Panzer im Berg?

Gerüchte, Geschichten, Utopien
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MikeG
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Beitrag von MikeG » 29.10.2004 22:04

Hi!

Zugegeben, einen gewissen Unterhaltungswert kann ich diesem Thread ja nicht absprechen. Aber einige Forenuser scheinen ja vollkommen überzeugt von den Dingen, die sie da so gehört haben.

Bei seriöser Geschichtsforschung – und das gilt auch für Amateur- und Hobbyhistoriker – muß etwas so lange als Annahme, Vermutung oder Gerücht gelten, bis es durch entsprechende Quellen oder Untersuchungen beweis- oder belegbar wird. Auch und gerade dann, wenn außer Zeitzeugenaussagen keine weiteren Hinweise gefunden werden können, ist gesundes Misstrauen angebracht. Das soll Zeitzeugen nicht grundsätzlich diskreditieren, aber einige Faktoren gilt es doch zu bedenken:

- Die fraglichen Ereignisse liegen nun rund sechzig Jahre zurück – das ist eine sehr lange Zeit. Jeder kennt aus eigener Erfahrung die Schwierigkeiten und Ungenauigkeiten, die beim Erinnern lange zurückliegender Ereignisse auftreten.

- Je nach Aussage und Vorbedingungen haben die Zeitzeugen damals gar nicht direkt mitbekommen, was da hinter dem Zaun eigentlich vor sich ging. Im Ort gab es sicher Gerüchte, die dann auch noch von Mund zu Mund gingen und erst nach der x-ten Variation beim Zeitzeugen ankamen. Womöglich war der gute Mann/die gute Frau damals noch ein Kind – und Kinder haben bekanntlich viel Phantasie.

- Auch nach dem Krieg Gelesenes und Gehörtes verklärt und verwischt die Erinnerungen, vermischt sich mit ihnen. Ob diese Informationen allerdings der Wahrheit entsprachen, weiß man nicht.

- War der Zeitzeuge selber involviert, hat also z.B. in/an/auf/bei so einer Anlage gearbeitet, kommt noch hinzu, daß er/sie einiges vielleicht als weniger schlimm darstellt – besonders dann, wenn es mit Zwangsarbeitern u.ä. zu tun hatte. Schließlich möchte niemand nachträglich noch seine womöglich auf sich geladene Schuld publik machen.

- Heute ist man leider schon häufig auf Aussagen von Menschen angewiesen, die damals noch gar nicht geboren waren. Ihr gesamtes Wissen ist nur Hörensagen, Dorfschnack, angelesen oder erlernt. Ein Historiker oder Heimatforscher ist da ein echter Glücksfall.

Nochmals: Damit möchte ich nichts gegen Zeitzeugen sagen. Sie sind wichtig und wertvoll. Ihre Aussagen müssen aber zunächst grundsätzlich als Möglichkeit, nicht als Tatsache angenommen werden. Hier hilft es, zum gleichen Thema möglichst Zeitzeugen zu interviewen, die weiter auseinander wohnen und sich nicht kennen.

Superlative tauchen da schnell mal auf: Sieben unterirdische Stockwerke, kilometerlange Stollen, Flugzeuge, Panzer, Raketen, die noch heute im Berg versteckt sein sollen. Nazischätze, geheime Papiere, unentdeckte Führerhauptquartiere, womöglich Gerüchte über ein Weiterleben irgendwelcher Nazibonzen. Zu all diesen beliebten „Sagen“ gehören auch die „unterirdischen Flugplätze“. Meist steckt ein Teilchen Wahrheit in dem, was erzählt wird. Dieses Teilchen macht aber nicht neunzig, siebzig, fünfzig oder dreißig Prozent aus – in den allermeisten Fällen reduziert es sich darauf, daß an der besagten Stelle überhaupt mal etwas war.

Mike

master
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Beitrag von master » 30.10.2004 00:15

Hallo!

Es ist nicht nur die deutsche Vergangenheit die Geruechte aufkommen laesst.

In der heutigen Zeit durch Unterstuetzung der Medien,denke ich, mehr als vor 60 Jahren.

Die Irak Kriege.
Ich erinnere mich noch sehr gut an die Berichterstattung zu Zeiten des ersten(der jetzige,offiziell beendete,soll dabei der zweite sein) Krieges.

Da war die Rede von mehrstoeckigen unterirdischen Bunkern,aus der Luft uneinnehmbar.
Tunnelsystemen,vom Palast bis unter den Tigris hindurch.
Gebaut mit Beteiligung deutscher Firmen.

Ich haette nach dem Umsturz mit Berichten in den Medien gerechnet.
Nichts.
Habe ich etwas verpasst?
Das einzige was bisher gezeigt wurde war das "Fuehrererdloch",nicht wirklich aufregend aber real.

Thomas

Johan

Flugzeuge im Bauch

Beitrag von Johan » 30.10.2004 01:00

Also, ich habe mich mal mit ein paar Kollegen über das Thema unterirdische Start-/Landebahnen unterhalten. Die Meinung war, dass es wohl physikalisch schon möglich wäre, aber nur unter schwierigen Bedingungen. Das mal ganz abgesehen von den fliegerischen Risiken, wie Startabbruch, Ausfall eines Triebwerks beim Start usw. Aber das Thema interessiert mich, ich werde mal einen befreundeten LuR-Techniker und Aerodynamiker anmailen, was er davon hält.

Bis auf weiteres,
Johan

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MikeG
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Beitrag von MikeG » 30.10.2004 01:53

Was das Thema "Start aus einem Stollem heraus" betrifft, gibt es allerdings nicht nur Zweifel - das ist selbst unter Berücksichtigung der damaligen, eher unvollkommenen Sicherheitsaspekte schicht ausgeschlossen. Aerodynamik ist Aerodynamik - und die entscheidenden Erkenntnisse zu diesem Thema waren schon damals längst bekannt. Wie man an der LFA Völkenrode sieht, war man sogar in den Erkenntnissen schon wesentlich weiter. Das schliesst schlicht aus, dass jemand eine solch abstruse Idde hätte realisieren wollen.

Wahrscheinlich kommen beim Stichwort "LFA" als nächstes die in diesem Zusammenhasng so gern genannten "Flugscheiben". Nein, liebe Leute, es hat sie nicht gegeben. Alles, was es gab, war ein Modell eines Jagsflugzeuges mit kreisförmigen Fkächen. Es stellte sich im Windkanal als areodynamisch sch****** heraus, das war's. Und das ist belegt...

Mike

wadentritt

Unterirdisches und sonstiges?

Beitrag von wadentritt » 30.10.2004 13:19

Ich finde die Ammenmärchen mancher sogar älterer Personen die diese Zeit als Jugendliche erlebt haben eigentlich richtig Lustig.
Da ranken sich gerüchte von einem versenkten Tigerpanzer in einem Kursee in Bad Nauheim die sich dann aber als alte versenkte NSU Quickly entpuppten die in den 50iger Jahren wahrscheinlich geklaut und aus schiß vor CIA/Mossad/BND etc versenkt wurde.(hihihi)

Oder ein tolles gerücht gibt es noch im Fliegherhorst Nidda/Harb sollen vollgetankte und aufmunitionierte Me109 in einem unterirdischen Hangar stehen und komplett mit Öllappen bedeckt....habe ich selbst gehört auf eine Diavortrag über den Fliegerhorst Harb.

Mein Gott laßt diese Phantasy-People eure Felder/Äcker oder Wiesen mit Handschaufeln umgraben und durchflügen.

Ich werde auch ein paar gerüchte mal an den tag bringen wenn ich meinen Bauplatz habe das Spart dann Geld.


Gruß
wadentritt
:mrgreen: :mrgreen: :mrgreen: :lol: :lol: :lol:

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Leif
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Beitrag von Leif » 08.11.2004 14:03

So, heute mal was anderes: Keine Panzer.
Gestern habe Incognitus und ich bewiesen, dass die Strahlungsabsorbierenden Materialien nicht erst seit den Stealth-Bombern verwendet werden! Wie man auf dem Bild sieht, wurde die Beschichtung schon von der Wehrmacht verwendet. Diese moderne Ausführung wurde wahrscheinlich von der Marine gebaut!

Viele Grüße,
Leif
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dragon46
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Beitrag von dragon46 » 16.11.2004 12:41

Ich kann mich noch erinnern, dass In "Stern" zur Zeit des ersten Irakkrieges eine Grafik von den "unterirdischen Flugplätzen Saddams" abgedruckt war. Es war eine zweistöckige Anlage (sogar mit Gebetsraum ;) ), und dort starteten (ja, ich weiß, dass das physikalisch nicht geht 8)) die Flugzeuge auch unterirdisch, und hoben dann durch ein Loch ab. War angeblich unter dem Wüsensand.

Wer will suchen helfen? :lol:
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Mac

Beitrag von Mac » 16.11.2004 13:36

@dragon46:
Hacke, Schaufel, 2 Bulldozer, drei AK47 und ´ne Kiste Bier sind eingepackt, wann geht´s los ??? :mrgreen:

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Beitrag von dragon46 » 16.11.2004 18:22

Klingt wie ein Plan...

Wie wäre es denn mit einem Usertreffen auf dem geheimen Flugplatz XY im Irak? :lol:
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Beitrag von dragon46 » 16.11.2004 18:23

Bier im islamischen Irak? Das ist genauso sicher, als wenn wir mit der US-Flagge rumrennen würden ;)
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