählt...
Andere wiederum scheinbar doch.

No.264 hast Du auch gefunden ? Nicht schlecht, bei der schlecht bestimmbaren Lage da auf dem geraden Waldweg.

Noch'n Tip: No.12 bei Wiedensahl steht nicht auf der heutigen Grenze !
Habe ich auch erst später gefunden, ... beim Blick auf die Karte.

Viel Erfolg! Fm.

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Beitrag von violette » 21.11.2010 22:30

@Fieldmouse

Ach, da habe ich gesternnacht echt wirres Zeug geschrieben. Der vermuteter vierter Schwedenstein war, meinte ich, No. 288, (263 ist ohne Zweifel Schweden-Wappenstein) was also leider nicht stimmt. :cry:

Habe auf der Strecke Stemweder Berg-Wiehengebirge erwartungsgemäß wenig, aber immerhin doch noch 14 Steine entdeckt (Nos. 322, 33(4), 337, (341), 342, 344, 354, 355, 357, 358, 359, (362), 386, 385). No. 342 wächst fast bei einer Freundin von mir im Garten, wo ich echt schon öfters war! Überhaupt irre wie oft ich früher schon an manchen Steinen vorbeigefahren bin ohne den leisesten Verdacht... :mrgreen: Warst du da auch schon? Kommt es mit deine Funde überein?

Schon von neuesten Tripunkt gehört? NL-Deutschland-Eurostaete
http://www.eberhard-gutberlett.de/index.php:
Neues von der D-NL Grenze:
Herman Posthumus hat einen Bericht in der niederländischen Zeitung "Dadblad Trow" über den Euro Staat bei Coevorden gefunden.
Weiteres über diesen "Staat" siehe auch unter dem Link: http://eurostaete.eu

Danke für historische Tipps!
Vi

PS Bitte nicht von Rechtschreibfehler irritieren lassen, bin geb. Holländerin.

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Beitrag von violette » 23.11.2010 14:54

@Fieldmouse

Ein Fernglas leistet manchmal gute Dienste, dachte südlich von 256 *vielleicht* 255 zu sehen, werde ich noch auf den Grund gehen. Aber so manchen Baumstumpf hat sich da schon über mich lustig gemacht. Neulich hatte ich das Fernglas aber nicht umsonst mitgenommen, und dank ihn No. 196(?) entdeckt, an der Flöthe!

Auch noch einen interessanten Kreis-Grenzstein gefunden an der Wickriede, zwischen Rahden-Tonnenheide und Diepenau. Ohne H-P, Jahreszahl oder Nummer, sondern auf der Ostseite Inschrift: "Kreis Stolzenau" und Westseite: "Kreis Lübbecke", aber den kennst du bestimmt schon. Echt klasse wo du schon überall warst. Hast du die Suche im Teutoburgerwald eigentlich schon mehr oder weniger abgerundet 386 - 59(9)? Oder gibts da noch Lücken? Du hast ja auch noch etliche andere Forenthemen habe ich gesehen. Ich freue mich dass ich hier mithelfen kann.

Bin am Nordpunkt NRW angefangen und habe außer den No 221, der dort bekanntlich steht, spärliche Funde gemacht. Habe es fast aufgegeben wegen schlechtes Kartenmaterial (1:100.000) da die bestellte Topokarte noch nicht eingetroffen ist. Aber die moderne Grenzsteine und bisschen Intuition halten einem dann doch in etwa auf die richtige Spur, und vor allem auch die Landschaft erzählt schon eine eigene Geschichte. Hatte eigentlich gedacht dass es ein bisschen langweilig sein würde zwischen Wiesen und Äcker, aber es gibt dort oben (Kattelingerort/Hoyerort) auf der Grenze richtig alte Holzwälle mit schönen alten Eichen und Erlen, und ganz ganz viele moderne Grenzsteine, wenn das alles doch noch HP Steine gewesen wären...(seufz)

1.Außer No. 221 (Nordpunkt NRW) noch gefunden: (von nord->süd)
2.den schon erwähnten Kreisstein Stolzenau/Lübbbecke bei Diepenau.
3.Einen umgekippten, völlig aus der Erde geratenen (ca. 1.20 m) und beschädigten *Grenzstein?* südlich vom Tonwerk Diepenau. Werde ich mal mit Verstärkung hinfahren und ihn wenden, vielleicht ist noch eine entzifferbare Inschrift auf der ander Seite zu finden.
4.Weiter einen HP-Stein ohne Nummer/Jahreszahl an der Straße zwischen L770 und Diepenau.
5.Und der mit Fernglas entdeckte No.196. Die Nummer muß ich nochmal kontrollieren, stand an der andere Seite vom Fluß, hatte keine Lust schwimmen zu gehen bei diesem Wetter ;-).
Diese Strecke werde ich auch nochmal mit der historische Grenze vergleichen.

>>>Du meinst diesen hier : https://www.geschichtsspuren.de.....p;start=50
Genau! Habe einen Tipp bekommen von jemand hier aus der Nähe, möglicherweise finde ich noch Spuren von den Grenzsteinen vor und hinter diesem Wegweiser. Werde berichten.

>>>No.264 hast Du auch gefunden ? Nicht schlecht, bei der schlecht bestimmbaren Lage da auf dem geraden Waldweg.
Danke für das Lob, aber das war eher Zufall ehrlich gesagt. Ich dachte immer das ich den Stemweder Berg wie meine Jackentasche kenne. Zum Glück gibt´s im Leben immer noch Überraschungen. Bevor ich mit der richtige Grenzsteinsuche im St. Berg anfing, kannte ich schon etwa 10 Steine, No. 264 war eins davon... Weil es mich fasziniert hat, habe ich dann irgendwann nach Stemweder Grenzsteine gegoogled und bin auf dich und dein H-P Projekt gestoßen.

Gruß, Vi

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Beitrag von violette » 01.12.2010 11:05

Hallo Forum,

Bin am Wochenende zwischen Haselhorn und Ovenstedt auf Grenzsteinjagd gewesen. Sehr ergiebig, habe 21 Stück entdeckt und mit einem Bauer gesprochen, der den ehemaligen Standort zeigen konnte wo einen HP Stein (vermutlich No. 182) gestanden hat(vom Nachbar mal versehentlich mit dem Trecker umgefahren; dort leider nicht zurück gefunden).

Auffällig ist, dass in dieser Ecke oft die Jahreszahl 1837 sowohl an der H- als auch an der P-Seite steht. Die Inschrift "No." trifft man aber nicht an. Gefunden: Nos. 119&132, 124&125, 127, (128), 129, 14(3), 147, 149, 150, 158 (mit Hausnummer drauf), 161, 162, 164, 165, 172, 173, 176, 187, (188) (+ gegenüber von No. 188 einen jüngeren Kreisstein "Minden-Stolzenau").

Habe in Ovenstedt ein Grenzstein-Torpfostenpärchen gefunden, das Fm mir getippt hatte und rein zufällig nóch so ein Pärchen dort in der Nähe, in Glissen, gefunden! Ich dachte ich sehe doppelt... War erst empört über Leute die Grenzsteine ausgraben und im Garten aufstellen, aber es sieht vielleicht eher so aus, dass 124&125, die am Rande der Kiesgrube gestanden haben, und dass 119&132, die den Flurbereinigung zum Opfer gefallen sein müssen, so gerettet wurden. Besser so, als dass sie spurlos verschwinden.

Noch etwas lustiges, ein sehr ungleiches Paar: No. 165 fast vom Baum verschluckt! Jetzt wissen wir wo wir noch suchen können, wenn Steine fehlen... ;)

Gruß, Vi
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Beitrag von Fieldmouse » 01.12.2010 20:35

Hallo Vi,
solch eine tolle Unterstützung habe ich mir schon immer gewünscht, das sind tolle Ergebnisse
Deiner Suche, den Stein im Baum muss ich auch in Augenschein nehmen !
Bald gibt es da oben bei der Grenzsteinlinie an der Weser keine weisse Flecken mehr :-) .
Gruß von Fm.

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